Cover-Bild Someone New

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: LYX.digital
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 28.01.2019
  • ISBN: 9783736308633
Laura Kneidl

Someone New

Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte ...

"Ein absolutes Must-Read, das ich am liebsten in jedes Regal der Welt stellen möchte. Someone New ist romantisch, ehrlich, authentisch - und so wichtig!" Leselurch.de

Nach "Berühre mich. Nicht" und "Verliere mich. Nicht." - der neue Roman von Platz-1-Spiegel-Bestseller-Autorin Laura Kneidl

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 28 Regalen.
  • 1 Mitglied liest dieses Buch aktuell.
  • 12 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 1 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.04.2019

Zu gewollt, zu konstruiert und dabei zu wenig authentisch!

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Achtung: Diese Rezension enthält in gekennzeichneten Bereichen Spoiler!

Nach "Berühre mich. Nicht" und "Verliere mich. Nicht" stand es für mich natürlich außer Frage, dass ich früher oder später auch ...

Achtung: Diese Rezension enthält in gekennzeichneten Bereichen Spoiler!

Nach "Berühre mich. Nicht" und "Verliere mich. Nicht" stand es für mich natürlich außer Frage, dass ich früher oder später auch zu ihrer neuen Reihe greifen werde. Dass ich das mit einer Verspätung von drei Monaten tue und deshalb schon von der enormen Kontroverse an Meinungen zu dieser Geschichte Wind bekommen habe, machte das Ganze noch spannender. Die einen lieben sie und betiteln sie als "das wichtigste YA-Buch überhaupt", die anderen hassen sie und sind einfach nur enttäuscht. Meine Erwartungen konnte das Buch leider nicht ganz erfüllen (Stichwort: Überladung), da ich aber trotzdem von dieser berührenden, mitreißenden und intelligenten Geschichte abgeholt wurde, bewege ich mich wohl am ehesten im Mittelfeld der beiden Lager mit Tendenz zur Begeisterung.

Das einzige, was bei dieser Geschichte mit absoluter Sicherheit und ohne jede Frage festgestellt werden kann, ist, dass das Cover ein Traum ist!! Wie auch schon bei ihrer ersten Reihe haben sich die Gestalter des Verlags selbst übertroffen mit dieser subtilen aber wirkungsvollen Verkörperung des Kernthemas. Leider konnte ich keine der limitierten Ausgaben mit den Illustrationen ergattern aber auch so ist die Gestaltung mit den rosa-blauen Wolken, dem Farbverlauf und dem kontrastreichen Titel ein kleines Kunstwerk. Neben einem Nachwort über die Thematik der Geschichte und der Danksagung der Autorin enthält das Buch noch eine Leseprobe zu "Berühre mich. Nicht."

Erster Satz: "Wie lange muss ich das wohl noch ertragen?"


Zur Handlung will ich gar nicht viel mehr verraten als der Klapptext preisgibt, nur soviel: es gibt eine unvorhergesehene Wendung, die den Roman in seiner Thematik aus der Masse heraushebt. Bis wir diese jedoch vor die Nase geknallt bekommen, werden wir erst auf 500 Seiten auf falsche Fährten gelockt und vertröstet. Das hat zum einen die Wirkung, dass es spannend bleibt, weil man unbedingt herausfinden will, was Julians dunkles Geheimnis ist, zum anderen bleibt durch die sehr späte Auflösung am Ende fast keine Zeit für Ausführungen der Thematik, welche ich wirklich spannend gefunden hätte. Das Eskalationspotential des heiklen Themas wurde deshalb zugunsten von einem langen Spannungsbogen verschenkt und erst ganz am Ende kommt der gewünschte Effekt auf. Damit meine ich keineswegs ein sinnloses, aus der Luft gegriffenes Drama, wie es leider ein fester Bestandteil von YA-Romanen ist, sondern vielmehr eine wirklich tiefgründige Befassung mit dem Thema und eine Beleuchtung von mehreren Seiten. So hat für mich die Tiefe der Emotionen ein wenig gefehlt, die ich an Romanen dieses Genres normalerweise besonders schätze.


"Julians Bartstoppel kratzten über meine Haut, und ich nahm seien Duft wahr, der auf mich so verlockend wirkte wie der Geruch warmer Schokolade. "Danke", flüsterte er noch einmal neben meinem Ohr, und da erkannte ich, dass ich mich zuvor getäuscht hatte. Vielleicht war "Liebe" genau das Wort, an das ich denken sollte."



Die Zeit vor der "großen Enthüllung" wird durch viele sich wiederholende Szenen aus Micahs Alltagsleben, leisen Andeutungen und einem ganzer Haufen an diversen Nebencharakteren gefüllt. Denn die sich entwickelnde Liebe zwischen Micah und Julian steht nicht unbedingt alleinig im Vordergrund. Stattdessen kommt jedem Nebencharakter mit seinen Problemen eine eingehende Betrachtung zu, die Masse macht sie alle jedoch ein wenig oberflächlich. Es scheint, als hätte die Autorin für diese Geschichte zu viele Facetten und Themen gewollt, sodass sie ihre Hauptgeschichte um Julian und Micah ein wenig vernachlässigt und die Nebencharaktere zu austauschbaren Statisten verkommen lassen hat. So ist es zum Beispiel eigentlich belanglos, ob sich Micah gerade mit Lilly, Aliza oder Cassie unterhält, da sie in den meisten Szenen nicht wirklich mehr als nette Beigabe sind.

