Cover-Bild Nur einen Herzschlag entfernt
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12,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 27.03.2020
  • ISBN: 9783785726730
Renée Carlino

Nur einen Herzschlag entfernt

Roman
Frauke Meier (Übersetzer)

Als der Debutroman des mysteriösen Autors J. Colby zur literarischen Sensation des Jahres wird, ist die junge Unidozentin Emiline neugierig, was hinter dem Hype steckt.
Doch dann entdeckt sie, dass das Buch ihre eigene unglückliche Kindheit erzählt. Was bedeutet, Jackson muss Jase sein, ihr einst bester Freund und erste große Liebe, den sie seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Zutiefst verletzt von dem Verrat macht sie sich auf die Suche, um ihn zur Rede zur stellen. Bald muss sie sich fragen, ob sie tatsächlich erfahren will, was damals geschah ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2020

Buch im Buch top - Rest zu flach

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Stell dir vor, du liest ein Buch und erkennst deine eigene Lebensgeschichte wieder. So geht es Emiline. Sie weiß sofort, dass es sich bei dem Autor um ihre Jugendliebe Jason handeln muss, den sie seit ...

Stell dir vor, du liest ein Buch und erkennst deine eigene Lebensgeschichte wieder. So geht es Emiline. Sie weiß sofort, dass es sich bei dem Autor um ihre Jugendliebe Jason handeln muss, den sie seit einer tragischen Nacht vor vielen Jahren nicht mehr gesehen hat.

Die Idee mit einem Roman im Roman ist toll, vor allem, weil ich den Titel "All die Straßen auf unserem Weg" so poetisch finde. Dieser Teil konnte mich komplett fesseln. Es wird zwar ganz schön dick aufgetragen (Vernachlässigung, Drogen, Tod...) aber es gelang der Autorin sehr gut mich zu berühren. Wenn man liest, dass Emiline als Kind oft tagelang hungern musste, dann tut das schon weh. Vor allem, weil es solche Fälle tatsächlich gibt. Auch die Beschreibung der Pflegefamilie hat mich sehr betroffen gemacht. Das Ende von „All die Straßen auf unserem Weg“ war so bittersüß und rund. Wenn das eigentliche Buch so geendet hätte, dann hätte ich es wohl mit 5 Sternen bewertet.
Bei den Kapiteln aus der Gegenwart fiel mir das Mitfiebern nicht ganz so leicht. Zunächst sind die einzelnen Abschnitte recht kurz, werden im Verlauf des Buches dann jedoch länger.
Die erwachsene Emiline erkennt nun also in dem Bestseller ihre eigene Kindheit wieder. Was mich sehr gewundert hat war, dass sie das Lesen immer wieder unterbrach und es sich über Wochen hingezogen hat, bis sie das Buch endlich beendet hat. Wenn mir etwas in der Art passieren würde, hätte ich sicherlich nicht so viel Selbstbeherrschung. Obwohl sie sich zuerst weigert Kontakt zu Jason aufzunehmen, treffen die beiden letztendlich doch aufeinander. Auf diesen Tag hatte ich mit großer Neugierde gewartet und wurde leider enttäuscht. Jason kam wie ein aufgeblasener Schnösel rüber und sein flirtendes Verhalten wirkte völlig deplatziert.
Jason und Emiline verbindet eine wirklich tragische Kindheit mit traumatischen Ereignissen. Deswegen verstehe ich nicht, wie das Buch zum Ende dermaßen flach werden konnte. Die Situation mit Emilines Freund Trevor wird auch viel zu bequem aus der Welt geschafft.
Die beiden Protagonisten in „All die Straßen auf unserem Weg“ hatten ein Finale voller Liebe. Bei Jason und Emiline konnte ich außer körperlichem Begehren nichts davon spüren.
Trotzdem gebe ich „Nur einen Herzschlag entfernt“ 4 Sterne, da die Autorin einen sehr schönen und bildhaften Schreibstil hat. Ich konnte mir die Lehmstraße und alles was dazu gehört sehr gut vorstellen.
Das Cover hat zwar überhaupt keine Verbindung zum Inhalt aber es ist traumhaft schön und auf jeden Fall ein Bild, welches man sich gerne anschaut.

