Cover-Bild Hard Land
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 24.02.2021
  • ISBN: 9783257071481
Benedict Wells

Hard Land

Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie ›The Breakfast Club‹ und ›Stand By Me‹ – die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2022.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2021

Euphancholie

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Die Geschichte dieses Romans spielt 1986, die Zeit meiner Jugend und handelt vom Erwachsen werden.
Jedoch hält Benedict Wells etwas  Distanz zu unserer Jugend in dem er die Geschichte in die ...


Die Geschichte dieses Romans spielt 1986, die Zeit meiner Jugend und handelt vom Erwachsen werden.
Jedoch hält Benedict Wells etwas  Distanz zu unserer Jugend in dem er die Geschichte in die USA verlegt, in eine Kleinstadt in Missouri, aus der man gleichzeitig so schnell wie möglich weg will, aber die gleichzeitig eine Gemütlichkeit ausstrahlt.
Als Frau mochte ich die Jungssicht des ersten Verliebtseins sehr , ich konnte es damals natürlicherweise nur erahnen wie sie es erlebten .
Benedict Wells fing an zu lesen und sich für Bücher zu interessieren, um mit Mädchen ins Gespräch zu kommen, das nur eine Bemerkung am Rande, aber wie ich finde zum Thema passend.
Nett fand ich die Idee des Titel gebenden,  in der Stadt berühmten Gedichtsband " Hard Land" , dessen versteckte Pointe/Geheimnis nur wenige lösen konnten. Und dass Wells den Gedichtsband  als zentrales Thema verwendet und mit dem Roman verbindet.
B. Wells wundervoller Schreibstil ist geprägt von John Irving und einiges erinnerte mich hier auch sofort an ihn..
Er erzählt in einfühlsamer Weise wie schwierig und auf einmal anders die Jugendzeit ist. Sam die Hauptperson beschreibt dieses Erwachen als Sehen mit neuen  Augen , nicht mehr Blind ist. Und für ihn ist es noch schwieriger da seine Mutter an Krebs erkrankt ist.

" Kind sein ist wie einen Ball hoch werfen, Erwachsenwerden ist, wenn er wieder herunter fällt"



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Veröffentlicht am 24.12.2024

Mitreißende Coming-of-Age-Geschichte

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Von allein hätte ich mir diesen Roman eigentlich gar nicht gekauft. Nun war er aber in der Büchergilde Abobox und ich musste mich damit "arrangieren". So dachte ich jedenfalls. Aber diese Lektüre war definitiv ...

Von allein hätte ich mir diesen Roman eigentlich gar nicht gekauft. Nun war er aber in der Büchergilde Abobox und ich musste mich damit "arrangieren". So dachte ich jedenfalls. Aber diese Lektüre war definitiv mehr als nur ein notdürftiges Arrangement. Wells beschreibt sehr feinfühlig aus Sicht des 15-/16Jährigen Sam dessen Geschichte über Verlust, Liebe und Freundschaft in der Mitte der Achtziger Jahre.

Der Roman liest sich nicht nur leicht und fluffig runter, sondern entwickelt eine ungeahnte Tiefe, was die Charakterentwicklung Sams angeht. Man möchte fast sagen "süß", wie er die Geschehnisse des Sommers 1985 im Rückblick erzählt, Warum "süß"? Weil nur ein Jahr dazwischen liegt und er nur einen Sommer später - wie es Kinder und Jugendliche so an sich haben - auf die scheinbar weit zurückliegende Vergangenheit schauen. Nicht nur dieses Stilmittel sondern auch die Art von Sams Gedankengängen und Betrachtungen wirken äußerst authentisch. Und nicht nur Sams Erzählung wirkt authentisch, sondern auch das gesamte Feeling der 80's, das mit diesem Roman heraufbeschworen wird.

