Cover-Bild Der Klang der Täuschung

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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: ONE
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 640
  • Ersterscheinung: 31.01.2019
  • ISBN: 9783846600771
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Mary E. Pearson

Der Klang der Täuschung

Die Chroniken der Hoffnung. Buch 1
Ulrike Raimer-Nolte (Übersetzer)

Kazi ist auf den Straßen Vendas großgeworden und schlägt sich als Taschendiebin durch. Doch dann wird Königin Lia auf sie aufmerksam und betraut sie mit einer neuen Aufgabe: Als Mitglied der königlichen Leibgarde soll Kazi die Verräter ausfindig zu machen, die für den Großen Krieg verantwortlich sind. Es wird vermutet, dass sie bei einem feindlichen Rebellenvolk an der Landesgrenze Zuflucht gefunden haben. Doch als Kazi dort eintrifft und den jungen Anführer Jase kennenlernt, bringen Gefühle ihre Pläne durcheinander. Denn auch wenn ihr Kopf weiß, dass Jase ihr Feind ist, so kann sich ihr Herz nicht gegen ihn wehren ...


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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2019

Unterhaltsamer Ausflug in bekannte Gefilde mit ungemein interessanten Protagonisten

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„Der Klang der Täuschung“ ist der erste Band der Dilogie „Die Chroniken der Hoffnung“. Die Geschichte setzt 6 Jahre nach dem Ende der „Chroniken der Verbliebenen“ ein und entführt den Leser erneut in die ...

„Der Klang der Täuschung“ ist der erste Band der Dilogie „Die Chroniken der Hoffnung“. Die Geschichte setzt 6 Jahre nach dem Ende der „Chroniken der Verbliebenen“ ein und entführt den Leser erneut in die Welt der Königreiche Venda, Morrighan und Dalbreck. Man trifft alte Bekannte und lernt neue Charaktere kennen. Diejenigen, die hoffen, Personen aus den „Chroniken der Verbliebenen“ erneut umfangreich zu folgen, muss ich jedoch leider enttäuschen. Bis auf eine paar kleineren Auftritten von z.B. Eben, Griz, Lia und Rafe folgen wir den Protagonisten Kazi und Jase. Doch keine Angst, diese beiden sind so spannend und interessant, dass sie tatsächlich eine eigenständige Geschichte verdient haben und nicht im Schatten der „Chroniken der Verbliebenen“ stehen müssen.


Die Autorin Mary E. Pearson ist ihrem Schreibstil treu geblieben, er ist wieder flüssig und gut zu lesen, genauso wie wir das aus der Vorgängertrilogie gewohnt waren. Nicht alltäglich, sondern poetisch und bildhaft, ohne sich in komplizierten Sätzen zu verlieren. Das gibt dem Ganzen irgendwie einen romantischen und auch magischen Hauch und passt sehr gut zum Setting.

„..selbst ungeplante Ereignisse können uns auf Pfade lenken, die zu betreten wir nie erwartet hätten. Sie können unser Schicksal mit einem Schlag ändern und über den Haufen werfen, wer und was wir sind“

Kazi als Protagonistin ist ungemein interessant und bietet aufgrund ihrer Vergangenheit viel Potential. Eine Diebin, die schon früh zur Waise wurde, ist nun Teil der königlichen Leibgarde, eine Rahtan. Sie ist der Königin treu ergeben und versucht, ihren Auftrag trotz allerlei Hindernissen nicht aus den Augen zu verlieren: sie wurde losgeschickt, um einen Verräter aufzuspüren. Kazi macht während der Geschichte eine tolle Entwicklung durch, sie wird von einem Mädchen, das nicht viele Empfindungen zugelassen hat, zu einer jungen Frau, die sich ihrer Gefühle nicht länger verschließt. Die Autorin hat es zudem geschafft, immer mehr über Kazi zu verraten, aber doch nur so viel, dass weiterhin enormer Raum für Spekulationen bleibt.

