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Veröffentlicht am 19.09.2025

Holly ist zurück!

Kein Zurück
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Bei der Polizei geht ein anonymes Schreiben ein, ein Unbekannter kündigt an, Menschen umbringen zu wollen. Er schreibt unter anderem: »Ich werde 13 Unschuldige und 1 Schuldigen töten. Damit werden alle ...

Bei der Polizei geht ein anonymes Schreiben ein, ein Unbekannter kündigt an, Menschen umbringen zu wollen. Er schreibt unter anderem: »Ich werde 13 Unschuldige und 1 Schuldigen töten. Damit werden alle leiden, die für den Tod des Unschuldigen verantwortlich waren. Dies ist ein Akt der SÜHNE.« Das erste Opfer ist eine unbeteiligte Frau, die in der Hand einen Zettel hält mit dem Namen einer Geschworenen, die mit anderen Geschworenen dazu beigetragen hat, dass ein Unschuldiger verurteilt wurde, der nun im Gefängnis erstochen worden ist. Die zuständige Ermittlerin zieht Holly Gibney hinzu, die allerdings gerade damit beschäftigt ist, eine berühmte Feministin zu schützen, die auf Tournee ist.

Holly Gibney ist ein Charakter, der mir anfangs mehr als unsympathisch war, mittlerweile aber zu meinen absoluten Favoriten im King-Universum zählt. Die kleine unscheinbare, grauhaarige zarte Person, die sich am liebsten im Hintergrund hält, was im Privatdetektiv-Gewerbe sicherlich von Vorteil ist, hat in den letzten Büchern mein Herz erobert, sodass ich das vorliegende Werk ungeduldig erwartet habe und nicht enttäuscht worden bin.

Wie bereits im letzten Teil, wurde auch hier der Täter bereits früh verraten, was allerdings eher mehr zum Nervenkitzel beigetragen hat, als andersherum. Weitere lieb gewonnene Figuren aus vorherigen Büchern sowie neue, faszinierende Persönlichkeiten kamen hinzu, vervollständigt durch eine weitere verbrecherische Person, die mitgemischt und erheblich zur Unterhaltung beigetragen hat. Der feine Humor fehlte auch hier nicht und zusammen mit den mal mehr und mal weniger überraschenden Wendungen ergab sich eine Geschichte, die mich einfach nur begeistert zurückließ und bereits jetzt ungeduldig auf weitere Abenteuer von Holly und ihren Gefährten warten lässt. Für mich persönlich war keine Seite zu viel, der Meister hat abgeliefert und mich restlos glücklich gemacht.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ohne große Überraschungen

Die Rache des Uhrmachers
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Der Uhrmacher ist wieder da! Nachdem er vor Jahren geschworen hat, seinen größten Widersacher Lincoln Rhyme zu töten, ist er nun in die Stadt gekommen, um sein Versprechen einzulösen. Währenddessen ist ...

Der Uhrmacher ist wieder da! Nachdem er vor Jahren geschworen hat, seinen größten Widersacher Lincoln Rhyme zu töten, ist er nun in die Stadt gekommen, um sein Versprechen einzulösen. Währenddessen ist Rhyme zusammen mit Sachs damit beschäftigt, einen Attentäter zu finden, der es auf Baukräne abgesehen hat. Eine politische Gruppe hat sich zum ersten Anschlag bekannt und weitere angekündigt.

Bereits zum sechzehnten Mal ermittelt der geniale Forensiker Lincoln Rhyme zusammen mit seiner Ehefrau Amelia Sachs sowie weiteren Beteiligten und für mich persönlich scheint nun die Luft raus zu sein aus dieser langjährigen, bisweilen sehr aufregenden und spannenden Reihe. Die Fälle werden kontinuierlich unspektakulärer, die Ermittlungen folgen dem immer gleichen Schema und die permanenten Wiederholungen einfachster Tatsachen lassen mich wie einen Grundschüler fühlen, dem etwas beigebracht werden soll, das dieser vielleicht nicht richtig verstanden hat. So die Annahme des Autors, der anscheinend deswegen immer wieder darauf rumkaut. Die Verbrecher sind dumm, fast niemand stirbt, weil Rhyme nicht nur um die Ecke denkt, sondern zehn Schritte im Voraus mindestens. Dies ist so vorhersehbar wie langweilig gleichermaßen, Wendungen sind Fehlanzeige und wenn etwas Spektakuläres passiert, dann weiß jeder Bescheid, lediglich mir als Leserin wurde vergessen, dies rechtzeitig zu erklären. Wahrscheinlich ist das notwendig, um ein wenig Spannung zu erzeugen, allerdings beleidigt dies auch meine Intelligenz.

Ich bedanke mich bei Jeffery Deaver für viele großartigen Bücher mit Geschichten von und über Lincoln Rhyme und seinen genialen Verstand. Es war eine aufregende Reise voller Nervenkitzel und Abenteuer, die nun leider zu Ende geht. Milder ist der Autor geworden, zurückhaltender und soft. Dafür bin ich noch nicht bereit und sage leise Tschüss. Toll war es!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Abschluss der Trilogie

Wild nach einem wilden Traum
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»Ich glaube, ich habe in meinem Leben nie vor Kreuzungen gestanden und in aller Ruhe überlegt. Ich bin einfach weiter und weiter gegangen, vielleicht sogar gerast, wie ich auch in die Liebe gerast bin, ...