Mit hat an diesem Buch gefallen, dass Wells mit dem Thema "Coming-of-Age" auch kreativ auf der Metaebene umgeht. Nicht nur ist es Thema des Romans, sondern auch eines in der Geschichte um Sam immer wieder auftauchenden Gedichtband eines Poeten dieser kleinen, verlassenen Stadt in Missouri. Schön gemacht.

Insgesamt hat mir die Lektüre dieses "unerwarteten" Buches sehr gut gefallen. Ich hätte mir ein kleines bisschen mehr Unvorhersehbarkeit im Plot gewünscht, dabei handelt es sich jedoch um Jammern auf hohem Niveau. Ein empfehlenswertes, leichtes "Sommerbuch" für zwischendurch, was ich bei 4,5 Sternen ansiedeln würde.

Veröffentlicht am 21.06.2022

Eine berührende Geschichte übers Erwachsenwerden – mit authentischen Charakteren und einer einnehmenden Atmosphäre

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Sobald man zu lesen beginnt, befindet man sich in Grady, zusammen mit dem fünfzehnjährigen Sam, der nicht so recht weiss, was er mit seiner freien Zeit in den Sommerferien anstellen soll. Wir begleiten ...

Sobald man zu lesen beginnt, befindet man sich in Grady, zusammen mit dem fünfzehnjährigen Sam, der nicht so recht weiss, was er mit seiner freien Zeit in den Sommerferien anstellen soll. Wir begleiten ihn bei der Suche seines ersten Jobs, bei der Schliessung neuer Freundschaften und bei emotionalen Verlusten. Mit fünfzehn denkt man, man wisse, wer man sei oder hätte zumindest einen grossen Teil seiner Entwicklung hinter sich. Und diese Ahnungslosigkeit, die bei Sam definitiv vorhanden ist, dessen er sich selbst aber nicht bewusst ist, durch seine Entscheidungen, Taten und Gedanken zu zeigen, finde ich beachtenswert. Dazu gibt es noch diese Ambivalenz, die ihn nach aussen unsicher erscheinen lässt, er innerlich aber sehr starke Meinungen hat.

Auch die anderen Charaktere lassen sich gut voneinander differenzieren, weil sie alle ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Vor allem Kirstie, die wie Sam mit dem Erwachsenwerden ringt und Sams Mom, deren Aura durch die Seiten springt, mochte ich sehr gerne.

Benedict Wells’ Schreibstil ist so schön; er nimmt einen an die Hand und zieht einen durch die Geschichte hindurch. Mit Vergleichen und Metaphern, die zum Protagonisten passen und mit nachvollziehbaren Wendungen. Was mich am meisten fasziniert, ist, dass alles so klar wirkt, was für mich auch noch für die komplexen Charaktere spricht: Man sieht alles klar durch Sams Blick – weil das nun mal seine Weltanschauung ist und diese für ihn vollkommen natürlich ist.

Die Atmosphäre rund um das vor dem Aussterben bedrohte Dorf Grady ist greifbar. Ich weiss zwar nicht, wie sich die 80er Jahre in Missouri anfühlten, aber ich bin der festen Überzeugung, dass es in etwa diese geschilderten Eindrücke vermittelte. Es verstecken sich viele kleine Details in dem Dorf, die es einfach echt machen.

Heimat und Fernweh sind gleichermassen spürbar – genauso wie Spannungen in der Familie oder neuartige Gefühle, wie Verliebtsein. Wir machen mit Sam zusammen diese Erfahrungen und fiebern und leiden mit ihm mit. Man akzeptiert, aber hinterfragt seine Entscheidungen, ist in Gedanken einmal vorsichtiger als er, wenn es darum geht, den nächsten Richtungswechsel zu bestimmen.

Die Spannung zog sich fast durch das gesamte Buch hindurch, denn man hat diese Ratlosigkeit um Kirstie und Sams Beziehung und gleichzeitig Angst vor Schicksalsschlägen. Das letzte Viertel zieht sich meiner Meinung nach etwas; die Geschichte wirkt abgeschlossen, weshalb ich nicht ganz verstand, wozu sie an diesem Punkt weitergeführt wurde. Trotzdem offenbart sich ein abrundendes Ende, das zwar etwas länger auf sich warten lässt, einem aber wirklich einen Abschluss bietet.

