Cover-Bild Das Herz der Kämpferin

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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 01.10.2018
  • ISBN: 9783959672481
Adrienne Young

Das Herz der Kämpferin

Henriette Zeltner (Übersetzer), Sylvia Bieker (Übersetzer)

Sie ist zur Kämpferin erzogen worden, und als Tochter des Clan-Führers würde die siebzehnjährige Eelyn jederzeit ihr Leben für ihre Familie und ihre Freunde geben. Während einer Schlacht gegen die verfeindeten Riki traut sie ihren Augen nicht. Denn Eelyn sieht ihren tot geglaubten Bruder – wie er an der Seite eines kühnen Riki kämpft. Weder ein Pfeil im Arm noch ein Schwerthieb könnte Eelyn so schwer treffen wie der Verrat ihres Bruders. Sie selbst würde sich niemals mit dem Feind verbünden. Auch nicht, wenn sie sich verliebt. Und selbst dann nicht, wenn es den Untergang der Clans bedeutet. Oder?

»Rau, wunderschön und treffsicher. ›Das Herz der Kämpferin‹ erzählt sowohl düster und herzzerreißend von Krieg als auch umsichtig und gedankenvoll von Identität, Familie und Glaube – eine Geschichte, die so wild ist wie ihre Hauptfigur und genauso ein echtes und sanftes Herz hat.« SPIEGEL-Bestsellerautorin Traci Chee

»Mit ›Das Herz der Kämpferin‹ hat Adrienne Young faszinierenden, vielschichtigen Figuren in einer krass schönen Welt Leben eingehaucht. Alles ist üppig und atmosphärisch. Das Eis schmilzt auf der Haut, während gleichzeitig das Adrenalin ins Herz schießt. Eine packende und anschaulich erzählte Geschichte.« SPIEGEL-Bestsellerautorin Renée Ahdieh

»Wild, lebendig und gewaltig schön.« New-York-Times-Bestsellerautorin Stephanie Garber

»In ihrem Debütroman überzeugt Adrienne Young vom ersten Satz an durch ihren Schreibstil, der eine Atmosphäre erzeugt, von der man sich nicht losreißen kann.«
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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 50 Regalen.
  • 25 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 7 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2018

Rau, Wild und Ungezähmt ! Dieses Buch hat mich durch & durch überrascht und mein Herz berührt !

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Es passiert nicht oft, das ich mich bereits schon auf den ersten paar Seiten Hals über Kopf in eine Geschichte verliebe. Bei "Das Herz der Kämpferin" war das aber der Fall und ich kann gar nicht anders ...

Es passiert nicht oft, das ich mich bereits schon auf den ersten paar Seiten Hals über Kopf in eine Geschichte verliebe. Bei "Das Herz der Kämpferin" war das aber der Fall und ich kann gar nicht anders als eine Leseempfehlung auszusprechen und zu sagen: Lest dieses Buch, es ist so unglaublich schön !

Wobei "schön" jetzt vielleicht auch der falsche Ausdruck ist, denn die Geschichte ist in einer längst vergangenen Zeit angesiedelt, in der die Menschen barbarische Gewohnheiten hatten und eines ihrer größten Vergnügen war, sich gegenseitig zu bekämpfen. Adrienne Young entführt uns in den Norden Europas, wenn ich raten müsste, dann würde ich sagen, wir befinden uns in Norwegen. Das Setting ist rau und wild und kalt,die Figuren sind echte Nordmänner ( und -frauen ), stürmische Krieger und abergläubische Überlebenskämpfer.

Eelyn ist eine Aska. Seit Kindesbeinen ausgebildet um sich alle paar Jahre im Aurvanger in die Schlacht gegen die Riki zu werfen und so viele von ihnen zu töten, wie sie nur kann.
Doch diese Schlacht soll anders verlaufen, denn mitten auf dem Schlachtfeld, da glaubt sie eine Erscheinung zu haben. Sie sieht ihren totgeglaubten Bruder Iri, der Seite an Seite mit einem Riki kämpft.

Eelyn lässt dies keine Ruhe und als sie Iri auch am nächsten Tag erblickt, folgt sie ihm und stolpert in den Riki Fiske, der sie warnt, sie möge umdrehen und ihnen nicht nachkommen. Doch Eelyn entscheidet sich anders und diese Entscheidung kommt sie nicht nur für den Moment teuer zu stehen, sondern verändert auch ihr ganzes Leben.

Adrienne Young hat einen wahnsinnig packenden Schreibstil, der mich direkt nicht mehr losgelassen hat. Sie schreibt so anschaulich und temporeich, weckt dabei viele verschiedene Emotionen im Leser, das man sich wünscht die Geschichte möge nicht so schnell enden.

Eelyn wirft sie immer wieder in einen inneren Zwiespalt, sie muss viele Entscheidungen treffen, für sich selbst, für ihre Zukunft, für ihre Familie und ihren Stamm. Plötzlich ist der verlorengeglaubte Bruder zurück, doch wie soll sie reagieren, das er einfach ein neues Leben begonnen hat und nie zu den Aska zurückgekehrt ist ? Für beide Stämme ist der Glauben an die jeweiligen Götter ( Sigr und Thora ) ein starkes Instrument, sie glauben daran, das Dinge vorherbestimmt sind und halten an ihren Gewohnheiten und Gepflogenheiten fest. Als plötzlich eine von beiden Stämmen gefürchtete Gruppe skrupelloser Krieger auftaucht, da wird Eelyn zum Bindeglied zwischen den Aska und den Riki.

Ich will nicht so sehr ins Detail gehen um nicht unnötig zu spoilern, aber die Geschichte, so viel kann ich sagen, ist großartig, weil sie endlich mal anders ist, als alles was es derzeit im Genre Jugendbuch so gibt.

Die Handlung ist mitreißend und hitzig durch das Temperament der einzelnen Figuren und die wiederum enthüllen, je weiter man liest, immer neue Seiten an sich. Sie sind nicht nur die wilden Krieger, sondern haben so unglaublich viele Facetten. Was ihnen allen im Blut brodelt ist die Leidenschaft. Wenn sie kämpfen, dann tun sie das mit Hingabe, aber genau so lieben sie zum Beispiel auch.

Denn, oh ja, natürlich gibt es auch in diesem Roman eine Liebesgeschichte, doch auch die ist anders, als man das erwarten würde. Sie kommt schleichend und irgendwie düster, dafür so eindringlich und pur, das ich dachte, mir explodiert jeden Moment das Herz.

Ihr merkt schon, dieses Buch hat es mir echt angetan. Und das hat es wirklich. Es war eine erfrischende Abwechslung, eine Geschichte die trotz durchaus vorhandener, altbewährter Rezepte, auch etwas ganz Neues war und von dem ich mir unbedingt mehr wünschen würde.

Ausgerechnet dieses Mal ist es jedoch ein Einzelband, auch wenn die Autorin laut Goodreads derzeit an einem neuen Buch schreibt, das wohl irgendwie mit Eelyns Geschichte verbunden sein wird. Ich bin gespannt und werde die Augen offen halten.

Noch eine Anmerkung am Schluß: Zu Beginn da habe ich ein kleines Glossar vermisst, denn es gibt viele Begriffe, die man nicht kannte, alles sehr nordisch versteht sich. Nach einer Weile hat mich das allerdings nicht mehr gestört, weil das meiste davon selbsterklärend ist oder sogar kurz erklärt wird.

"Das Herz der Kämpferin" war für mich ein Lese-Highlight und ist deshalb meine Monatsempfehlung im Oktober 2018 für Euch !

Veröffentlicht am 14.10.2018

Ein unglaubliches Highlight

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Inhalt
Seit Ewigkeiten befinden sich die Aska und die Riki im Krieg. Die junge Aska Eelyn ist als Tochter des Clan-Führers zur Kämpferin erzogen worden und gemeinsam mit ihrer Kampfgefährtin Myra zieht ...

Inhalt
Seit Ewigkeiten befinden sich die Aska und die Riki im Krieg. Die junge Aska Eelyn ist als Tochter des Clan-Führers zur Kämpferin erzogen worden und gemeinsam mit ihrer Kampfgefährtin Myra zieht sie auch dieses mal wieder auf das Schlachtfeld. Doch was sie dort sieht, verändert alles: Ihr tot geglaubter Bruder Iri kämpft auf Seiten des Feindes. Eelyn beschliesst, ihren Bruder zu suchen - denn diese Schmach, diesen Verrat kann sie nicht auf sich sitzen lassen. Dabei wird sie von den Riki entführt und in eines ihrer Dörfer gebracht... wo sich ihr Leben von Grund auf ändert.