Auf der anderen Seite versucht sie ihren Protagonisten bewusst Raum zu geben und sich bei der Entwicklung von Micahs und Julians Beziehung Zeit zu lassen. Auch wenn mir klar ist, dass das langsame Tempo für die Glaubwürdigkeit der Geschichte notwendig war, da gerade das sich langsam entwickelnde, authentische Beziehungselement für eine kribbelnde, angenehme Stimmung sorgte, hätte sich Laura Kneidl die vielen inhaltlichen Wiederholungen sparen können, wodurch sich gerade der Mittelteil ein wenig in die Länge zieht. Aus viel gutem Willen und einem Haufen toller Ideen wurde so leider ein an verschieden Facetten überfüllter Roman, der aber dennoch nicht wirklich voranzukommen scheint und bei den meisten Themen nur an der Oberfläche kratzt.


"Wir waren in einem goldenen Käfig aufgewachsen, was ich selbst erst erkannt hatte, nachdem ich ihn verlassen hatte. Von innen wirkte er groß und glänzend, aber von außen betrachtet, sprangen einem vor allem die Gitterstäbe ins Auge. Wollte ich mein Leben wirklich nach den Menschen richten, die mich zurück in diesen Käfig sperren wollten?"


Was man der Autorin jedoch wieder hochanrechnen muss, ist der unglaublich detaillierte und emotionslastige Schreibstil, der mir schon bei ihren Vorgängerbüchern gut gefallen hat. Dadurch schafft Laura Kneidl es, den Roman gleichzeitig spannend, ruhig, aufwühlend, beruhigend, berührend und aufklärend zu erzählen, sodass wir komplett von der Story gefangen genommen werden, auch wenn eigentlich nicht viel passiert. So werden selbst Fandom-Gespräche über Graphic Novels oder LARP und Cosplay zu lesen und man verzeiht dem Roman auch, wenn die Charaktere zum gefühlt hundertsten Mal zusammen ein Café besuchen und sich über belanglose Dinge unterhalten. Besonders gut haben mir hier die vielen dummen Flachwitze gefallen, die die Handlung zusammen mit vielen sarkastischen Bemerkungen und schlagfertigen Dialogen ein wenig auflockern.

Achtung Spoiler Alarm!!!

Jetzt aber genug um das Thema herumgeredet und kryptische Hinweise beiseite: es geht um Diversität! Das ganze Buch liest sich als Plädoyer gegen Vorurteile, Sexismus, Rassismus, Engstirnigkeit und Verurteilung und Micah und ihr Freundeskries leben uns Offenherzigkeit und Toleranz vor. Da ist mit Lilly, die früh ein Kind bekommen hat und nun Großes leistet, um ihren Abschluss nachzuholen, die von der Gesellschaft stigmatisierte Teenie-Mutter. Adrian, der aus Angst vor seinen Eltern jahrelang seine Sexualität verschweigen hat und nach der Offenbarung seines Geheimnisses verstoßen wurde, bringt das Thema "Homosexualität" mit rein. Die heutzutage immer noch mehr oder weniger offene Rassismus-Thematik wird durch Cassie und Auri verkörpert, die in der Öffentlichkeit oft seltsam angestarrt werden, bloß weil sie weiß ist und er schwarz. Auch die Diskrepanz zwischen Moderne und Tradition kommt auf den Tisch, indem Aliza aus einer traditionellen, muslimischen Familie kommt und einen modernen Food-Blog betreibt. Micah will unbedingt ihren Träumen folgen, Kunst studieren und an ihrem Graphic Novel arbeiten, wird aber von ihren Eltern in ein High-Society-Leben inklusive Dinner, Jura-Studium und Luis-Vuitton-Kleid gedrängt. Und Julian... ja … der ist eigentlich eine Frau.

"Ich bin trans" - das ist das große Geheimnis hinter seinen Narben, der Verstoßung von seinen Eltern, dem pinken Teddybären und seiner Fähigkeit, Zöpfe zu flechten. Damit wird das große "Tabu-Thema" Transgender auch mal in einem YA-Buch angesprochen. Das fand ich natürlich so mutig wie spannend aber leider ist mit der Geschichte schon wieder Schluss, als das endlich herauskommt und Laura Kneidl verpasst es so, uns mit der Wahrheit ausreichend zu konfrontieren und nebenbei wichtige Fakten zu vermitteln. So wird dieses wichtige Thema zwar endlich mal angesprochen, es bleibt jedoch bei einer recht oberflächlichen Betrachtung, die man durch eine etwas andere Handlungskonzeption bei einer 550 Seiten lange Geschichte durchaus ein wenig hätte vertiefen können.

