Leserunde zu "How not to diet" von Michael Greger

Ein Buch, das alle Diät-Ratgeber ersetzt
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Michael Greger (Autor)

How Not to Diet

Gesund abnehmen und dauerhaft schlank bleiben dank neuester wissenschaftlich bewiesener Erkenntnisse

Julia Augustin (Übersetzer), Alice v. Canstein (Übersetzer), Simone Schroth (Übersetzer), Karoline Hippe (Übersetzer), Barbara Röhl (Übersetzer)

Eine Mode-Diät jagt die nächste. Doch unterm Strich bringt keine den gewünschten, dauerhaften Gewichtsverlust. Wer eine Zeitlang auf einzelne Nahrungsmittel verzichtet, nimmt vielleicht kurzfristig ab, produziert auf Dauer jedoch Mangel - und Hunger. Michael Greger geht es ganzheitlich an: Er schlüsselt das komplexe Thema Ernährung bis ins kleinste Detail auf. Und zieht seine Erkenntnisse aus schließlich aus evidenzbasierten Fakten.
Vom Aufbau eines gesunden Mikrobioms, über einen verbesserten Stoffwechsel mittels Chronobiologie, bis hin zum Einfluss von Gewürzen liefert Greger Tipps und wissenschaftlich belegte Techniken wie jeder mühelos sein Idealgewicht halten kann. Verabschieden Sie sich endgültig von Kalorienzählen und Verzicht. Michael Gregers Empfehlungen machen nicht nur schlank, sondern garantieren eine starke Gesundheit.

Mit 21 ultimativen Abnehmboostern zur Beschleunigung der Fettverbrennung

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 24.02.2020 - 15.03.2020
  2. Lesen 30.03.2020 - 26.04.2020
  3. Rezensieren 27.04.2020 - 10.05.2020

Bereits beendet

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Hinweis: Bei der Leseprobe handelt es sich um eine noch nicht korrigierte Fassung. Sie kann also noch Fehler beinhalten.

Wenn ihr wissen möchtet, wie eine Leserunde funktioniert und auf welche Kriterien wir bei der Auswahl der Teilnehmer achten, schaut doch mal hier vorbei.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 28.04.2020

Gute Ernährung schlecht vermittelt!

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Das neueste Buch des US-amerikanischen Allgemein-& Ernährungsmediziners Dr. Michael Greger, „How not to diet“, trägt den Untertitel „Gesund abnehmen und dauerhaft schlank bleiben dank neuester wissenschaftlich ...

Das neueste Buch des US-amerikanischen Allgemein-& Ernährungsmediziners Dr. Michael Greger, „How not to diet“, trägt den Untertitel „Gesund abnehmen und dauerhaft schlank bleiben dank neuester wissenschaftlich bewiesener Erkenntnisse“, was Thema und Inhalt des Buches gut beschreibt - Ziel des Autors war es das „erste faktenbasierte Diätbuch“ zu schreiben. Im folgenden werde ich versuchen, darzulegen, warum ihm das leider nicht gelungen ist.

Der Mann ist auf einer Mission. Er unterhält im Internet eine nicht-kommerzielle Seite (nutricionfacts.org), die ich als ehemalige Ernährungsberaterin schon länger kenne, und hat in einem Vorgängerbuch („How not to die“) nachvollziehbar erläutert, wie die moderne westliche Ernährung und die Industrieproduktion von Lebensmitteln uns schadet, während natürliche, vollwertige und pflanzliche Nahrungsmittel uns sogar heilen können. Er war Sachverständiger im Kongress wie bei einem Prozess gegen die Lebensmittelindustrie und ist selbst erklärter Veganer und Tierschützer.
Seine, meines Erachtens überhaupt nicht zu kritisierende Mission ist - ich zitiere Wikipedia-: „…eine pflanzenbasierte, vollwertige Ernährung einem breiten Publikum mithilfe wissenschaftlicher Untersuchungen näher zu bringen“.
Ein interessantes Thema, alleine schon, weil die vegane Ernährung hier in Deutschland immer noch sehr umstritten und mit Vorurteilen behaftet ist - wie spektakulär wäre es, wenn sie auch zum Abnehmen besonders gut geeignet wäre, und dazu noch gesund!?

