Spionagegeschichte mit Orientflair
Die Französin Emma mit den "magischen Händen" wird auf Geheiß in den Oman berufen, um dort Masseure mit ihrem besonderen Können weiterzubilden. Was harmlos begann, stellte sich bald als ein Leben unter ...
Die Französin Emma mit den "magischen Händen" wird auf Geheiß in den Oman berufen, um dort Masseure mit ihrem besonderen Können weiterzubilden. Was harmlos begann, stellte sich bald als ein Leben unter Überwachung heraus und Emma kann keinen Schritt tun, ohne dass ihr Auftraggeber über sie Bescheid weiß. Eine verbotene Affäre mit dem Sohn des Premierministers, der mit der Tochter des omanischen Sultans verlobt ist, macht Emma erpressbar und schon bald findet sie sich mitten in einem Spionagefall wieder, in dem sie im Auftrag der französischen Regierung gegen ihren omanischen Liebhaber und weitgestrickte Machenschaften ermitteln soll.
"Emma" ist ein "Thriller", wie uns das Titelblatt verrät. Nun ja, meine Erwartungen waren hoch, sie wurden aber leider nicht erfüllt. Eingangs ist das Buch einfach ein Roman, der uns das Leben Emmas vermittelt und etwas "dahintröpfelt". Dann überschlagen sich die Ereignisse und man steckt übergangslos mitten drin in einer Spionagegeschichte, die aber auch nur wenig ausgereift ist und viel Raum für Spekulationen bietet. Und schließlich endet das Buch und die einst so leidenschaftliche Masseurin Emma macht quasi eine "Umschulung" zur Agentin.
Jean Reno vermag es, mit der Sprache zu spielen. Ist diese eingangs etwas gewöhnungsbedürftig, so hat sie mir im Endeffekt aber gefallen. Ich muss zugeben, den ein oder anderen Ausdruck musste ich nachschlagen, aber so habe ich tatsächlich auch einiges gelernt.
Am Schönsten an dem Buch fand ich den Schauplatz der Geschichte. Von Frankreich ging es nämlich direkt in den Oman, Emma durfte das Land und die Kultur kennenlernen. Diesen Teil fand ich am Gelungensten, was vielleicht daran lag, dass ich gerade selbst im Oman war und viele, der beschriebenen Orte wiedererkannt habe. Da ist so manche Schilderung wirklich gut gelungen und ich konnte das orientalische Flair durchaus nachvollziehen! Ach, wie gerne wäre ich doch mit Emma durch den Soul von Mutrah spaziert!
Insgesamt war ich mit "Emma" leider nicht ganz glücklich. Für den "Feelgood" Roman, als der sich der erste Teil liest, waren in der zweiten Hälfte zu viele Politik und üble Machenschaften involviert. Und für einen Thriller war es mir zu unspektakulär. Ein Buch, das von allem ein bisschen etwas hat, das mich aber trotzdem nicht ganz begeistert hat.