Cover-Bild Götterfunke
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Dressler
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 20.02.2017
  • ISBN: 9783791500294
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Marah Woolf

Götterfunke

Liebe mich nicht
"Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?" Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. "Liebe mich nicht."
Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?
Marah Woolf, Autorin der MondLichtSaga und eine der erfolgreichsten Selfpublisherinnen Deutschlands, jetzt erstmals in einem deutschen Verlag!
www.marahwoolf.de
Auch als E-Book erhältlich.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2017

Wirklich Göttlich

2

Cover: Bei dem Cover war ich wirklich erst sehr skeptisch gewesen. Es springt einem auf jeden Fall ins Auge, doch ich war mit dem Ausdruck des Models nicht sehr zufrieden. Ist natürlich Geschmackssache. ...

Cover: Bei dem Cover war ich wirklich erst sehr skeptisch gewesen. Es springt einem auf jeden Fall ins Auge, doch ich war mit dem Ausdruck des Models nicht sehr zufrieden. Ist natürlich Geschmackssache. Doch als ich das Buch in meinen Händen hielt, war ich verliebt.
Die Hülle hat eine leicht raue-, feste Oberfläche, fühlt sich toll an und vor allem schimmert diese im Licht golden. Die Farben des Covers lassen einen sofort träumen. Die Schriftart gefällt mir sehr gut, nur die Aufteilung könnte man meiner Meinung nach etwas besser positionieren.
Richtig gut gefällt mir die "Karte" vom Camp, wo sich alles abspielt und die Schriftrolle mit den Regeln auf der ersten Seine. Außerdem auch die Legende/Stammbaum auf den letzten Seiten und natürlich nochmal die Auflistung der Götter mit einer kurzen Beschreibung. ?

Inhalt: Jess und Robyn wollen die Sommerferien in einem Camp in den Rockys verbringen und zusammen entspannen. Aber schon der Weg dahin gestaltet sich anders als Gedacht. Doch nur Jess scheint sich daran erinnern zu können. Vor allem der Junge mit den smaragdgrünen Augen geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Im Camp triff sie dann auf ihn wieder und ist sofort fasziniert, so wie jedes andere Mädchen auch. Doch "Cayden" verfolgt ein ganz bestimmtest Ziel: Er ist der Titan Prometheus und hat eine Abmachung mit Zeus. Alle einhundert Jahre hat er sie Chance die Sterblichkeit zu erlangen, indem er ein Mädchen findet, die ihn trotz aller Bemühungen abblitzen lässt. Dafür hat er 60 Tage Zeit und natürlich darf er das Mädchen nicht selber wählen. ?

Meine Meinung: Jess war mir sofort sympatisch gewesen, obwohl sie nicht sehr von sich überzeugt ist und auch von den anderen so wahrgenommen wird, ist sie klug und kennt ihre Stärken. Außerdem hat sie ein großes Herz. Auch für ihre Freundin Robyn, obwohl diese sich absolut nicht wie eine gute Freundin ihr gegenüber verhält. Sie ist ein typisch verwöhntes Gör, die ich überhaupt nicht mochte.
Josh ist der beste Freund von Jess. Er steht immer hinter ihr und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, Trotzdem finde ich deren "Beziehung" nicht übertrieben.
Dann gäbe es da natürlich noch die Götter und Cayden.
Cayden alias Prometheus ist mit seinen grünen Augen und seinem Charme wirklich ein Herzensbrecher schlechthin. Er möchte endlich Sterblich werden und will sein Ziel natürlich mit allem Mitteln erreichen. Aber da hat er nicht mit Jess gerechnet, wobei sie nicht sein einziges Problem ist.
Im Camp ist er mit Zeus, dessen Frau Hera, Athene und Apoll. Apoll fand ich durch seinen Humor wirklich sehr erfrischend.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Jess erzählt. man erfährt viel über ihre Gefühle und kann ihre Handlungen auch nachvollziehen. Stellenweise gibt es einen Einblick in die Gedanken von dem Götterboten Hermes. So wird man auch immer über den Wettstreit auf dem Laufendem gehalten.