„Dann halt dich an mir fest und ich zeige dir die Sterne“

Kazi trifft im Rahmen ihres Auftrags auf die Ballengers, eine Familie, die mir mit ihrer Dynamik sehr gut gefallen und immer für Abwechslung gesorgt hat, allein schon aufgrund der unterschiedlichen Charaktere in der Familie und dem nahen Umfeld. Die Ballengers können auf eine traditionsreiche und mitunter auch blutige Geschichte zurückblicken, die sehr schön in die Handlung eingewoben wurde. Teilweise durch Zwischenkapitel, wie man das schon aus den „Chroniken der Verbliebenen“ kennt, aber auch durch Erzählungen der Familienmitglieder. Patrei, also Anführer bzw. Oberhaupt der Familie, ist Jase, der es Kazi seit ihrer ersten Begegnung nicht einfach macht. Aber sie es ihm ebensowenig. Einerseits fühlt sich Jase über alle Maßen mit seiner Familie und den damit einhergehenden Pflichten verbunden, andererseits möchte er es auch einigen Außenstehenden recht machen und vertraut den falschen Leuten. Bedrohung von außen machen die Situation für Jase nicht leicht und schaffen ein Umfeld, das spannender und aufregender nicht sein könnte.
Ich fand beide Protagonisten sehr sympatisch, auch wenn man manche Entscheidungen als Leser vielleicht nicht nachvollziehen kann. Einige Charaktere hätte ich gerne noch besser kennengelernt, doch dafür wäre auch noch Raum im zweiten Band.

„Schau genau hin, und du wirst überall Magie finden“

Mary E. Pearson hat mit „Der Klang der Täuschung“ eine unterhaltsame Geschichte in altbekannten Gefilden geschaffen, die sich nicht hinter den Büchern der „Chroniken der Verbliebenen“ verstecken muss. Wir lernen mehr über die Geschichte der Welt, verstehen vielleicht sogar teilweise, wie sie entstanden sein könnte, ohne abschließend darüber aufgeklärt zu werden, ob die zurechtgelegten Erklärungsansätze stimmen. Nur kleine „Easter Eggs“ der Autorin weisen erneut darauf hin, was nur durch viel Aufmerksamkeit nicht einfach zwischen den Zeilen verschwindet. Diese kleinen Anzeichen finde ich genial und ich freue mich auf mehr im Folgeband.
Spannend, jedoch auch mit ein paar Längen, ist die Geschichte aus Band 1 teilweise zu Ende erzählt – und teilweise nicht. Einige lose Enden ziehen sich mit in den zweiten Teil und machen vor allem nach einem Cliffhanger, der nicht mysteriöser und interpretationsfähiger sein könnte, die Wartezeit auf das Erscheinen des Finalsbands 2020 fast unerträglich.

Ich durfte das Buch vorab im Rahmen einer Leserunde auf lesejury.de lesen und bedanke mich dafür, vor allem bei meinen MitleserInnen, die mir mit ihren Spekulationen und Eindrücken ein intensives Leseerlebnis bereitet haben.

„Finde in dir selbst die Magie, die deine Haut im Winter wärmt, die dir das Unsichtbare zeigt, die machtvoll in deinem Inneren ruht und dich davon abhält, einfach aufzugeben, wenn die Tage kalt werden“

Veröffentlicht am 04.02.2019

Ein toller Auftakt einer neuen Spin-Off Reihe

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Inhalt
Kazi ist eine Rahtan und gehört somit der königlichen Leibgarde an. Ihr Auftrag ist es, einen Verräter zu finden und nach Venda zu bringen. Der Verräter neben anderen für den damaligen Krieg verantwortlich ...

Inhalt
Kazi ist eine Rahtan und gehört somit der königlichen Leibgarde an. Ihr Auftrag ist es, einen Verräter zu finden und nach Venda zu bringen. Der Verräter neben anderen für den damaligen Krieg verantwortlich gewesen. Ihre Suche führt sie zu den Ballengers, eine Familie, die sich selbst zu den Herrschern dieses Städtchens ernannt haben. Als sie deren Anführer Jase kennen lernt, kommt eins zum anderen und ihre Gefühle scheinen ihr einen Weg zu weisen….

Meine Meinung
Nach den „Chroniken der Verbliebenen“ bin ich mit hohen Erwartungen an dieses Spin-Off gegangen. Und was soll ich sagen? Diese Erwartungen wurden erfüllt.

Das Cover ist einfach wieder fantastisch gestaltet. Es hat etwas geheimnisvolles, aber auch Starkes an sich. Zudem ist die Verbindung zu den „Chroniken der Verbliebenen“ deutlich, es hat aber trotzdem etwas Eigenständiges und hebt sich somit von der Vorgänger-Reihe ab.

