Cover-Bild Nach Mattias
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 26.02.2020
  • ISBN: 9783257071290
Peter Zantingh

Nach Mattias

Hanni Ehlers (Übersetzer)

Amber singt bei einem Konzert gegen ihren Schmerz an; Quentin läuft Kilometer um Kilometer, um der Trauer zu entkommen, und Kristianne möchte die wahre Geschichte ihres Sohnes erzählen. Diese Leben und das von fünf weiteren Menschen überkreuzen sich durch Mattias’ plötzlichen Tod auf schicksalhafte Weise. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltlos hinzugeben.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2020

Über Trauer und die Verbindung zwischen Menschen

1

Rezension zu „Nach Mattias“ von Peter Zantingh
„Nach Mattias“ ist ein Roman über Verlust, Trauer und die Verbundenheit der Menschen. Der Autor hat einen tollen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. ...

Rezension zu „Nach Mattias“ von Peter Zantingh
„Nach Mattias“ ist ein Roman über Verlust, Trauer und die Verbundenheit der Menschen. Der Autor hat einen tollen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. Die Sätze sind kurz und prägnant, teilweise umgangssprachlich, was die Erzählungen lebhafter und lebensnäher erscheinen lässt.
Insgesamt lässt Peter Zantingh in seiner Geschichte acht Figuren sprechen. Sie kommen nacheinander zu Wort, kannten Mattias mal mehr mal weniger, sind jedoch alle von seinem Tod betroffen. Zunächst entsteht Spannung durch die Ungewissheit darüber, was mit Mattias passiert ist. Gleichzeitig erzählen Figuren, deren Verbindung zu Mattias erst im Laufe ihres Kapitels oder durch weitere Figuren vollends deutlich wird. Es sprechen Freunde, Familie und augenscheinlich Fremde. Meisterhaft werden die Figuren verknüpft, bis aus dem Netz von Personen eine logische und stringente Geschichte erzählt, die zeigt, wer Mattias war und was mit ihm geschehen ist.
Am Ende wartet eine Überraschung, die Hoffnung macht. Hoffnung darauf, dass Trauer überwunden wird und Hoffnung auf Menschlichkeit und Zusammenhalt. Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Thema ist aktuell und berührt und das nicht nur, weil das Leben dieser Menschen durch den Tod Mattias´ beeinflusst wird, sondern auch, weil einige von ihnen ein zusätzliches eigenes Schicksal haben, die so verschieden sind, wie es die Menschen sind.
Zurück bleibt ein nachdenklicher Leser, überrascht von der Komplexität menschlicher Begegnungen und dem großen Einfluss, den der Zufall auf das Leben haben kann. Und der Roman zeigt: Wir sind so unterschiedlich und doch vereint uns so viel, und wenn es die Trauer ist oder ein Mensch, der Einfluss auf unser allen Leben hat.
Peter Zantingh hat mit „Nach Mattias“ einen interessanten Roman geschrieben der nicht nur zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer umgehen, sondern auch wie verbunden das Leben der Menschen ist, ohne dass sie es ahnen.

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Veröffentlicht am 15.02.2020

Ein Meisterwerk!

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Nach Mattias - Peter Zantingh
Ein Buch über die Frage „Was bleibt von uns zurück, wenn wir morgen nicht mehr da wären.“
Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde. Denn darüber macht man sich schließlich ...

Nach Mattias - Peter Zantingh
Ein Buch über die Frage „Was bleibt von uns zurück, wenn wir morgen nicht mehr da wären.“
Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde. Denn darüber macht man sich schließlich eher selten Gedanken. Natürlich. Das Thema Tod sollte nicht sooft präsent sein.


Wir lernen acht Personen kennen, deren einzige Verbindung „nach Mattias“ ist. Acht verschiedene Leben, die sich dadurch verändern. Einige standen ihm sehr nahe, andere kannten ihn kaum. Und doch fügt sich am Ende alles.
Durch diese Personen lernen wir auch Mattias kennen. Es kommen immer neue Informationen dazu, wie er war, was ihn ausmachte. Und auch, was mit ihm passiert ist.


Der Schreibstil ist sehr flüssig, nicht oberflächlich. Der Text ist tief und hat mich berührt. Zum Nachdenken gebracht.


Die Thematik ist schwer, aber der Autor schafft es positive Ansätze zu transportieren. Es bleibt keine Trauer zurück. Sondern Zukunft. Positiv. Umdenken.


