Cover-Bild Das Labyrinth des Fauns
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Sauerländer
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 02.07.2019
  • ISBN: 9783737356664
Cornelia Funke, Guillermo del Toro

Das Labyrinth des Fauns

Tobias Schnettler (Übersetzer), Allen Williams (Illustrator)

Der neue Roman von Cornelia Funke - poetisch, sprachgewaltig, monumental

Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen.
Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?

Inspiriert von Guillermo del Toros grandiosem oscarprämierten Meisterwerk »Pans Labyrinth« schafft Bestsellerautorin Cornelia Funke eine Welt, wie nur Literatur es kann.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2019

Unvergleichlich

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Cornelia Funke hat es mal wieder geschafft. Sie hat ein Buch voller Poesie und Zauber geschaffen, wie ich kein vergleichbares nennen könnte. Die Geschichte von Ofelia und ihrem Glauben an Märchen könnte ...

Cornelia Funke hat es mal wieder geschafft. Sie hat ein Buch voller Poesie und Zauber geschaffen, wie ich kein vergleichbares nennen könnte. Die Geschichte von Ofelia und ihrem Glauben an Märchen könnte ich nicht aus der Hand legen.

"Das Labyrinth des Fauns" ist eine Adaption des 2007 erschienenen und oscarprämierten Films "Pans Labyrinth", bei dem Guillermo del Toro Regie führte. Er unterstützte Cornelia Funke bei ihrem Roman und bringt das düstere, grausame der Geschichte mehr zum Vorschein. Cornelia Funkes Sprache und Wortgewandtheit sind von solcher Magie und einer Zartheit, dass sie dazu in Kontrast stehen und ein richtiges Kunstwerk entstanden ist. Nicht nur die Hauptfigur Ofelia kommt dabei zu Wort, die Ereignisse werden auch aus den verschiedenen Perspektiven der anderen Charaktere geschildert. Die Kapitel sind kurz und enthalten zum Teil Erzählungen und Mythen, die sich um die Personen, ihre Vergangenheit und die Schauplätze der Geschichte ranken. So bekommt das ganze etwas sehr märchenhafte.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Wunderschön gestaltetes, atmosphärisches Buch, das mich inhaltlich allerdings nicht komplett überzeugen konnte

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Eine Prinzessin lebte in einem unterirdischen Reich ohne Schmerz. Doch es wurde ihr zu langweilig und sie entwischte in die Welt der Menschen, wo sie von nun an lebte. Doch ihr Vater wusste, dass ihre ...

Eine Prinzessin lebte in einem unterirdischen Reich ohne Schmerz. Doch es wurde ihr zu langweilig und sie entwischte in die Welt der Menschen, wo sie von nun an lebte. Doch ihr Vater wusste, dass ihre Seele unsterblich ist und sie eines Tages zurückkehren würde…


Meine Meinung:
Das Buch ist wirklich ganz zauberhaft gestaltet, was man nicht nur an dem märchenhaften Umschlag sieht, sondern auch an vielen ganzseitigen Zeichnungen.
Die Handlung an sich wird auch sehr märchenhaft erzählt, allerdings auch sehr sprunghaft und in Fragmenten. Es wechseln sich die Handlung der „Prinzessin“ in der Menschenwelt (1944 in Spanien) ab mit verschiedenen Märchen rund um eine Hexe Roccio. Insgesamt ist die Handlung sehr grausam, brutal und blutrünstig.
Von Gefühlen oder dem Innenleben der handelnden Personen bekommt man wenig mit, ebenso gibt es keinen sehr stringenten Spannungsbogen bzw. nur einen sehr „dünnen“ roten Faden.
Ich hatte mir grundsätzlich mehr von dem Buch versprochen, da ich die Bücher von Cornelia Funke sonst sehr gerne lese und gerade auch aufgrund der hochwertigen und wunderschönen Machart des Romans mehr erwartet hatte.


Fazit:
Ich denke, dass das Thema nach dem Film nicht sehr glücklich gewählt war und die schwierige Umsetzung nicht zu einem optimalen Ergebnis geführt hat. Insgesamt war mir der Roman leider zu wenig zusammenhängend, so dass ich in gar keinen richtigen Lesefluss gekommen bin…

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Ofelia und der Faun

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Im Spanien der 1940er steht Ofelias Welt vor großen Veränderungen: der geliebte Vater ist gestorben, die Mutter sieht keinen anderen Ausweg als sich an einen hartherzigen Kommandant zu hängen. Erfolgreich, ...

