Cover-Bild Der andere Arthur
(23)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
22,99
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 20.02.2026
  • ISBN: 9783406843341
Liz Moore

Der andere Arthur

Roman
Cornelius Hartz (Übersetzer)

Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der junge Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten - und die doch etwas Entscheidendes verbindet. «Der andere Arthur» ist ein Roman über zerbrochene Lebensentwürfe, echte Freundschaften und unerwartete Neuanfänge, in dem Liz Moore zwei Außenseiter zu Helden einer tief berührenden Geschichte macht.

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen und wiegt mittlerweile 250 Kilo. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der 17-jährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise erfahren haben, wie sich Einsamkeit in ein Leben einschreiben kann. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an Arthur wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann.

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2026

So traurig, so wunderschön

0

Die Flucht in die Einsamkeit – Arthur Opp ist sie vor vielen Jahren angetreten. Verschanzt in seinem Haus in Brooklyn, hat er sich der Außenwelt entzogen. Und sich selbst eingesperrt. Gemeinsam mit all ...

Die Flucht in die Einsamkeit – Arthur Opp ist sie vor vielen Jahren angetreten. Verschanzt in seinem Haus in Brooklyn, hat er sich der Außenwelt entzogen. Und sich selbst eingesperrt. Gemeinsam mit all seinen Gefühlen, Verletzungen und Ängsten. Und gemeinsam mit dem vielen Essen, seinen zahlreichen Mahlzeiten, Snacks und Schlemmereien jeden Tag. Und der Schwere und Unbeweglichkeit, welche diese mit sich bringen. Und den Schritt vor die Tür bald unmöglich erscheinen lassen.
Sein einziger Kontakt zur Außenwelt, seine Lebensader und seltenen Glücksmomente sind die Briefe seiner einstigen, großen Liebe. Die ihn inzwischen immer seltener erreichen. Und ihn doch jeden Tag von den vergangenen Begegnungen und glücklichen Momenten mit Charlene träumen lassen. Und ihm zugleich die verpassten Chancen und Gelegenheiten ebenso vor Augen führen wie die Trauer um eine Zukunft, die nie stattgefunden hat, lebendig halten. Als dann plötzlich und unerwartet sein Telefon klingelt und er Charlenes Stimme hört, verändert eine Nachricht alles. Und in die Dunkelheit ziehen Licht und Hoffnung ein.
Nur wenige Kilometer entfernt kämpft ein „anderer Arthur“ gegen Einsamkeit, Not und Verzweiflung. Und auch, wenn beide voneinander nicht wissen, so sind sie doch über ihre Geschichte miteinander verbunden. Und so wie für den einen Arthur sich das Leben auf dramatische Weise zuspitzt, so öffnet sich für den anderen Arthur eine Tür, die für alle Zeit verschlossen schien. Und nach und nach bewegen sich beide aufeinander zu. Erst zögerlich, dann unaufhaltsam.
Und unaufhaltsam hat sich die Geschichte auch in mein Herz geschrieben. Überwältigt von der Traurigkeit und scheinbaren Ausweglosigkeit der gezeichneten Lebensentwürfe haben mich die Schönheit in der Tiefe der Charaktere und deren Ringen um ein Leben unter widrigsten Umständen emotional nicht nur berührt. Sondern mich zunehmend auch auf einen Ausgang hinfiebern lassen, der Auf- und Erlösung und auch ein zartes Glück verspricht. Und mich aus diesem Grunde schneller und schneller hat über die Seiten fliegen lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2026

Verbundenheit

0

Liz Moore zeigt in ihrem frühen Roman ‘Der andere Arthur‘ eine stille, melancholische Seite ihres schriftstellerischen Könnens. Sie gibt zwei Außenseitern im gesellschaftlichen Gefüge eine Stimme, die ...

Liz Moore zeigt in ihrem frühen Roman ‘Der andere Arthur‘ eine stille, melancholische Seite ihres schriftstellerischen Könnens. Sie gibt zwei Außenseitern im gesellschaftlichen Gefüge eine Stimme, die einfühlsam und unaufgeregt berührende Lebensentwicklungen beschreibt. Ihre Sprache ist direkt, ansprechend, ohne dramatisieren zu wollen. Intensiv und ausführlich geht sie auf Ursachen und Umstände ein, die Menschen prägen können, die charakterliche Züge hervorrufen, diese verstärken und in eine beklemmende Einsamkeit, ja Isolation führen. Die Autorin lässt ihre beiden Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählen, was der Geschichte authentisch erlebbar macht.
Arthur Opp ein renommierter Literaturprofessor hat seine Berufung aufgegeben und lebt ohne jeglichen persönlichen Kontakt zur Außenwelt zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn. Er schaufelt Unmengen an Essen in sich hinein, was schließlich zu körperlichen Problemen bezüglich seiner Beweglichkeit führt. Er fügt sich in sein Schicksal und erlebt lediglich Momente der Freude, wenn ein Brief von seiner ehemaligen Studentin Charlene ihn erreicht. Beide verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. Kel, Charlenes Sohn, ist siebzehn als seine Mutter stirbt. Wut und Selbstzweifel beherrschen ihn in diesen Tagen des Verlustes. Seine Welt gerät mehr und mehr ins Wanken. Seine Gedanken kreisen um seine Identität und um den letzten Wunsch seiner Mutter.
Die Geschichte setzt auf Freundschaft und Zusammenhalt, um neue Perspektiven zu schaffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll

0

Nachdem ich “Der Gott des Waldes” letztes Jahr absolut gefeiert habe, musste natürlich auch Liz Moores neustes Werk “Der andere Arthur” bei mir einziehen. (Dabei ist dieses Buch bereits 2012 erscheinen,aber ...

