Community-Leserunde mit @le.lyssa zu "Beste Zeiten" von Jenny Mustard

Ein hinreißender Roman über Identität, Freundschaft, Loyalität und notwendige Abgrenzungen
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Jenny Mustard (Autor)

Beste Zeiten

Roman. »Eine wunderschöne, zu Herzen gehende Coming-of-Age-Geschichte, die nachhallt« LUCY CALDWELL

Lisa Kögeböhn (Übersetzer)

Endlich Stockholm! Sickan, 21, hat es rausgeschafft aus dem muffigen Kaff in der schwedischen Provinz, in dem sie sich nie zu Hause gefühlt hat, weg von den mobbenden Klassenkameradinnen und den wenig zugewandten Eltern. Jetzt, in der Großstadt, kann es losgehen mit den Freundschaften, dem Ausgehen, dem Vorlesung-Schwänzen und Sich-Verlieben, denn Sickan ist wild entschlossen, sich in der neuen Stadt neu zu erfinden und endlich dazuzugehören. Aber wie geht das eigentlich genau, das, was man gemeinhin so »Leben« nennt?

Ein hinreißender Roman über Identität, Freundschaft, Loyalität und notwendige Abgrenzungen — und über das Glück, als die Person erkannt zu werden, die man ist.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 22.08.2025 - 31.08.2025
  2. Lesen 15.09.2025 - 25.09.2025
  3. Rezensieren 26.09.2025 - 05.10.2025

Bereits beendet

Schlagworte

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Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 02.10.2025

Themenfülle ohne Tiefe

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"Beste Zeiten" war nach "Okaye Tage" mein zweites Buch von Jenny Mustard. Da mich der Vorgänger kaum überzeugen konnte und mich sogar in eine kleine Leseflaute gestürzt hatte, war ich zunächst skeptisch. ...

"Beste Zeiten" war nach "Okaye Tage" mein zweites Buch von Jenny Mustard. Da mich der Vorgänger kaum überzeugen konnte und mich sogar in eine kleine Leseflaute gestürzt hatte, war ich zunächst skeptisch. Der Klappentext weckte dann jedoch mein Interesse - eine junge Erwachsene zieht in die Großstadt, lässt ihr altes Leben hinter sich, entdeckt sich neu, arbeitet Vergangenes auf. Insgesamt ein verheißungsvoller Ausgangspunkt für eine Coming-of-Age-Geschichte.
Der Einstieg bestätigte allerdings meine Befürchtung. Die erste Hälfte plätschert eher dahin, ehe die Handlung langsam an Fahrt aufnimmt. Wer am Ball bleibt, findet schließlich eine Geschichte, die viele wichtige Themen berührt. Wir erfahren etwas über Mobbing, Rassismus, Sexualität, Feminismus, Liebe, Eltern-Kind-Beziehungen, häusliche Gewalt und Selbstfindung. Doch genau darin liegt für mich das Problem. Auf gut 300 Seiten wirkt diese Vielzahl an Themen überladen. Viele Aspekte werden nur angerissen, teilweise in einem einzigen Absatz abgehandelt, ohne die Tiefe, die sie verdient hätten.
Besonders auffällig wird das bei der Protagonistin Sickan. Einerseits ist ihre Entwicklung gut dargestellt, denn sie reift im Laufe der Handlung, ihre Beziehungen verändern sich, Freundschaften werden von ihr neu bewertet, sie wirkt zunehmend reflektierter. Andererseits erscheinen ihre Handlungen oft extrem und dadurch wenig authentisch. Hinzu kommt, dass sie selbst zur Täterin wird und andere mobbt – ein realistisches Phänomen, das hier jedoch ebenfalls nur oberflächlich beleuchtet bleibt. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zu ihr aufzubauen oder Sympathie zu entwickeln.
Erst auf den letzten Seiten gewinnt das Buch mehr Tiefe. Die Auseinandersetzung mit Sickans Mutter und ihrer Vergangenheit hätte meiner Meinung nach schon viel früher stärker in den Fokus rücken können. Stattdessen blieb vieles an der Oberfläche und auch zentrale Themen wie Freundschaft wurden nur am Rande behandelt.
Was mir jedoch positiv aufgefallen ist, ist der Schreibstil von Jenny Mustard. Der Ton ist flüssig und transportiert ein wunderschönes schwedisches Flair. Die Stimmung, die Bilder und die Großstadtatmosphäre sind eindrucksvoll eingefangen. Das war für mich der Aspekt, der am meisten überzeugt hat.