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Veröffentlicht am 31.03.2020

Emiline und Jase - Unser Leben in einem Bestseller

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Emiline hat einen guten Job als Unidozentin, einen Freund und eine gute Freundin an ihrer Seite, doch scheint sie all das nur mit halbem Herzen zu genießen. Denn den anderen Teil ihres Herzens musste sie ...

Emiline hat einen guten Job als Unidozentin, einen Freund und eine gute Freundin an ihrer Seite, doch scheint sie all das nur mit halbem Herzen zu genießen. Denn den anderen Teil ihres Herzens musste sie vor Jahren zurücklassen. Bisher hat sie versucht, mit diesem Verlust zu leben, doch als plötzlich der emotionale Roman eines gewissen J. Colbys auf den Bestsellerlisten erscheint und Emiline dort ihre Geschichte wiedererkennt, fällt sie aus allen Wolken. Sie weiß schon nach den ersten Sätzen, wer diesen Roman geschrieben hat. Jase, ihre einst große Liebe. Warum bloß tut er ihr das an und wühlt ihre komplette verkorkste Kindheit auf? All die Erinnerungen, die Emiline in den letzten Jahren mit aller Gewalt zu verdrängen versucht hat. Zwar wehrt sie sich erst dagegen, versucht schließlich aber doch Kontakt mit dem jungen erfolgreichen Autor aufzunehmen, um ihn zur Rede zu stellen. Er hingegen erwartet von Emiline, dass sie seine Geschichte erst einmal zu Ende liest. Doch auch wenn Emiline ansonsten geradezu alle Bücher verschlingt, tut sie sich mit diesem besonders schwer.
Das Buch startet in der Gegenwart. Bereits nach nur wenigen Seiten fand ich mich aber schon in einer zweiten Geschichte wieder. Der Erzählung des Autors J. Colby, Emilines damaligen Freundes und ihrer ersten großen Liebe. Verwirrend beim Einstieg in die zweite Geschichte waren lediglich die vielen ähnlich klingenden Namen, die allem Anschein nach, eine wichtige Rolle spielten. Ich kam aber doch recht schnell dahinter. Denn der Ausflug in die bewegende Vergangenheit, spiegelte lediglich die gemeinsame Kindheit und Jugend von Emiline und Jase wider. Das wiederum erklärte dann auch, warum sich ihre Namen so sehr ähnelten. Jedenfalls verging nicht viel Zeit, da war ich bereits gefangen von dieser gefühlvollen und spannenden Geschichte. Ich muss sogar sagen, dass mich die Lebens- und Liebesgeschichte in der Vergangenheit noch viel mehr gepackt hat als die Erzählung in der Gegenwart. In J. Colbys Geschichte erfuhr ich von Emilines und Jases Teils sehr grausamen Kindheit. Meist hatten die Zwei, die gemeinsam zu Jugendlichen heranwuchsen, nicht viel mehr als sich selbst. Trotz des Leids und Schmerzes, den sie erfuhren, entstand zwischen ihnen aber eine unglaublich innige Liebe. Ihr gemeinsames Schicksal verankerte sie so sehr miteinander, dass nur etwas ganz Besonderes zwischen ihnen entstehen konnte. Mich haben ihre Erlebnisse teilweise sehr gefesselt, so dass es mir schwerfiel mit dem Lesen aufzuhören. Es begleitete mich ein ständiger Drang, unbedingt mehr vom Schicksal der jungen Freunde erfahren zu wollen. Denn stets passierte etwas, und es geschah ein weiterer trauriger Vorfall, der den beiden Kindern und Jugendlichen das Leben zur Hölle machte. Es gab aber auch viele positive Erlebnisse, wie zum Beispiel das Wachsen der jungen Liebe, die Fürsorge zueinander oder eine neu gefundene Freundschaft, die mir das Herz aufgehen ließ.
Die Autorin schaffte es neben ihrem lockeren Schreibstils, auch bestimmte Passagen mit besonders schönen Worten auszuschmücken. Sie vermittelte mir anhand von gut dargestellten Charakteren schnell, wie bedeutend und innig die Bindung zwischen Emiline und Jase doch ist. Ebenso beherrschte sie es, enorme Spannung aufzubauen und die Lebensgeschichte der jungen Leute mitreißend zu beschreiben.
Ich habe mir während des Lesens oft gewünscht, dass das Buch nicht endet. Dementsprechend hoch waren vermutlich auch meine Erwartungen an das Ende. Ich kann nicht genau beschreiben was es war, aber irgendetwas fehlte mir am Schluss. Ich bin durchaus zufrieden mit dem Verlauf des Buches, doch ich glaube besonders am Ende haben mir die großen Emotionen gefehlt, die mir während der Geschichte so gut gefallen haben. Der starke Anfang und der spannende Verlauf boten mir beste Unterhaltung. Deshalb bin ich begeistert von dem Buch und finde eine fünf Sterne Bewertung absolut verdient.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

