Run, Luca!
Luca hasst vor allem zwei Dinge: Sport und wenn sie als Frau aufgrund ihres Geschlechts nicht ernst genommen wird. Als sie in einer Situation etwas überreagiert bekommt sie Sozialstunden aufgebrummt, die ...
Luca hasst vor allem zwei Dinge: Sport und wenn sie als Frau aufgrund ihres Geschlechts nicht ernst genommen wird. Als sie in einer Situation etwas überreagiert bekommt sie Sozialstunden aufgebrummt, die sie im Jugendzentrum bei dem gutaussehenden Noel ableisten muss. Noel ist eigentlich gar nicht ihr Typ, da ehr viel zu attraktiv ist, doch irgendwie ist da eine Anziehung zwischen ihnen. Gleichzeitig gibt es einige weitere Baustellen in Lucas Leben, die nicht nur aus ihrer Mutter, die ihr immer wieder Saftkuren und Smoothies unterjubelt, bestehen.
Das Buch ist aus der Perspektive von Luca geschrieben, einer Frau, die selbstständig ist und eigentlich ein gesundes Selbstbewusstsein besitzt. Doch nicht nur durch ihre Mutter wird dieses Selbstbewusstsein immer wieder erschüttert.
Im Fokus des Buches steht ganz klar das Problem, dass Vorurteile sehr schnell gefällt werden. In jegliche Richtung, aber vor allem Bodyshaming wird viel thematisiert. Dabei ist Luca eine herrlich unbequeme Protagonistin, die sich oft äußerst unsympathisch verhält.
Ich persönlich mochte sie genau deswegen noch lieber, einfach weil sie mal nicht die tolle perfekte Protagonistin ist, sondern richtig unbequeme Verhaltensweisen an den Tag legt und das auch meist in der Situation überhaupt nicht merkt oder reflektiert. Sie ist sehr egoistisch und spiegelt damit einen Großteil unserer Gesellschaft wider.
Kulturelle Themen werden dabei gut aufgearbeitet, die Lovestory kommt nicht zu kurz und vor allem das Verhältnis von Luca und ihrer Mutter ist stellenweise sehr komödiantisch.
Ich habe das Buch mitten in der Nacht einfach in einem Rutsch weggelesen und möchte gern mehr von Büchern dieser Art haben!