Die Handlung fand ich ebenfalls einfach nur spitze. Sie hat ein gutes Tempo und punktet sowohl mit sehr temporeichen Teilen, als auch mit etwas ruhigeren Stellen. Die Mischung zwischen beidem ist hier einfach wunderbar gut gelungen, sodass es sehr abwechslungsreich war.
Nachdem der Anfang eher ruhiger war und einen zunächst langsam an die Geschichte und Kazis Vergangenheit herangeführt hat, ging es dann jedoch sehr spannend weiter und das Buch konnte mich komplett fesseln. Die Spannung blieb konstant bis zum Ende. Viele überraschende Wendungen, Ungereimtheiten und Geheimnisse sorgten zudem noch für den gewissen Pepp, der dem Buch den letzten Schliff verpasste.
Aber auch der Humor kam in diesem Buch nicht zu kurz. Viele Situationen zwischen Kazi und Jase waren witzig und unterhaltsam und haben das Ganze etwas aufgelockert.

Beide Protagonisten mochte ich sehr. Sie wurden einfach wunderbar ausgestaltet und wirkten sehr lebendig. Sie sind beide starke Persönlichkeiten mit ihren Ecken und Kanten. Sie waren also wirklich nicht perfekt, was ich gut fand. Außerdem wurden ihre Gefühle und Absichten wunderbar dargestellt, sodass man sich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern konnte.
Was meiner Meinung aber besonders gut gelungen bzw wirklich deutlich gemacht wurde ist, jeweils der familiäre und gesellschaftliche Hintergrund von Kazi und Jase. Hier treffen Gegensätze aufeinander, die ihr Handeln und ihre Persönlichkeit beeinflussen. Beide Protagonisten haben ihre Stärken und Schwächen, eine Vergangenheit die sie gezeichnet hat sowie Personen, denen ihre Loyalität gehört. Da die Geschichte abwechselnd aus ihren Perspektiven geschrieben ist, wusste man stets, was sie über den anderen denken, was sie planen und wie ihre Gefühle aussehen. Das war alles wahnsinnig interessant und spannend zu sehen.


Der Schreibstil ist einfach und flüssig gehalten. Er hat wieder diese einzigartige Atmosphäre erschaffen, sodass man sich direkt auf den ersten Seiten wieder in das Land und seine Menschen zurückversetzt gefühlt hat und einfach wieder in dieser Welt drin war und darin versinken konnte.
Schön fand ich auch, dass man zwischen einzelnen Kapitel wieder Auszüge aus Lieder oder anderen Dingen aus der Vergangenheit hatte.
Außerdem fand ich es toll, dass man auch alte Bekannte aus der vorherigen Reihe hier wieder sieht. Das war einfach wie nach Hause kommen und hat mir richtig gut gefallen.

Insgesamt also einfach ein fantastischer Auftakt einer neuen Buchreihe, der wirklich lesenswert ist und neugierig auf den nächsten Band macht.

Veröffentlicht am 04.02.2019

Anders als „Die Chroniken der Verbliebenen“, aber ähnlich stimmungsvoll

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„Die Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E. Pearson waren mein persönliches Lesehighlight aus dem Jahr 2018, da ich sie kurz hintereinander durchgesuchtet und jede Sekunde dabei genossen habe. Dieser ...

„Die Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E. Pearson waren mein persönliches Lesehighlight aus dem Jahr 2018, da ich sie kurz hintereinander durchgesuchtet und jede Sekunde dabei genossen habe. Dieser Zusammenklang aus ruhigen, beschreibenden Passagen und dann wieder den actiongeladenen, bei denen einem nur der Mund offenstehen konnte, das war schon einsame Spitze! Daher habe ich mich sehr gefreut, dass „Der Klang der Täuschung“ uns in die Welt zurücklässt, damit wir sie noch mehr erkunden können.

„Der Klang der Täuschung“ spielt einige Jahre nach dem Ende von „Die Chroniken der Verbliebenen“ und dreht sich um Kazi, die als Rahtan für die uns wohlbekannte Lia tätig ist. Man wird sogleich in die Handlung ruckartig hineingenommen und man stellt schnell fest, dass ein eigener kleiner Kosmos aufgebaut wird, der doch unabhängig von der uns bekannten Welt funktioniert. Daher gibt es auch nicht viele Erklärungen zu den Geschehnissen und Figuren der „Chroniken der Verbliebenen“, obwohl natürlich Bezüge da sind. Daher würde ich grundsätzlich schon empfehlen, dass man die erschiene Tetralogie vorher gelesen habe sollte, denn gerade zum Ende hin ist es doch hilfreich, wenn man die Basics parat hat, da sie das Verständnis erheblich erleichtern.

