Leserunde zu "SCHULD! SEID! IHR!" von Michael Thode

Neuer blutiger Stern am deutschen Spannungshimmel
Cover-Bild SCHULD! SEID! IHR!
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Michael Thode (Autor)

SCHULD! SEID! IHR!

Thriller

Ihr habt mein Leben mit Füßen getreten.
Ihr habt mir das Liebste genommen.
Jetzt ist die Zeit meiner Rache gekommen.
Und ich nehme euch alles.

In der Lüneburger Heide nehmen sich ein obdachloser Mann und ein pensionierter Polizist unter größten Qualen das Leben. Was verbindet diese beiden Männer? Und welche Bedeutung haben die Tarotkarten, die neben den Toten gefunden werden?


Timing der Leserunde

  1. Bewerben 03.05.2021 - 23.05.2021
  2. Lesen 07.06.2021 - 27.06.2021
  3. Rezensieren 28.06.2021 - 11.07.2021

Bereits beendet

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Wenn ihr wissen möchtet, wie eine Leserunde funktioniert und auf welche Kriterien wir bei der Auswahl der Teilnehmer achten, schaut doch mal hier vorbei.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 05.07.2021

Interessanter, abwechslungsreicher, gut recherchierter zweiter Fall für die Ermittler Degenhardt und Liebisch

3

Der ehemals auf einer Bohrinsel tätige Ingenieur Martin Stelter, der bei der Explosion eines Gasgrills seine Frau verloren und selbst schwere Verbrennungen erlitten hat, ist nun obdachlos. Als treuer Begleiter ...

Der ehemals auf einer Bohrinsel tätige Ingenieur Martin Stelter, der bei der Explosion eines Gasgrills seine Frau verloren und selbst schwere Verbrennungen erlitten hat, ist nun obdachlos. Als treuer Begleiter ist ihm nur sein Hund Bosko geblieben. Auf der Waldlichtung, auf der Martin Stelter sein Lager aufgeschlagen hat, wird er vom Gehängten konfrontiert und zum Selbstmord mit Strychnin gezwungen. Am Tatort hinterlässt der Gehängte die Tarotkarte EL COLGADO. Doch was hat Martin Stelter dem Gehängten getan, was ihm genommen? Was ist neunzehn Jahre zuvor geschehen? Und welche weiteren Opfer wird es noch geben?
Hauptkommissar Rolf Degenhardt und die ehemalige Praktikantin Jana Liebisch ermitteln in ihrem zweiten Fall nach "Das stumme Kind" - nun unterstützt von Kriminalrat Dirk Kaiser, der die Leitung des Zentralen Kriminaldienstes übernommen hat, nachdem sich Oberkommissar Jens Vorberg zu Beginn von "Schuld! Seid! Ihr!" zur Operativen Fallanalyse des Landeskriminalamts in Hannover verabschiedet hat.

An "Schuld! Seid! Ihr!" hat mir gut gefallen, dass die Handlung auf zwei Zeitebenen erzählt wird, die zum einen etwa zwanzig Jahre zuvor und zum anderen im hier und jetzt spielen. Darüber hinaus haben mir die Perspektivwechsel zugesagt, die für Abwechslungsreichtum sorgen und die die Ereignisse nicht nur aus Sicht der ermittelnden Kommissare, sondern zudem aus Sicht des Täters - genannt der Gehängte - sowie seiner Opfer also u.a. von Martin Stelter schildern. Interessant fand ich dabei besonders, dass die Geschichte über weite Strecken aus Sicht des Gehängten erzählt wird und ich dabei einen tieferen Einblick in dessen Gedanken erhalten habe.
Zudem sagt mir der ebenso ungewöhnliche wie strukturierte, fast schon analytisch zu nennende Aufbau von "Schuld! Seid! Ihr!" zu, der bis zum Schluss konsequent verfolgt wird. Dieser erinnert in seiner Einteilung in sechs Akte an ein Theaterstück und orientiert sich am systematischen Racheplan des Gehängten. Die einzelnen Akte wiederum sind in Kapitel unterteilt, die aus wechselnden Perspektiven erzählt werden ("Der Gehängte" vs. "Die Anderen"). Gut gefallen haben mir dabei die detaillierten Zeit- und Ortsangaben, mit denen jedes Kapitel eines Akts überschrieben ist.

