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Veröffentlicht am 23.02.2025

Ohne Frauen gäbe es keine Demokratie

Im Wind der Freiheit
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17 Jahre alt war Louise als ihre Eltern starben. Erst die Mutter und nur vier Monate später der Vater. Bei der Testamentseröffnung traute sie ihren Ohren nicht. Julius Dennhardt als Vormund? Niemals. Auch ...

17 Jahre alt war Louise als ihre Eltern starben. Erst die Mutter und nur vier Monate später der Vater. Bei der Testamentseröffnung traute sie ihren Ohren nicht. Julius Dennhardt als Vormund? Niemals. Auch wenn er der Verlobte ihrer Schwester war. In ihren Augen war er unehrlich und wollte nur das Vermögen seiner Zukünftigen an sich bringen.

Die zweite Hauptperson des Buches "Im Wind der Freiheit" ist Susanne. Eine junge Frau, die zusammen mit ihrer Mutter bei einem Lehrer lebt. Die Einwohner der kleinen Gemeinde glauben, dass beide es sehr gut getroffen haben. Ein warmes Bett und täglich gutes Essen, das Glück hatte nicht jeder. Wie sehr sie sich bei ihren Vermutungen täuschten, wussten nur Susanne und ihre Mutter. Nach dem Tod des Lehrers fanden beide eine Anstellung in der Weberei. Das bedeutete gleichzeitig viel Arbeit unter schlechten Bedingungen.

Beide Frauen spielen in dem Buch eine Rolle. Die eine ist reich und möchte als Autorin ihren Weg machen. Die andere stammt aus ärmlichen Verhältnissen und fühlt sich für die kranke Mutter verantwortlich. Bei ihrem Kampf für ein geeintes Deutschland spielen aber Stand und/oder Geld keine Rolle. Hier geht es um den Kampf gegen Ungerechtigkeit und für Demokratie. Es gibt leider immer noch Menschen, denen nicht bewusst ist, wie wichtig die Frauen bei diesem Kampf waren.

Tanja Kinkel schrieb bereits etliche historische Romane und alle zeichnen sich durch akribische Recherche aus. Nur aus diesem Grund mag ich ihre Bücher sehr. Dass Geschichtsunterricht so unterhaltsam sein kann, hätte ich niemals gedacht. Ein Zitat schreibe ich hier und denke, dass es perfekt in das momentane Zeitgeschehen passt.

„Das deutsche Volk ist ein Volk von Freien, und deutscher Boden duldet keine Knechtschaft. Fremde Unfreie, die auf ihm verweilen, macht er frei.“ Das Zitat stammt aus dem Grundrechtskatalog des Jahres 1848. Was hat sich seither verändert und warum gilt es nicht mehr für alle „Unfreie“, die in Deutschland Zuflucht suchen?

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Ein Highlight meines Lesejahres 2025

Stromlinien
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Seit 12 Jahren kommen sie regelmäßig auf die Insel Hahnöfersand. Oma Ehmi und ihre beiden Enkelinnen Enna und Jale. Die beiden Kinder sind Zwillinge und die Töchter von Alea. Die lebt sei vielen Jahren ...

Seit 12 Jahren kommen sie regelmäßig auf die Insel Hahnöfersand. Oma Ehmi und ihre beiden Enkelinnen Enna und Jale. Die beiden Kinder sind Zwillinge und die Töchter von Alea. Die lebt sei vielen Jahren auf der Insel. Im Gefängnis. Als es dann endlich so weit ist und ihre Mutter entlassen wird, beginnt für Enna eine Zeit der Unsicherheit und des Schreckens. Alea ist nicht am verabredeten Ort und Jale spurlos verschwunden. Was hat sich in den letzten Stunden ereignet? Wo sind die beiden und geht es ihnen gut? Es beginnt nicht nur die Frage nach dem Verbleib von Mutter und Schwester. Gleichzeitig kommt es zu Antworten etlicher Fragen, die seit Jahrzehnten das Familienleben belasteten.

Für mich war "Stromlinien" eine Familiengeschichte der außergewöhnlichen Art. So viele Geheimnisse, die förmlich nach Klarstellung riefen. Zu lange war das Schweigen in dieser Familie normal und schadete allen Beteiligten. Aber nicht nur das faszinierte mich an dem Buch. Auch diese lebhaften Beschreibungen der Natur an Elbe und ihrem Nebenfluss. Hier gibt es seltene Vogelarten zu bestaunen und auch die Kritik an Umweltschädigungen sind durchaus berechtigt.

Die Autorin beschreibt abwechselnd das Geschehen der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Zeitsprünge sind gut erkennbar und verwirren den Leser nicht. Auch der Lesefluss leidet zu keinem Zeitpunkt. Die Wendungen lassen sich nachvollziehen und tragen zur Spannung bei. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Fakten über das Leben der Sättigungstaucher

Die Kammer
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Sanitäter haben die Macht zu bestimmen, wer mit in die Tiefe darf oder wer zuhause bleiben muss. Der Job ist zu gefährlich und anspruchsvoll und jede gesundheitliche Beeinträchtigung rächt sich auf zerstörerische ...

