Cover-Bild Someone New

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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 28.01.2019
  • ISBN: 9783785757147
Laura Kneidl

Someone New

Carolin Sophie Göbel (Sprecher)

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich deswegen, vor allem weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch seine undurchdringliche Art fasziniert Micah, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält, denn er hat ein Geheimnis - ein Geheimnis, das auch die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte ...

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 16 Regalen.
  • 2 Mitglieder lesen dieses Buch aktuell.
  • 8 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 1 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2019

Schöne Story mit kurzem Ende

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Das Buch beginnt inhaltlich sehr detailliert! Insgesamt fand ich die Story wirklich klasse mit unerwartetem Ende! Das Ende an sich hat mir gut gefallen allerdings wurde das Buch auf den letzten Seiten ...

Das Buch beginnt inhaltlich sehr detailliert! Insgesamt fand ich die Story wirklich klasse mit unerwartetem Ende! Das Ende an sich hat mir gut gefallen allerdings wurde das Buch auf den letzten Seiten sehr schnell erzählt. Hätte mir erhofft das es nicht so abgehackt enden würde und es in gleichem Tempo wie zu beginn auch endet! Alles in allem eine schöne Geschichte!

Veröffentlicht am 07.09.2019

Total einzigartig

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Inhalt

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich deswegen, ...

Inhalt

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich deswegen, vor allem weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch seine undurchdringliche Art fasziniert Micah, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält, denn er hat ein Geheimnis – ein Geheimnis, das auch die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …

Lyx Verlag

Autorin: Laura Kneidl

Paperback 12,90€

534 Seiten



Cover

Das Cover hat mich von Beginn an begeistert. Es ist ja schon wieder einige Zeit her, dass Someone New veröffentlicht wurde und kurz zuvor habe ich das erste Mal davon gehört, als ich es in der Lyx-Vorschau gesehen habe. Und da habe ich gedacht: Boah, das ist so schön, das muss ich lesen! Und dann fing der Hype an und man hat es immer wieder gesehen, aber ganz ehrlich: Es hat für mich nie an Schönheit verloren! Die Pastellfarben sind echt schön und generell, wie das gemacht ist mit den Buchstaben und dass das so aussieht wie Farbwolken, einfach himmlisch! Für mich ein absolutes Meisterwerk und ein Cover nach meinem Geschmack, das auch nicht zu viel verrät. Dennoch kann man durch diese „Farbwolken-Technik“ erkennen, dass es im Roman auch um Kunst geht und das finde ich toll. Also absolut gelungen!