Das war erst mein zweites Buch von Benedict Wells, aber definitiv nicht mein letztes. Irgendwie schafft er es, dass ich während des Lesens nicht denke: »Wie ist der Autor jetzt auf diese Idee gekommen?« Sondern, dass ich das Buch als Sams Geschichte hinnehme und ihn auf dem Weg ins Erwachsenwerden begleiten durfte.

Fazit
Ein berührender und beeindruckender Coming-of-Age-Roman. Es gibt viele Anstösse zum Nachdenken, die durch Metaphern oder Sams eigene Gedanken geliefert werden. Den Schreibstil finde ich sehr angenehm und passend; er vermittelt ein klares Bild der 80er Jahre in Missouri. Einzig der Schluss, der meiner Meinung nach etwas in die Länge gezogen wurde, konnte mich nicht überzeugen. Ansonsten kann man von den komplexen Charakteren, der treu geschaffenen Atmosphäre und Sams Weg ins Erwachsenwerden viel lernen.

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Veröffentlicht am 20.03.2021

Wunderschön - nur das Ende hätte etwas besser sein können

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Im Sommer 1985 findet der 15jährige Sam nicht nur einen Ferienjob in einem Kino, sondern auch Freunde und er verliebt sich zum ersten Mal. Obwohl seine Mutter schwer krank ist, erlebt er die schönsten ...

Im Sommer 1985 findet der 15jährige Sam nicht nur einen Ferienjob in einem Kino, sondern auch Freunde und er verliebt sich zum ersten Mal. Obwohl seine Mutter schwer krank ist, erlebt er die schönsten Monate seines Lebens. Zum ersten Mal ist er anerkannt und kein Sonderling wie in der Schule. Doch dann trifft ihn ein schwerer Schicksalsschlag, der alles wieder zunichte zu machen scheint.
Es ist keine außergewöhnliche Geschichte, die Benedict Wells uns erzählt, sondern vielmehr ein typischer Jugendlichensommer wie er sein sollte, angereichert mit jeder Menge Beigaben aus den 80ern. Nicht zuletzt auch mit einer Playlist der im Buch erwähnten Songs, von der man im Anhang erfährt, wo man sie finden kann.
Wunderschön ist die Sprache, in der der Autor Sam als Ich-Erzähler von dieser Zeit berichten lässt. Einerseits gibt es tragische Ereignisse, die einem als Lesenden fast das Herz zerreißen (ich gebe zu, ich habe hin und wieder ein Tränchen verdrückt), aber kurz danach schildert er selbstironisch Szenen, bei denen man laut lachen muss. Wells trifft den Ton wie auch die Gedanken und Gefühle des später 16jährigen so gut, dass einem Sam schnell ans Herz wächst und man mit ihm leidet, sich freut, ärgert und jubelt.
Auch wenn die Zielgruppe Erwachsene zu sein scheinen und das Umfeld die Südstaaten der USA Mitte der 80er sind, werden sich vermutlich auch heutige Jugendliche in Europa schnell mit Sam identifizieren und mitfühlen können, was ihn bewegt. Denn diese Dinge sind universell und nicht auf Zeit oder Raum begrenzt.
Mit dem letzten Teil hadere ich etwas, denn hier ist der Hang zum Happyend selbst mir 😉 einfach zu groß. Auch dass der Schwerpunkt auf dem Gedicht ruht, das dem Buch den Titel verleiht, ist nicht so ganz mein Fall - mir war es ein bisschen zu poetisch und zu weit hergeholt.
Trotzdem: Es ist eine wirklich gelungene Unterhaltungslektüre mit viel Zeitkolorit der 80er Jahre.

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