Götterfunke ist mein ersten Buch vom Marah Woolf gewesen. Durch den flüssigen und bildlichen Schreibstil war ich sofort mittendrin und von der Geschichte gefesselt.

Besonders toll fand ich, dass die Autorin viel über die griechische Mythologie mit eingebracht hat und man wirklich gemerkt hat, wie sehr ihr das Thema gefällt. Ich war zu keiner Zeit verwirrt, weder mit Namen noch mit Orten. Wirklich super geschrieben.

Fazit: "Götterfunke - Liebe mich nicht" ist ein fesselnder und interessanter Roman, mit vielen Gefühlen und Herzschmerz. Jedem der solche Romane gerne liest und die griechische Mythologie mag, kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Ich bin begeistert und warte sehnlichst auf Teil zwei.

Veröffentlicht am 02.08.2020

Götterfunke- Liebe mich nicht

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Rezension zu Götterfunke (1): Liebe mich nicht von Marah Woolf

Inhalt:
Jess und ihre beste Freundin wollen ihre Sommerferien in einen Camp verbringen. Dort trifft sie auf Cayden, einen Jungen der ihr ...

Rezension zu Götterfunke (1): Liebe mich nicht von Marah Woolf

Inhalt:
Jess und ihre beste Freundin wollen ihre Sommerferien in einen Camp verbringen. Dort trifft sie auf Cayden, einen Jungen der ihr irgendwie bekannt vorkommt. Ein gut aussehender junger Mann, dem die Damenwelt zu Füßen liegt. Auch Jess verliert ihr Herz an ihn und verfällt Cayden hoffnungslos. Dabei ahnt sie nicht, das sie in das Spiel von Göttern geraten ist. Denn Cayden hat eine Vereinbarung mit Zeus getroffen und tut alles dafür, um sein Ziel zu erreichen. Er möchte sterblich werden und spielt mit den Gefühlen anderer. Um Sterblichkeit zu erlangen muss Cayden ein Mädchen finden, das ihm widersteht.

Zusammenfassung:
Ich habe die gebundene Ausgabe gelesen. Es ist ein Hardcover mit Schutzumschlag, dass sowohl mit als auch ohne Hülle hübsch anzusehen ist. Auf dem Cover ist wohl die weibliche Hauptperson zu sehen, die mir persönlich zu erwachsen aussieht, wenn man Jess Charakter bedenkt. Dazu gleich noch mehr.

Der Einstieg in die Geschichte ist leicht und beginnt mit einer kurzen Regelübersicht des Wettkampfs, den sich Cayden stellt. Beaufsichtigt wird das Ganze vom Götterboten Hermes, der im Laufe der Geschichte zahlreiche Aufzeichnungen anfertigt. Diese kleinen Zwischenkapitel durchziehen die ganze Geschichte und erlauben Einsicht in die Beobachtungen von Hermes, sowie seiner Meinung zu der Angelegenheit. Als Leser erhält man so zusätzliche Informationen.
Im Fokus steht natürlich die Protagonistin Jess, die im Sommercamp sportlichen und auch schulischen Aktivitäten nachgeht. In dem Fall Altgriechisch.
Sie schließt Freundschaften, genießt ihre Sommerferien und verliebt sich. Leider ist Cayden ein Frauenheld und Jess weiß nie so genau, woran sie mit ihm ist. Denn ausgerechnet ihre beste Freundin Robyn hat ebenfalls ein Auge auf ihn geworfen.
Jess hat im Laufe der Geschichte mit zahlreichen Gefühlen und Enttäuschungen zu kämpfen. Sie gerät mehrfach in Gefahr (von Göttern gemachte Gefahr) und wird immer wieder von Cayden gerettet, der immerzu in ihrer Nähe zu sein scheint.
Ihre Freundin ist ihr dabei leider keine große Hilfe. Im Gegenteil, es endet mit Rivalität und Zickenkrieg. Leider wird die Geschichte dominiert von dem Interesse der beiden Mädchen an dem geheimnisvollen Cayden, bis zum Schluss hin.
Nur die Anwesenheit einiger anderer Götter, wie Apoll und Athene bringen etwas Abwechslung in die Geschichte. Diese sind mir auch durchweg sympathisch gewesen. Es gab auch einige Einblicke in die griechische Mythologie und Hierarchie. Gut erklärt und verständlich.