Bewertung

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, da ich es mal auf Spotify entdeckt habe und dann dachte, jetzt hab ich wirklich keinen Grund mehr das Lesen aufzuschieben. Der Hype ist mittlerweile etwas schwächer geworden und ich hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Rezensionen gelesen, weil ich unvoreingenommen in die Geschichte starten wollte. Ich habe lediglich Kurzmeinungen gelesen, wie „Total emotional“, „Wichtige Themen“ oder „Too much“. Und da war ich dann echt gespannt, was mich da erwartet. Also ich muss sagen, dass mir der Einstieg schwer fiel, da ich mich einfach 0 mit Micah identifizieren konnte… Aber seit dem Moment, wo sie ihre „Nachbarn“ kennengelernt hat, wurde es dann deutlich besser. Ich mochte die Sprecherin des Hörbüchs und finde, dass sie es sehr gut rüber gebracht hat. Ich finde es immer schwer, den Schreibstil zu bewerten, wenn man es nur hört, aber so würde ich jetzt sagen, dass es ein sehr flüssiger, leichter Schreibstil ist, der wirklich schön ist. Als die Geschichte dann so richtig anfing, habe ich schnell gemerkt, dass hier mehrere Thematiken in einem Buch thematisiert werden sollen. Einmal die Geschichte um Micah und Adrian und die Geschichte um Micah und Julian. An sich kein Problem, aber als dann auch noch die Geschichte um Julian selbst so kompliziert wurde, fand ich es dann irgendwann zu viel. Das Problem: Der Fokus lag mal hier, mal da und immer wenn man sich gerade wieder in eine Situation hineingefühlt hatte, wurde wieder eher von einem anderen Handlungsstrang erzählt. Das hat es manchmal etwas kompliziert gemacht, dem ganzen zu folgen. Dazu kam, dass ich anfangs immer die Namen verwechselt habe und irgendwann dann ganz durcheinander war. Und dann hat man teilweise ewig nichts von den Figuren gehört und dann Tauchen sie wieder auf. Z.B. Link. (Ich hoffe, ich schreibe alle Namen richtig, denn vom Hören kenne ich ja die Schreibweise nicht :D) Link hat anfangs eine entscheidende Rolle beim Kennenlernen gespielt, dann war er quasi aus der Welt und am Ende wieder kurz da. Genauso mit seinen Eltern. Und das finde ich schade, dass dadurch keine Geschichte kontinuierlich weiter lief, sondern man immer nur Stücke erzählt hat, da die Geschichte ja immer weiter ging, aber eben immer nur ein Strang gleichzeitig erzählt werden konnte. Hat man viel von Micah und Adrian gehört, wusste man nicht, wie es eigentlich mit Julian ist und andersherum. Ich würde nicht sagen, dass es keinen roten Faden gibt oder dass es schlecht erzählt ist. Ich glaube einfach, dass sich das nicht lösen lässt, außer man teilt die Geschichte in zwei Bücher. Denn von den Thematiken her, hätte man daraus locker zwei Bücher machen können. Diese dann etwas fokussierter auf den jeweiligen Inhalt und dadurch auch tiefer. Das wäre perfekt. Nichts desto trotz möchte ich auch noch ein paar positive Worte zum Buch verlieren. Denn: Es sind wirklich wichtige Themen darin enthalten und Laura Kneidl geht damit wirklich sensibel um. Man kann die Figuren nachvollziehen und sich richtig hineinfühlen. Es waren wirkliche Überraschungen dabei und einfach auch ein Thema, mit dem man zu Beginn wirklich gar nicht gerechnet hat. Aber genau das hat es spannend gemacht. Insgesamt hat es mir dadurch dann doch echt gut gefallen, denn die Ideen hinter der Geschichte sind einfach einmalig und für mich ist es das erste Mal, dass ich über so etwas etwas gelesen habe, was eine tolle Erfahrung war. Und die ehrlichen Protagonisten haben es einem leicht gemacht, das ganze auch nachzuvollziehen und vor allem auch zu begreifen, was da alles hinter steckt und welche Gefühle manche Personen in bestimmten Situationen verspüren. Für mich also ein wirklich wichtiges Buch, das nur gern hätte aufgeteilt werden können in zwei Geschichten. Ich bin daher sehr gespannt auf Band 2 und was uns dort erwartet. Ich kann mir bisher nicht so viel darunter vorstellen. Aber Band 1 war wirklich ein einmaliges Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, denn es bewegt einen wirklich zum Nachdenken (ganz besonders das schöne Nachwort)!

Daher von mir ★★★★☆

Veröffentlicht am 19.05.2019

Eine schöne Liebesgeschichte

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Das Buch behandelt ein Thema, was teilweise in der Gesellschaft nicht mit Toleranz getroffen wird, jedoch hat Laura Kneidl das hervorragend hinbekommen, dieses Thema gut in ihre Story einzubringen. Ich ...

Das Buch behandelt ein Thema, was teilweise in der Gesellschaft nicht mit Toleranz getroffen wird, jedoch hat Laura Kneidl das hervorragend hinbekommen, dieses Thema gut in ihre Story einzubringen. Ich werde nicht schreiben, um welches Thema es sich handelt, schließlich würde das alles spoilern.
Kommen wir zu meiner persönlichen Meinung zu Someone New. Besonders begeistert hat mich, dass so viele wichtige Themen in diesem Buch von Laura Kneidl positiv dargestellt wurden. Hautfarbe, Sexualität, etc. Also alles in allem; viel Toleranz!
Laura Kneidl hat es meiner Meinung nach hervorragend geschafft, alles gut unterzubringen und eine schöne, teils dramatische Liebesgeschichte zu schreiben und gestalten. Außerdem war die Hauptcharakterin auch noch Comic-Fan. Was will man mehr?
Nun, obwohl so viele wichtige Themen bearbeitet wurden, war es doch etwas viel. Nicht viel zu viel, aber etwas zu viel. Es wäre wohl angenehmer gewesen, hätte Laura Kneidl über jedes Thema ein Buch geschrieben, aber das wäre wohl viel zu viel verlangt. Trotzdem, als Abschluss-Fazit, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen! Vor allem, wenn man nichts gegen Hautfarbe, Sexualität, oder Ähnliches hat.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Zu gewollt, zu konstruiert und dabei zu wenig authentisch!

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Achtung: Diese Rezension enthält in gekennzeichneten Bereichen Spoiler!

Nach "Berühre mich. Nicht" und "Verliere mich. Nicht" stand es für mich natürlich außer Frage, dass ich früher oder später auch ...

Achtung: Diese Rezension enthält in gekennzeichneten Bereichen Spoiler!

Nach "Berühre mich. Nicht" und "Verliere mich. Nicht" stand es für mich natürlich außer Frage, dass ich früher oder später auch zu ihrer neuen Reihe greifen werde. Dass ich das mit einer Verspätung von drei Monaten tue und deshalb schon von der enormen Kontroverse an Meinungen zu dieser Geschichte Wind bekommen habe, machte das Ganze noch spannender. Die einen lieben sie und betiteln sie als "das wichtigste YA-Buch überhaupt", die anderen hassen sie und sind einfach nur enttäuscht. Meine Erwartungen konnte das Buch leider nicht ganz erfüllen (Stichwort: Überladung), da ich aber trotzdem von dieser berührenden, mitreißenden und intelligenten Geschichte abgeholt wurde, bewege ich mich wohl am ehesten im Mittelfeld der beiden Lager mit Tendenz zur Begeisterung.

Das einzige, was bei dieser Geschichte mit absoluter Sicherheit und ohne jede Frage festgestellt werden kann, ist, dass das Cover ein Traum ist!! Wie auch schon bei ihrer ersten Reihe haben sich die Gestalter des Verlags selbst übertroffen mit dieser subtilen aber wirkungsvollen Verkörperung des Kernthemas. Leider konnte ich keine der limitierten Ausgaben mit den Illustrationen ergattern aber auch so ist die Gestaltung mit den rosa-blauen Wolken, dem Farbverlauf und dem kontrastreichen Titel ein kleines Kunstwerk. Neben einem Nachwort über die Thematik der Geschichte und der Danksagung der Autorin enthält das Buch noch eine Leseprobe zu "Berühre mich. Nicht."

Erster Satz: "Wie lange muss ich das wohl noch ertragen?"


Zur Handlung will ich gar nicht viel mehr verraten als der Klapptext preisgibt, nur soviel: es gibt eine unvorhergesehene Wendung, die den Roman in seiner Thematik aus der Masse heraushebt. Bis wir diese jedoch vor die Nase geknallt bekommen, werden wir erst auf 500 Seiten auf falsche Fährten gelockt und vertröstet. Das hat zum einen die Wirkung, dass es spannend bleibt, weil man unbedingt herausfinden will, was Julians dunkles Geheimnis ist, zum anderen bleibt durch die sehr späte Auflösung am Ende fast keine Zeit für Ausführungen der Thematik, welche ich wirklich spannend gefunden hätte. Das Eskalationspotential des heiklen Themas wurde deshalb zugunsten von einem langen Spannungsbogen verschenkt und erst ganz am Ende kommt der gewünschte Effekt auf. Damit meine ich keineswegs ein sinnloses, aus der Luft gegriffenes Drama, wie es leider ein fester Bestandteil von YA-Romanen ist, sondern vielmehr eine wirklich tiefgründige Befassung mit dem Thema und eine Beleuchtung von mehreren Seiten. So hat für mich die Tiefe der Emotionen ein wenig gefehlt, die ich an Romanen dieses Genres normalerweise besonders schätze.