Ein wunderbares Werk!


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Veröffentlicht am 15.02.2020

Zutiefst berührt

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An dieses Buch hatte ich vorab schon einen hohen Anspruch, da bereits der Klappentext mir Gänsehaut bereitet hat. Die Erwartungen waren also hoch und um das vorweg zu nehmen: ich wurde nicht enttäuscht!

Der ...

An dieses Buch hatte ich vorab schon einen hohen Anspruch, da bereits der Klappentext mir Gänsehaut bereitet hat. Die Erwartungen waren also hoch und um das vorweg zu nehmen: ich wurde nicht enttäuscht!

Der erste Satz hat bereits so eine Schlagkraft, dass man weiß, dieses Buch wird man am Ende nicht einfach so weglegen können und es wird noch lange nachwirken. Man möchte fast jeden Satz im Buch markieren,w eil er einem so bedeutend erscheint und so tief geht. Jeder von uns trauert anders und jeden schließt man mit seiner eigenen "Nach Mattias-Geschichte" ins Herz.
Ich liebe Geschichten, in denen alles eine Verbindung hat und sich die Wege der Einzelnen kreuzen.
Trauer hat, so wie Liebe, viele verschiedene Seiten, jede Seite lässt einem beim Lesen manchmal den Atem stocken. Eine sehr gute Leistung von Peter Zantingh, man kann es nicht anders sagen. Zantingh schafft es, dass man wirklich eine Verbindung zu den Personen spürt, er teilt die Trauer mit den Lesern. Jede Geschichte berührt mich. Sie weckt ein klemmendes Gefühl und zwingt einen dazu über sein Leben nachzudenken. Genau so etwas sollen Bücher bewirken! Wenn all das durch einen Roman hervorgebracht wird, dann hat der AUtor Großes vollbracht.
Spannung wird dadurch erzeugt, dass man nicht sofort weiß, in welcher Beziehung der Erzählende zu Mattias gestanden hat. Mattias Mutter Kristianne hat mich am meisten berührt, ihr Kapitel habe ich gelesen ohne einmal Luft zu holen.
Am Ende überrascht Zantingh mit einer Verbindung, mit der niemand gerechnet hat. Auch die Playlist und das Interview am Ende des Buches sind ein absoluter Mehrwert. Das Buch hat mich zutiefst berührt, besonders das folgende Zitat: "Was bleibt von einem, wenn man nicht mehr da ist? Welche Leerräume entstehen in Raum und Zeit, und wer oder was wird diese wieder füllen!"

Veröffentlicht am 15.02.2020

Alles fügt sich zusammen

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Wie wirkt sich der Tod eines Menschen auf seine Familie und Freunde, aber auch auf Fremde aus? Dieser Frage stellt sich der Autor Peter Zantingh in dem Roman "Nach Mattias". Doch in diesem kurzweiligen ...

Wie wirkt sich der Tod eines Menschen auf seine Familie und Freunde, aber auch auf Fremde aus? Dieser Frage stellt sich der Autor Peter Zantingh in dem Roman "Nach Mattias". Doch in diesem kurzweiligen Buch geht es nicht nur um Trauer. Es werden auch viele Arten von Suchterkrankungen in verschiedenen Gesellschaftsschichten thematisiert.

Der Autor sagt von sich selbst, dass er es mag, Gedanken oder ein Gefühl in nur einem Satz oder höchstens in ein paar Sätzen auszudrücken. Das Ergebnis sind kurze aber prägnante Kapitel mit authentischen Protagonisten, in deren Gefühlswelt man sich als Leser sehr gut hineinversetzen kann.
Die Aktualität der behandelten Themen sowie der Aufbau und Schreibstil des Buches haben mich überzeugt und ich würde mich sehr freuen, bald mehr von Peter Zantingh lesen zu dürfen.

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Veröffentlicht am 13.02.2020

Zäsur

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Nach Mattias. Nach Mattias Tod. Das bedeutet ohne Mattias. Eine Frau ohne Freund, eine Mutter ohne Sohn, Großeltern ohne Enkel, ein Mann ohne seinen besten Kumpel. Denn jede Person ist Teil einer wechselseitigen ...