Nachdem ich “Der Gott des Waldes” letztes Jahr absolut gefeiert habe, musste natürlich auch Liz Moores neustes Werk “Der andere Arthur” bei mir einziehen. (Dabei ist dieses Buch bereits 2012 erscheinen,aber wurde jetzt erst ins Deutsche übersetzt) Es sind zwei ganz unterschiedliche Bücher. Wo es bei dem Einen noch um einen ungeklärten Vermisstenfall ging, geht es hier um die Schicksale zweier Männer.

Arthur Opp war früher ein angesehener Literaturprofessor. Nun lebt er zurückgezogen in seinem großen Haus in Brooklyn. Er hat es seit zehn Jahren nicht mehr verlassen, weil er mittlerweile 250 Kilo wiegt. Er kann sich nicht mehr großartig bewegen und bewohnt auch nur noch das Erdgeschoss, weil er Treppen nicht mehr steigen kann. Trotz seiner Einsamkeit pflegte er viele Jahre eine intensive Brieffreundschaft mit einer ehemaligen Studentin.

Kel Keller lebt 30 Kilometer von Arthur entfernt, ist 18 Jahre alt und hat es in der Schule nicht immer leicht. Er möchte unbedingt den Schulabschluss und ein Sportstipendium. Doch nebenbei kümmert er sich auch noch um seine kranke Mutter.

Die beiden Schicksale haben mich zutiefst berührt. Liz Moore schreibt sehr einfühlsam und detailliert. Das ist auch der Grund, weshalb ich mir die Charaktere sehr gut vor Augen führen konnte. Sie waren präsent und greifbar. Kel wurde etwas intensiver beschrieben und seine Liebe für das Football spielen ist überaus deutlich geworden. Für meinen Geschmack hätte das gerne etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Das Verweben der beiden Schicksale ist der Autorin gut gelungen, dennoch habe ich mir ein bisschen was anderes erhofft. So war es eine unheimlich gute Erzählung, die mich berührt hat, aber trotzdem hat für mich etwas gefehlt. Die Entscheidungen und Veränderungen in derer beide Leben habe ich gerne mitangeschaut und war sogar ein bisschen wehmütig als ich das Buch zugeschlagen habe. Eine tolle, berührende Geschichte über schwere Schicksale und den Neubeginn fürs Leben.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit

0


„Der andere Arthur“ von Liz Moore erzählt eine ruhige, nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit und ungelebte Leben. Besonders Arthur Opp ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist eine liebenswerte, einsame ...


„Der andere Arthur“ von Liz Moore erzählt eine ruhige, nachdenkliche Geschichte über Einsamkeit und ungelebte Leben. Besonders Arthur Opp ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist eine liebenswerte, einsame Figur, deren Geschichte berührt. Auch die Verbindung zwischen ihm und Charlene fand ich schön erzählt, zwei eher tragische Figuren, die beide ihr eigenes Päckchen tragen.

Sehr gelungen fand ich die Figurenzeichnung insgesamt. Besonders Yolanda, die plötzlich in Arthurs Leben auftaucht und vieles durcheinanderbringt, mochte ich sehr. Nach und nach entsteht zwischen den beiden eine besondere Verbindung und sie werden füreinander zu einer wichtigen Stütze.

Die Handlung rund um Kel - quasi der andere Arthur-war für mich stellenweise etwas langatmig. Vor allem der Baseball nimmt einen großen Raum ein, und einige Nebenhandlungen fand ich weniger spannend. Trotzdem war mir Kel als Figur sympathisch und er hat mich ein wenig an Demon Copperhead erinnert.

Insgesamt ein lesenswertes Buch mit starken, menschlichen Figuren und einer Geschichte, die lange nachwirkt. ⭐⭐⭐⭐

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2026

Verpasste Chancen und späte Erkenntnisse

0

Der andere Arthur hat mich vor allem durch seine zwei parallel erzählten Handlungsstränge überzeugt. Auf der einen Seite steht der dicke, ältere Arthur – eine Figur mit Ecken, Kanten und spürbarer Lebenslast. ...

Der andere Arthur hat mich vor allem durch seine zwei parallel erzählten Handlungsstränge überzeugt. Auf der einen Seite steht der dicke, ältere Arthur – eine Figur mit Ecken, Kanten und spürbarer Lebenslast. Auf der anderen Seite ein jüngerer Mann, der sich mit der Alkoholkrankheit seiner Mutter auseinandersetzen muss. Sie hatte vor Jahren zarte Gefühle für den schwergewichtigen Arthur, der damals ihr verständnisvoller Collegeprofessor war.
Gerade dieses Wechselspiel fand ich spannend. Nach und nach fügen sich die Puzzleteile zusammen, und man merkt, wie fein die Geschichte konstruiert ist. Besonders der ältere Arthur ist sehr greifbar dargestellt – verletzlich, manchmal unbequem, aber immer authentisch.
Manchmal zieht sich die Erzählung etwas, gerade in den ruhigeren Passagen. Trotzdem bleibt man dran, weil man wissen möchte, wie alles miteinander verknüpft ist. Die Atmosphäre ist dicht und nachdenklich, ohne überdramatisch zu werden.
Auch die Sprecherleistung passt gut zur Stimmung – ruhig, einfühlsam und angenehm zu hören. 
Für mich ein Hörbuch mit Tiefe und einem besonderen Erzählansatz. Kleine Längen verhindern den fünften Stern, aber insgesamt absolut hörenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere