Cover-Bild Marianengraben
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 28.02.2020
  • ISBN: 9783847900429
Jasmin Schreiber

Marianengraben

Roman

»Ein Buch, das Geborgenheit bietet und Hoffnung schenkt« Yasmina Banaszczuk

Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt - auf die eine oder andere Weise.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2020

So berührend

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So ein Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen und es hat mich wirklich sehr berührt. Noch immer denke ich an die Geschichte zurück und auch an die Figuren. So viel tragisches kam ans Licht im Verlaufe ...

So ein Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen und es hat mich wirklich sehr berührt. Noch immer denke ich an die Geschichte zurück und auch an die Figuren. So viel tragisches kam ans Licht im Verlaufe des Buches und trotzdem hatte ich als Leserin immer Hoffnung und war nie zu deprimiert. Der Schreibstil ist sehr flüssig und nicht zu ausladend. Die Kapitel haben eine nette Länge und ich konnte das Buch gut immer wieder ein Stückchen weiterlesen.

Paula's Depression wird sehr realistisch und einfühlsam dargestellt, der Vergleich zum Mariannengraben fand ich super. Das Buch ist trotz der Thematik komisch und auch manchmal witzig. Die beiden Protagonisten haben beide ihre Spleens und haben daher diese Reise sehr spannend gemacht. Es gab die ein oder anderen kleinen Geheimnisse und sie zu entdecken hat mich sehr berührt. Besonders Helmut mit seiner schrulligen Art ist bei mir hängen geblieben. Er ist kein einfacher alter Mann, sondern eher ein Griesgram sondergleichen. Zwei so unterschiedliche Menschen auf eine gemeinsame Reise zu schicken ist mutig, macht aber auch super viel Spaß zu verfolgen.

Fazit:

Ein wunderbarer einfühlsamer Roman, der einen großen Eindruck hinterlässt. Der Debütroman von Jasmin Schreiber ist wirklich gelungen.

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Veröffentlicht am 15.04.2020

Eiskalt erwischt - Neues Lieblingsbuch

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Paula hat ihren kleinen Bruder verloren und ist in eine tiefe Depression gestürzt aus der sie einfach nicht mehr rauskommt. Schuldgefühle und der Verlust machen ihr das Leben schwer bis unerträglich. Durch ...

Paula hat ihren kleinen Bruder verloren und ist in eine tiefe Depression gestürzt aus der sie einfach nicht mehr rauskommt. Schuldgefühle und der Verlust machen ihr das Leben schwer bis unerträglich. Durch einen Tipp ihres Therapeuten unternimmt sie eine waghalsige Aktion, bei der sie auf Helmut trifft, einen alten Mann, der eine Mission zu erfüllen hat.


Die ersten Seiten waren nur tieftraurig und haben mich schon zweifeln lassen, ob das Buch das richtige für mich ist, doch dann kam ein Twist, den ich so nicht vermutet hatte und mit dem Auftauchen Helmuts war es um mich geschehen. Es war eine solch irrwitzige Begegnung, dass ich unbedingt wissen musste, wie das weitergeht und ich wurde nicht enttäuscht. Der Roadtrip, zu dem die beiden so unterschiedlichen Charaktere aufbrechen, ist unterhaltsam, emotional und einfach herrlich. Paula beginnt aufzublühen, wenn sie auch immer wieder von der Trauer um ihren kleinen Bruder nach unten gezogen wird und der trockene Humor Helmuts, der die Sachen direkt beim Namen nennt und gleichzeitig für sich auf seine Privatsphäre pocht, machen die Geschichte zu etwas besonderem. Das Buch stimmt nachdenklich, ist oft lustig, nicht selten abenteuerlich (an manchen Stellen wurde auch ganz schön dick aufgetragen) und hat mich einfach sofort für sich eingenommen. Feinfühlig tastet sich die Autorin immer weiter voran, unterbricht sich gekonnt mit Situationskomik, wenn es zu emotional werden könnte und hat ihrer Geschichte ein wunderbares Setting ausgesucht.

Die Bezüge zur Biologie fand ich immer wieder unterhaltsam und spannend. Sie passten auch vortrefflich in diese besondere Geschichte, wie auch die philosophisch anmutenden Passagen. Tiefgründig, wie der Marianengraben aus dessen dunklen Tiefen im Laufe der Geschichte ausgestiegen wird und immer mehr Licht ins Leben kommt.

Mich hat das Buch sehr berührt und nicht nur einmal musste ich pausieren, weil mir Tränen in den Augen standen – für mich äußerst untypisch. Ja, ich lache gerne beim Lesen und hatte hier auch nicht selten die Gelegenheit dazu, aber nah an Wasser gebaut, wie Paula, bin ich eigentlich nicht und trotzdem hat es mich mal da, mal dort eiskalt erwischt.