Aber wie gesagt, es ist eigentlich ein neuer Kosmos, den wir kennenlernen, da wir uns von den uns bekannten Königreichen lösen und das Reich der Ballengers kennenlernen. Diese Familiensippe ist in den „Chroniken der Verbliebenen“ nicht aufgetaucht, so dass man wirklich ein zentrales Element hat, das man gänzlich neu entdecken müssen. Auch ansonsten spielen von den bekannten Figuren eher Nebenfiguren eine wichtigere Rolle, wie Eben z. B. Es geht also weniger um Lia, Rafe und Kaden, was ich manchmal schade fand, andererseits aber auch genial, denn ansonsten hätte sehr schnell der Eindruck entstehen können, dass Pearson nur Fan Service leistet, aber das ist nicht der Fall. Sie erschafft neue Geschichten, neue Figuren und die fernen Bezüge zum Bekannten sind nett und müssen auch ausreichen.

Bei den Figuren muss ich sagen, dass zu Kazi sofort eine Verbindung da war, da wir sofort in ihre Vergangenheit auftauchen und auch erfahren, dass Lia große Stücke auf sie hält. Daher erkennt man durchaus, dass zwischen den beiden Parallelen sind, da sie beide sehr mutig und wissbegierig sind, aber alleine von ihrer Herkunft sind sie so unterschiedlich, dass man auch ganz unterschiedliche moralische Vorstellungen feststellt. Die Einführung der Ballengers verläuft etwas holpriger, aber das wird sehr schnell wettgemacht, da vor allem Jase eine echte Perle ist. Da man auch seine Perspektive erfährt, ist man natürlich auch schnell in seinem Denken drin. Auch wenn er und Kazi sich eigentlich in so vielen Dingen gegenüberstehen und man eigentlich glaubt, sich für eine Seite entscheiden zu müssen, sind beide Perspektiven so transparent, dass man für beide mitfiebert.

Zudem ist die Chemie zwischen Kazi und Jase grandios. Es ist wahrlich keine stürmische Liebesgeschichte, die ich ansonsten aus dem NA-Genre kenne, dafür aber eine höchst innige Entwicklung, die von Pearson durch eine wunderbare Wortwahl transportiert wird. Ich bin wirklich hin und weg von den beiden und wie sich die Beziehung zwischen ihnen entwickeln darf. Auch die gesamte Ballenger-Sippe wächst einem ans Herz, obwohl dort so viele unterschiedliche Charakterköpfe vereint sind. Aber bei allen steht die Familie über allem und dieses Gefühl kann ich so gut nachvollziehen, dass ich mich einfach mit ihnen identifizieren musste. Durch diese engen Verbandlungen, die entstehen, ist es auch gemein, dass man beim Fortgang der Handlung merkt, wie viel zwischen den verschiedenen Seiten steht, aber im Grunde haben beide recht, weil sie nachvollziehbare Motive haben. Diese Widersprüchlichkeit und das Wissen, es wird eine große Katastrophe geben, hat mich besonders an diesem Buch fasziniert.

Insgesamt ist „Der Klang der Täuschung“ aber deutlich weniger actiongeladen als „Die Chroniken der Verbliebenen“. Es gibt wenig Szenen, bei denen man vor Spannung an den Fingernägeln knabbert, aber das hat mich doch eher wenig gestört. Denn es wurde nun einmal viel Zeit gebraucht, um die Welt der Ballengers erst zu verstehen. Es geht eher um Zwischenmenschliches als eine Handlung, die stetig vorangetrieben werden muss. Aber da es ja noch einen zweiten Teil gibt, könnte ich mir vorstellen, dass Pearson dort wieder eine andere Taktik wählt. Beim Ende bin ich noch etwas hin- und hergerissen angesichts einer Entwicklung, da sie einerseits zu schnell ging, aber andererseits natürlich auch Vielversprechendes für den Fortgang anbietet. Ich hätte mir aber doch schon einen größeren Boom-Effekt gewünscht!

Fazit: Ich liebe die Rückkehr in die Welt von „Die Chroniken der Verbliebenen“. Wir lernen zwar ganz neue Gegenden und Figuren kennen, aber atmosphärisch ist es das Gleiche und da habe ich mich sofort wieder eingefunden. Die neuen Welten und Charaktere sind alle vielversprechend und die Autorin nimmt sich viel Zeit für diese, so dass man sich nach dem Altbekannten auch gar nicht zu sehr sehnt. Insgesamt gibt es vielleicht etwas zu wenig Action und auch das Ende ist nicht gänzlich mit Wow-Effekt, aber das Gaze kratzt doch wieder gefährlich an den fünf Sternen. Da ich mir auf jeden Fall aber Puffer für den Abschluss der Dilogie lassen will, gebe ich nur sehr, sehr gute vier Sterne!