An "Schuld! Seid! Ihr!" hat mich angesprochen, wie gut recherchiert dieser Krimi ist. So werden die einzelnen Akte mit interessanten Informationen zu Tarotkarten eingeleitet, die etwa die Geschichte der Tarotkarten - insbesondere zu deren Wurzeln und ersten Nachweisen wie den Visconti-Spielen, die die ältesten Tarotkarten der Welt im Besitz der Familie Visconti darstellen - betreffen. Denn der Täter, der in "Schuld! Seid! Ihr!"seine Rache sucht, ist selbst nach der Tarotkarte "der Gehängte" benannt.
Aber auch die intensiven wie gut recherchierten Beschreibungen wie die der Bayreuther Festspiele und des besonderen Orchestergrabens im Bayreuther Festspielhaus aus Sicht der Bratschistin Simone Distler haben mich überzeugt. Gleichermaßen eindringlich wie gelungen finde ich die Schilderung des nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmten Jürgen Großmann - des Vorgängers von Rolf Degenhardt - und wie er aufgrund seiner Lähmung zu kämpfen hat, um an einen Nachttischschrank neben seinem Bett zu gelangen.
Gefallen hat mir auch die Brisanz und Aktualität, die "Schuld! Seid! Ihr!" dadurch gewinnt, dass der Gehängte im Rahmen seines Racheplans geschickt sein Talent als Hacker einsetzt. Und so zeigt er etwa im Hacken medizinischer Geräte, wie angreifbar wir heute in unserer technisierten Welt geworden sind und uns dessen nur allzu oft gar nicht bewusst sind.

In "Schuld! Seid! Ihr!" nimmt das Privatleben von Rolf Degenhardt relativ viel Raum ein. Geschildert werden seine privaten Problemen, die die Trennung von seiner Frau Ulrike, aber auch seine Tochter Alexandra, die im weiteren Verlauf von "Schuld! Seid! Ihr!" bei Rolf Degenhardt einzieht, betreffen. Zudem leidet er unter psychischen Problemen, die auch mit den Ereignissen eines früheren Falls, der in "Das stumme Kind" geschildert wird, zusammenhängen. In diesem Zusammenhang wird in "Schuld! Seid! Ihr!" auch auf den ersten Krimi dieser Reihe Bezug genommen. Um der Ermittlung den Gehängten betreffend in diesem zweiten Krimi folgen zu können, ist es jedoch nicht erforderlich "Das stumme Kind" gelesen zu haben, da beide Fälle voneinander unabhängig sind.
Relativ viel Raum nimmt in "Schuld! Seid! Ihr!" auch die Auseinandersetzung zwischen Rolf Degenhardt und dem unsympathischen Karrieristen Dirk Kaiser ein, der nun leider der neue Vorgesetzte von Degenhardt ist. Denn gleich bei ihrer ersten Begegnung geraten die beiden aneinander, da jeder von ihnen die Stelle von Jens Vorberg nachbesetzen will. Dieser erste Konflikt setzt sich bei einem durch Rolf Degenhardt abgebrochenen Anruf von Dirk Kaiser, aber auch in den Nachforschungen, die Dirk Kaiser zu den Ereignissen "Das stumme Kind" betreffend anstellt, fort und verstärkt sich im weiteren Verlauf von "Schuld! Seid! Ihr!" noch.

"Schuld! Seid! Ihr!" ist ein ebenso interessanter wie ungewöhnlicher, zudem gut recherchierter und komplexer Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe. Allerdings muss ich zugeben, dass das Ende zwar konsequent ist, aber doch ein wenig abrupt gekommen ist und dabei dann doch die ein oder andere Frage für mich unbeantwortet geblieben ist.

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Veröffentlicht am 29.06.2021

tolles Buch...

4

Ein Odachloser und ein pensionierter Pensionist nehmen sich auf eine grausame Art das Leben und keiner weiß, wie die beiden Männer in Zusammenhang stehen könnten. Michael Thode schreibt in SCHULD!SEID!IHR! ...

Ein Odachloser und ein pensionierter Pensionist nehmen sich auf eine grausame Art das Leben und keiner weiß, wie die beiden Männer in Zusammenhang stehen könnten. Michael Thode schreibt in SCHULD!SEID!IHR! eine Geschichte über Rache und die damit verbundenen Grausamkeiten. Das Buch ist unterteilt in Kapitel, die jetzt spielen und in andere die vor 19 Jahren passiert sind.

Ich fand es erstmal toll, dass die Leserunde mit Autoren-Begleitung gemacht wurde, leider gibt es bei dem Buch einen Vorgänger- was aber so gut wie niemand hier gewusst hat. Schlecht wäre es wohl nicht gewesen, wenn man "Das stumme Kind" kennen würde aber ich denke- viel fehlt einem nicht davon.
Man lernt die Ermittler kennen und auch die Differenzen untereinander. Degenhardt liegt wirklich viel daran, den Fall mit den Tarotkarten- die jeweils bei den Toten gefunden werden, aufzuklären.
Es war ein spannendes Buch, aber zum Ende hin fehlen einem ein paar Details- die man aufgeklärt haben möchte. Da es aber eine Fortsetzung geben wird, hofft man darauf- dass vielleicht dort noch die losen Enden aufgegriffen werden könnten. Sonst ist das Buch auf jeden Fall lesenswert, wenn man auf spannende Geschichten steht.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Spannender Rache-Thriller, der etwas braucht, bis er richtig auf Touren kommt, dann aber mit einem furiosen Schlussakt aufwartet

9

In diesem Thriller schickt der Autor Michael Thode Hauptkommissar Rolf Degenhardt und seine Kollegin Jana Liebisch von der Kriminalinspektion Nordheide in ihren zweiten Fall, der zwar etwas braucht, bis ...

In diesem Thriller schickt der Autor Michael Thode Hauptkommissar Rolf Degenhardt und seine Kollegin Jana Liebisch von der Kriminalinspektion Nordheide in ihren zweiten Fall, der zwar etwas braucht, bis er richtig in die Gänge kommt, mich dann aber mit einem furiosen Schlussakt doch noch komplett überzeugen konnte.

Grundsätzlich kann man das Buch auch dann problemlos lesen und verstehen, wenn man, so wie ich, den ersten Band noch nicht kennt. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Da der erste Fall hier aber immer mal wieder in einer Nebenhandlung eine gewisse Rolle spielt, empfiehlt es sich schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen hier über weite Strecken der Geschichte nicht etwa die Ermittler, sondern „Der Gehängte“, ein geheimnisvoller Rächer, der eiskalt und skrupellos einen perfiden Plan verfolgt, bei dem er seine Opfer vor eine schreckliche Wahl stellt. Sein Name leitet sich von der gleichnamigen Tarot-Karte ab, die er in unterschiedlichen Versionen an den Tatorten zurücklässt. Auf den ersten Blick gibt es dabei zwischen den Opfern keine Verbindung, erst nach und nach zeichnet sich das Motiv und die grausame Hintergrundgeschichte ab.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt mit kurzen Kapiteln und ständigen Perspektivwechseln für ein ziemlich hohes Erzähltempo. Dabei erleben wir das Geschehen abwechselnd aus der Sicht des Täters und seiner Opfer, dadurch erhält man dann auch einen ziemlich umfassenden und intensiven Blick auf die Abläufe. Der Strang um Hauptkommissar Degenhardt und Jana Liebisch fällt dagegen zunächst doch deutlich ab, da er sich lange Zeit eher mit dem Privatleben der Ermittler und Machtspielchen auf der Kriminalinspektion beschäftigt. Erst im letzten Drittel des Buches greifen die Ermittler so richtig ins Geschehen ein. Hier verdient sich das Buch dann doch noch die Bezeichnung Thriller, neben reichlich Spannung und Dramatik wird dabei auch eine überzeugende Auflösung geboten, die keine wesentlichen Fragen offenlässt, obwohl am Ende noch ein wenig Interpretationsspielraum zurückbleibt. Getragen wird die Geschichte von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Trotz kleinerer Kritikpunkte überwiegen am Ende dann doch die positiven Leseeindrücke bei weitem. Wer auf packende Rache-Thriller steht, wird mit diesem Buch somit insgesamt sehr gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 09.07.2021