Nach Mattias. Nach Mattias Tod. Das bedeutet ohne Mattias. Eine Frau ohne Freund, eine Mutter ohne Sohn, Großeltern ohne Enkel, ein Mann ohne seinen besten Kumpel. Denn jede Person ist Teil einer wechselseitigen Beziehung: er ist nicht nur Sohn, er hat eine Frau als Mutter definiert, eine andere als seine Freundin. Er hatte nicht nur Freunde, er war Freund, somit besetzt er immer zwei Rollen, aktiv und passiv. Deshalb fällt es doppelt auf: Mattias fehlt, hinterlässt eine Lücke, Leere und Stille.
Manche merken sein Fehlen nur peripher, vielleicht ein Kunde, der nicht auftaucht, ein loser Mailkontakt, der abreißt. Für diese Menschen dauert Mattias Verlust nur eine kleine Weile an – für andere bestimmt er fortan die Zeit. Es beginnt eine neue Zeit, eine, deren Beginn man klar benennen kann: Nach Mattias.
Der Leser lernt im Laufe des Romans Menschen kennen, auf die Mattias‘ Tod Einfluss genommen hat, ganz und mittelbar oder auch nur mittelbar. Dabei erfährt man erst ganz zu Ende, was zu Mattias Tod geführt hat. Bis dahin ist vollkommen klar, wie und warum Mattias aus dem Leben geschieden ist und lange bleiben auch gedanklich alle Optionen von Krankheit über Suizid und Unfall denkbar. Die tatsächliche Todesursache, die ich hier nicht nennen werde, hat aktuellen Bezug, soviel sei verraten, ich behaupte einfach mal JEDER Leser hat bei der Enthüllung sofort mehrere ähnlich gelagerte Vorfälle, aber einen Namen im Kopf, der ganz eindeutig als Vorbild für den Roman gedient haben muss. Für den Moment soll genügen, dass für alle Beteiligten um ihn herum Mattias aus dem Leben gerissen wurde und viel hinterlässt.
Der Autor schildert alle Auswirkungen, den der Tod einer Person hat, im Großen und im Kleinen. Die Spuren, die eine Person hinterlässt sind mannigfaltig, kaum zählbar, riesig groß und winzig klein. Jedes Kapitel des Buches beleuchtet dabei die Perspektive einer anderen Person. Peter Zantingh schafft es eine Atmosphäre in jedem Kapitel zu erschaffen, die sehr eigen ist – passend zum jeweiligen Protagonisten. Er macht tiefste Trauer und Verzweiflung spürbar, Leere, das Gefühl offener Fragen, auf die niemals mehr eine Antwort erfolgen wird genauso wie die eigentliche Unbedeutsamkeit, des Fehlens einer beliebigen Person, die nur eine Randnotiz darstellt im eigenen Leben, mit den persönlichen Problemen und Prioritäten so rein gar nichts zu tun hat.
Da diese Atmosphäre hin und her schaukelt, ist es auch kein vor Trauer und Verzweiflung triefendes Buch. Natürlich macht die ungeklärte Todesursache im Laufe des Buches sehr neugierig und irgendwann ahnt man auch eine grobe Richtung und hat dann tatsächlich ein ganz blödes Gefühl. Das Buch wirkt nicht gestückelt, nicht wie Flickwerk – eher wie ein Mosaik, Steinchen für Steinchen fällt an einen ihm zugedachten Platz. Manches bildet nur Hintergrund, manches ein entscheidendes Detail, ohne das kein Gesamtbild entsteht. Das ist ein in meinen Augen sehr gut gelungenes Konstrukt und hat mir sehr gut gefallen.
Fazit: Wer evt. „Der Sprung“ von Simone Lappert gelesen hat, ist mit dem Aufbau vertraut. Er gelingt hier wieder sehr gut und wer das mochte, kommt auch hier auf seine Kosten. Insgesamt ist es ein wahnsinnig interessantes Buch, die Frage nicht nur nach dem was geschehen ist, sondern auch nach den Verbindungen der einzelnen Kapitelprotagonisten zu Mattias und in welcher Form sich deren Leben gewandelt, die Frage nach Mattias „impact“ und zwar zu beiden Zeiten, mit Mattias und nach Mattias ist eine spannende Entdeckungsreise. Würde ich einen Kritikpunkt suchen wollen, dann den, dass Mattias mir als Person nicht nähergekommen ist, ich habe eigentlich kein Bild von ihm vor Augen. Vielleicht ist das normal? Ich bin ja schließlich nach Mattias.

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