Hat mich leider nicht überzeugt
Schon als Kind war Imogen Nel das Mündel, eigentlich aber eher die Gefangene, des brutalen Königs Nemea. Nun soll sie ausgerechnet des Königs Kommandanten heiraten und aus diesem Grund wurden Gäste aus ...
Schon als Kind war Imogen Nel das Mündel, eigentlich aber eher die Gefangene, des brutalen Königs Nemea. Nun soll sie ausgerechnet des Königs Kommandanten heiraten und aus diesem Grund wurden Gäste aus allen umliegenden Reichen geladen. Was niemand weiß, Imogen ist eine Sirene, die eigentlich vom Kommandanten gejagt und getötet werden. Als ausgerechnet während der ersten Verführung durch ihren Verlobten Imogens Geheimnis ans Tageslicht kommt, kann ihr nur noch die Flucht helfen. Zum Glück ist der größte Feind Nemeas, König Theodor, bereit, Imogen zu helfen, doch natürlich nicht, ohne auch selbst eine Forderung zu stellen.
Ich bin durch diese wunderschöne Gestaltung auf dieses Buch aufmerksam geworden und da ich noch nie etwas rund um Sirenen gelesen hatte, war ich gespannt.
Doch schon der Einstieg fiel mir sehr schwer, zwar lässt sich der Schreibstil recht leicht lesen, aber Zusammenhänge wollten sich für mich nicht einstellen.
Das zog sich dann leider durch die komplette Handlung, die zwar wirklich düster und teils brutal ist, und in der auch so einiges passiert, doch wirkten die Ereignisse für mich nicht wie eine fließende Geschichte, sondern viel mehr wie eine Aneinanderreihung der einzelnen Sequenzen.
Das Worldbuilding und auch das Magiesystem hatten so unglaublich großes Potential, doch das blieb hier eher im Hintergrund und es entstand beim Lesen kein Bild in meinem Kopf. Auch das Thema rund um Sirenen, die ja eigentlich lt. ihrem Mythos dafür bekannt sind, zu verführen und ihre Opfer ins Meer zu ziehen, blieben hier irgendwie fern. Mir fehlten da so einige Erklärungen und Aha-Momente, z. B. wozu eine Sirene im Wasser Flügel hat? All das wurde einfach nur Nebensache, so dass ich auch hier keinerlei Sog verspürte, das Buch unbedingt beenden zu wollen.
Erzählt wird die Story aus der Sicht der Protagonistin Imogen. Diese wirkte zunächst unglaublich naiv und verängstigt, was natürlich auch damit zusammenhing, dass sie ihr Geheimnis schützen und verbergen musste. Doch ihre Entwicklung schritt rasch voran und aus der jungen Frau wurde schnell jemand, der ihre Macht einsetzen konnte.
König Theodor wiederum bot zu Beginn viel Potential, wirkte er doch wie der düstere Held. Doch ich muss zugeben, dass mich seine Entwicklung irgendwie schwer enttäuscht hat, denn wirklich heldenhaft war er nicht.
Die Verbindung zwischen den beiden ist zunächst erzwungen, aber aufgrund eines Blutschwurs bindend. Ob das solche Auswirkungen hatte und wieso, blieb mir allerdings zu wenig erklärt. Auch die Liebesgeschichte oder eine gewisse Tension zwischen den Charakteren konnte ich nicht nachempfinden, was nochmal zusätzlich sehr schade war.
Mein Fazit: Das Lied der Tiefe ist eine Romantasy, deren Grundstory unheimlich viel zu bieten hat, was allerdings in der Umsetzung für meinen persönlichen Geschmack leider überhaupt nicht funktioniert hat. Mir fehlten Hintergründe, Zusammenhänge, eine gefühlvolle Lovestory und vieles mehr. Bis es für mich zumindest etwas klarer wurde, vergingen weit mehr als die Hälfte des Buches. Soweit mir bekannt ist, ist dieses Buch der erste Band einer neuen Reihe, das mich allerdings nicht überzeugen konnte und dessen Fortsetzung ich nicht lesen werde.