Sanitäter haben die Macht zu bestimmen, wer mit in die Tiefe darf oder wer zuhause bleiben muss. Der Job ist zu gefährlich und anspruchsvoll und jede gesundheitliche Beeinträchtigung rächt sich auf zerstörerische Weise. Selbst die Tatsache, dass die Arbeit überdurchschnittlich entlohnt wird täuscht nicht darüber hinweg, dass sie riskant ist. Es geht um Sättigungstaucher, die gemeinsam in einer Kapsel leben müssen und hier ihrem Job nachzugehen haben. Fünf Männer und eine Frau leben auf beengten Raum zusammen. Die meisten sind schon über Jahre dabei und für sie ist es eine Routinearbeit. Bis, ja bis der erste stirbt.

Der Autor kennt sich bestens mit dem Berufsbild der Sättigungstaucher aus. Das zeigt er eindrücklich und viele Fakten über das Tauchen dominieren das Buch. Für mich unvorstellbar zu wissen, dass ich so tief unter dem Meeresspiegel meine Arbeit verrichten muss. Aber gut, dass es hier Menschen gibt, die daran Freude haben.

Ein spannendes Buch, das mich nicht immer mitnehmen konnte. Für meinen Geschmack gab es zu viele Fakten über das Tauchen. Überraschend war dann das Ende. Niemals hätte ich mit dieser Auflösung des Falles gerechnet.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Ein Buch über das Unfassbare

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen
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Am 02.09.2024 begann in Frankreich ein Prozess, wie es ihn zuvor noch nie gab. Ein Mann wurde angeklagt. Er soll seine Frau über 10 Jahre lang unter Drogen gesetzt haben. Er bot sie auf diversen Plattformen ...

Am 02.09.2024 begann in Frankreich ein Prozess, wie es ihn zuvor noch nie gab. Ein Mann wurde angeklagt. Er soll seine Frau über 10 Jahre lang unter Drogen gesetzt haben. Er bot sie auf diversen Plattformen an und ließ sie von Fremden vergewaltigen. 52 Angeklagte wurden nacheinander zu dem Fall verhört. Der Hauptangeklagte war der Vater Carolines, der Autorin von "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen". Sie will durchsetzen, dass die „chemische Unterwerfung“ eine Tat ist, die angemessen zu bestrafen ist. Nein, hier geht es nicht um K.o.Tropfen. Es sind oft Medikamente, die es in fast jedem Haushalt gibt.

Es triggert ungemein, dieses autobiographische Buch über Erniedrigung und Misshandlung. Wer es lesen möchte, sollte sich dessen bewusst sein. Die Tochter des Angeklagten Pelicot schreibt nicht nur über ihr Entsetzen. Sie gesteht ebenfalls ihr Schwanken zwischen Verachtung und Mitleid. Der Zwiespalt ist so zermürbend, dass sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Was sie dort erlebt, lässt sie auch nach Jahren noch schaudern. So wenig Empathie und Verständnis, das hätte sie nie erwartet. Sie will dafür kämpfen, dass Menschen mit diesen Traumata besser geschützt und von guten Therapeuten begleitet werden.

Achtsam sein und selbst das Unerklärbare ins Auge fassen. Das behalte ich nach dem Lesen dieses Buches für mich. Es ist ein ganz wichtiges Werk. Gerade für Mütter, die das Unfassbare nicht wahrhaben wollen.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Sehr spannend und niemals langweilig

Der Gott des Waldes
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Sie zählt und zählt. Es ändert sich aber nichts. Es sind 8 Kinder und 9 Betten. Ein Kind fehlt definitiv. Es ist Barbara, 13 Jahre alt und Tochter reicher Eltern. Nicht alleine die Tatsache, dass sie die ...

Sie zählt und zählt. Es ändert sich aber nichts. Es sind 8 Kinder und 9 Betten. Ein Kind fehlt definitiv. Es ist Barbara, 13 Jahre alt und Tochter reicher Eltern. Nicht alleine die Tatsache, dass sie die Tochter reicher Eltern ist, macht ihr Verschwinden brisant. Die sind zudem auch Besitzer des Grund und Bodens, auf dem Kinder ihre Ferienfreizeit verbringen. Das „Camp Emerson“ gehört also zum gehobenen Ferienlager elitärer Kids.

"Der Gott des Waldes" ist viel mehr als „nur“ ein Thriller. Das Buch beschreibt, in welcher Weise sich wohlhabende Menschen über Recht und Gesetz hinwegsetzen. Wie sie ihre Umwelt nur in „nützlich“ oder „verachtenswert“ unterteilen. Diese van Laars feiern rauschende Feste und schmücken sich dabei mit prominenten Gästen. Hinter dieser Fassade schlummern Missbrauch und psychische Gewalt. Bevor ihre Tochter Barbara verschwand, wurde ihr Bruder Bear schmerzlich vermisst. Wie kann es sein, dass zwei Kinder einer Familie auf unerklärliche Weise verschwinden? Hängen diese Vermisstenfälle zusammen?

Das Buch war so spannend, dass ich es innerhalb eines Tages las. Es dauerte zwar einige Seiten, bis ich der Story folgen konnte, das Durchhalten wurde aber belohnt. Es gab sehr viele Protagonisten, die ich verdächtigte. Und nicht nur ich. Auch die Ermittler mussten immer wieder ihre Vermutungen revidieren. Aber erst das macht für mich einen gelungen Thriller aus. Sehr spannend und niemals langweilig, so beurteile ich das Buch. Klare Leseempfehlung.

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