Spannender Thriller

2

Cover und Klappentext konnten mich schnell überzeugen.

Das Buch bildet Band 2 der Degenhardt-Liebisch Reihe. Zum Verständnis muss man den ersten Band aber nicht gelesen haben. Ich selbst kenne den ersten ...

Cover und Klappentext konnten mich schnell überzeugen.

Das Buch bildet Band 2 der Degenhardt-Liebisch Reihe. Zum Verständnis muss man den ersten Band aber nicht gelesen haben. Ich selbst kenne den ersten Band nicht und habe zu keinem Zeitpunkt Probleme mit dem Verständnis der Story gehabt.

Der Aufbau des Buches ist super interessant. Es ist in Akte gegliedert wie ein Theaterstück. Als solches sieht "der Gehängte" (der Protagonist) seine "Taten" auch an.

Durch die Struktur der Kapitel bekommen wir als Leser Einblicke in die Handlungen und Hintergründe des "Gehängten" und der anderen. Dabei werden die Leben der anderen so beschrieben, dass ich eine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte und bis zum Schluss mit ihnen gehofft habe, dass sie es doch schaffen.

Außerdem spielen Tarotkarten an den Tatorten eine wichtige Rolle. Das fand ich super interessant.

Am Ende ereignet sich ein toller Showdown. Die Spannung ist gut verteilt. Durch die Einteilung in Akte und ein vorhersehbares Ende der Akte wird die Spannung jedoch etwas geschwächt. Dafür hat dieses Stilmittel viele andere Vorzüge.

Mein einziger Kritikpunkt liegt in den Ermittlungen. Hier hätte ich mir etwas mehr an Einblicken gewünscht. Teilweise werden Berichte gezeigt. Davon hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.

Insgesamt bekommt SCHULD! SEID! IHR! von mir 🖤🖤🖤🖤(4)/5. Ein toller Thriller.

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Veröffentlicht am 04.07.2021

Die Rache des „Gehängten“

7

Hauptkommissar Rolf Degenhardt steht vor einer seltsamen Situation: Innerhalb von wenigen Tagen ist er mit zwei Selbstmorden konfrontiert, die auf den ersten Blick weder in Zusammenhang miteinander stehen, ...

Hauptkommissar Rolf Degenhardt steht vor einer seltsamen Situation: Innerhalb von wenigen Tagen ist er mit zwei Selbstmorden konfrontiert, die auf den ersten Blick weder in Zusammenhang miteinander stehen, noch als Verbrechen deklariert werden müssen – allerdings nur auf den ersten Blick. Denn beide Männer – ein Obdachloser ehemaliger Ingenieur und ein pensionierter Polizist – starben unter größten Qualen an einer Vergiftung. Zusätzlich stellen Degenhardt und sein Team bei beiden Opfern Tarotkarten fest, die sich auf erstaunliche Weise ähneln. Zufall oder Absicht? Und sind noch mehr Menschen in Gefahr?

„SCHULD! SEID! IHR!“ ist das zweite Buch des Autors Michael Thode, der sich um das Ermittlungsteam rund um Hauptkommissar Rolf Degenhardt dreht. Zwar gibt es an einigen Stellen Anspielungen auf den ersten Band „Das stumme Kind“, liest sich jedoch unabhängig von diesem, da der Autor dem Leser alle notwendigen Informationen gibt, um die aktuelle Geschichte problemlos zu verstehen. In mir wurde dennoch die Neugier auf die vorhergehenden Ereignisse geweckt und es hinterließ mich leider etwas unzufrieden, dass diese nicht kurz erläutert wurden.