Veröffentlicht am 04.02.2019

Ein überzeugender Genre-Mix mit interessantem Charakterspiel und einer dichten Atmosphäre

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„Ich befand mich im schwerelosen Fall zwischen den Welten, zwischen Eidesschwüren und blinder Furcht, zwischen Treue und Gerechtigkeit – zwischen Liebe und Verachtung.“ (S. 478)

Meine Meinung:
„Der Klang ...

„Ich befand mich im schwerelosen Fall zwischen den Welten, zwischen Eidesschwüren und blinder Furcht, zwischen Treue und Gerechtigkeit – zwischen Liebe und Verachtung.“ (S. 478)

Meine Meinung:
„Der Klang der Täuschung“ ist der erste Band einer neuen Dilogie von Bestsellerautorin Mary E. Pearson, der in der gleichen Welt wie „Die Chroniken der Verbliebenen“ spielt. Ein paar Jahre sind seitdem vergangen und einige Protagonisten von damals tauchen auch hier am Rande wieder auf. Dennoch ist „Der Klang der Täuschung“ ein eigenständiges Werk, dass man auch sehr gut lesen, verstehen und genießen kann, wenn man die „Verbliebenen“ nicht kennt – so wie ich.

Für mich war es also ein unvoreingenommener Start in diese versehrte Welt, die noch immer von dem verheerenden Krieg gezeichnet ist, der auch bei den Menschen seine Spuren hinterlassen hat. Eine kleine Gruppe von Rahtan („versage niemals!“), Leibgarde der Königin aus Venda, wird in einer geheimen Mission ausgesandt, um den Kriegstreiber Illarion aufzuspüren und der Gerichtsbarkeit zuzuführen. Die Führung übernimmt hierbei die Soldatin Kazimyrah („Kazi“), die in ihren 17 Lebensjahren schon sehr viel Leid und Ungerechtigkeit ertragen musste. „Vollwaise, Straßengöre, Herausforderin einer Königin, Rahtan“ – so beschreibt Kazi sich selbst, „Schattenmädchen“ riefen sie Viele, „Zehn“ lautete ihr hart erkämpfter Spitzname. Kazi ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack: absolut tough, straight und doch mit einem großen Herzen für die Armen und Schwachen. Durch einen Erzählstrang aus Kazis Sicht lässt uns die Autorin schon früh sehr tief in Kazis Seele blicken, was sie als Figur unglaublich plastisch und authentisch macht. Kazi mochte ich vom Start weg.

Anders erging es mir mit dem zweiten Protagonisten, Jase Ballenger, dem Partrei von Torsfeste. Ähnlich wie Kazi fand ich ihn zu Beginn eher unsympathisch, doch genau wie Kazi lernte auch ich als Leser im Verlauf der Geschichte, sein Handeln und seine Beweggründe besser zu verstehen, so dass auch er mir über die Zeit wirklich sympathisch wurde. Und hier liegt auch bereits eine der ganz großen Stärken dieses Romans – im Zusammenspiel und in der Entwicklung der beiden sehr heterogenen Hauptcharaktere. Jase hat starke Wurzeln, auf die er sich stets verlassen kann, während Kazi nahezu wurzellos ist und ihr damit der Halt fehlt, anderen Menschen wirklich vertrauen zu können. Dies ist Mary E. Pearson in Summe für meinen Geschmack hervorragend gelungen. Die Wechselwirkung zwischen beiden lässt sich mit folgendem Zitat wunderbar beschreiben:

„Wir tänzelten umeinander herum, einen Schritt vorwärts, einen zurück, umkreisten uns, übernahmen abwechselnd die Führung und versuchten zu erraten, wie die nächste Bewegung aussehen würde. Er traute mir genauso wenig wie ich ihm.“ (S. 88)

Die Geschichte selbst hatte mich schnell gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen, auf der die Autorin noch einen „gemeinen“ Cliff-Hanger parat hält. Auch wenn die Grundidee und das Leitmotiv dieser Geschichte nicht außergewöhnlich sind, fand ich doch die Welt und ihre Beschreibung, sowie die Geschichte, die hinter allem zu stehen scheint, sehr faszinierend, fesselnd und extrem atmosphärisch. Zwischen Fantasy und Romantasy schimmert immer wieder ein anderes Genre durch, das ich hier noch nicht verraten möchte. Ich denke mal, dass die Autorin in folgenden Bänden hier noch mehr Hinweise streuen wird…

Alles in allem eine wunderbar unterhaltsame und fesselnde Lektüre, von der ich noch folgendes Zitat gerne nachwirken lassen möchte:

„Wir können nicht immer unsere eigenen Maßstäbe anlegen, wenn wir die Welt von anderen betrachten.“ (S. 349)

FAZIT:
Für alle Fans der „Verbliebenen“ ein absolutes Muss! Für Neueinsteiger eine fesselnde und extrem atmosphärische Fantasy-Lektüre.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Gelungen!