Meine Meinung
Zugegeben, ohne den ganzen Hype, der das Buch zeitweise auf Instagram erhalten hat, wäre ich wohl vorerst nicht darauf aufmerksam geworden. Da ich aber Wikinger, nordische Mythologie und Co. schon immer faszinierend fand, habe ich mich an Das Herz der Kämpferin gewagt. Recht schnell habe ich in die Geschichte hinein gefunden, denn es beginnt spannend und rasant und der Schreibstil der Autorin ist aussergewöhnlich schön.

Nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Bruders ist Eelyn, die Tochter des Clanführers, alles für ihren Vater. Die Ehre ihres Stammes, der Aska, verlangt es von ihr, dass sie sich an den Schlachten gegen den verfeindeten Clan der Riki beteiligt. Bei einer dieser Schlachten entdeckt Eelyn etwas, das ihr Herz zum zerreissen bringt: Ihr Bruder lebt - und er kämpft mit dem Feind! Die junge Kämpferin will Rache und wird dabei zum Opfer. Die Riki entführen sie, machen sie zur Sklavin und verschleppen sie nach Fela. Dort trifft sie auf ihren Bruder. Und auf dessen neue Familie. Doch was, wenn die jahrhundertealte Fehde nicht auf Wahrheiten beruht? Sind die Riki wirklich der Feind der Aska?

Aus Sicht von Eelyn begleitet der Leser die junge Kämpferin durch ihre raue und brutale Welt, durch die Schönheit der Fjorde und die Hässlichkeit einer ewig andauernden Blutfehde. Das alles auf authentische und äusserst realistische Art und Weise - so realistisch, dass ich tatsächlich auch mal den Blick abwenden musste, um das Gelesene zu verdauen. Wer Probleme mit Kämpfen, mit blutiger Brutalität und mit Schmerz hat, dem rate ich von diesem Buch ab. Wer aber - wie ich - gerne auch die raue Welt der Wikinger erkundet, der wird hier ein paar ganz besondere Lesestunden finden.

Das Herz der Kämpferin ist das erste Buch seit langem, das mich so richtig hat bibbern lassen und an das ich jede Sekunde meiner Nicht-Lesezeit gedacht habe. Das Buch ist wie ein guter Film, der einem noch Tage danach im Kopf herumschwirrt, wie ein schöner Moment, der einem lange das Herz wärmt. Und das trotz der Brutalität.

Ich möchte euch so viel über das Buch erzählen, aber dann würde ich euch dieser wunderbaren Geschichte berauben... Mit ihrem Debüt hat Adrienne Young ein wahnsinnig starkes und bedeutungsvolles Werk mit einer sehr wichtigen Botschaft geschaffen. Die Autorin erzählt auf unvergleichliche Weise von Freundschaft und Loyalität, von der Bedeutung einer Familie, von Verrat und Vergebung. Und von Selbstfindung.

Setting
Im hohen Norden, in einem kleinen Dorf nahe den Fjorden, lebt Eelyn - in Hylli, einem Dorf von vielen der kriegerischen Aska. Das Leben dort ist hart und rau, und doch liebt Eelyn es, wie nichts anderes auf der Welt. Der Einblick in das Leben und den Kampf der Aska hat mir wahnsinnig gut gefallen. Auch Fela, das Dorf der Riki, wird detailgetreu beschrieben, ich war regelrecht vor Ort in den Bergen, im Schnee, in der rauen Schönheit der Wildnis. Das Setting - der wilde Norden - ist wirklich unglaublich toll gewählt und wiedergegeben.

Auch am Worldbuilding an sich gibt es nichts auszusetzen. So existieren die Aska, die Sigr anbeten, Holzfiguren ihrer Verstorbenen nah bei ihrem Herzen tragen, und viel Zeit mit Fischen und Kämpfen verbringen. Daneben - und mit den Aska im Krieg - leben die Riki, ein ebenso kämpferischer Stamm, dessen Gott Thora ist und dessen Rituale ihnen heilig sind.

Die Welt, die Adrienne Young für ihre Leser heraufbeschwört ist einfach unglaublich - unglaublich schön und doch rau, wild und doch fast perfekt, einfach unglaublich authentisch.

Charaktere
Eelyn, 17 Jahre alt, Tochter der Clan-Führers und begnadete Kämpferin. Sie hat ihre Mutter und ihren Bruder verloren, erstere bei einem grausamen Überfall, letzteren in der Schlacht gegen die Riki. Sie ist ihrem Volk treu ergeben, ihrer Familie gegenüber loyal, sie lebt und liebt ihre Prinzipien und der Hass auf die Riki treibt sie an. Doch Eelyn muss in Gefangenschaft bei den Riki so einiges lernen - über die Welt, aber auch über sich selber. Ihre Wandlung hat mir besonders gut gefallen.

