Dieses Buch hat ewig gebraucht, bis ich es durch hatte. Es war so langatmig und schleppend, dass ich fast in ein Lesetief gefallen wäre. Die Geschichte hatte Potenzial, aber die Umsetzung hat für mich nicht so richtig funktioniert. Die Romanze folgt der typischen „Hassliebe“-Dynamik, aber nichts daran fühlte sich wirklich frisch oder einzigartig an. Rowan war der typische mürrische Milliardär, und Zahra der ambitionierte, kreative Sonnenschein. Normalerweise mag ich solche Tropes, aber hier wirkten sie vorhersehbar und teilweise etwas erzwungen.
Ein großes Problem war für mich, wie stark betont wurde, wie egal Rowan eigentlich alles und jedem ist. Das wirkte übertrieben, als wollte die Geschichte zu sehr zeigen, wie kalt und distanziert er ist. Seine Unfreundlichkeit erschien oft unnötig, und seine Charakterentwicklung verlief nicht natürlich. Stattdessen sollte er plötzlich der ideale Love-Interest sein, sobald die Handlung es brauchte, ohne dass es vorher echtes Wachstum gab. Die Romanze selbst startete zwar schnell, zog sich dann aber über eine lange Strecke ohne echte Fortschritte. Zwar gab es einige süße Momente zwischen ihnen, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sie wirklich emotional zueinander passten. Ihre Verbindung wirkte mehr durch Anziehung und Umstände bedingt als durch echte Chemie.
Zahra war für mich hingegen ein Highlight. Sie ist stark, unabhängig und man kann gut mit ihr mitfiebern. Ihre Entschlossenheit und Arbeitsmoral machen sie zu einer interessanten Figur, und ich mochte, wie sie für ihre Überzeugungen kämpft. Am besten gefiel mir jedoch nicht die Romanze, sondern Zahras Beziehung zu ihrer Schwester Ani. Ihre Bindung war herzerwärmend, und die Darstellung von Behinderung wurde gut umgesetzt, auch wenn manche Dialoge etwas unrealistisch wirkten. Ani war eigentlich mein Lieblingscharakter, und ich liebte, wie sie Wärme und Humor in die Geschichte brachte.
Es gab auch einige Momente, die mir richtig Spaß gemacht haben, besonders die Textnachrichten zwischen Rowan und Zahra. Sie hatten in diesen Gesprächen eine leichte, witzige Dynamik, und einige Szenen haben mich tatsächlich zum Lachen gebracht. Der Schreibstil war nicht schlecht, und die Grundidee – die Aufgaben rund um das Erbe der Kane-Familie – war interessant. Insgesamt fehlte mir aber die überzeugende Umsetzung. Die Charaktere entwickelten sich nicht zufriedenstellend, und die Romanze konnte mich nicht vollkommen überzeugen.
Es war kein schlechtes Buch, aber auch keines, das mir lange im Gedächtnis bleibt. Daher vergebe ich 3 ⭐.