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Meinung

Ich wollte das neue Buch "Der Klang der Täuschung - Die Chroniken der Hoffnung" von der Autorin Mary E. Pearson unbedingt lesen, da ich schon so viel über ihre anderen Bücher gehört habe. Auch ...

Meinung

Ich wollte das neue Buch "Der Klang der Täuschung - Die Chroniken der Hoffnung" von der Autorin Mary E. Pearson unbedingt lesen, da ich schon so viel über ihre anderen Bücher gehört habe. Auch spielt diese Geschichte in der selben Welt, wie die Reihe von der Autorin "Die Chroniken der Verbliebenen", nur mit einer neuen Protagonistin.

Das Cover hatte mir auf Anhieb gefallen, der Klappentext klang wirklich vielversprechend und von der Autorin habe ich schon einiges gehört, weshalb ich dieses Buch einfach lesen wollte. Es hat mich definitiv nicht enttäuscht, auch wenn ich ein paar kleine Kritikpunkte habe.

Denn der Einstieg in die Geschichte viel mir nicht ganz so leicht. Vielleicht lag dies auch daran, dass ich die Bücher von der Autorin Mary E. Pearson noch nicht kannte. Insbesondere eben die Reihe "Die Chroniken der Verbliebenen". Jedoch kann dieses Buch unabhängig von den anderen gelesen werden. Nach den ersten Seiten kam ich dann mehr und mehr in diese hinein und bin in die fremde und magische Welt der Geschichte eingetaucht.

Obwohl die Welt keine andere ist, als bei der Reihe "Die Chroniken der Verbliebenen", wurde sie hier detailreich und bildgewaltig beschrieben. Ich konnte sie mir genau vorstellen und nicht erahnen, wohin die Reise gehen würde. Auch die Spannung hielt sich immer ziemlich weit oben, sodass mir beim Lesen definitiv nicht langweilig geworden ist und mir das buch einige schöne Lesestunden bereitet hat.

Das Setting, die Charaktere, die Welt und all die noch so kleinen Details haben mich neugierig auf mehr gemacht. Eine Überraschung wartet auf die andere und eine Wendung verfolgt die nächste. An Spannung mangelte es dieser Geschichte ganz bestimmt nicht.

Auch der Schreibstil sowie die sprachlichen Details haben mir sehr zugesagt, da diese so fantastisch waren, dass sich das Buch in einem angenehmen Tempo lesen ließ. Die Autorin hat ziemlich viele Details eingebracht und viel Spannung erzeugt. So war es mir auch nicht sonderlich schwer gefallen, die knapp über 600 Seiten in einer guten Geschwindigkeit zu lesen, der Geschichte dabei vollkommen folgen zu können und kein Detail zu übersehen.

Den fantastisch ausgestalteten Charakteren hat die Autorin wirklich Leben eingehaucht und viele spezifische Eigenschaften, Stärken und Schwächen gegeben. Ich konnte der Protagonistin Kazi wirklich folgen, konnte ihre Taten, Ängste und Gedanken verstehen. Sie ist, genau wie einige andere Charaktere in dem Buch, wahnsinnig mutig, stark und gerissen. Kazi war mir definitiv auf Anhieb sympathisch und ich habe sie gern auf ihrer Reise begleitet.

Das Ende hat mich dann total neugierig auf den nächsten Band gemacht, der hoffentlich nicht so lange auf sich waren lässt.

Fazit

Trotz der Einstiegsschwierigkeiten konnte mich sowohl das Buch als auch die Autorin überzeugen, weshalb ich dranbleiben und weitere Bücher von ihr lesen möchte. Für die Leser, die ihre Reihe "Die Chroniken der Verbliebenen" schon gelesen haben, ist diese Geschichte sicher ein Muss. Doch auch für Neueinsteiger wie mich, kann ich das Buch nur empfehlen.