Alte Legende im neuen Gewand
Alte Story in neuem Gewand – und für mich hat das richtig gut funktioniert.
Ich mochte die Andromeda-Geschichte in ihrer ursprünglichen Form schon immer sehr, deshalb hat mich das Buch von Lara Große sofort ...
Alte Story in neuem Gewand – und für mich hat das richtig gut funktioniert.
Ich mochte die Andromeda-Geschichte in ihrer ursprünglichen Form schon immer sehr, deshalb hat mich das Buch von Lara Große sofort angesprochen. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht.
Die Autorin greift die bekannte Geschichte auf, nimmt sie als Grundlage und erschafft daraus etwas Eigenes. Eine neue Fantasywelt, die sich stark am antiken Griechenland orientiert: von Kleidung über Denkweise bis hin zum Glauben. Gleichzeitig hat jedes Land dieser Fantasywelt seine Besonderheiten, seine eigene Kultur und Sprach, was die Welt sehr lebendig macht. Für mich hatte das Ganze den Vibe des antiken Mittelmeerraums.
Der Einstieg ins Buch ist direkt dramatisch: Andromeda soll mit einem gerade einmal elfjährigen Prinzen verheiratet werden, um die Macht Tessaliens zu stärken und sich gegen das Imperium zu schützen. Doch genau dieses Imperium bekommt Wind davon und schickt ein Seemonster, um die Stadt anzugreifen.
Andromeda wird schließlich an die Felsen gekettet und als Opfer dargebracht und genau hier nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Denn sie wird nicht einfach gerettet, sondern vom Seemonster ins Imperium verschleppt.
Andromeda ist für mich eine unglaublich starke Protagonistin. Man merkt, dass sie als Prinzessin erzogen wurde, aber gleichzeitig ist da so viel mehr. Sie nimmt nicht einfach alles hin, sondern stellt sich gegen das, was von ihr erwartet wird. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich wirklich beeindruckt und auch berührt.
Ketos, der General des Imperiums, ist ein richtig spannender Gegenpart zu ihr. Zwischen den beiden knistert es gewaltig – im einen Moment fliegen die Funken, im nächsten die Fetzen. Diese Dynamik hat mir unglaublich gut gefallen. Und je mehr man über seine Vergangenheit erfährt, desto schwerer wird es, ihn nicht ins Herz zu schließen. Seine Geschichte hat mich ehrlich gesagt ziemlich getroffen.
Und dann ist da noch Ren, der Kaiser des Imperiums... und ja, der hat mich wirklich wütend gemacht. Ketos wurde einst in die kaiserliche Familie aufgenommen, aber die Art, wie Ren ihn behandelt, ist einfach nur frustrierend. Dieses Gefühl von „Ich darf alles, weil ich die Macht habe“ – das hat mich beim Lesen richtig aufgeregt.
Die Story selbst hat mich total mitgerissen. Die Mischung aus Charakterentwicklung, Tempo und emotionalen Momenten ist für mich einfach aufgegangen. Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen und hätte es am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Auch der Schreibstil hat mich voll abgeholt – leicht zu lesen, aber trotzdem intensiv und mitreißend.
Und dann dieses Ende…
Ganz ehrlich: fies. Richtig fies. Dieser Cliffhanger macht es einem unmöglich, nicht sofort wissen zu wollen, wie es weitergeht. Ich hoffe wirklich sehr, dass Band 2 nicht lange auf sich warten lässt.