Meine persöhnliche Meinung:
Der Roman wird dominiert von zahlreichen Stereotypen. Die Protagonistin ist ein Mädchen mit fehlenden Selbstwertgefühl und fragwürdiger Treue ihrer besten Freundin gegenüber.
Die beste Freundin Robyn ist attraktiv und sehr beliebt, die früh ihr wahres Gesicht zeigt und sich als zickig, eingebildet und rücksichtslos erweist.
Cayden ist für mich der schwächste Charakter, der nur mit seinem guten Aussehen glänzt und Herzen bricht. Er rettet Jess einige Male und ist ihr gegenüber oft sehr nett, aber das macht er schon wenige Seiten mit seinem Verhalten wieder zunichte.
Am sympathischsten waren mir da Apoll und Leah, die einfach nur sie selbst sind und sich aus der Dreiecksbeziehung weitestgehend heraushalten.

Fazit:
Der Schreibstil von Marah Woolf ist wie gewohnt: flüssig, bildhaft und leicht verständlich. Ich kam schnell in die Geschichte rein. Daran ist nichts auszusetzen.
Leider haben mir die dominierenden Schwärmereien von Jess und ihre Streitigkeiten mit ihrer besten Freundin, nicht so viel Lesevergnügen bereitet, wie ich es mir erhofft hatte.
Ich habe schon einige Jugendromane gelesen, aber dieser war einer der schwächsten für mich. Trotzdem werde ich auch den zweiten Band lesen.

Götterfunke ist ein Jugendroman, an den man nicht mit zu hohen Erwartungen herangehen darf. Wenn man von einigen sich wiederholenden Situationen absieht und sich stattdessen auf zahlreiche nette Nebencharaktere einlässt, ist Götterfunke eine unterhaltsame Geschichte.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Genialer Auftakt von Marah Woolf

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"GötterFunke- - Liebe mich nicht" ist der Auftakt einer Trilogie von der Autorin Marah Woolf.
Da ich schon ihre anderen Bücher wie "MondSilberLicht", "FederLeicht" und "Bookless" geliebt habe, musste ich ...

"GötterFunke- - Liebe mich nicht" ist der Auftakt einer Trilogie von der Autorin Marah Woolf.
Da ich schon ihre anderen Bücher wie "MondSilberLicht", "FederLeicht" und "Bookless" geliebt habe, musste ich diese Reihe natürlich auch lesen.
Und auch hier hat die Autorin mich nicht enttäuscht.

Dieses Buch ist die perfekte Mischung aus Realität, griechischer Mythologie, Herzschmerz und Liebe.
Ich habe mit der Protagonistin Jess gelacht, geweint und war auch mit ihr zusammen wütend.
Allem voran war die Idee mit dem Fluch des Prometheus einfach total spannend. Zudem die Verbindung der Götter und der normalen Menschen wie wir sie kennen, macht die Handlung so authentisch und spannend.
Schade finde ich allerdings wie die Freundschaft von Jess und ihrer besten Freundin dargestellt wird. Natürlich gehörte das zur Handlung aber ich hätte mir ein bisschen weniger Naivität gewünscht.

Das Cover finde ich allerdings wirklich schön, die Farben harmonieren und das Buch ist ein richtiger Eye-Catcher.

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Veröffentlicht am 20.04.2020

Ein viel zu kindisches und stellenweise nerviges Teenie-Drama.

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Nachdem ich letzte Woche "Staub und Flammen" von Kira Licht gelesen hatte, habe ich richtig Lust auf eine weitere Geschichte auf Basis der griechischen Mythologie bekommen. Wie gut, dass der erste Teil ...

Nachdem ich letzte Woche "Staub und Flammen" von Kira Licht gelesen hatte, habe ich richtig Lust auf eine weitere Geschichte auf Basis der griechischen Mythologie bekommen. Wie gut, dass der erste Teil von Marah Woolfs "Götterfunke"-Trilogie seit Ewigkeiten ungelesen bei mir herumsubte (übrigens: Neologismus, der). Leider habe ich aber keine spannende Adaption auf die griechischen Sagen bekommen sondern in erster Linie ein viel zu kindisches und stellenweise nerviges Teenie-Drama, das sich eigentlich in zwei Sätzen zusammenfassen lässt: "Cayden ist so heiß. Jess ist so eifersüchtig."