Dieses "Abwürgen am Ende" ist jedoch nicht der einzige Punkt, der mich bei der ganzen Sache stört. Auch die Elterngeneration wird in einem recht einseitigen Licht gezeichnet: sowohl Adrians und Micahs High-Society-Anwalt-Eltern als auch Julians/Sophias Eltern können mit den Enthüllungen ihrer Kinder absolut nicht umgehen, reagieren homophob, ausstoßend und voller Hass. Selbst Lillys Eltern blicken kritisch auf jeden ihrer Schritte und machen ihrer Tochter das Leben schwer. Natürlich passiert das leider viel zu selten, aber zwischen all den Problemen wird keine einzige Familie porträtiert, in der ein gelungener Umgang feststellbar ist. Ein weiterer Punkt ist dass Micah mit ihrer Reaktion wohl als Art Vorbild gelten soll. Das kann sie in vielerlei Hinsicht auch erfüllen, in anderen Aspekten reagiert sie jedoch außerordentlich nervtötend, indem sie die Privatsphäre von Julian aber auch von Adrian, Cassie und Auri nicht achtet und sich aufdringlich verhält. Sie akzeptiert kein "Nein", spioniert Julian hinterher und betrachtet viele Aspekte mit einer seltsamen Doppelmoral. Auch wenn ich sie als Protagonisten grundsätzlich mochte, erschien auch sie in ihrer Rolle nicht immer ganz authentisch.


"Ich sah zu Julian, der noch immer neben mir auf dem Baumstamm saß. Die Ellbogen auf den Knien abgestützt, starrte er in die Flammen. Seine Haut leuchtete bronzen im Schein des Feuers. Seine Augen funkelten und wirkten mehr golden als grün, wie Laub, das im Herbst von den Bäumen fällt. Vergänglich. In diesem Moment wurde mir mit geradezu schmerzhafter Klarheit bewusst, dass ich Julian nicht gehen lassen wollte."


Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage, ob die ganzen Beispiele nicht vielleicht etwas zu viel Diversitäten und Besonderheiten für einen Freundeskreis ergeben, als dass es noch glaubwürdig wäre. Aber egal - die Message ist auf jeden Fall bei mir angekommen: Diversität ist toll und Liebe ist Liebe! Das würde ich genauso unterschreiben also vergesst meine Kritik und lest dieses tolle Buch!!!
Spoiler Ende!!!


"Und manche Geheimnisse wachsen durch diese Angst, bis sie zu Monstern in unserem Schrank werden. Bis wir uns irgendwann nicht mehr trauen, ihn zu öffnen. Nicht einmal in Anwesenheit einer Person, der wir unser Leben anvertrauen würden. "


Kritik hin oder her, ich werde auf jeden Fall an der Reihe dranbleiben um meine liebgewonnenen Protagonisten wiederzusehen und mehr über Cassie und Auri zu erfahren. Also freue ich mich sehr auf "Someone Else"!



Fazit:


Ein wundervolles Plädoyer gegen Vorurteile, Sexismus, Rassismus, Engstirnigkeit und Verurteilung, das mit einer unvorhergesehenen Wendung und einem plastischen, emotionslastigen Schreibstil überzeugt. Leider wirkt der Roman mit den vielen verschiedenen Facetten, Nebencharakteren und tollen Ideen ein wenig überladen, sodass er nicht wirklich voranzukommen scheint und bei den meisten Themen nur an der Oberfläche kratzt.
Zu gewollt, zu konstruiert und dabei zu wenig authentisch!

Veröffentlicht am 03.07.2019

Lesehighlight

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Inhaltsangabe:
Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn ...

Inhaltsangabe:
Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte.

Meinung:
Nachdem ich die Inhaltsangabe dieses Buches gelesen habe, war mir klar, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Und ich habe es nicht bereut.

Der Schreibstil ist flüssig und schon nach ein paar Absätzen war ich voll im Buch drin und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich habe mich sofort absolut wohl gefühlt beim Lesen. Es kommt nicht oft vor, dass ich ein solches Gefühl beim Lesen habe, aber ich freue mich jedes mal wieder darüber.

Micah und Julian waren mir sofort sympathisch und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht. Sowohl die beiden Protagonisten als auch sämtliche Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet und bildlich vorstellbar. Mir hat gefallen, dass irgendwie jeder der Charaktere im Buch sein Päckchen im Leben zu tragen hat und nicht unbedingt gewöhnlich ist (im positiven Sinne). Ich möchte nicht spoilern, aber wenn man das Buch gelesen hat, dann weiss man was ich meine. Ich mag alle Charaktere total gerne und freue mich auf weitere Bücher dieser Reihe.

Einziger kleiner Kritikpunkt von mir ist, dass das "Geheimnis" von Julian erst ganz am Ende gelüftet wird. Ich hätte gerne mehr über sein "Leben nach dem Geheimnis" gelesen und hoffe daher, dass man auch im zweiten Band von ihm lesen wird.

Ich hab mit Micah und Julian gehofft, gebangt, gelacht und auch am Ende geweint. Wer eine emotionale, tiefgründige Geschichte mit einer humorvollen Protagonistin sucht, wird hier definitiv fündig.