2 in 1 - Es hätte sehr gut werden können

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Cover
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag die Farben und besonders den Hintergrund mit den Lichterketten.
Schreibstil
Ich bin sehr gut durch die Seiten gekommen, da der Schreibstil einen angenehmen ...

Cover
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag die Farben und besonders den Hintergrund mit den Lichterketten.
Schreibstil
Ich bin sehr gut durch die Seiten gekommen, da der Schreibstil einen angenehmen Lesefluss ermöglicht. Außerdem ist er sehr emotional und mitreißend.
Bei der Geschichte handelt es sich um ein Buch in einem Buch. Die Gegenwart nimmt anfangs weniger Anteil an, das Buch in der Geschichte hingegen einen größeren. Ich hatte erst bedenken, so aus dem Lesefluss gerissen zu werden, aber das war nicht der Fall.
Erzählt wird die Geschichte in der Gegenwart aus Sicht von Emiline. Das Buch in der Geschichte ist von Jase geschrieben, aber ebenfalls aus der Perspektive von Emiline.
Meine Meinung
Emiline ist Dozentin an der Uni für Kreatives Schreiben. Sie versucht schon länger selbst ein Buch zu schreiben, doch es gelingt ihr nicht wirklich. Sie hat eine bewegende Vergangenheit, die sie immer noch verarbeiten muss, über die sie allerdings nicht schreiben möchte. Sie ist dementsprechend etwas unzufrieden und auch ihre langjährige Beziehung läuft nicht besonders gut. Man merkt sofort, dass Trevor, ihr Freund, und sie eigentlich gar nichts zusammenhält. Trevor ist auch ein Charakter, mit dem ich meine Probleme hatte. Er ist nicht wirklich sympathisch und wirkt oft sehr desinteressiert.
Emiline und Jase lernt man sowohl in der Gegenwart kennen als auch in dem Buch in der Geschichte. Der Jase im Buch ist ein unfassbar toller Junge, in den man sich gleich selbst verliebt. Er ist sympathisch, liebevoll, gefühlvoll und ein sehr guter Freund. Beide haben viel gemeinsame und schwierige Lebensumstände. Diese Punkte schweißen sie zusammen und lassen eine innige Freundschaft entstehen, die zu mehr führt.
In der Gegenwart konnte mich Jase leider nicht so ganz überzeugen. Er hatte mit dem Jungen aus dem Buch kaum mehr was gemeinsam, wirkte arrogant und gar nicht mehr so liebevoll. Das Wiedersehen der beiden hätte so emotional sein können, doch es war, als hätten sich die beiden lediglich nach ein paar Monaten wiedergesehen und nicht erst nach über 10 Jahren.
Das Buch in der Geschichte habe ich geliebt. Sie hat mich mitgerissen und war unglaublich emotional und spannend. Man fiebert, leidet und hofft mit Emiline und Jase mit.
Die Geschichte in der Gegenwart ist allerdings weniger mitreißend und verläuft sehr schleppend. Emilie liest das Buch einfach nicht zu Ende, obwohl ihr von allen Seiten dazu geraten wird. Als Leser nervt einen das, weil man natürlich selbst erfahren will, wie es weitergeht und wie das Buch endet. Nachdem Emiline das Buch irgendwann endlich so gut wie durchhat, stellt sie sich ihrer Vergangenheit. Ab diesem Punkt war es mir zu viel des Guten, es ging alles sehr schnell und wirkte etwas gehetzt. An sich fand ich die Idee gut, dass Emilie anfängt ihre Vergangenheit zu verarbeiten, aber dass alles noch ins Ende gequetscht wurde, fand ich nicht gelungen.
Das Ende des Buchs in der Geschichte fand ich ehrlich gesagt etwas verwirrend. Da bin ich irgendwie durcheinandergekommen und konnte ehrlich gesagt auch nicht verstehen, wieso alle Charaktere es so unglaublich gut fanden. Wenn man weiß, dass es Emilines und Jase‘ Geschichte ist, kann ich es verstehen, aber ohne dieses Wissen kann ich den Hype nicht nachvollziehen.
Das Ende des richtigen Buchs war für mich wie gesagt etwas gehetzt und leider nicht so emotional, wie ich mir erhofft hatte, einfach weil ich mir auch viel mehr von Emiline und Jase in der Gegenwart erhofft habe. Mit der ersten Hälfte des Buches konnte der Rest einfach nicht mithalten, was ich sehr schade finde. Das Potential wurde hier nicht ganz ausgeschöpft.
Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall lesenswert, da es eine wirklich schöne Idee ist, ein Buch in einem Buch zu schreiben. Sowohl das echte Buch, als auch das Buch in der Geschichte haben somit einen starken Anfang, doch ab der Hälfte lassen die Emotionen nach.
Fazit
Sehr starker und emotionaler Anfang, der einen auf eine Achterbahn der Gefühle schickt. Die Geschichte ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr mitreißend, doch ab der Hälfte lässt es leider nach und das Potential wird nicht ausgeschöpft.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Eine emotionale Liebesgeschichte, die unter die Haut geht!

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Es hat mich sehr gefreut, dass mir der Bastei Lübbe Verlag das Rezensionsexemplar von "Nur einen Herzschlag entfernt" von Renée Carlino zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal ...

Es hat mich sehr gefreut, dass mir der Bastei Lübbe Verlag das Rezensionsexemplar von "Nur einen Herzschlag entfernt" von Renée Carlino zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal dafür! Die Autorin war mir bislang nur vom Hörensagen bekannt und ich war sehr neugierig auf diese Geschichte, die in meinen Augen sehr vielversprechend klang. Gespannt startete ich den Roman und hoffte, dass mich Frau Carlino damit überzeugen würde.

Das Buch handelt von der Protagonistin Emiline, die ganz frisch an einer Uni unterrichtet und selber gerne Geschichten schreibt. Als ihr dann ein brandaktuelles Buch in die Hand fällt, von dem viele, besonders ihre beste Freundin, schwärmen, wird sie neugierig. Sie beginnt zu lesen und bemerkt schnell, dass sie die Hauptfigur in diesem Roman spielt, nicht zu fassen! Der Autor scheint ihre Jugendliebe Jase zu sein, der von ihrer gemeinsamen, tragischen Geschichte aus der Vergangenheit berichtet, allerdings aus der Perspektive von Em, nicht seiner. Diese kann es nicht glauben, hat sich Jase schon ewig nicht mehr bei ihr gemeldet und verdreht dann auch noch Ereignisse, die sie in ein schlechteres Licht rücken – so glaubt Emilie vorerst. Doch es steckt weitaus mehr dahinter und nach und nach lichten sich die Dinge. Denn Emiline macht Jase ausfindig, um ihn mit allem zu konfrontieren. Und am Ende ergibt alles einen Sinn...