Und nicht nur deshalb hat sich das Buch zu einem meiner Lieblingsbücher entwickelt, welches ich gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Auftauchen aus der Depression

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Nach dem Tod ihres kleinen Bruders Tim stürzt Protagonistin Paula in die Depression. Wie im 11.000 Meter tiefen Marianengraben, so fühlt sie sich, wo jeder Kubikzentimeter unter enormem Druck steht. Und ...

Nach dem Tod ihres kleinen Bruders Tim stürzt Protagonistin Paula in die Depression. Wie im 11.000 Meter tiefen Marianengraben, so fühlt sie sich, wo jeder Kubikzentimeter unter enormem Druck steht. Und so besucht sie, auf Anraten ihres Therapeuten, zum ersten Mal Tims Grab - nachts, um sich vor all den Blicken zu schützen. In dieser seltsamen Situation trifft sie auf Rentner Helmut, der auf ganz eigener Mission im Schutze der Dunkelheit auf dem Friedhof unterwegs ist. Und so starten die beiden ungleichen Charaktere auf einen skurrilen Roadtrip, begleitet von einem Hund, einem Huhn und mit jeder Menge seelischem Balast im Gepäck.

"Marianengraben" wird aus Paulas Sicht erzählt. Oft wendet sie sich dabei direkt an Tim oder denkt an gemeinsame Erlebnisse. Die Geschwister verband vor allem die Liebe zur Unterwasserwelt - umso bitterer ist es, dass Paulas kleiner Bruder ausgerechnet ertrinken musste. Sie fragt sich immer wieder, woran er wohl gedacht haben mag in seinen letzten Augenblicken und hofft, dass es nicht sie selbst war. Denn wie grausam wäre das bitte, wo sie doch nicht da war, um ihn zu retten?

Die Kapitel sind mit Zahlen überschrieben und starten bei 11000, der Tiefe des Marianengrabens - ein kleines, aber wirkungsvolles schriftstellerisches Detail. Von dort unten wird Paula im Laufe des Romans auftauchen, um wieder ins Leben zurückzufinden: ein anderes Leben, ohne Tim, aber immerhin eines, das sich zu leben lohnt. Wer nun aber glaubt, Jasmin Schreibers Roman sei einfach nur ein Buch übers Sterben, der irrt sich. Denn viel mehr ist es eine Ode an Beziehungen, vor allem eine an Bruder und Schwester. Tim, sehr aufgeweckt, neugierig und achtsam, Paula eher still, grüblerisch, tollpatschig - und dennoch beide ein Herz und eine Seele. Auf ihrer Reise mit Helmut wird Paula lernen, dass so viel Trauer in ihr auch gleichzeitig bedeutet, dass unglaublich viel Liebe vorhanden ist.

Für einen Roman, in dem oft über den Tod gesprochen wird, ist "Marianengraben" an vielen Stellen sehr witzig. Paulas tollpatschige Art, Helmuts trockener Humor, Erlebnisse mit Hund und Huhn - das alles lädt zum Schmunzeln und Lachen ein. Damit ist der Autorin der Spagat zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit wunderbar gelungen. Ein Buch, das schon jetzt zu meinen Jahreshighlights gehört und mich sicher lange nicht loslassen wird.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Wenn dich ein Roman wie ein Bus überfährt...

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Eher zufällig bin ich über dieses Buch gestolpert und ich bin froh, dass es diesen Zufall gab, denn ich bin regelrecht überwältigt.

In der Geschichte geht es um Paula, die ihren Bruder Tim verloren hat ...

Eher zufällig bin ich über dieses Buch gestolpert und ich bin froh, dass es diesen Zufall gab, denn ich bin regelrecht überwältigt.

In der Geschichte geht es um Paula, die ihren Bruder Tim verloren hat und damit so gar nicht umgehen kann. Sie steckt tief in ihrer Depression fest und ein Ausweg scheint nicht in Sicht. Doch dann trifft sie zufällig auf Helmut und vielleicht ist da doch noch etwas Hoffnung...

Die Hauptakteurin Paula fungiert als Ich- Erzählerin, weshalb man ihre Gedanken und Gefühle sehr intensiv zu spüren bekommt, was ich sehr mochte. Paula ist eine Figur mit Ecken und Kanten, was sie sehr real erscheinen lässt. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, da ich vor einigen Jahren ebenfalls einen Verlust durchstehen musste und dadurch auch abgerutscht bin. Ihr vieles Weinen empfand ich als tröstlich, denn oft kann man das in den schweren Phasen ja gar nicht. Die Darstellung der Depressionssymptome spiegelten genau das wieder was ich durchlebt habe und es hat mich sehr aufgemuntert und beruhigt, dass man nicht die Einzige ist, der es so geht.