Das Cover hat mir nie gefallen. Während die der Ebook-Ausgabe einfarbig und mit goldenen Ornamenten verziert sind und ein einzelner Flügel das Hauptmotiv ist, ist
die gebundene Ausgabe ein einziges Durcheinander aus bunten Lichtpunkten, wildem Rankenmuster, einem viel zu großen, übertrieben geschminkten (und meiner Meinung nach überhaupt nicht passenden) Modellgesicht und dem überdimensionalen etwas verwirrend formatierten Titel. Innerhalb der Buchdeckel gefällt mir die Gestaltung schon viel besser. Eine grob gezeichnete Karte in den Innenseiten der Buchdeckel, eine mit Ranken verzierte Schonseite, eine vorangegangene Erklärung der Regeln des göttlichen Wettstreits und am Ende ein äußerst hilfreiches (wenn auch durch die Beifügung von zwei Leseproben schwer auffindbares) Glossar mit einem Götterstammbaum.


Erster Satz: "Prometheus hatte sich diesen lächerlichen menschlichen Namen gegeben."


Dass die Geschichte aus der Sicht des Götterboten und heimlichen Kommentator der Geschichte Hermes so selbstkritisch beginnen würde, hat mir große Hoffnung gemacht. Ich meine, es ist ja tatsächlich etwas unfreiwillig komisch, dass Prometheus, sich als einziger der auf der Erde wandelnden Götter einen neuen Decknamen verpasst hat, die anderen aber ihre normalen Namen behalten haben. Wenn sich die Autorin schon dafür entschieden hat, dass man eine Athene namens Ash und ein Apoll namens Ayden nicht hätte ernst nehmen können, warum benennt sie dann ihren Hauptprotagonisten anders? Was aber Ausgangspunkt für einen Insiderwitz hätte sein können, wird nicht das einzige bleiben, was in dieser Geschichte unfreiwillig komisch erscheint und sich dem Leser nicht ganz erschließt. Ich war grundsätzlich sehr gespannt auf die Umsetzung von Prometheus´ Geschichte, da dieser eine Figur ist, die in sonstigen mir bekannten Romanen eher ausgespart wurde. Da in dieser Geschichte jedoch die Mythologie nichts mehr als eine nette Kulisse ist, rate ich allen interessierten, die Sagen lieber zu googeln. Denn mehr als die hinten im Glossar stehenden Kurzerklärungen erfahren wir nicht über die Götter und Titanen, die eigentlich Hauptfokus der Geschichte sein sollten.

Stattdessen hat die Autorin ihren Fokus sehr stark auf den Romantik-Anteil konzentriert und die Fantasy-Komponente bis auf einzelne Szenen eher in den Hintergrund gedrängt. Ich hatte mich zu Beginn gewundert, dass Caydens Ziel und Aufgabe den gewöhnlichen Flüchen entgegengesetzt ist. Anstatt ein Mädchen dazu zubringen, sich in ihn zu verlieben, wie wir das aus tausenden Beauty-and-Beast-Adaptionen kennen, muss er die Eine finden, die seinem göttlichen Charme widerstehen kann. Das fand ich erstmal eine sehr spannende Idee, dass das aber als Geschichte überhaupt nicht funktioniert, ist mir (und wohl auch der Autorin) erst im Verlauf der Geschichte aufgefallen. Irreführend dabei ist auch, dass nicht mal Jess die Auserwählte und Zentrum seiner Aufgabe wird, wie ich das aufgrund des Klapptextes eigentlich dachte. Stattdessen muss Cayden dafür sorgen, dass ihre beste Freundin Robyn ihn abweist und benutzt dabei sie als reinen Spielball um bei Robyn für Unmut zu sorgen. Dass dabei viel Drama, Eifersucht und Zickenkrieg vorprogrammiert ist, wird bald klar und nach wenigen Seiten bin ich aus dem Augen-verdreh-Modus gar nicht mehr herausgekommen. Während Jess den normalen Camp-Alltag mit Kursen, neuen Bekanntschaften und Abendprogramm bestreitet dreht sich jede weitere freie Minute um Cayden, sein Aussehen, sein neustes Anhängsel, sein Verhalten und das Chaos, das er mal versehentlich und mal aus purer Berechnung auslöst. In all dem Drama und den vielen Wiederholungen plätschert die eigentliche Rahmenhandlung eher ziellos dahin und auch die "große Enthüllung" der Götterwelt und ein paar Begegnungen mit Monstern, eine Verschwörung und das Auftauchen eines Bösewichts, konnten die Story nicht mehr retten.

Das Camp-Thema ist ja schon bekannt aus anderen Büchern des Genres wie zum Beispiel die Shadow Falls Reihe oder Percy Jackson. Statt dies als dynamisches Setting mit vielen verschiedenen Handelnden auszuspielen, konzentrieren wir uns jedoch nur auf einzelne ausgewählte Personen und haben bald das Gefühl, in einem Hühnerstall aus kochenden Hormonen gelandet zu sein. Selbst die auftauchenden Götter wirken eher wie ein Haufen pubertierender Jugendlicher und nicht wie uralte, weise Götter, sodass ich bald keinen einzigen Protagonisten mehr wirklich ernst nehmen konnte. Die einzigen Figuren mit Potential - Leah, Apoll und Athene - haben äußerst seltene und kurze Auftritte, sodass sie in dem Cayden-Wahnsinn unter gehen. Andere Nebenfiguren wiederum wie zum Beispiel Jess´ Kindheitsfreunde Cameron und Josh hätte man problemlos aus der Gleichung streichen können, ohne auch nur ein Detail zu verändern. Während ersterer nach Strich und Faden von seiner Freundin Robyn betrogen wird, ohne dass es irgendeinen zu stören scheint, ist Josh der typische gutaussehende beste Freund, bei dem ich stark befürchte, dass er uns in Zukunft noch ein Liebesdreieck bescheren wird.


"Ich hatte gedacht, ich würde ihm etwas bedeuten. Aber er hatte mich getäuscht, genau wie all die Mädchen vor mir."


Besonders auf den Geist gegangen sind mir aber Jess und Cayden, deren Gefühle, Gedanken und Handlungsmotive trotz ellenlangen Breittretens sehr blass und oberflächlich bleiben. Jess, die wir eigentlich als verantwortungsbewusstes, bodenständiges, kluges Mädchen kennenlernen, nervt nach ihrem Treffen mit Cayden zusehends mit ihrem Herumgesabbere und wechselt im Seitentakt von "was erlaubt er sich, ich bin fertig mit ihm" zu "egal was er macht, ich bete den Boden unter seinen Füßen an". Das ist weder reif, noch zeugt es von besonders viel Stolz, Selbstachtung oder Handlungskontrolle. Zusätzlich zu ihrem äußerst nervigen Verhalten, erscheint sie mit der großen Diskrepanz zwischen ihren Worten und ihren Taten zunehmend unglaubwürdig. Sie verurteilt nämlich alle, die Caydens Anziehungskraft nicht widerstehen können, ist aber selbst die Erste an der Sabberfront und misst jegliches Verhalten mit zweierlei Maßen. Cayden hingegen zieht das Gewinnen seiner Wette, durch die er endlich seine Unsterblichkeit verlieren würde (warum er das so dringend will, ist nicht klar), allem anderen vor und schreckt nicht davor zurück, mit Mädchenherzen zu spielen und Gefühle zu verletzen. Dass er sich dann plötzlich in eines seiner "Opfer" zu verlieben scheint, sich aber erst für sie entscheidet, als er bereits sicher verloren hat, macht ihn in seinem egoistisches Verhalten auch nicht sympathischer. Da kann die Protagonistin noch so oft eine muskulöse Brust oder seine schönen Augen beschreiben - warm wurde ich mit dem rücksichtslosen Titan nicht mehr.

Allgemein hat mir die teilweise sehr überspitzte Darstellung von lebendigen männlichen und weiblichen Klischees im Liebesrausch überhaupt nicht gefallen. Die Jungs sind hier allesamt gutaussehende Playboys, die absolut jeden anbaggern, der nicht bei drei auf dem Baum ist, während die Mädchen als junge, naive Dinger dargestellt werden, die sich jedem an den Hals werfen und Bitch-Fights ausrufen. Das ist nicht nur lächerlich und ziemlich öde zu lesen sondern auch ziemlich sexistisch. Wer die Dinge selbst in die Hand nimmt, wird als Bitch bezeichnet, wer sich nicht schlecht behandeln lassen will, als zickig und hysterisch und wer ein wenig mehr Selbstbewusstsein hat als der Camp-Durchschnitt, gilt schnell als eingebildet - die Protagonistin hingegen darf in Selbstmitleid baden, eifersüchtig sein, zwischen mehreren Polen hin und her pendeln und wird dabei immer als tapfer und mutig beschrieben und bleibt die "ganz besondere Schneeflocke".

Ich fasse nochmal kurz zusammen: viele sexistische Klischees, eine nervige Protagonistin, ein unsympathischer Protagonist, ein sehr geringer Fantasy-Anteil und ein vernachlässigter Spannungsbogen - der Funke ist bei mir hier definitiv nicht übergesprungen. Daran konnte auch Marah Woolfs Schreibstil nichts ändern, der leider vieles, was zu einer spannenden Schlüsselszene hätte werden können, schnell und plump abhandelt. Auch der für einen New Adult Roman typische umgangssprachliche, schlichte Stil unterstreit nur, dass wir hier nicht mit vielen mystischen Fantasy-Szenen rechnen können. Und um meine ultimative Enttäuschung nochmal auszudrücken: auch die eingeschobenen Berichte von Hermes, die ich anfangs für sehr vielversprechend hielt, deren Funktion sich mir aber rückblickend betrachtet nicht ganz erschließt, wirken eher gezwungen und unnötig. Er fasst häufig einfach nur das vorherige Kapitel kurz zusammen, gibt pseudo-weise und häufig sexistische Kommentare ab und nervt mit offensichtlichen Vorausdeutungen. Band 2 werde ich wohl nicht mehr lesen.




Fazit:


Viele sexistische Klischees, eine nervige Protagonistin, ein unsympathischer Protagonist, ein verkümmerter Fantasy-Anteil und ein vernachlässigter Spannungsbogen - der Funke ist bei mir hier definitiv nicht übergesprungen. Leider habe ich hier keine spannende Adaption auf die griechischen Sagen bekommen, sondern in erster Linie ein viel zu kindisches und stellenweise nerviges Teenie-Drama.

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Veröffentlicht am 09.04.2020

Wenn der Puls selbst beim Schreiben der Rezension hochgeht ...

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Eigentlich habe ich schon vor diesem Buch festgestellt, dass Marah Woolf nicht meine Autorin ist, aber wie so viele bin auch ich nicht vor dem guten alten Buch-Hype gefeit. Ich habe mir gedacht: Irgendwo ...

Eigentlich habe ich schon vor diesem Buch festgestellt, dass Marah Woolf nicht meine Autorin ist, aber wie so viele bin auch ich nicht vor dem guten alten Buch-Hype gefeit. Ich habe mir gedacht: Irgendwo müssen diese ganzen guten Bewertungen ja herkommen, oder? Vielleicht gibst du dem Buch doch mal eine Chance. Ich kann mir aber auch nach Lesen des Buches einfach nicht erklären, wo derartig viele gute Bewertungen herkommen. Die Leser müssen ein völlig anderes Buch gelesen haben als ich, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie dieses Buch eine durchschnittliche Bewertung von 4,6 Sternen (!!!) auf Amazon haben kann. 4,6! Für mich schrammt es nicht mal die zwei Sterne an.

Wo soll ich nur anfangen? Vielleicht erstmal mit etwas Positivem. Ich finde es super, dass es hinten im Buch einen Stammbaum der griechischen Götter und ein Glossar gibt, das einem die wichtigsten Informationen zu Figuren und Orten wie dem Tartaros zusammenfasst. So kann man nochmal etwas nachlesen, sollte nach Beenden des Buches noch etwas unklar geblieben sein (was ich mir durchaus vorstellen könnte, denn manches wird schlichtweg verwirrend erzählt). Zuvor sollte man das jedoch vermeiden, da man sich sonst definitiv spoilert (wobei das eigentlich auch egal ist, denn überraschende Wendungen sucht man hier vergeblich).