"Julians Bartstoppel kratzten über meine Haut, und ich nahm seien Duft wahr, der auf mich so verlockend wirkte wie der Geruch warmer Schokolade. "Danke", flüsterte er noch einmal neben meinem Ohr, und da erkannte ich, dass ich mich zuvor getäuscht hatte. Vielleicht war "Liebe" genau das Wort, an das ich denken sollte."



Die Zeit vor der "großen Enthüllung" wird durch viele sich wiederholende Szenen aus Micahs Alltagsleben, leisen Andeutungen und einem ganzer Haufen an diversen Nebencharakteren gefüllt. Denn die sich entwickelnde Liebe zwischen Micah und Julian steht nicht unbedingt alleinig im Vordergrund. Stattdessen kommt jedem Nebencharakter mit seinen Problemen eine eingehende Betrachtung zu, die Masse macht sie alle jedoch ein wenig oberflächlich. Es scheint, als hätte die Autorin für diese Geschichte zu viele Facetten und Themen gewollt, sodass sie ihre Hauptgeschichte um Julian und Micah ein wenig vernachlässigt und die Nebencharaktere zu austauschbaren Statisten verkommen lassen hat. So ist es zum Beispiel eigentlich belanglos, ob sich Micah gerade mit Lilly, Aliza oder Cassie unterhält, da sie in den meisten Szenen nicht wirklich mehr als nette Beigabe sind.

Auf der anderen Seite versucht sie ihren Protagonisten bewusst Raum zu geben und sich bei der Entwicklung von Micahs und Julians Beziehung Zeit zu lassen. Auch wenn mir klar ist, dass das langsame Tempo für die Glaubwürdigkeit der Geschichte notwendig war, da gerade das sich langsam entwickelnde, authentische Beziehungselement für eine kribbelnde, angenehme Stimmung sorgte, hätte sich Laura Kneidl die vielen inhaltlichen Wiederholungen sparen können, wodurch sich gerade der Mittelteil ein wenig in die Länge zieht. Aus viel gutem Willen und einem Haufen toller Ideen wurde so leider ein an verschieden Facetten überfüllter Roman, der aber dennoch nicht wirklich voranzukommen scheint und bei den meisten Themen nur an der Oberfläche kratzt.


"Wir waren in einem goldenen Käfig aufgewachsen, was ich selbst erst erkannt hatte, nachdem ich ihn verlassen hatte. Von innen wirkte er groß und glänzend, aber von außen betrachtet, sprangen einem vor allem die Gitterstäbe ins Auge. Wollte ich mein Leben wirklich nach den Menschen richten, die mich zurück in diesen Käfig sperren wollten?"


Was man der Autorin jedoch wieder hochanrechnen muss, ist der unglaublich detaillierte und emotionslastige Schreibstil, der mir schon bei ihren Vorgängerbüchern gut gefallen hat. Dadurch schafft Laura Kneidl es, den Roman gleichzeitig spannend, ruhig, aufwühlend, beruhigend, berührend und aufklärend zu erzählen, sodass wir komplett von der Story gefangen genommen werden, auch wenn eigentlich nicht viel passiert. So werden selbst Fandom-Gespräche über Graphic Novels oder LARP und Cosplay zu lesen und man verzeiht dem Roman auch, wenn die Charaktere zum gefühlt hundertsten Mal zusammen ein Café besuchen und sich über belanglose Dinge unterhalten. Besonders gut haben mir hier die vielen dummen Flachwitze gefallen, die die Handlung zusammen mit vielen sarkastischen Bemerkungen und schlagfertigen Dialogen ein wenig auflockern.

Achtung Spoiler Alarm!!!