Im Spanien der 1940er steht Ofelias Welt vor großen Veränderungen: der geliebte Vater ist gestorben, die Mutter sieht keinen anderen Ausweg als sich an einen hartherzigen Kommandant zu hängen. Erfolgreich, denn sie erwartet sein Kind. Hochschwanger muss sie mit Ofelia zu ihm ziehen, mitten in ein Waldgebiet, das von Rebellen besetzt ist. Als wäre das noch nicht genug, begegnet Ofelia dort einem magischen Waldwesen, einem Faun. Aber hat der nur Gutes im Sinn?

„Das Labyrinth des Faun“ ist quasi das Buch zum Film „Pans Labyrinth“. Hat man diesen gesehen, so kann man sich alles sehr gut vorstellen. Hat man ihn nicht gesehen… ja, ich denke schon, dass manche Dinge unklar bleiben, obwohl die Autorin durchaus sehr bildlich schreiben kann. Nur tut sie das leider nicht überall, wo es nötig gewesen wäre. Die Geschichte selbst ist voller düsterer, aber auch hoffnungsvoller Magie. Dem gegenüber die aussichtslose Lage der Bevölkerung, die Grausamkeit des Kommandanten. Ich fand den Gegensatz zwischen Realität und Märchen immer sehr ausgewogen, es wird nicht unnötig blutrünstig, aber auch nichts beschönigt. Mir haben die kleinen Einschübe gut gefallen, die ähnlich einer Sage einige Elemente der Handlung hervorheben (Vidals Uhr, der Kröterich, etc.). Das gab dem Ganzen etwas mehr Tiefe, und ich fand es sehr gelungen. Die Charaktere sind so dargestellt, dass sie ihre Funktion erfüllen, viel mehr aber auch nicht. Selbst Ofelia bleibt recht blass, gerade sie als DIE Hauptfigur hätte definitiv etwas mehr Innenleben benötigt. Und so ist dieses Buch zwar eine Hommage an den erfolgreichen Film, bleibt aber doch hinter meinen Erwartungen zurück. Für Fans sicherlich mal ganz nett, für alle anderen aber kaum der große Fantasykracher, den man zwingend gelesen haben muss.

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Veröffentlicht am 03.12.2019

Bin von der Autorin Besseres gewöhnt

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Inhaltsangabe

Als Ofelia im Jahre 1944 mit ihrer schwangeren Mutter in die Berge Spaniens zu ihrem neuen Stiefvater zieht, der dort mit seiner Truppe stationiert ist, bricht für sie ihre kindliche Welt ...

Inhaltsangabe

Als Ofelia im Jahre 1944 mit ihrer schwangeren Mutter in die Berge Spaniens zu ihrem neuen Stiefvater zieht, der dort mit seiner Truppe stationiert ist, bricht für sie ihre kindliche Welt vollkommen zusammen. Die zarte, junge Ofelia, die noch immer an die Märchen aus ihren heiß geliebten Büchern glaubt, ist einfach nicht gemacht für diese harte, raue Welt des Krieges.
Sie trauert noch immer um ihren Vater, den sie so innig geliebt hat wie sonst niemanden. Doch ihre Mutter scheint ihren Vater schon vergessen zu haben, denn sie ist versessen darauf, ihrem neuen Mann Vidal zu gefallen. Der hat sie jedoch nur zu seiner Frau gemacht, damit er einen Sohn bekommt.
Die Grausamkeit der Realität treibt Ofelia immer tiefer in den dichten Wald, der ihr neues Zuhause umgibt. Dort trifft sie auf eine Fee aus einem unterirdischen Reich, welche ihr den Weg zum Faun zeigt, ihrem Meister.
Der Faun ist schon lange auf der Suche nach der verschwundenen Prinzessin seines Reiches, und er ist sich sicher, dass er sie in Ofelia wiedergefunden hat. Doch um ganz sicher zu sein, stellt er dem dreizehnjährigen Mädchen drei Aufgaben. Wenn sie diese löst, ist sie tatsächlich die Prinzessin des unterirdischen Königreiches.
Ofelia, die nicht nur die Unschuld in Person ist, sondern auch ein rebellisches und stolzes Funkeln in den Augen hat, begibt sich immer tiefer in diese phantastische Welt, die gar nicht mal so viel sicherer ist wie ihre jetzige Realität. Ein düsterer Schatten wird über ihr gesamtes Leben geworfen, doch als sie sich bei der letzten Prüfung weigert, das Blut ihres unschuldigen Bruders zu opfern, läuft sie direkt in die Arme von Vidal, der ihr gefolgt ist. Aber kann die Grausamkeit in Person tatsächlich das Licht der Unschuld vertreiben?


Der Schreibstil

Ich muss sagen, dass ich vom Schreibstil anfangs ziemlich enttäuscht war. Ich hatte mehr so etwas wie in der Tintentrilogie erwartet, aber vielleicht unterscheiden sich die beiden Arten auch nur so sehr, weil die Tintentrilogie auf deutsch geschrieben wurde, und "Das Labyrinth des Fauns" original auf englisch. Keine Ahnung, auf jeden Fall hatte ich nicht mit diesem sehr kindlichen und märchenartigen Schreibstil gerechnet, aber ich war ja auch insgesamt anfangs sehr unsicher, was mich in diesem Buch erwartet.
Jetzt klingt es vielleicht so, als ob ich den Schreibstil nicht gut gefunden habe - das stimmt so nicht. Der Schreibstil war einfach anders, als ich es von Cornelia Funke gewohnt bin, und deshalb war ich einfach enttäuscht. Hätte ich von Anfang an mit dieser Art gerechnet, wäre meine Reaktion darauf auch ganz anders ausgefallen, aber jetzt kann ich sowieso nichts daran ändern.
Mich hat es nur ein bisschen gestört, dass auch die Kapitel, die aus der Sicht von Ofelia, Vidal oder Mercedes geschrieben wurden, diesen Märchen-Flair bekommen haben, da somit der Unterschied zu diesen Rückblicken, die auch vom Inhalt her sehr viel märchenhaftiger angemutet haben, nicht allzu groß war.


Idee und Umsetzung

Die Idee hatte natürlich nicht Cornelia Funke selbst, sondern der Regisseur des Filmes "Pans Labyrinth", der bereits 2006 erschienen ist. Da ich den Film nicht kenne, kann ich aber erstmal nur vom Buch sprechen.
Ich finde es ehrlich gesagt eine wirklich gute Idee, einfach mal ein Buch zu schreiben, das an einem Film orientiert ist, und nicht andersherum, wie es oft der Fall ist. Über die Umsetzung dieser Idee kann man sich natürlich aber wie immer streiten.
Den Start fand ich wie bereits erwähnt ziemlich schwierig. Und das lag nicht nur am Schreibstil, sondern an der Geschichte an sich. Es scheint mir irgendwie unglaubwürdig, dass Ofelia dreizehn ist und trotzdem noch an Märchen glaubt wie sie in Büchern stehen, obwohl sie in so einer grausamen Zeit lebt. Andererseits ist das noch ein Zeichen für ihre Unschuld, und ich weiß ja auch nicht wirklich, wie die Kinder in der Kriegszeit so gelebt haben, weil mein Großvater damals auch erst fünf Jahre alt war und nicht alles verstanden hat.
Trotzdem glaube ich, dass das Spanien 1944 in dem Buch sehr realitätsgetreu rübergebracht wurde. Also mal abgesehen von den mystischen und phantastischen Dingen, die noch hinzukommen, weil die ja auch einen Teil der Geschichte ausmachen.
Sehr gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Perspektiven, denn es wurde entweder aus der Sicht von Ofelia, Vidal oder Mercedes (das Dienstmädchen) geschrieben und so habe ich auch selbst aus verschiedenen Sichtweisen auf die Handlung geblickt. Die Charaktere waren allesamt auch sehr gut ausgearbeitet, und auch Vidals Schergen hatten alle unterschiedliche Züge, die sie einzigartig gemacht haben.
Außerdem ist die Geschichte gleichzeitig traurig, düster und grausam, aber eben auch wunderschön. Manchmal hat mir das Herz geschmerz, wenn ich gelesen habe, und tatsächlich ist das Buch eher eins, bei dem man weinen muss. Denn lustig ist an dieser ganzen Handlung eigentlich überhaupt nichts.
Überraschend war besonders das Ende, und der Faun ist und bleibt für mich auch immer ein Wesen, das ich nicht so ganz durchschauen kann. Genauso, wie er wohl auch auf Ofelia wirken muss.
Leider hat mich die Geschichte jedoch trotz dieser vielen Pluspunkte nie wirklich mitgerissen. Klar, sie war schön und traurig und düster, aber mitgefiebert habe ich trotzdem nie mit Ofelia und Mercedes.