Dieses Buch ist definitiv ein Jahreshighlight von mir und ich freue mich auf die weiteren Teile dieser Reihe.

Fazit:
Tolles Buch, welches ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich habe es innerhalb von 2 Tagen gelesen. Ich kann es absolut weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 02.07.2019

Ein Buch über Akzeptanz und Selbstliebe

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Micah kommt aus einem reichen Haus. Ihre Eltern haben ihren Bruder den Rücken zugekehrt und so versucht Micah alles, um ihre Familie zusammenzuhalten. Trotz ihrer Liebe zu Kunst studiert sie für ihre Eltern ...

Micah kommt aus einem reichen Haus. Ihre Eltern haben ihren Bruder den Rücken zugekehrt und so versucht Micah alles, um ihre Familie zusammenzuhalten. Trotz ihrer Liebe zu Kunst studiert sie für ihre Eltern Jura und ist auf der Suche nach ihrem Bruder. Während sie von Zuhause auszieht trifft sie zum zweiten Mal auf Julian, der nun ihr Nachbar ist. Micah mag Julian seit ihrem ersten aufeinander Treffen, allerdings hat dieses nicht so gut für Julian geendet. Sie gibt alles, um eine Freundschaft mit Julian aufzubauen. Doch er hat viele Geheimnisse vor ihr, die er nicht bereit ist Micah zu verraten. Neben Julian, ihrem Studium, ihre alten und neuen Freunden sowie die Liebe zur Kunst ist sie immer noch auf der Suche nach ihrem Bruder...

Ich liebe das Cover. Möglicherweise habe ich mir das Buch auch nur wegen dem wunderschönen Cover gekauft. Das Buch ist aus Micah’s Sicht geschrieben und handelt neben einer schönen Liebesgeschichte, um die Probleme in der aktuellen Politik und Zeit. Das Buch setzt sich unter anderem mit Homophobie und diversen Geschlechtern auseinander. Ich finde toll, wie die Autorin auf die Themen eingegangen ist und aufzeigt wie wichtig Akzeptanz ist. Denn Liebe ist Liebe, egal wen man liebt!

Ich mag beide Charaktere Micah und Julian ziemlich gern. Wobei mich Julian mit seinen Geheimnissen irgendwann nur noch genervt hat. Das Buch ist toll und vermittelt so viel Mehrwert als Liebe. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich persönlich finde, dass Micah und Julian von den Charakteren gar nicht so gut zusammenpassen. Aber es ist trotzdem ein tolles weltoffenes Buch.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Leider enttäuschend

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Someone New ist un­glaub­lich wichtig – das ist der Satz, der be­reits Wochen vor dem Er­schei­nungs­ter­min von je­dem ge­sagt wurde, der das Buch vor­ab lesen durf­te. Lauras Bücher be­glei­ten mich ...