So viel zum Guten. Leider muss ich sagen, dass ich von Anfang bis Ende die meiste Zeit genervt war. Das gute alte Augenverdrehen war mein ständiger Begleiter, das fing schon ganz früh an, als sich die ersten Klischees häuften. Ein gewöhnliches Mädchen mit einer ganz und gar nicht gewöhnlichen, reichen, wunderschönen besten Freundin trifft auf einen unverschämt gutaussehenden Jungen, der insgeheim ein Titan ist. Prometheus, um genau zu sein.

»Blieb die Frage, warum ein Junge wie er sich ausgerechnet für mich interessierte.« (S. 73)

Antwort: Unser gewöhnliches Mädchen ist so anders als alle anderen, etwas ganz Besonderes, wie ihr nicht nur von Prometheus alias Cayden attestiert wird, sondern selbstverständlich auch von den anderen Göttern. Apoll hat selten ein so tapferes und kluges Mädchen wie sie getroffen. (Was ziemlich übel ist, wenn man bedenkt, wie sie sämtliche Gehirnzellen einbüßt, sobald Cayden auch nur in ihre Richtung atmet.) Nach diesem schicksalshaften (!) Zusammentreffen folgt ein einziges Hin und Her zwischen „Warum mag er mich nicht?“ und „Der kann mir gestohlen bleiben“, wobei letztere Einstellung jedoch immer nur eine einzige Buchseite Bestand hat und dann ganz flüssig wieder in „Warum mag er mich nicht?“ übergeht. Das hat bei mir kein freudiges Mitfiebern ausgelöst, sondern Bluthochdruck.

»Gibt es etwas, was du mir erzählen möchtest? Ich dachte, du kannst ihn nicht mehr leiden.« (S. 101).

Das ist es, was ich mir ungefähr zu 99% des Buches gedacht habe, denn Jess wechselt – wie schon gesagt – im Minutentakt von „Ich bin fertig mit ihm“ zu „Ich schmelze bei jedem Blödsinn, den er von sich gibt, dahin“. Wie man sich als Leser nicht darüber aufregen kann, ist mir absolut schleierhaft. Ich habe jedes Mal die Augen verdreht, wenn sie ihm wieder die Schuhe vollgesabbert hat, nur weil er seine Finger nicht bei sich behalten kann und ihr dauernd im Gesicht herumfuchteln muss, obwohl er sie noch gar nicht lange kennt.

»Ein bisschen Würde wollte ich schon noch behalten, schließlich war ich kein liebeskrankes Huhn und würde mich einem Mann niemals so an den Hals werfen, wie Melissa es gerade tat.« (S. 121)

Den Satz musste ich erstmal sacken lassen, weil der ja eigentlich nur ironisch gemeint sein kann. Jess hat den lieben langen Tag nichts Besseres zu tun, als Cayden hinterherzuhecheln (ganz egal, wie widerlich er sich benimmt) – und gleichzeitig ist sie so gütig, ihn jedes Mal darauf hinzuweisen, wenn er sich gegenüber seiner Mitmenschen unhöflich benehmen sollte (weil er das erst von ihr gesagt bekommen muss, damit ihm das auch bewusst ist). Der arme Kerl darf nicht mal anständig auf seinen Vater sauer sein, ohne sich von Jess anhören zu müssen, dass er „nicht besonders höflich zu ihm“ ist. Ist sie seine Gouvernante? Darf er seinem Vater nicht mal ordentlich eins mit der Schaufel überbraten, ohne dass Jess ihm sagt, wie unhöflich das ist? Mensch! Und die wunderbare Doppelmoral, die kurz darauf folgt:

»Im Dunkeln soll man nicht mehr im Wald unterwegs sein. Hast du die Campordnung nicht gelesen?“, fragte er [Cameron] in seinem belehrenden Politikertonfall. „Es ist verboten und gerade wir Ältesten sollten uns an die Regeln halten.“ Das war so typisch für ihn. Bloß nichts falsch machen.« (S. 116).