Neben der Hauptprotagonistin lebt die Geschichte auch von ihren anderen Charakteren, die alle gut umschrieben und gezeichnet sind - manche liebenswürdig, andere wiederum nicht. Wichtige Rollen spielen nicht nur die Aska Myra, Eelyns Bruder und Vater, sondern auch ein paar der Riki, so unter anderem Fiske und dessen Familie; Mutter Inge und Bruder Halvard. An sie alle habe ich mein Herz verloren.

Fazit
Ein brutales und blutiges Debüt, das von Freundschaft, Familie und Verrat erzählt. Von Vergebung, Liebe und von der Unsinnigkeit gewisser Prinzipien. Die Geschichte von Eelyn hat mich sehr berührt und wird mich noch lange begleiten. Getreu dem Motto der Riki Ond Eldr - Entfache das Feuer! Und genau das hat das Buch bei mir geschafft.

#Lieblingscupcake

Veröffentlicht am 13.10.2018

Ein rauer Roman in der Wikingerzeit mit letztlich viel Gefühl

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Die Schreibweise der Autorin ist passend zum Inhalt rau, düster und sehr angenehm zu lesen. Ich konnte mich schon nach kürzester Zeit in die Charaktere hineinversetzen und mir ein Bild von der Umgebung ...

Die Schreibweise der Autorin ist passend zum Inhalt rau, düster und sehr angenehm zu lesen. Ich konnte mich schon nach kürzester Zeit in die Charaktere hineinversetzen und mir ein Bild von der Umgebung machen, was es mir letztlich sehr einfach gemacht hat mich zurecht zu finden.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sichtweise unserer Hauptprotagonistin Eelyn, welche ein sehr taffes, vom Leben gezeichnetes und irgendwie raues Wesen entwickelt hat. Sie ist eine Kämpferin, welche ihre düsteren Seiten gerade im Kampf zeigt und sorgt dafür, dass man vor ihr Respekt hat. Gleichzeitig erhalten wir aber auch einen Einblick in eine andere Seite von ihr, welche weich und verletzlich ist. Diese Kombination hat mir persönlich sehr gut gefallen und sie einfach sehr menschlich gemacht.

Alle weiter aufgeführten Charaktere haben für mich ein sehr schönes Bild abgegeben. Ich konnte sie mir gut vorstellen, sie greifen und habe den ein oder anderen auch ins Herz schließen können. Die Charaktere waren vielfältig, allesamt rau und hatten dennoch ihren weichen Kern.

Die Geschichte beginnt erstmal düster, kämpferisch, gewalttätig und hat mich als Leser mitten in die Geschichte geschmissen. Trotz allem hatte ich ein wirklich gutes Gefühl beim Lesen, konnte schnell hineinfinden und habe einen Bezug zu allem erhalten. Trotz des sehr harten und blutigen Kämpfens, die gerade zu Beginn des Buches ausgetragen werden, habe ich einen guten Bezug zu Eelyn gefunden. Es ist einfach eine ganz andere Zeit als unsere in der alles spielt.

In dieser Geschichte geht es um so viel mehr, als nur den Kampf. Es geht um Vertrauen, Loyalität, dem Verrat und die Ehre. Ganz zum Schluss kommt auch noch die Verbundenheit dazu, welche letztlich doch nicht nur auf das eigene Volk, den eigenen Glauben und dem eigenen Umwelt gehalten werden kann. Gerade in der ersten Zeit, in welcher Eelyn ihren Bruder und ihren Feind zu nahekommt, kämpft sie vorwiegend mit dem Hass und ihrem unbändigem Zorn. Ab und an kommt auch die Angst dazu, welche aber relativ schnell wieder von Hass und Zorn abgelegt wird.

Ich persönlich finde die Umsetzung wirklich toll gemacht, vor allem auch die Gewissensbisse von Eelyn als sie merkt, dass auch ihre Feinde Familien haben und Verluste erleiden. Sie wehrt sich beharrlich gegen ihre Gefühle und hat nur ein Ziel, wieder nach Hause zu kommen und sich später zu rächen.