Fazit

Leider hat mich "Das Labyrinth des Fauns" schon sehr enttäuscht, und ich wurde einfach nicht mitgerissen, wie ich es erhofft hatte. Ich bin anderes von Cornelia Funke gewohnt, wobei es natürlich auch einige gute Punkte gab, die ich nicht vernachlässigen möchte.

Veröffentlicht am 08.11.2019

ein fesselndes und durchaus schnell gelesenes, aber kein „schönes“ Buch im herkömmlichen Sinn

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Das Labyrinth des Fauns ist eine sehr düstere Geschichte, die einen durchaus zu fesseln vermag, nach dem Lesen aber eher zwiegespalten zurücklässt. Sie ist alles andere als typisch Cornelia Funke, was ...

Das Labyrinth des Fauns ist eine sehr düstere Geschichte, die einen durchaus zu fesseln vermag, nach dem Lesen aber eher zwiegespalten zurücklässt. Sie ist alles andere als typisch Cornelia Funke, was angesichts der Entstehung dieses Werkes allerdings nicht verwunderlich ist, denn das Buch basiert nicht auf einer der vielen Ideen der Autorin, sondern auf dem Film Pans Labyrinth von Guillermo del Toro und unterscheidet sich inhaltlich kaum von der Vorlage.
Es gibt zahlreiche grausame, brutale sowie blutige Szenen und die Autorin scheut sich nicht davor diese ausführlich zu schildern. Doch über diese erschreckenden, teils abscheulichen Geschehnisse zu lesen statt sie zu sehen macht sie definitiv nicht weniger schrecklich. Einige Ereignisse und Beschreibungen sind darum wirklich nur schwer zu verdauen. Insofern erscheint auch die Entscheidung, das Buch ausgerechnet bei Fischer Sauerländer zu veröffentlichen, ein wenig fragwürdig, da ansonsten vornehmlich Kinder- und Jugendbücher bei diesem Verlag erscheinen, wohingegen Das Labyrinth des Fauns eher ungeeignet für dieses junge Publikum ist. Der Film ist – nicht ohne Grund – erst ab 16 Jahren freigegeben, was für das Buch ebenfalls nicht anders empfohlen werden sollte.

Die Handlung ist durchgängig fesselnd, aber überaus düster und trostlos, denn sie spielt 1944 in Spanien und damit in einer Zeit des Krieges bzw. während der franquistischen Diktatur. Die damit verbundenen Gräueltaten, die innerhalb des Buches geschildert werden, sind manchmal so erschütternd, dass man regelrecht fassungslos ist und sich am liebsten weigern möchte das soeben Gelesene einfach hinzunehmen.

Die 13-jährige Protagonistin Ofelia ist noch ein Kind, kann diese Kindheit jedoch nicht ausleben und soll viel zu schnell erwachsen werden. Ihr richtiger Vater ist erst vor einem Jahr verstorben, aber ihre Mutter ist bereits erneut verheiratet und trägt das Kind eines rücksichtslosen und unbarmherzigen Mannes in sich, den Ofelia Vater nennen soll, obwohl er diesem kaum unähnlicher sein könnte und er weder für sie noch für ihre Mutter etwas übrig hat. Carmen mag den Capitán lieben, doch für Vidal ist sie nur ein Mittel zum Zweck und Ofelia bestenfalls ein lästiges, unliebsames Anhängsel. Bedauerlicherweise ist ihre Mutter dennoch permanent damit beschäftigt diesem Mann gefallen zu wollen, der ihre Gefühle nie erwidern wird. Dazu ist diese durch und durch böse Person, die nur um ihren gnadenlosen Ruf bedacht ist, gar nicht imstande. Zuneigung bekommt Ofelia somit fast ausschließlich von Mercedes, die als Magd in der Mühle tätig ist, in der sie alle leben, und heimlich ihren Bruder Pedro unterstützt, der zu den Widerstandskämpfern gegen General Franco gehört.

Anfangs hofft Ofelia noch wenigstens im Faun einen Freund oder zumindest einen Vertrauten gefunden zu haben. Er ist aber wankelmütig, bisweilen sogar ziemlich Furcht einflößend, und nicht immer freundlich zu dem jungen Mädchen, das sich im Grunde nur wünscht geliebt zu werden. Die Prüfungen, vor die er sie stellt, sind alles andere als leicht, doch Ofelia beweist viel Mut und hat ein gutes Herz. Man fühlt sich mit ihr verbunden und fiebert mit ihr mit, tauschen möchte man dagegen nicht mit ihr.

Dank des personalen Erzählers erhält man als Leser einen umfassenden Einblick in das gesamte Geschehen, einschließlich der Begebenheiten, an denen Ofelia selbst nicht beteiligt ist oder die sie nicht wenigstens beobachtet, sowie in die Gedanken und Gefühle verschiedener Charaktere, darunter neben Ofelia auch Capitán Vidal. Man lernt also sowohl die sympathischen als auch die verachtenswerten Figuren zwangsläufig näher kennen.

Gelegentlich wird die eigentliche Handlung zudem von kurzen, interessanten Märchen unterbrochen, die auf die eine oder andere Weise alle einen Bezug zu dem unterirdischen Reich und Ofelias Schicksal haben. Bei einigen ist dieser Zusammenhang auf den ersten Blick ersichtlich, bei anderen erschließt er sich erst nach und nach.

Am Schluss fragt man sich, was man nun von dem Buch halten soll und ob es sich tatsächlich um einen Fantasy-Roman handelt oder nicht, ähnlich wie bei Sieben Minuten nach Mitternacht. Es gibt nämlich sehr unterschiedliche Möglichkeiten das Gelesene zu interpretieren. Denkbar wäre zum Beispiel, dass diese Märchen bzw. die magischen Erlebnisse Ofelias nur Illusionen waren und lediglich ihr Weg sind der grausamen Realität, in der sie unglücklicherweise aufwächst, irgendwie zu entfliehen, um sich der schrecklichen Wahrheit nicht stellen zu müssen. Dieser Ansatz macht die Geschichte und vor allem das Ende allerdings noch niederschmetternder. Dann möchte man doch lieber an das unterirdische Reich glauben, aus dem auch der Faun stammen soll.

Der zeitlose Schreibstil von Cornelia Funke ist wie immer großartig und zumindest insofern ist das Buch erneut für alle Altersgruppen geeignet. Einige Sätze sind so wundervoll, dass man sie mehrmals lesen und anschließend markieren bzw. anderweitig notieren muss. Leider lässt einen die sprachliche Schönheit jedoch nicht die gewissenlosen Gräueltaten vergessen, mit denen man im Laufe der Handlung gleich mehrfach konfrontiert wird.

Positiv hervorzuheben sind abschließend noch die im Buch enthaltenen, ansprechenden Illustrationen, gezeichnet von Allen Williams, die meist die eingeschobenen Märchen einleiten. Manche von ihnen stellen bestimmte Szenen aus der Geschichte dar, bei anderen ist man hingegen unsicher, was darauf zu sehen ist, und kann sie der Handlung daher nicht genau zuordnen. Darüber hinaus ist man regelrecht dankbar dafür, dass gewisse Ereignisse nicht bildlich zu sehen sind.

FAZIT
Das Labyrinth des Fauns ist ein fesselndes und durchaus schnell gelesenes, aber kein „schönes“ Buch im herkömmlichen Sinn, denn es sorgt trotz des wundervollen Schreibstils nicht unbedingt für ein gutes Gefühl. Vielmehr hinterlässt die Geschichte einen bitteren Beigeschmack, selbst wenn man an Märchen glaubt und sich schließlich für Fantasy statt Phantasie und damit für das hoffnungsvollere Ende entscheidet.