Sehr gut gefallen haben mir indes der spannende, treibende Schreibstil des Autors sowie die Idee hinter dem Gesamtkonzept, das Buch in verschiedene Akte mit Hauptdarstellern wie in einem Theaterstück aufzubauen. Das fand ich sehr kreativ und interessant. Passend dazu die sechs Striche auf dem Cover, das somit in seiner Schlichtheit einen schönen Bezug zum Inhalt schafft. Ebenfalls toll waren die kurzen Kapitel mit ständigen Perspektivwechseln zwischen Täter, Opfer und Ermittler sowie die Rückblenden in die Zeit der auslösenden Ereignisse. Diese ständigen Wechsel haben mich nicht nur permanent mitdenken lassen, sondern auch das Tempo der Handlung permanent erhöht. Durch den Einblick in die Sicht des Täters wird dem Leser dessen Motiv und Emotionen ersichtlich und man fiebert darauf hin, dass all diese Perspektiven schlussendlich aufeinandertreffen. Auch interessant fand ich die Kapitel mit sachlichen Erläuterungen zum Tarotspiel.

Das Buch beginnt mit einem rätselhaften und bereits grausamen Prolog. Sofort war mein Interesse geweckt, wie diese Geschichte aus der Vergangenheit mit den Geschehnissen in der Gegenwart zusammenhängt. Erst danach beginnen das streng durchgeplante Vorgehen des „Gehängten“ und seine Unterteilung in sechs (Rache-)Akte. Im Folgenden wechselt die Handlung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, der Perspektive des Täters, der verschiedenen Opfer und der Ermittler. Teilweise schweift die Handlung weg vom eigentlichen Fall, in anderen Passagen liegt der Fokus eindeutig auf den polizeilichen Ermittlungen des Teams rund um Rolf Degenhardt, aus dessen Privatleben der Leser ebenfalls Einblick erhält – insgesamt wurden hier sehr viele unterschiedliche Handlungsstränge geschaffen, die aber nicht alle am Ende zusammengeführt und gelöst wurden. Gerade der private Bezug Degenhardts sowie die Abteilungsinternen Querelen seines Teams werden so für das Folgebuch des Autors noch von Relevanz sein. Für meinen Geschmack hätte der Fokus auch komplett auf dem Fall bleiben können, so kamen mir an manchen Stellen die Ermittlungsarbeit sowie deren Hintergründe etwas zu kurz. Insgesamt fand ich den Spannungsbogen dennoch gelungen und auch wenn bereits zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt der Täter enttarnt war und sein Motiv offen gelegt hat habe ich die Geschehnisse noch aufgeregt weiterverfolgt um herauszufinden, ob er sein Ziel erreichen wird oder ob die Polizei schneller sein wird. Gerade diese Einblicke in seine Psyche haben mich verstärkt mitfiebern lassen. So war auch das Ende des Buches wenig überraschend und kein fulminanter Showdown, aber das hat es meiner Meinung auch nicht gebraucht – das Ende war schlüssig und stimmig und darauf kommt es mir persönlich an. Etwas unbefriedigt zurückgelassen haben mich doch noch einige offene Fragen zum Ende, die nicht mehr aufgeklärt wurden. Auch waren es für meinen Geschmack zu viele Anspielungen auf das Vorgängerbuch.

Insgesamt hat mir „SCHULD! SEID! IHR!“ gut gefallen, vor allem der strukturierte Aufbau der Handlung und die Anspielungen auf ein Theaterstück habe ich als sehr kreativ empfunden. Für mich war es eine Mischung aus Krimi und Thriller, da zunächst mehr Wert auf die Ermittlungsarbeit und gegen Ende erst auf Spannung gelegt wurde. Auch wenn ich mir am Ende einige Antworten mehr erhofft habe hatte ich dennoch tolle Lesestunden und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

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