Someone New ist un­glaub­lich wichtig – das ist der Satz, der be­reits Wochen vor dem Er­schei­nungs­ter­min von je­dem ge­sagt wurde, der das Buch vor­ab lesen durf­te. Lauras Bücher be­glei­ten mich seit Jahren – seit 2014 ge­nau­er ge­sagt – und ich mag ihre Ro­ma­ne sehr. Zu hören, dass auch ihr neu­estes Werk vie­len ge­fällt, stimmte mich na­tür­lich freu­dig. Nun habe ich es ge­le­sen und kann schon vo­rab so viel sa­gen: Ja, das Buch ist wich­tig. Doch die Wich­tig­keit allei­ne macht Someone New nicht zu einem gu­ten Buch. Für mich hat das Ge­samt­pa­ket leider nicht gestimmt.
Ich weiß ehrlich ge­sagt gar nicht, wie ich mit dieser Re­zen­sion an­fan­gen soll. Ich möchte etwas Posi­ti­ves schrei­ben, aber es gibt so vieles, das mir nicht posi­tiv in Erinne­rung ge­blie­ben ist. Vielleicht fasse ich mich ein­mal kurz. Someone New macht süch­tig, ist fan­tas­tisch ver­fasst und be­han­delt wichti­ge The­men, die de­fini­tiv öfter be­spro­chen werden dürfen – das steht voll­kommen außer Fra­ge. Gleich­zei­tig habe ich große Schwie­rig­kei­ten mit einigen Cha­rak­te­ren, die Hand­lung empfin­de ich als lang­at­mig und alles in allem wirkt Someone New auf mich mit­un­ter zu ge­wollt. Bauen wir die Buch­be­spre­chung mal an­hand die­ser Punkte auf.
Laura Kneidl ver­steht es ein­fach mit Wor­ten um­zu­gehen. Sie schreibt für jedes Genre an­ge­passt und man merkt bei Someone New ein­deu­tig, dass es sich um einen New Adult Roman han­delt. Die Ge­schich­te liest sich flott, ist nicht un­be­dingt an­spruchs­voll ver­fasst, und die Seiten flie­gen nur so da­hin. Das Lesen von Lauras Sätzen macht un­glaub­lich viel Spaß und der Ein­stieg in die Lek­tü­re fällt mehr als leicht. Laura Kneidl nimmt sich die Zeit den Hin­ter­grund von je­der Per­son aus­führ­lich zu er­läu­tern, so­dass man nach sieb­zig bis acht­zig Sei­ten von je­dem Cha­rak­ter weiß, was in etwa seine Ge­schich­te ist. Aller­dings be­ginnt hier meine Kritik …
Es ist näm­lich so, dass sich viele Dinge be­ginnen zu wie­derho­len und Someone New da­durch ziem­lich lang­at­mig wird. Micah be­sucht ihre El­tern, sie geht zur Uni, sie trifft sich mit Freun­dinnen und be­geg­net Julian. Diese Sze­na­rien wer­den zwar immer wieder durch unter­schied­li­che Dia­lo­ge auf­ge­peppt, aber dennoch kann ich das Ge­fühl nicht ab­le­gen, dass ein­fach nichts passiert und sich die Hand­lung im Kreis dreht. Als auf­merk­samer Le­ser hat man zu die­sem Zeit­punkt be­griffen, dass Micah ziem­lich auf Graphic Novels steht, und sie und ihre Freunde ge­nerell ganz schöne Profis im Be­reich »nerdi­ge Pop­kultur« sind. Das soll nun auch nicht hei­ßen, dass es schlecht ist, wenn man in Bü­chern An­spie­lun­gen auf Pop­kultur macht. Ganz im Ge­gen­teil bin ich so­gar ein Fan davon und mag es, wenn man hin und wieder Ver­glei­che zu Serien, Fil­men oder Mu­sik zieht. Die Be­to­nung liegt hier je­doch auf »hin und wieder«.
Ich finde dieses Stil­mittel an­spre­chend, da Leser sich vielleicht in der ein oder ande­ren Fi­gur wie­der­er­kennen und somit eine stär­kere Bin­dung zu einem Cha­rak­ter auf­bau­en können. Man fühlt sich auf eine be­sonde­re Art mit der Fi­gur ver­bun­den. Schwie­rig wird es für mich, wenn diese An­spie­lun­gen zu oft ge­macht wer­den, was in Someone New de­fini­tiv der Fall ist. Ich bin ein rie­siger Game of Thrones Fan und habe so­gar meine Bache­lor Ar­beit über die Buch­rei­he ge­schrie­ben, ich bin auch ein gro­ßer Fan von Stranger Things – aber meine Herren, ich konnte mein Au­gen­rollen bei den stän­digen »Eleven«-Aus­ru­fen und »Winter is coming« irgend­wann nicht mehr unter­drücken.
Mein größtes Problem war da­bei je­doch nicht die Menge – das ging mir ein­fach nur auf den Keks –, son­dern dass ich den zahl­rei­chen Ver­glei­chen mit­unter nicht fol­gen konnte. Ich würde schon be­haup­ten, dass ich viele Se­rien und Filme ge­guckt habe und bei vie­lem mit­re­den kann. Bei Comics bin ich je­doch raus und ich mag auch keine Comic-Ver­fil­mun­gen mehr – mir per­sön­lich ist es in den letz­ten Jah­ren schlicht­weg zu viel ge­wor­den. Dem­ent­spre­chend fiel es mir wäh­rend der Lek­türe wirk­lich schwer, wenn ein Cha­rak­ter mit einer Comic­figur ver­gli­chen wurde. Für mich waren die­se Ver­glei­che oft abso­lut schwammig. Ich konnte nichts da­mit an­fan­gen und so be­gann für mich ein Rate­spiel, was diese und jene An­spie­lung wohl be­deu­ten könnte. Ich will mir nicht vor­stellen, wie sich Leser füh­len, die kein Net­flix haben oder sich mit den Fan­doms nicht aus­kennen.