»Ich glaube, ich habe in meinem Leben nie vor Kreuzungen gestanden und in aller Ruhe überlegt. Ich bin einfach weiter und weiter gegangen, vielleicht sogar gerast, wie ich auch in die Liebe gerast bin, und irgendwann, später, dreht man sich um und ist erstaunt.« (Seite 8)

Nach einem großartigen »Das Vorkommnis« sowie etwas schwächerem »Das Liebespaar des Jahrhunderts« schließt Julia Schoch mit dem vorliegenden Buch ihre Trilogie ab. In der Ich-Perspektive reist die namenlose Erzählerin auch diesmal in die Vergangenheit und seziert bestimmte Begegnungen, Gespräche und Vorkommnisse, wie sie dies schon in den ersten beiden Teilen getan hat.

»Ich will meine Erinnerung nicht abgleichen mit der Gegenwart. Vermutlich, weil ich weiß, dass ich nicht weiterschreiben könnte, wenn ich die Wahrheit kennen würde.«

Ein katalanischer Schriftsteller sowie ein Soldat nehmen den meisten Raum ein, ihre Erinnerungen mal klar, mal verworren, wie Erinnerungen es nun mal sind. Vergessenes kommt zum Vorschein, eine erneute Begegnung könnte Klarheit bringen und wieder kommen Fragen auf nach diesem und jenem, besonders aber nach dem Sinn. Es macht Spaß, der Erzählerin dabei zuzuhören, ihren Gedanken nachzuspüren, zu erfahren, wie sie rückwirkend reflektiert. Mir hat der Abschluss sehr gefallen, ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin, will erfahren, welche Irrtümer ihr noch eingefallen sind.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Wünsch dir was…

Die Festung
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Bonnie nimmt für ihre Schwester an einer Reality Show teil, weil diese sich verletzt hat und nicht dabei sein kann. Die acht Teilnehmer werden zu einer abgelegenen Festung Mitten auf dem Meer gebracht ...

Bonnie nimmt für ihre Schwester an einer Reality Show teil, weil diese sich verletzt hat und nicht dabei sein kann. Die acht Teilnehmer werden zu einer abgelegenen Festung Mitten auf dem Meer gebracht und sich selbst überlassen, um sie herum Kameras und Mikrofone, die alles aufnehmen. Es dauert nicht lange und die Stimmung verändert sich, schließlich geht es um ein hohes Preisgeld und die Message ist ziemlich klar: nur eine Person kann gewinnen. Als einer der Teilnehmer tot aufgefunden wird, bekommt diese Aussage allerdings einen neuen Sinn: Nur einer wird überleben.

Die Autorin dürfte einigen Leserinnen und Lesern unter ihrem Klarnamen Leona Deakin bekannt sein, ihre Bücherserie um die Psychologin und Privatdetektivin Dr. Augusta Bloom, die vier Bände umfasst (zwei davon bisher übersetzt) ist ziemlich erfolgreich. Der vorliegende Escape Room-Thriller ist für mich das erste Buch der Autorin, die mich damit allerdings voll für sich eingenommen hat. In Rückblenden und aus einem Podcast erfahre ich abwechselnd, was passiert ist, dabei werden aber immer nur so viele Informationen preisgegeben, dass ich vor Neugierde förmlich platze. Geschickt führt L.D. Smithson mich durch die Geschichte, die immer dramatischer wird. Sie streut Hinweise, legt Spuren, führt die Teilnehmer und mich regelrecht an der Nase herum, bis es eine Wendung gibt, die mich erstarren lässt. Als ich sicher bin, alles durchschaut zu haben, legt sie eine Kehrtwende ein und ich stehe mit leeren Händen da. Bis zuletzt baut sie kleine Überraschungen ein, sodass bis zum hervorragenden Ende keine Langeweile aufkommt. Der Abschluss ist böse, aber irgendwie auch passend. Großartige Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Phänomenal gut!

Gym
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Die sechsunddreißigjährige Protagonistin braucht einen Job. Aus Gründen. Eher zufällig als zielgerichtet stellt sie sich im MEGA GYM vor, erklärt ihre heruntergekommene Erscheinung mit einer spontan erfundenen ...

Die sechsunddreißigjährige Protagonistin braucht einen Job. Aus Gründen. Eher zufällig als zielgerichtet stellt sie sich im MEGA GYM vor, erklärt ihre heruntergekommene Erscheinung mit einer spontan erfundenen Entbindung und bekommt die Stelle, der Inhaber Ferhat ist Feminist und gibt ihr eine Chance. Die Arbeit am Tresen, das Training im Studio und das nicht vorhandene Kind wachsen ihr bald über den Kopf. Als die Bodybuilderin Vick ins Spiel kommt, verschwimmen die Grenzen und ans Licht kommt eine ungesunde Obsession.

»Es war ungewohnt, wieder den ganzen Tag unter Menschen zu sein, ich hatte vergessen, wie sehr man sich dafür zusammenreißen musste. Ständig verspürte ich den Drang, mich an Stellen zu kratzen, an denen man sich in der Öffentlichkeit nicht berührte, und musste aufpassen, mir beim Gähnen die Hand vor den Mund zu halten.« (Seite 14)

Dieses Drama in drei Akten lässt mich restlos begeistert zurück. Die namenlose Ich-Erzählerin war fürchterlich unzuverlässig, das merkte ich schnell. Schon früh gab es Andeutungen, dass etwas geschehen war, was sie aus der Bahn geworfen hatte, aber erst allmählich kam ich dahinter, was genau dies war. Schleichend und unaufhaltsam schlitterten wir gemeinsam auf einen ungewissen Höhepunkt zu, der Weg dahin abstoßend und faszinierend, ihr Verhalten völlig losgelöst, der Abgrund ganz nah. Der feine Humor, mehr verzweifelt als lustig, ergänzte das Bild, es kam wie es kommen musste. Aber lest selbst. Große Empfehlung gibt es dafür von mir.

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