Insgesamt konnte mich "Beste Zeiten" trotz dieser Stärken nicht wirklich begeistern. Zu viele Themen auf zu wenig Raum, zu wenig Tiefe in der Charakterdarstellung und eine teils unglaubwürdige Protagonistin sorgten dafür, dass der Roman für mich nur zwischen zweieinhalb und drei Sternen landet. Ein anderes thematisches Gewicht oder ein stärkerer Plottwist hätten hier viel retten können.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Zwischen Sehnsucht und Stillstand – Beste Tage von Jenny Mustard

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Jenny Mustards Roman Beste Tage erzählt die Coming-of-Age-Geschichte von Siv, die frisch nach Stockholm zieht und dort in eine neue Welt voller „erster Male“ eintaucht. Es geht um das Leben als Studentin, ...

Jenny Mustards Roman Beste Tage erzählt die Coming-of-Age-Geschichte von Siv, die frisch nach Stockholm zieht und dort in eine neue Welt voller „erster Male“ eintaucht. Es geht um das Leben als Studentin, den Beginn von Freundschaften, die erste Liebe und all die Unsicherheiten, die man Anfang zwanzig so intensiv spürt.

Siv ist dabei eine durchaus widersprüchliche Protagonistin: mal nahbar, mal distanziert, mal bewegend, mal schwer zu greifen. Nicht immer fiel es mir leicht, mich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinzuversetzen. Hinzu kommt, dass die Erzählweise von plötzlichen Zeitsprüngen geprägt ist. Oft merkt man erst nach einigen Sätzen, dass die Handlung in die Vergangenheit gewechselt ist – was mir beim Lesen mehrfach ein Gefühl von „Whiplash“ gegeben hat. Gerade weil diese Rückblicke oft dramatische Erlebnisse schildern, hätte ich mir hier eine klarere Struktur oder zumindest eine tiefere Auseinandersetzung der Figur mit den Ereignissen gewünscht.

Denn vieles wird zwar erzählt, aber kaum verarbeitet. Dadurch entsteht eine gewisse Spannungslosigkeit: In Sivs Leben passiert gleichzeitig unglaublich viel – und doch bleibt es seltsam oberflächlich.

Trotz dieser Kritikpunkte hat Beste Tage seinen Reiz. Mustard gelingt es, die Atmosphäre eines jungen, suchenden Lebens einzufangen und die Orientierungslosigkeit der Zwanziger authentisch widerzuspiegeln. Für mich persönlich ist es jedoch nicht ihr stärkstes Buch.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Jugendliche Leiden

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Mein erster positiver Impuls zum Kauf dieses Buches war tatsächlich die Gestaltung des Covers. Ein Magnet für mich, da mich der Inhalt dieser Bücher meist fasziniert. Als mir bewusst wurde, dass ich „Okaye ...

Mein erster positiver Impuls zum Kauf dieses Buches war tatsächlich die Gestaltung des Covers. Ein Magnet für mich, da mich der Inhalt dieser Bücher meist fasziniert. Als mir bewusst wurde, dass ich „Okaye Tage“ von Jenny Mustard bereits gelesen hatte, war die Freude umso größer, „Beste Zeiten“ in den Händen zu halten. Es ist ein leichtes, die charakterliche Darstellung von Sickan zu mögen. Ihre Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten aufgrund ihrer Hintergrunderlebnisse zu verstehen. Als gefühlt ungeliebtes Kind ist es ihr nicht möglich, ihre Persönlichkeit gesund weiterzuentwickeln und die ganze Welt wirkt angsteinflößend. Die bildlichen sprachlichen Mittel, welche die Autorin einsetzt, machen das Buch zu einem Lesegenuss. Hanna wächst einem ans Herz und die Freundschaft der beiden Mädchen könnte chaotischer nicht sein. Sickan ist ein in sich geschlossener, unsicherer und hilfesuchender Teenager mit schlechten ersten sexuellen Erfahrungen. Umso irritierender waren die Aufzählungen ihrer danach provozierten und fast aggressiv herbeigeführten Sexabenteuer, die den bis dahin schlüssigen Abläufen entgegenstehen. Man kauft es ihr beim lesen nicht ab und es entbehrt jeder Erotik aber auch jeder Anteilnahme am Geschehen, da es gegensätzlich zu ihrem eher unsicheren Selbstbild selbst herbeigeführt wird und man könnte doch annehmen, mit ersten sexuell schlechten Erfahrungen, geht man das Ganze eher vorsichtig an. Insgesamt gefällt mir das Buch trotzdem sehr gut und die Phase der Selbstentdeckung von Sickan führt zu einer positiven Weiterentwicklung.

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