Was sich wie die ständi­gen Er­wähnun­gen von Serien und Comic­fi­guren durch das ge­sam­te Buch zieht, ist die auf mich ge­zwun­gen wirken­de Di­versi­tät. Durch die di­ver­sen Figu­ren sticht Someone New wirk­lich hervor. Wenn ich mich richtig erinne­re, stellt aus­nahms­los jeder Cha­rak­ter eine Min­der­heit dar: Eine Figur ist homo­sexu­ell, eine ist eine Teenie-Mum, eine ande­re wie­derum Vege­tarie­rin – es gibt Persons of Colour, eine mus­li­misch sozi­ali­sier­te Fi­gur und noch jede Menge mehr. Dieses Buch ist wirk­lich bunt.
Für mich reicht die Dar­stellung je­doch nicht aus, und ob­wohl jede Figur – sei es Haupt- oder Neben­figur – eine be­acht­liche Seiten­an­zahl ge­wid­met be­kommen hat, blei­ben sämt­li­che Cha­rak­tere für mich ober­fläch­lich. Es hat auf mich den An­schein, als wür­den ins­beson­dere die Neben­figu­ren ledig­lich an­hand ihrer »diver­sen Cha­rak­ter­eigen­schaft« de­fi­niert wer­den. An­sonsten bleibt für mei­nen Ge­schmack nicht viel übrig und gene­rell wirkt die Di­ver­sität auf mich zu ge­wollt, zu ver­krampft. Ich finde die Dar­stellung lei­der auch etwas miss­lun­gen, da die Cha­rak­ter­eigen­schaf­ten doch eigent­lich die Werte sind, die im Fokus ste­hen sollten – nicht die dar­ge­stellte Min­der­heit, wenn man so will. Es gibt so viele gute Bücher, die eben­falls mit di­ver­sen Cha­rak­teren punk­ten, und bei denen man ver­gisst, was für einen Hinter­grund sie haben, weil es schlicht­weg nor­mal ist und nicht ne­ga­tiv ver­ur­teilt wird.
Ein anschauliches Bei­spiel für meine Aussage, dass die »di­ver­se Cha­rakter­eigen­schaft« eine Per­son de­fi­niert und die Hand­lung sich im Krei­se dreht, ist Micahs Suche nach ihrem Zwillings­bru­der Adrian. Was die Hand­lung für mich deut­lich spannen­der ge­macht hätte, wäre eine aus­ge­reif­tere Suche nach Micahs Bru­der. Dass sie tat­säch­lich Fort­schritte macht, ihm näher kommt oder Hin­wei­sen nach­geht. Ich war un­glaub­lich neu­gie­rig auf Adrian und jedes Mal voller Vor­freu­de, wenn Micah er­zählte, dass sie einen Club, ein Mu­seum oder ein LGBTQ Zentrum auf­su­chen würde – stets in der Hoff­nung dort ihren Bruder zu fin­den. Man hätte so viel da­raus machen können und meine Enttäu­schung war jedes Mal aufs Neue groß, wenn Micahs Suche er­neut mit dem Satz »Die Suche war er­folg­los« zu­sammen­ge­fasst wurde.
Dass Micah über­haupt auf der Suche nach ihrem Bru­der ist, liegt daran, dass er sich un­frei­willig vor sei­nen Eltern ge­outet hat und diese ihn da­rauf­hin ver­stie­ßen. Dass Micahs Eltern Adrians Sexu­ali­tät nicht akzep­tie­ren, finde ich schade. Unter ande­rem weil es auf mich den Ein­druck macht, dass Adrian ledig­lich durch seine Homo­sexua­lität und die Homo­phobie der Eltern cha­rak­teri­siert wird. Leider ist das mein Ein­druck, der sich durch das ge­sam­te Buch zieht: dunkel­häuti­ge Per­so­nen werden dis­krimi­niert, die homo­sexu­elle Person wird ver­sto­ßen, die durch Schwan­ger­schaft über­ge­wich­tige Freun­din wird für ihr Ge­wicht ver­ur­teilt. Kann man in Büchern nicht lie­ber das Be­wusst­sein stär­ken, dass es anders­rum auch geht? Ich wünsche mir mehr to­leran­te Eltern in Bü­chern, die mit gu­tem Bei­spiel vo­ran­gehen.
Eine letzte Sache, die mir bei die­sem The­ma ein­fällt, ist, dass ich es nicht nach­voll­zie­hen kann, wieso Adrian Micah be­straft. Micah steht zu ein­­hun­­dert Pro­­zent hinter ihm. Sie liebt ihren Bruder und will ihm hel­­fen. Ihre El­tern sind die­­jeni­­gen, die Adrian ver­­sto­­ßen haben und dennoch straft er Mi­cah mo­­nate­­lang mit Igno­­ranz. Wo­mit hat sie das ver­­dient? Gerade bei Zwillin­­gen bin ich immer davon aus­­gegan­­gen, dass sie ein ganz be­­sonde­­res Band ver­­bin­det und ein Leben ohne einan­­der un­­glaub­­lich schwer­­fällt. Wie kann Adrian seine Schwester so be­­han­deln, wenn es doch die El­tern sind, die ihn ver­­sto­ßen haben?
Kommen wir einmal zu Micah, denn Micah ist trotz all den ge­nann­ten Punk­ten, der aus­schlag­geben­de Grund, dass ich mich nicht mit Someone New an­freun­den kann. Ich konnte wäh­rend der ge­sam­ten Lek­türe keine Bin­dung zu ihr auf­bau­en. Micah ist humor­voll, selbst­be­wusst, offen und ver­ständnis­voll, was ihre Freunde be­trifft. Das sind alles wun­der­bare Ei­gen­schaf­ten, aber sie sorg­ten auch dafür, dass mir Micah ex­trem un­sym­pa­thisch ist. Gerade ihre offe­ne, selbst­bewuss­te und humor­volle Art wechsel­te für mich schnell zu pene­trant, ner­vig und auf­dringlich.
Micah akzeptiert kein Nein – das ist eine Tat­sache. Julian gibt ihr immer wieder auf höf­li­che Art zu ver­ste­hen, dass er kein Inte­resse an ihr hat und dass zwi­schen ihnen alles in Ord­nung ist – auch wenn er we­gen ihr sei­nen Job ver­lo­ren hat. In Micahs Augen kann Julian ihr aber nicht ver­zie­hen ha­ben, egal, was er sagt. Des­we­gen lauert sie ihm im Mor­gen­grau­en auf und guckt durch den Spi­on an ihrer Tür, um mit­zube­kommen, wann er das Haus ver­lässt. Sie sucht ihn auch bei seiner Ar­beit auf, ob­wohl er ihr deut­lich zu ver­ste­hen gibt, dass er das nicht möchte.
Was Julian nicht möchte scheint Micah den ge­sam­ten Roman über gleich­gül­tig zu sein. Ich hatte beim Le­sen zu­dem oft den Ein­druck, dass sie Tat­sa­chen ver­dreht. Julian wird von ihr bei­spiels­wei­se häu­fig als Lüg­ner be­zeich­net, dabei lügt er sie nie an. Er be­hält pri­vate Dinge nur für sich, da er (noch) nicht über sie re­den möchte. Das macht Julian für mich nicht zum Lügner.
Ganz ehrlich, ich an Julians Stelle hätte auch keine Lust auf eine der­art auf­dring­liche Per­son wie Micah. Ich würde mich voll­kommen über­fallen füh­len und würde mir von Micah mehr Ge­duld wün­schen. Sie weiß ganz ge­nau, dass Julian etwas aus seiner Ver­gangen­heit ver­birgt und in mei­nen Au­gen ist es kein Ver­bre­chen, dass Julian sich ihr nicht so­fort offenbart. Sie kennen sich ja auch kaum! Des­we­gen finde ich es auch etwas be­fremd­lich, dass Micah ein ge­höri­ges Drama aus der Tat­sa­che macht, dass Julian nicht so­fort mit ihr schla­fen möchte. Ein Nein ist ein Nein, das Micah zu akzep­tie­ren hat.
Ich finde es von Micah abso­lut takt­los, sich in Auris und Cassies Be­zie­hung ein­z­umi­schen. Sie hat ihnen un­ge­fragt ein Date or­gani­siert, und mir per­sön­lich wäre so eine Situ­ation extrem un­ange­nehm. Vor allem da sie der Be­zie­hung mit ihrer auf­dring­lichen und for­dern­den Art kei­nen Ge­fallen ge­tan hat! Micah sollte sich nicht nur in Ge­duld und Takt­ge­fühl üben, son­dern auch darin, ihre Nase nicht in frem­de An­gele­gen­hei­ten zu stecken.
Nennt mich ruhig prü­de oder spie­ßig, aber wenn wir schon aufs Takt­gefühl zu spre­chen kommen, muss ich sagen, dass ich Micahs Aussa­gen oft ab­so­lut ge­schmack­los finde. Laura Kneidl hat schon immer Cha­rak­tere er­schaffen, die kein Blatt vor den Mund neh­men. Ihre Dia­loge brin­gen mich zum Schmunzeln, sind keck und ein­fach witzig. Wirk­lich wahr, ich ge­nieße die Ge­sprä­che von Lauras Figu­ren sehr! Umso scho­ckier­ter bin ich über Micahs vul­gäre Art. Auf mich wirkt Micah so, als würde sie nur da­rauf war­ten, dass ihr Gegen­über Worte un­günstig wählt, so­dass sie eine zwei­deuti­ge An­spie­lung machen kann.
Des Weiteren mag ich ihre Doppel­moral nicht. Micah stu­diert Jura, weil ihre Eltern einen Er­ben für ihre Kanz­lei brau­chen. Nun, wo ihr Bruder unter­ge­taucht ist, opfert sie sich. Sie hat über­haupt keine Lust auf das Stu­dium, möchte sich lieber selbst ver­wirk­li­chen und ver­ab­scheut zu­dem alles, wofür ihre Eltern ste­hen. Dies gibt Micah ihnen un­miss­ver­ständ­lich zu ver­stehen. Sie ist stolz darauf, selbst­stän­dig zu sein und end­lich auf eige­nen Beinen zu stehen – dass sie nicht weiß, wie man eine Wasch­maschi­ne be­dient, lassen wir mal un­kommentiert.
Diese Aussage ent­spricht in meinen Augen ein­fach nicht der Wahr­heit. Sie lässt sich von vorne bis hin­ten von ihren Eltern fi­nan­zie­ren und ich glaube, wür­de sie wirk­lich ein­mal auf eigenen Bei­nen stehen, würde ihre Welt ziem­lich schnell ins Wanken ge­ra­ten und sie den Boden unter den Fü­ßen ver­lie­ren. Ganz zu schwei­gen dass ich unter keinen Um­stän­den Geld von meinen Eltern an­neh­men würde, wenn sie ihr eigenes Kind so hart ver­ur­tei­len, wie Micahs El­tern es tun. Ich weiß auch nicht … Micahs Cha­rak­ter wirkt auf mich voll­kommen wirr und ohne Konstrukt.
Nachdem ich etwa vier­hundert­sieb­zig Seiten des Buches ge­le­sen hatte, be­gann end­lich der spannen­de Teil. Es passier­te viel und ich wusste ehr­lich ge­sagt gar nicht, wo­hin mit meinen Ge­füh­len. Umso er­staun­ter war ich, als das Buch abrupt be­endet war. Der Leser er­fährt Julians Ge­heim­nis, es gibt ein auf­klären­des Ge­spräch, einen Aus­blick und dann ist das Buch zu Ende? Wo kam die­ses Ende her? Oh man, für meinen Ge­schmack wird zum Schluss alles viel zu schnell ab­ge­hakt. Und so schön Micahs Re­ak­tion ist, so un­wahr­schein­lich finde ich sie. Ich be­zeich­ne mich als sehr to­leran­ten Menschen, hätte aber an Micahs Stelle un­zähli­ge Fragen ge­habt und müsste Julians Ge­heim­nis doch kurze Zeit sacken lassen.
Mich stört am Ende des Romans je­doch nicht vorran­gig Micahs Re­ak­tion. Mich stört haupt­säch­lich die Art, wie Someone New be­endet wurde. Man liest bei­nahe fünf­hun­dert Seiten und gera­de als die Lektüre be­ginnt, spannend zu wer­den und der Roman meine volle Auf­merksam­keit hat, ist er vorbei. Auf mich wirkt das Ende so, als würde man das Ge­heim­nis aus­plau­dern und sich nicht weiter mit der The­ma­tik be­schäf­tigen wollen. Ich habe mich ab­ge­fer­tigt ge­fühlt. Und ich kann wie viele ande­re sagen: Die The­ma­tik ist wich­tig. Es gibt viel zu we­ni­ge Bücher mit die­sem Thema. Doch an der Um­setzung dürfte mei­ner Mei­nung nach noch etwas ge­arbei­tet werden. Julian selbst finde ich ab­so­lut gelun­gen. Ich kann ihn und sein Ver­hal­ten ver­ste­hen. Mir haben auch die ganzen An­spie­lun­gen auf sein Ge­heim­nis im Laufe des Ro­mans sehr ge­fallen, doch das ganze Drum­he­rum hat für mich nicht gepasst.
Ich finde es toll, dass Laura Kneidl The­men wie das in Someone New in Ge­schich­ten an­spricht. Ich finde es toll, dass sie da­durch vie­len Le­sern einen Zu­gang zu dem Thema schafft. Ein Buch mit queeren Cha­rak­te­ren und einer Thema­tik, die sehr selten in Ro­ma­nen an­gespro­chen wird, sorgt na­tür­lich dafür, dass sich viele Leser da­für be­geis­tern. Aller­dings muss für mich auch der Rest des Buches stimmen. Mich können die bun­te Fi­guren­viel­falt – die auf mich passa­gen­weise zu er­zwun­gen wirkt – und der wun­der­schöne Schreib­stil alleine nicht über­zeugen.
Ein hartes, aber in meinen Augen wah­res Ur­teil: Someone New ist der 0815 New Adult Roman mit di­ver­sen Fi­gu­ren – junges Mäd­chen zieht aus, um stu­die­ren zu ge­hen und trifft auf einen Jungen, beide ver­lie­ben sich. Man ordne jeder Figur eine Min­der­heit zu, schreibt in wirk­lich fan­tas­ti­scher Sprache fünf­hundert­fünf­zig Seiten nieder und tada, Someone New ist fer­tig. So leid es mir tut, und so wich­tig das Thema auch ist, mich konnte die­ses Buch nicht über­zeu­gen. Ich bin voll­kommen da­für, dass das an­gespro­che­ne Thema in viel mehr Büchern the­ma­ti­siert wird. Egal welches Genre, aber dann bitte auf an­spre­chende­re Weise und mit ein bisschen mehr Spannung.
Someone New konnte mich leider nicht begeistern. Ich konnte keine Bindung zur Protagonistin aufbauen, die Handlung ist zäh wie Kaugummi und gleichzeitig wirkte für mich das meiste vollkommen erzwungen und nicht natürlich. Schade!

Veröffentlicht am 25.03.2019

Enttäuschend

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Vorab:
ICH LIEBE DIESES COVER SO UNFASSBAR DOLL

Vorab:
ICH LIEBE DIESES COVER SO UNFASSBAR DOLL <3
Also ich kann hier wirklich sagen, dass dieses Cover zu den schönsten Covern gehört, die ich je gesehen habe!
Zum Inhalt:
Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen, auch wenn Micah etwas überdurchschnittlich bemüht war, Zeit mit Julian zu verbringen XD
Dafür fand ich auch die Nebencharaktere wie Auri oder Cassie so liebevoll und authentisch.
Aber dafür, dass das Buch diese totgeschwiegenen Themen wie Homophobie und Inakzeptanz gegenüber anderen Dingen ansprechen soll, waren erstaunlich wenige Seiten diesen Themen tatsächlich gewidmet.
Also wenn schon gesagt wird, wie wichtig es ist, dass diese Themen angesprochen werden müssen, dann sollten nicht nur ein paar 60 Seiten dieses Thema behandeln. Denn im Gegensatz zu der Anzahl der Seiten, ist das echt mickrig.