Erzählt wird dieser Einzelband in einem spannenden, rauen und dennoch gefühlvollen Stil. Man merkt, dass die einzelnen Charaktere/Stämme ihre Vorurteile haben und nur nach und nach andere Gedankengänge zulassen können. Man kann die Zerrissenheit von Eelyn und anderne Charakteren super nachvollziehen.

Mein Gesamtfazit:

Mit „Das Herz der Kämpferin“ hat Adrienne Young einen wirklich schönen Roman über Feindschaft und Freundschaft, Verrat und Vertrauen, Loyalität und Ehre geschrieben, welcher mich persönlich berühren konnte. Unsere Protagonistin hat viele Gefühle durchlebt und mich als Leser damit an das Buch gefesselt und dafür gesorgt, genau wie sie über den Tellerrand hinauszuschauen. Wirklich toll und im Feeling der rauen Wikingerzeit, mal wieder etwas interessant neues. :)

Veröffentlicht am 13.10.2018

Mehr als nur eine Fantasygeschichte

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Als stolze Kämpferin ihres Clans, zieht Eelyn jede paar Jahre mit den anderen Mitgliedern in den Kampf gegen einen feindlichen Clan. Als sie plötzlich ihren totgeglaubten Bruder auf der Seite des Feindes ...

Als stolze Kämpferin ihres Clans, zieht Eelyn jede paar Jahre mit den anderen Mitgliedern in den Kampf gegen einen feindlichen Clan. Als sie plötzlich ihren totgeglaubten Bruder auf der Seite des Feindes sieht, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt.

Ich brauchte erst einmal ein paar Seiten um in die Geschichte zu kommen, da es viele Begriffe gibt, die erst im Laufe der Geschichte erklärt werden. Außerdem sieht man we viel Mühe sich die Autorin mit dieser Welt gemacht hat. Es gibt viele Dinge, die an Wikinger erinnern, wie Götter, Rituale und ähnliche Dinge. Dennoch wurden nicht alle Dinge so übernommen und die Autorin hat viel neues erfunden und damit eine ganz neue und detaillierte Welt erschaffen, die mich sehr fasziniert hat.
Außerdem legt die Geschichte einen großen Wert auf die Themen Familie, Zugehörigkeit und Gesellschaften an sich. Man kann viel in unserer heutigen Gesellschaft wiederfinden, weshalb es oft Stellen gibt, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

Die Handlung an sich ist zwar spannend, dennoch gibt es Stellen, bei denen nicht viel passiert ist und die etwas ruhiger waren. Dafür sind die Kampfszenen wirklich sehr gut beschrieben. Man kann richtig die Dynamik und Kraft spüren beim Lesen. Langweilig wurde mir beim Lesen trotzdem nicht, denn vieles hatte auch einen sehr tiefgründigen und bildhaften Hintergrund. Viele Stellen wurden sehr atmosphärisch und gefühlvoll beschrieben. Dadurch bekommt man ein gewissen Gänsehautgefühl beim lesen und wird richtig mitgerissen.

Und auch die Personen haben mir gut gefallen. Die Beziehungen entwickeln sich langsam und sehr realistisch. Außerdem konnte ich immer mit den Charakteren mitfühlen und sie verstehen, da sie sehr echt und klug gehandelt haben. Besonders die Protagonistin ist eine shr faszinierende und starke Persönlichkeit über die ich sehr gerne gelesen habe.

Allgemein hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn es manchmal sehr stille Stellen gab, in denen nicht viel passiert ist. Man merkt, dass das Buch mit einem Hintergedanken geschrieben wurde und es nicht nur ein nichtssagendes Jugendbuch ist. Dazu hat mich das Worldbuilding sehr beeindruckt und ich würde die Geschichte nicht nur Fantasyfans empfehlen.

Veröffentlicht am 11.10.2018

Vegr yfir fjor vs. Qnd eldr

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„Ich versuchte, mich zu erinnern, wie seine Stimme damals geklungen hatte, aber es fiel mit einfach nicht mehr ein. Erinnerungen kamen mir plötzlich eher wie Träume vor, wie Momente zwischen Schlafen und ...