Jetzt aber genug um das Thema herumgeredet und kryptische Hinweise beiseite: es geht um Diversität! Das ganze Buch liest sich als Plädoyer gegen Vorurteile, Sexismus, Rassismus, Engstirnigkeit und Verurteilung und Micah und ihr Freundeskries leben uns Offenherzigkeit und Toleranz vor. Da ist mit Lilly, die früh ein Kind bekommen hat und nun Großes leistet, um ihren Abschluss nachzuholen, die von der Gesellschaft stigmatisierte Teenie-Mutter. Adrian, der aus Angst vor seinen Eltern jahrelang seine Sexualität verschweigen hat und nach der Offenbarung seines Geheimnisses verstoßen wurde, bringt das Thema "Homosexualität" mit rein. Die heutzutage immer noch mehr oder weniger offene Rassismus-Thematik wird durch Cassie und Auri verkörpert, die in der Öffentlichkeit oft seltsam angestarrt werden, bloß weil sie weiß ist und er schwarz. Auch die Diskrepanz zwischen Moderne und Tradition kommt auf den Tisch, indem Aliza aus einer traditionellen, muslimischen Familie kommt und einen modernen Food-Blog betreibt. Micah will unbedingt ihren Träumen folgen, Kunst studieren und an ihrem Graphic Novel arbeiten, wird aber von ihren Eltern in ein High-Society-Leben inklusive Dinner, Jura-Studium und Luis-Vuitton-Kleid gedrängt. Und Julian... ja … der ist eigentlich eine Frau.

"Ich bin trans" - das ist das große Geheimnis hinter seinen Narben, der Verstoßung von seinen Eltern, dem pinken Teddybären und seiner Fähigkeit, Zöpfe zu flechten. Damit wird das große "Tabu-Thema" Transgender auch mal in einem YA-Buch angesprochen. Das fand ich natürlich so mutig wie spannend aber leider ist mit der Geschichte schon wieder Schluss, als das endlich herauskommt und Laura Kneidl verpasst es so, uns mit der Wahrheit ausreichend zu konfrontieren und nebenbei wichtige Fakten zu vermitteln. So wird dieses wichtige Thema zwar endlich mal angesprochen, es bleibt jedoch bei einer recht oberflächlichen Betrachtung, die man durch eine etwas andere Handlungskonzeption bei einer 550 Seiten lange Geschichte durchaus ein wenig hätte vertiefen können.

Dieses "Abwürgen am Ende" ist jedoch nicht der einzige Punkt, der mich bei der ganzen Sache stört. Auch die Elterngeneration wird in einem recht einseitigen Licht gezeichnet: sowohl Adrians und Micahs High-Society-Anwalt-Eltern als auch Julians/Sophias Eltern können mit den Enthüllungen ihrer Kinder absolut nicht umgehen, reagieren homophob, ausstoßend und voller Hass. Selbst Lillys Eltern blicken kritisch auf jeden ihrer Schritte und machen ihrer Tochter das Leben schwer. Natürlich passiert das leider viel zu selten, aber zwischen all den Problemen wird keine einzige Familie porträtiert, in der ein gelungener Umgang feststellbar ist. Ein weiterer Punkt ist dass Micah mit ihrer Reaktion wohl als Art Vorbild gelten soll. Das kann sie in vielerlei Hinsicht auch erfüllen, in anderen Aspekten reagiert sie jedoch außerordentlich nervtötend, indem sie die Privatsphäre von Julian aber auch von Adrian, Cassie und Auri nicht achtet und sich aufdringlich verhält. Sie akzeptiert kein "Nein", spioniert Julian hinterher und betrachtet viele Aspekte mit einer seltsamen Doppelmoral. Auch wenn ich sie als Protagonisten grundsätzlich mochte, erschien auch sie in ihrer Rolle nicht immer ganz authentisch.


"Ich sah zu Julian, der noch immer neben mir auf dem Baumstamm saß. Die Ellbogen auf den Knien abgestützt, starrte er in die Flammen. Seine Haut leuchtete bronzen im Schein des Feuers. Seine Augen funkelten und wirkten mehr golden als grün, wie Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt. Vergänglich. In diesem Moment wurde mir mit geradezu schmerzhafter Klarheit bewusst, dass ich Julian nicht gehen lassen wollte."


Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage, ob die ganzen Beispiele nicht vielleicht etwas zu viel Diversitäten und Besonderheiten für einen Freundeskreis ergeben, als dass es noch glaubwürdig wäre. Aber egal - die Message ist auf jeden Fall bei mir angekommen: Diversität ist toll und Liebe ist Liebe! Das würde ich genauso unterschreiben also vergesst meine Kritik und lest dieses tolle Buch!!!
Spoiler Ende!!!