Eine schöne Idee, die die Autorin hier hatte! Das Buch handelt von einem Buch, welches dem Leser die Kindheit der Hauptprotagonisten zum Großteil nahe bringt. So lernt man die heutige Emeline auch besser kennen und verstehen. Ihrer Vergangenheit hat sie schon lange den Rücken gekehrt und will sich nicht mehr mit ihr auseinander setzen. Bis das Buch sie quasi dazu zwingt. Ich war sehr neugierig, was ihr damals alles widerfahren ist und konnte es kaum abwarten, bis sie wieder in dem Bestseller weiter lies. Ihrem aktuellen Partner kann sie sich nicht richtig öffnen und stellt sich immer öfter die Frage, ob ihre Beziehung wirklich eine Zukunft hat, ist Jase doch noch immer in ihrem Herzen. Und die Tatsache, dass sie ihn schließlich weitersieht, macht es ganz und gar nicht einfacher. Emiline ist eine sympathische Protagonistin, die mir schnell ans Herz wächst, auch wenn sie etwas verhalten ist. Sie muss sich der Umwelt gegenüber und sich selbst einfach wieder mehr öffnen und die Dinge hinter sich lassen.

Es wird aus der Sichtweise von Emiline sowohl in der Vergangenheit, als auch der Gegenwart berichtet, was mir den größtmöglichen Zugang zu ihrer Persönlichkeit verschafft. Ihre Freundin, Jase, Familienangehörige und Co lernt man nur oberflächlicher kennen, jedoch hinterlässt Jase einen bleibenden Eindruck bei mir! In ihm steckt mehr, als ich anfangs dachte. Ansonsten sind die Nebencharaktere aber alle mit Liebe zum Detail erdacht und fügen sich gut in die Geschichte ein.

Die Geschichte lehrt den Leser zu Verzeihen und regt ihn zum Nachdenken an. Vieles ist nicht so wie es scheint und manchmal gehört einfach eine gute Portion Mut und Vergebung dazu, um wirklich mit Dingen oder Menschen abschließen oder tatsächlich neu anfangen zu können. Außerdem zeigt sie, dass eine erste Liebe noch lange Bestand haben kann und es für sie immer eine zweite Chance gibt.

Das Ende des Buches ist wirklich berührend und versetzt mir ein Lächeln auf die Lippen. Insgesamt überzeugt der Roman mich durch viele tolle Dialoge, Humor, Tiefgründigkeit und Spannungsmomenten und kommt ohne explizite erotische Szenen aus.

Für "Nur einen Herzschlag entfernt" vergebe ich eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 gelungene Sterne *****

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Veröffentlicht am 28.03.2020

Ein Liebesroman in einem Liebesroman - ihr Leben durch seine Wörter

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Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zum ersten Mal „Ich liebe dich“ gesagt hatten, denn zu dem Zeitpunkt, als wir es aussprachen, hatten wir es schon seit Jahren gefühlt.
Eigentlich müsste ich zu diesem ...

Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zum ersten Mal „Ich liebe dich“ gesagt hatten, denn zu dem Zeitpunkt, als wir es aussprachen, hatten wir es schon seit Jahren gefühlt.
Eigentlich müsste ich zu diesem Buch zwei separate Rezensionen schreiben. Eine für die unglaublich packende, emotionale und fesselnde erste Hälfte des Buches. Und eine für die leider enttäuschende zweite Hälfte des Buches. Meiner Meinung nach hatte dieses Buch und damit die (Liebes-)Geschichte um Emiline & Jase so viel Potential, welches einfach nicht genutzt wurde.
Emiline ist eine junge Unidozentin, jedoch weder wirklich zufrieden mit ihrem Leben (oder ihrer Beziehung) noch mit einem wirklichen Plan bezüglich ihres weiteren Lebens. In der Geschichte begleiten wir die gegenwärtige Emiline wie sie das Buch, welches ihre emotionale Lebensgeschichte erzählt, liest und wie diese Aufarbeitung des Vergangenen ihr heutiges Leben beeinflusst. Zunächst war ich etwas skeptisch, ob ein Liebesroman in dem Buch meinen Lesefluss hindern könnte, jedoch wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Da die gegenwärtige Handlung in der ersten Hälfte des Buches nahezu nicht existent war – der Fokus lag hier eindeutig auf der Vergangenheit – konnte man dem Geschehen sehr gut folgen. Der Schreibstil der Autorin, dies war mein erstes Buch von Renée Carlino, war sehr flüssig, emotional und mitreißend. Besonders der Erzählungen des Romans konnten mich fesseln.
Beide Hauptprotagonisten Emiline & Jase lernen wir sowohl in der heutigen Gegenwart als auch in ihrer gemeinsamen Vergangenheit kennen. Während ich persönlich finde, dass man sich als Leser unglaublich gut in Emiline hineinversetzen kann - sowohl das Buch als auch die gegenwärtige Geschichte sind aus ihrer Sicht geschrieben - hatte ich persönlich wirklich meine Probleme mit Jase. Denn der Jase, welchen wir aus der Vergangenheit kennenlernen, passt meiner Meinung nach absolut überhaupt nicht zu dem Jase der Gegenwart – mit ihm konnte ich wirklich gar nichts anfangen. Er hat nichts mehr mit dem aufmerksamen, gefühlvollen, sympathischen und aufopferungsvollen Jungen zu tun, welchen wir kennengelernt haben.
Sobald die Handlung in der Gegenwart dann ins Rollen kommt, geht mir alles viel zu schnell und gleichzeitig die eine Sache viel, viel, viel zu langsam. Denn Emiline liest das Buch einfach nicht weiter und beendet es eine lange Zeit einfach nicht und somit erfährt man als Leser ebenfalls nicht wie es weitergeht. Alle, wirklich alle, sagen ihr, sie soll es zu Ende lesen und sie tut es nicht, was ich persönlich nicht nachvollziehen konnte.
Die Verarbeitung von Emiline und die darauffolgenden Entscheidungen und Handlungen konnte ich zwar größtenteils nachvollziehen, jedoch konnte mich der Teil der Geschichte einfach nicht fesseln. Als Leser lernt man einige Personen aus ihrer Vergangenheit kennen, da jedoch alle Personen in dem Roman anders benannt wurden, war dies schon ein wenig verwirrend. Während zunächst die Gegenwartshandlung nicht existent war, ging plötzlich alles rasend schnell und unglaublich viele Ereignisse wurde auf wenige Seiten gequetscht. Außerdem fügte sich alles zu perfekt und gestellt ineinander ein. Die meisten Nebencharakter sind mir ehrlich gesagt kaum in Erinnerung geblieben, da sie für die Geschichte nicht wirklich eine riesige Bedeutung hatten.
Am Ende frage ich mich als Leserin, wie der Liebesroman in diesem Buch ein Beststeller werden konnte, denn auch das Ende des Liebesromans hat mich mehr als enttäuscht.
Insgesamt ein nettes Buch für zwischendurch, welches meine Erwartungen, besonders nach der ersten Hälfte nicht erfüllen konnte und mich enttäuscht zurückgelassen hat. Dies war für mich das erste Buch der Autorin und wahrscheinlich wird es auch das Einzige bleiben.

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