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Veröffentlicht am 28.10.2025

Realistischer Football, schwache Romance

Falling for No. 89
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Alicia Sommer gelingt es auch im zweiten Band ihrer Reihe, den Leser sofort in die Welt des American Footballs hineinzuziehen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und locker, man kommt sehr flüssig durch ...

Alicia Sommer gelingt es auch im zweiten Band ihrer Reihe, den Leser sofort in die Welt des American Footballs hineinzuziehen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und locker, man kommt sehr flüssig durch die Kapitel und kann gut in die Geschichte eintauchen.

Besonders positiv hervorzuheben ist der Football-Aspekt: Die Spiele, Trainings und sportlichen Abläufe sind realistisch und detailreich beschrieben – sogar besser als im ersten Band. Man spürt beim Lesen förmlich die Dynamik und Intensität des Sports, fast so, als säße man selbst vor dem Fernseher bei einem echten Spiel. Die Fachbegriffe zu Spielzügen, Fouls und Positionen sind korrekt verwendet und zeigen, dass hier gründlich recherchiert wurde.

Inhaltlich greift Alicia Sommer wichtige Themen wie psychische und physische Gesundheit im Leistungssport auf, insbesondere CTE und den Umgang mit Druck, Ruhm und Verletzungen. Dabei wird der Football sowohl von seiner glanzvollen als auch seiner dunklen Seite gezeigt: Geld, Aufmerksamkeit und Privilegien stehen einem System gegenüber, das Spieler oft eher als Ware denn als Menschen behandelt. Diese kritische, aber authentische Sichtweise fand ich sehr gelungen – auch die Anspielungen auf reale Profisportler fügten sich stimmig ein.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Sheila und Kayce, einem Tight End der fiktiven L.A. Vipers. Sheila kommt als Medizinstudentin im Rahmen eines Förderprogramms zum medizinischen Team der Vipers. Grundsätzlich fand ich diesen medizinischen Blickwinkel spannend und frisch – allerdings störte mich Sheilas „Gabe“, durch Handauflegen Verletzungen zu erkennen. Das wirkte zu fantastisch und passte für mich nicht in das ansonsten realistische Setting.

Auch bei den Figuren blieb für mich einiges auf der Strecke. Kayces familiäres Trauma wurde ewig nicht aufgedeckt und wirkte dann wie ein nahezu belangloses Kommunikationsproblem auf mich. Mit der Liebesgeschichte konnte ich leider ebenfalls nicht warm werden. Sheila ist von Anfang an sehr devot und emotional abhängig, während Kayce sie teilweise herablassend behandelt. Zwar gibt es am Ende eine Entwicklung, doch die kommt für mich zu plötzlich und wirkte wenig überzeugend. Dass Sheila über all die Jahre heimlich in ihn verliebt war und natürlich noch Jungfrau ist, hat für mich zu sehr dem klassischen amerikanischen Romance-Klischee entsprochen. Auch Kayces spätere Erkenntnis, Sheila sei schon immer „die Eine“ gewesen, fand ich leider zu platt.

Insgesamt ist Falling for No. 89 ein gut geschriebenes Buch mit starker sportlicher Atmosphäre und ernsthaften Themen, das aber im emotionalen Bereich und bei den Figuren für mich nicht ganz überzeugt. Wer sportlastige Romance-Geschichten mit realistischem Football-Feeling mag, wird hier dennoch auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

6 Schicksale, 1 Wettkampf

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Inhalt: Seit sie nach ihrem Tod an der Blackwood Academy gelandet ist, muss Wren verlorene Seelen auf die andere Seite begleiten. Nur alle zehn Jahre gibt es die Möglichkeit, einen magischen Wettkampf ...

Inhalt: Seit sie nach ihrem Tod an der Blackwood Academy gelandet ist, muss Wren verlorene Seelen auf die andere Seite begleiten. Nur alle zehn Jahre gibt es die Möglichkeit, einen magischen Wettkampf zu gewinnen und von dieser Aufgabe erlöst zu werden – um zur Elite aufzusteigen oder für immer auf die Andere Seite zu gehen. Wren tut alles dafür, sich die Nominierung zu sichern. Doch mit diesem Wunsch ist sie nicht allein. Sie muss gegen den gut aussehenden August antreten, ihren härtesten Rivalen und Gegenstand ihrer Träume. Und er ist nicht der Einzige: Irene und Masika, Emilio und Olivier – an der Blackwood Academy gibt es starke Konkurrenz und noch mehr Geheimnisse ...

Ich habe mich schon vorab wahnsinnig auf diesen Roman gefreut - und allein der Farbschnitt und der Umschlag sind ja mal ein Hingucker! Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer – vor allem, weil die Handlung aus den Perspektiven von insgesamt sechs Figuren erzählt wird. Durch diesen häufigen Wechsel brauchte ich eine Weile, um mich zurechtzufinden und eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Die Erzählweise in der dritten Person sorgte zusätzlich für eine gewisse Distanz – die Figuren wirken insgesamt eher unnahbar, auch wenn sie interessant und vielschichtig angelegt sind.

Trotzdem gelingt es der Autorin, eine spannende, geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen. Besonders wichtig empfand ich für das Verständnis die Infodump-Passagen, da sie mir halfen, das komplexe Gefüge der Blackwood Academy und der magischen Regeln besser zu verstehen.

Die Geschichte entfaltete sich langsam, aber stetig – zunächst undurchschaubar, dann immer packender. Das Setting der Trials erinnerte mich stellenweise an "Harry Potter und der Feuerkelch" mit seinem magischen Wettkampfcharakter, hatte aber gleichzeitig eine ganz eigene, düstere Note Richtung Tribute von Panem.

Der offene Ende ist fies – ich möchte am liebsten sofort weiterlesen und erfahren, wie es mit Wren, August, Irene, Masika, Emilio und Olivier weitergeht.

Fazit: Ein atmosphärischer, komplexer Auftakt mit vielen Perspektiven und einem interessanten Wettkampf-Setting. Der Einstieg erfordert Geduld, belohnt aber mit einer vielschichtigen Geschichte, die Lust auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Verloren im Wir

Die Spur der Vertrauten
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„Was bleibt vom Ich, wenn nur noch das Wir zählt?“

Mit „Die Spur der Vertrauten“, dem neuesten Roman von Christelle Dabos, wagt die Autorin nach ihrer gefeierten Spiegelreisenden-Reihe einen radikal anderen ...

„Was bleibt vom Ich, wenn nur noch das Wir zählt?“

Mit „Die Spur der Vertrauten“, dem neuesten Roman von Christelle Dabos, wagt die Autorin nach ihrer gefeierten Spiegelreisenden-Reihe einen radikal anderen Weg. Statt verspielter Magie und poetischer Bilder erwartet Leserinnen eine dystopische Gesellschaft, in der Individualität nicht existiert — und genau das merkt man dem ganzen Buch an.

In dieser Welt steht das „Wir“ über allem. Jeder Mensch ist darauf programmiert, dem Allgemeinwohl zu dienen. Individualität gilt hingegen als gefährlich.
Claire steht kurz vor ihrem Abschluss an der Schule der Vertrauten, während Goliath nur noch wenige Wochen bleiben, um sich als „Tugendhafter“ zu beweisen. Als plötzlich ein Schüler verschwindet — und niemand außer Claire das wahrzunehmen scheint — tun sich die beiden zusammen. Ihre Ermittlungen führen sie tief in ein Netz aus Lügen, Kontrolle und Geheimnissen, die größer sind, als sie je erwartet hätten.

Der Einstieg war für mich schwierig. Ich kam kaum in die Geschichte hinein, alles wirkte abgehackt, inhomogen und distanziert. Auch der Schreibstil trägt dazu bei, dass man sich den Figuren kaum vorstellen kann, insbesondere ihre Gesichter oder Persönlichkeitsmerkmale. Das ist zwar irritierend, passt aber gleichzeitig zum Konzept: In einer Welt ohne Individualität bleibt auch den Leser
innen der Zugang zu persönlichen Details verwehrt. Ein interessanter, aber auch anstrengender erzählerischer Kniff.

Nach dem ersten Drittel wurde die Handlung dann plötzlich sehr viel spannender. Plötzlich hatte ich zig Fragen im Kopf und wurde in die Dynamik des Buches hineingezogen. Der Zwischen-Showdown kam allerdings sehr früh und vorhersehbar, an dieser Stelle hatte ich eine ziemlich klare Ahnung, worauf das hinauslaufen würde. Das große Ganze klärt sich aber erst zum Ende des Romans und ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich alles verstanden habe.

Ein großes Plus: Goliaths Entwicklung. Anfangs fand ich ihn mit seiner saloppen Sprache und sprunghaften Art eher nervig, aber er wächst im Verlauf der Geschichte enorm. Gegen Ende empfand ich ihn als starken, tragenden Charakter, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Claire mochte ich von Beginn an, auch wenn ihre Rolle erst zum Ende geklärt wird.

Fazit: „Die Spur der Vertrauten“ ist kein zweites Spiegelreisende-Märchen — und das ist Absicht. Dabos wagt sich hier an ein experimentelles, dystopisches Erzählkonzept, das konsequent durchgezogen wird, Leser*innen aber auch fordert. Für mich persönlich war die Geschichte stellenweise frustrierend und sperrig, aber auch faszinierend in ihrer Konsequenz.

Wer bereit ist, sich auf eine ungewohnte, kalte Welt einzulassen, wird hier ein besonderes Leseerlebnis finden. Wer die Wärme und Detailfülle der Spiegelreisenden-Reihe erwartet, wird vermutlich enttäuscht.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Familienchaos on Tour

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Wer schon einmal mit der ganzen Familie zu einer Familienfeier gefahren ist, weiß: Das kann ganz schön turbulent werden. In diesem Buch – beziehungsweise Hörbuch – wird diese Alltagssituation auf herrlich ...

Wer schon einmal mit der ganzen Familie zu einer Familienfeier gefahren ist, weiß: Das kann ganz schön turbulent werden. In diesem Buch – beziehungsweise Hörbuch – wird diese Alltagssituation auf herrlich humorvolle Weise auf die Spitze getrieben.

Marc-Uwe Kling liest sein Werk selbst, was den ohnehin schon pointierten Text noch lebendiger macht. Sein unverwechselbarer Tonfall, der charmant zwischen trockenem Humor und leiser Ironie pendelt, sorgt dafür, dass man schon nach wenigen Minuten grinsend zuhört.

Die Geschichte führt uns diesmal mit der Familie rund um Tiffany auf einen Roadtrip zur Hochzeit der Tante. Im Auto sitzen Mama, Papa, Oma, Opa und die Geschwister Tiffany und Luisa – und natürlich Max, der am Abend zuvor ordentlich gefeiert hat. Die Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten: Max beschert der Familie eine mehr als „duftende“ Fahrt.

Besonders gelungen sind die liebevollen Eigenheiten der Figuren: der Opa mit seinen Kommentaren, die Oma, die ständig ihr Handy sucht, und der Vater, der sich über alle aufregt. Diese kleinen Macken machen die Charaktere herrlich greifbar – und erinnern einen an die eigene Familie.

Obwohl das Buch offiziell ein Kinderbuch ist, eignet es sich wunderbar für alle Altersgruppen. Die Situationen sind so alltagsnah, dass man sich unweigerlich wiedererkennt, ob als Kind auf der Rückbank oder als gestresster Elternteil am Steuer. Oder als kinderlose Tante, die herzhaft (mit-)lachen kann ;)

Fazit: Ein wunderbar unterhaltsames Hörbuch mit jeder Menge Humor und einer Prise Chaos, wie man es nur von echten Familienausflügen kennt. Wer schon die anderen Werke von Marc-Uwe Kling liebt, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Magie zum Wohlfühlen

A Dark and Secret Magic
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"A Dark and Secret Magic" von Wallis Kinney ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt, aber schnell eine eindringliche Wirkung entfaltet. Mit warmen Herbsttönen, einer eindrucksvoll ausgestalteten ...