Ich habe wirklich selten aus der Sicht einer so nervigen Protagonistin gelesen. Jedes Mal, wenn man sich denkt, dass sie doch jetzt endlich mal ihren ganzen Stolz zusammenkratzen und Cayden abhaken müsste, heißt es doch nur wieder „Cayden hier, Cayden da“. Und während ihre beste Freundin Robyn als selbstsüchtige, eifersüchtige Zicke bezeichnet wird, darf sie selbst mit eifersüchtigen Bemerkungen à la „Geh doch zu Robyn, du bevorzugst ihre Gesellschaft doch sowieso“ um sich werfen. Wenn sie das ein einziges Mal machen würde, könnte ich damit leben, aber so geht es die ganze Zeit.

»Cayden hatte sich die ganze Nacht in meinem Kopf breitgemacht. Ich verstand nur nicht, weshalb. Er war nett zu mir, aber das war er zu vielen Mädchen.« (S. 122)

Ich denke, es hapert schon daran, dass der Klappentext einen völlig falschen Eindruck vermittelt. Prometheus alias Cayden hat eine Vereinbarung mit Zeus, nach der er ein Mädchen finden muss, das ihm widersteht, um endlich sterblich zu werden. Eigentlich eine interessante Idee, weil man es doch eher umgekehrt erwarten würde: Der Protagonist muss das Mädchen verführen, aber – Überraschung! – das ist gar nicht so leicht. Dass es hier andersherum sein soll, hat mein Interesse geweckt – im Nachhinein frage ich mich aber, ob diese Idee wirklich Potential hat. Worin bestehen denn der Reiz und die Spannung, wenn ihm die Protagonistin Kontra gibt und sich nicht so leicht um den Finger wickeln lässt und das auch noch das Ziel des Protagonisten ist? Das scheint der Autorin auch klar gewesen zu sein, also hat sie Jess einfach so entworfen, dass sie Cayden zwar hier und da (schwach) Kontra gibt, sich gleichzeitig aber MÜHELOS von ihm um den Finger wickeln lässt, ohne dass dieser sich überhaupt dafür anstrengen muss. Weil so ja alles viel mehr Sinn ergibt!

Der Klappentext vermittelt also ein völlig falsches Bild, denn Jess ist offensichtlich gar nicht besagtes Mädchen, das ihm widersteht (oder widerstehen soll). Und wenn das die Story ist, was tun wir denn dann hier? Die Handlung besteht eigentlich nur daraus, dass wir mit Jess beobachten, wie Cayden ihre beste Freundin Robyn anmacht – in der Hoffnung, dass sie ihm (im Gegensatz zu Jess) widerstehen kann, denn diese hat ja schließlich einen Freund. Es gibt also Eifersucht und Selbstmitleid im Überfluss, die Kirsche auf der Torte ist die gehässige beste Freundin, die Jess regelmäßig darüber informiert, dass Cayden nicht in ihrer Liga spielt (das gute alte Bodyshaming ist also auch mit von der Partie). Dass es gegen Ende dann doch ein bisschen (!!!) interessanter wird, weil endlich ein Bösewicht auf der Bildfläche erscheint, kann diese Katastrophe von einer Geschichte aber auch nicht retten, denn letztendlich sind Jess‘ Gefühle für Cayden das Allerwichtigste – und damit wir das nicht vergessen, werden sie in jedem zweiten Satz erwähnt.

Ich könnte mich jetzt noch lang und breit darüber auslassen, wie frauenfeindlich manche Darstellungen von und Bemerkungen über bestimmte (Robyn, Melissa) oder auch unbestimmte Figuren sind (z.B. wenn Hermes das Wort ergreifen darf), aber wenn ich es recht bedenke, ist ja schon die Ausgangssituation – dass es jahrhundertelang nicht eine einzige Frau gegeben haben soll, die Cayden widerstehen konnte – etwas kritisch zu sehen. Also selbst schuld, was?

Fazit

Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen. Nutzt eure Zeit sinnvoller, hortet Klopapier oder starrt Löcher in die Luft. Ich vergebe nur selten einen einzigen Stern, aber hier wäre jeder weitere zu viel.

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