"Und manche Geheimnisse wachsen durch diese Angst, bis sie zu Monstern in unserem Schrank werden. Bis wir uns irgendwann nicht mehr trauen, ihn zu öffnen. Nicht einmal in Anwesenheit einer Person, der wir unser Leben anvertrauen würden. "


Kritik hin oder her, ich werde auf jeden Fall an der Reihe dranbleiben um meine liebgewonnenen Protagonisten wiederzusehen und mehr über Cassie und Auri zu erfahren. Also freue ich mich sehr auf "Someone Else"!



Fazit:


Ein wundervolles Plädoyer gegen Vorurteile, Sexismus, Rassismus, Engstirnigkeit und Verurteilung, das mit einer unvorhergesehenen Wendung und einem plastischen, emotionslastigen Schreibstil überzeugt. Leider wirkt der Roman mit den vielen verschiedenen Facetten, Nebencharakteren und tollen Ideen ein wenig überladen, sodass er nicht wirklich voranzukommen scheint und bei den meisten Themen nur an der Oberfläche kratzt.
Zu gewollt, zu konstruiert und dabei zu wenig authentisch!

Veröffentlicht am 18.02.2019

Eine tolle neue Geschichte aus der Feder von Laura Kneidl

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Vorweg:
Nachdem „Berühr mich nicht“ mich so von den Socken gehauen hat, wollte ich unbedingt das neue Hörbuch von Laura Kneidl hören.

Inhaltsangabe
Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen ...

Vorweg:
Nachdem „Berühr mich nicht“ mich so von den Socken gehauen hat, wollte ich unbedingt das neue Hörbuch von Laura Kneidl hören.

Inhaltsangabe
Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte ...

Cover, Bilder und Gestaltung
Ein traumhaft schönes Cover für den Bücherschrank! Ich liebe diese Farben!

Meinung zum Hörbuch
Es passiert sooo viel und doch bleibt so vieles Grau im Buch, dass ich gar nicht weiß, wo ich am besten ansetzen soll, wenn ich ehrlich bin.

So viel vorweg: Laura Kneidl hat einen wirklich großartigen Schreibstil. Ich liebe Alltagssituationen, liebe es, wenn es nicht immer nur Schlag auf Schlag geht, sondern man in eine Situation oder eine Geschichte Stück für Stück hineinwachsen kann. Da unsere Welt leider das Kurzweilige liebt, ist es daher für viele vielleicht nicht das Buch, was sie zunächst erwarten, doch wer Lauras Schreibstil bislang mochte und schon andere Werke von ihr kennt, wird auch dieses Buch lieben.

Aber nun zum Inhalt – ich muss gestehen, dass vieles für mich sehr offensichtlich war, was okay ist, denn ich schreibe selbst Romane und habe gelernt zwischen den Zeilen zu lesen, weshalb es mich nicht stört, wenn ich nicht groß innerhalb eines Romans überrascht wurde.
Doch zwischenzeitlich war es mir tatsächlich do-much. Es hat gewirkt, als würde Laura in dieses Buch alles packen, was ein wenig „anders“ ist.
Da ich jetzt leider nicht darauf eingehen kann, was ich damit meine, ohne zu spoilern, kann ich weder auf meinen Freundes- noch auf meinen Familienkreis eingehen, in dem es ähnliche Fälle gibt, ohne euch die Spannung zu nehmen.
Daher sei nur so viel gesagt: Es waren wirklich verdammt viele Zufälle auf einmal, dass ausgerechnet all diese Personen aufeinandergetroffen sind.
Außerdem fand ich die Protagonistin jetzt nicht in allen Bereichen nachvollziehbar, aber jeder Mensch reagiert auf Offenbarungen auch anders.
Alles in allem fand ich es großartig, dass Laura sich an solch eine etwas schwierigere Thematik herangewagt hat. Ein bisschen weniger ist zwar manchmal mehr, doch ich freue mich dennoch auf die angekündigten Fortsetzungen und bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch so aus ihrer Feder entspringen wird.

~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~ Fazit des Hörbuches ~ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ~
Eine tolle neue Geschichte aus der Feder von Laura Kneidl

4 von 5 Sternen

Nicky von >Die Librellis<
ehemals Nickypaulas Bücherwelt