Helmut als schrulliger alter Herr hat mich ein ums andere Mal schmunzeln lassen. Trotz seiner grimmigen Art muss man ihn einfach gern haben, denn letztendlich steckt auch in ihm ein weicher Kern.

Richtig magisch fand ich, dass die beiden Hauptfiguren so viel gemeinsam haben und sich deswegen dann so gut verstehen und sich aus diesem Grund gegenseitig Halt geben können.

Als tierlieber Mensch konnten mich natürlich auch Judy und Lutz direkt für sich einnehmen.

Der Road- Trip ist amüsant und spannend dargestellt. Auch hier geht eben nicht alles immer glatt.

Ich mochte, dass die Kapitelüberschriften die Entfernung vom Marianengraben sind, denn erst steckt Paula richtig tief drin und kommt nur langsam aus dem Schlamassel raus.

Die Schreibe der Autorin hat sich so angenehm lesen lassen, dass ich den Roman regelrecht inhaliert habe. Ehrlich gesagt hätte ich noch ewig weiterlesen können.

Das Ende war dann eine kleine Überraschung und hat mich sehr glücklich zurückgelassen.

Fazit: Selten habe ich so ein perfektes Buch gelesen, dessen Lektüre mich so begeistert und mitgenommen hat. Für mich ein Lesehighlight 2020. Must- Read!

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Allüberwältigende Trauer

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Was haben ein krankes Huhn, ein neurotischer Schäferhund und eine junge ständig weinende Doktorandin gemeinsam? Helmut!

Paulas Leben ist im Chaos versunken. Als ihr Bruder Tim vom Badeurlaub mit ihren ...

Was haben ein krankes Huhn, ein neurotischer Schäferhund und eine junge ständig weinende Doktorandin gemeinsam? Helmut!

Paulas Leben ist im Chaos versunken. Als ihr Bruder Tim vom Badeurlaub mit ihren Eltern nicht mehr zurückkommt, bricht für Paula eine Welt zusammen.

Sie überlebt irgendwie ihre Situation und ihr Psychiater, mit dem sie eigentlich nur über Nudeln spricht, rät ihr, am Grab endlich Abschied zu nehmen. Paula nimmt sich den Ratschlag tatsächlich zu Herzen und begibt sich zum Grab ihres Bruders.

Da sie allerdings allen Menschen aus dem Weg geht, beschließt sie, nachts das Grab zu besuchen.
Die nächtliche Tour über die Mauer findet ein jähes und skurriles Ende.

Paula stößt auf Helmut, der gerade die Urne seiner Frau ausgräbt. Beide flüchten gemeinsam vor den Friedhofswächtern und beim Sturz über die Mauer passiert das Unglaubliche.

In Helmuts Wohnung lernt Paula Lucy kennen. Die neurotische Hündin schließt Paula gleich ins Herz, auch wenn die Art der Zuneigung des Hundes zu wünschen übrig lässt.

Die beiden scheinen sich gesucht und gefunden zu haben. Helmut lädt Paula zu einem kleinen Roadtrip in die Alpen ein um der Trauer eine Richtung zu geben.

Helmut versteht es ausgezeichnet, Paula auf die Palme zu bringen und als sie unterwegs die verletzte Henne Lutz aufgabelt, muss Helmut ausreichend Nerven aufbringen.

Doch Paula weiß, dass auch Helmut noch etwas zu verarbeiten hat und beschließt, dem auf den Grund zu gehen.

Ein Schlagabtausch geht auf den nächsten über und wir erfahren von Helmuts Leben und von der unglaublichen Liebe Paulas zu ihrem ertrunkenen Bruder.

Während Paula in ihren Gedanken mit Tim im Marianengraben taucht und neue Arten bestimmt, fast Helmut sich ein Herz und erzählt die Geschichte seiner Familie. Es überschlagen sich Trauer, Hoffnung und der Drang, heimzukehren.

Jasmin Schreiber erzählt mit „Marianegraben“ eine Geschichte der ganz besonderen Art.

Allumfassende Trauer beherrschen die Zeilen, finden aber einen wundersamen heilenden Weg in das Herz der Menschen, die sie umgehen. Freundschaft, Hoffnung und Selbstheilung finden auf den Straßen und dem alten Berghof Einklang.

Unabhängig vom der Lebensgeschichte erzählt Schreiber zart und doch schonungslos offen den unterschiedlichen Umgang von Menschen mit Trauer.

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