„Ich versuchte, mich zu erinnern, wie seine Stimme damals geklungen hatte, aber es fiel mit einfach nicht mehr ein. Erinnerungen kamen mir plötzlich eher wie Träume vor, wie Momente zwischen Schlafen und Wachen.“

Die Völker der Aska und der Riki stehen seit Menschengedenken im Krieg miteinander, sie fechten die Fehde ihrer Götter alle fünf Jahre aus. Für Eelyn, die seit ihrer frühsten Kindheit zur Kämpferin ausgebildet wurde, gäbe es keinen Grund, sich mit den Riki gutzustellen, und umso schlimmer trifft es sie, als sie ihren totgeglaubten Bruder Iri wiedersieht, Seite an Seite mit ihren Feinden kämpfend. Eelyn würde sich nie zu einem solchen Verrat hinreißen lassen, nicht mal wenn ihrer aller Zukunft davon abhinge.. glaubt sie zumindest.

Die Geschichte wird ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Eelyn erzählt, was ich etwas schade finde, da ich mir auch ein paar Einblicke in die Sicht von Fiske, einem Riki-Kämpfer, oder ihrem Bruder Iri gewünscht hätte. Das wäre bestimmt interessant gewesen und ist in den meisten Büchern ja mittlerweile auch Gang und Gebe, sodass man auch die Handlungen des männlichen Protagonisten nachvollziehen kann.
Trotz der einfachen Sprache waren alle Beschreibungen von Orten oder Geschehnissen detailliert, sodass man gut folgen und sich alles prima vorstellen konnte. Leider musste ich viele Pausen beim Lesen machen, was aber keinesfalls am Buch lag, das hätte ich nämlich am liebsten in einem Stück verschlungen.

Eelyn ist zu Beginn der Geschichte noch genau wie all ihre anderen Clan-Kameraden. Sie empfindet die Riki als ihre Feinde und ist Kämpferin aus Überzeugung, bis sie ihrem Bruder und seinem Kampfgefährten Fiske inmitten einer Schlacht der Aska und Riki begegnet. Im Laufe der Zeit macht sie eine langsame, aber stetige Meinungswandlung durch, wie ich es ähnlich auch schon in der „Gebannt“-Trilogie von Veronica Rossi oder bei „Seelen“ von Stephenie Meyer erlebt habe. So etwas liebe ich immer, wenn Feinde sich langsam schleichend einander annähern, ohne dass sie sich dessen wirklich bewusst sind, und sich schließlich einfach akzeptieren. Eelyn steht im Zwiespalt zwischen ihrer bedingungslosen Loyalität ihrem Volk gegenüber und der Rettung aller beider Völker und muss schwierige Entscheidungen treffen, da sie allerdings ein unfassbar toughes Mädchen ist, das sich fast nie unterkriegen lässt und immer die Zähne zusammen beißt, meistert sie ihre Situation mit Bravour.
Ihrem Bruder und Fiske hätte ich wie schon erwähnt gern mal in den Kopf geguckt, aber dieser Blick blieb dem Leser leider verwehrt. Es hätte dem Ganzen glaube ich noch etwas mehr Abwechslung geben können, Eelyn mal von „Außen“ sozusagen zu betrachten.

Was mich leider etwas gestört hat, waren die Worte in der Sprache, die in der Welt des Buches gesprochen wird, die nicht erklärt waren. Bei einigen habe ich ziemlich lange herumgerätselt, was sie denn nun bedeuten (bei der „Dyr“ zum Beispiel), und war teilweise echt auf dem Holzweg.
Auch das Ende war mir etwas zu abrupt, als wollte die Autorin das Buch nach dem Abfall des Spannungsbogens unbedingt in den nächsten zehn Seiten beendet haben, da wären einige detailliertere Auseinandersetzungen schon wünschenswert gewesen, anstatt alle Konflikte im Sande verlaufen zu lassen.
Außerdem musste ich an einigen Stellen, wo viel gemetzelt wurde, etwas querlesen, aber das liegt an meinem gewaltunverträglichen Gemüt und der blühenden Vorstellungskraft. Auch dass die Protagonistin zu 90% der Zeit an mindestens einer Stelle schwer verletzt und damit bewegungseingeschränkt war, fand ich doch etwas zu viel des Guten, bzw. Schlechten.

Mein Fazit:
Im Prinzip lief dieses Buch ziemlich genau wie ich es erwartet hatte, es gab keine größeren Überraschungen für mich. Dennoch habe ich es trotz kleiner Einschränkungen genossen, mit Eelyn durch ihre Welt zu ziehen, und kann eine klare Leseempfehlung aussprechen.
Ob es eine Fortsetzung geben wird, weiß ich nicht. Es wäre typisch für dieses Genre, aber das Ende lässt auf einen in sich geschlossenen Band schließen.