"A Dark and Secret Magic" von Wallis Kinney ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt, aber schnell eine eindringliche Wirkung entfaltet. Mit warmen Herbsttönen, einer eindrucksvoll ausgestalteten Welt und einer stimmungsvoll erzählten Geschichte gelingt es der Autorin, ein besonderes Leseerlebnis zu schaffen, das zwischen Gemütlichkeit und angenehmer Spannung balanciert.

Im Fokus des Romans steht Protagonistin Hecate alias Kate. In ihrem gemütlichen Hexenhäuschen hat sie sich mit Kater Merlin ein geruhsames Leben eingerichtet. Als sie jedoch von heute auf morgen das Halloweenfest für ihren Hexenzirkel ausrichten soll und dann noch der geheimnisvolle Schattenmagier Matthew, auf den sie sich wegen seiner verbotenen Magie eigentlich gar nicht einlassen dürfte, vor der Tür steht, gerät ihre Welt langsam aber sicher aus den Fugen.

Hecate als Figur fand ich sehr interessant. Sie ist eine Heckenhexe, was mir so noch nicht begegnet war, und steht zu Beginn des Romans kurz vor ihrem 31. Geburtstag und ist damit wohltuend anders als viele Heldinnen des Genres. Ihre Perspektive verlieh der Handlung eine erwachsene Note und erlaubte feinere emotionale Nuancen, als man sie in vergleichbaren Fantasyromanen häufig findet. Matthew fungiert als männlicher Gegenpart zu Kate und vereint ein mysteriöses, verbotenes Element mit einer warmherzigen, respektvollen Art. Anstatt in stereotype Muster zu verfallen, präsentiert die Autorin mit Matthew einen Charakter, der sympathisch und glaubwürdig auf mich wirkte. Die langsam wachsende Bindung zwischen Kate und Matthew ist fein gezeichnet und entwickelte sich mit einem realistischen Tempo.

Das Worldbuilding empfand ich als außergewöhnlich detailreich. Die Autorin beschreibt ihre magische Welt so lebendig, dass sie beim Lesen greifbar wird: die klar strukturierte Magie, die an ein kunstvolles Handwerk erinnert, die liebevoll ausgestalteten Orte und nicht zuletzt die kulinarischen Details, die die Sinne ansprechen. Besonders eindrucksvoll ist die dichte Herbstatmosphäre, die das gesamte Buch trug. Das Herbstfest, das im Roman eine zentrale Rolle spielt, ist ein Paradebeispiel für diese gelungene Atmosphäre – so stimmungsvoll, dass man es am liebsten selbst besuchen würde.

Die emotionale Dimension des Romans zeigte sich besonders in Hecates Einsamkeit zu Beginn der Geschichte. Ihre Isolation, eng verwoben mit ihrer magischen Begabung, verlieh der Erzählung Tiefe und Melancholie. Die Vielzahl an ambivalenten oder egoistischen Nebenfiguren – darunter Familienmitglieder und Zirkelmitglieder – sorgte für zusätzliche Spannung, auch wenn nicht alle Figuren am Ende eine klare Entwicklung oder Konsequenzen erfahren. Gerade diese moralischen Grauzonen machten den Roman interessant, auch wenn sie bisweilen etwas unausgewogen wirkten.

So überzeugend Atmosphäre und Figurenzeichnung sind, so zurückhaltend präsentierte sich der Showdown. Der finale Konflikt wirkte vergleichsweise schlicht und schnell aufgelöst – hier hätte die Geschichte mehr Raum und Komplexität vertragen können. Auch die Darstellung von Matthews Verhalten gegenüber Kate wirkte auf mich etwas idealisiert, zu überbehütend und weniger differenziert als der Rest der Figurenzeichnung. Ein Epilog hätte dem Buch gutgetan, um Kates Zukunft und mögliche Veränderungen in der magischen Gesellschaft nachzuzeichnen.

Fazit: A Dark and Secret Magic ist ein atmosphärisch dichter, liebevoll erzählter Fantasyroman, der mit einer reifen Protagonistin, sorgfältig gestaltetem Worldbuilding und einem starken Sinn für Stimmung überzeugt. Kleinere erzählerische Schwächen im Finale können die insgesamt gelungene Lektüre nur wenig schmälern und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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