Deshalb zunächst zu dem, was ich am Buch wirklich gut fand: der Leser bekommt hier eine gute Zusammenstellung der neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse, unter Einbezug von für Gesundheit wie Abnehmen wichtigen Bereichen wie der Chronobiologie, unserer Darm-Gesundheit oder der wichtigen Rolle von Insulin oder viszeralem Fett in unseren Körpern.
Zu Recht betont Dr.Greger den Schaden industrieller Kost, die Macht von Lebensmittelkonzernen und Werbung.
Seine Philosophie, dass unsere chronischen Erkrankungen mithilfe von vollwertiger Ernährung größtenteils vermeidbar oder sogar heilbar sind, hat sich in den letzten Jahren, auch aus anderen Quellen, zunehmend bestätigt.

Er beschreibt dazu zwölf gesunde Lebensmittel, die wir jeden Tag zu uns nehmen sollten und gibt in diesem Buch zusätzlich noch eine Reihe kleinerer „Tipps und Tricks“, die das Abnehmen fördern können. Er verweist zudem auf eine kostenlose App, die er zur Durchführung seiner Ernährungsweise entwickelt hat. Und nicht zuletzt müsste man sein Buch jedem empfehlen, der eine Magenbypass-Operation überlegt - was er hier beschreibt, ist nicht immer appetitlich, entspricht aber absolut meinen eigenen Erfahrungen in der Betreuung einer Selbsthilfegruppe Übergewichtiger.

Dr. Greger hat sein Buch über 752 Seiten in vier große Teile geteilt, und mit etlichen Studien als Beleg seiner Behauptungen versehen. Positiv ist anzumerken, dass tatsächlich alle erwähnten Quellen per QR-Code nachvollzogen werden können, sofern man sich die Zeit nimmt und englische Studien lesen kann.
Er formuliert forsch und größtenteils humorvoll, in relativ einfacher Sprache – man muss keine Angst haben, einen völlig trockenen wissenschaftlichen Lesestoff zu bekommen.

Insgesamt erschien mir das Buch aber unstrukturierter als zum Beispiel „How not to die“, und trotz Stichwortverzeichnis und Inhaltsangabe fand ich es schwierig bestimmte Stellen wiederzufinden. Das mag aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass ich ein Manuskript, nicht das fertige Buch, zu lesen hatte.

Die grau unterlegten Kästen „Gedankenfutter“ sind grundsätzlich eine gute Idee, die der Strukturierung helfen, ich hätte sie mir aber durchgängig öfter als „praktische Anweisung zur Umsetzung“ gewünscht, z.T. gibt es darin Anwendungstipps, zum Teil aber auch nur wieder weitere Studien.

Nun aber zu meiner Meinung und damit meiner eigentlichen Kritik:
Allein der schiere Umfang an Studien erschlägt den Leser. Die m.E. zu hohe Anzahl an Studien, im immer gleichen Schema von „zunächst behauptet“, dann „verworfen“, dann erst „zum eigentlichen kommend“, dargeboten, ermüdet mit der Zeit beim Lesen und führt auch zu (zu)vielen Wiederholungen. Leider führt viel Quantität nicht automatisch zu mehr Qualität.

So muss ich auch bemängeln, dass der Autor mit seinen Behauptungen und im Umgang mit den Studien nicht immer wissenschaftlich genug verfährt, zumindest nicht für ein sogenanntes „faktenbasiertes Buch“.
Ein ganz einfaches Beispiel: dass er zu Übertreibungen neigt, sieht man, wenn man auf Seite 21 z.B. zunächst von „71 % übergewichtiger Amerikaner“ liest, diese im Verlauf des Buches aber anscheinend ständig anwachsen und bei Seite 217 dann „90 % der US Bürger sind zu dick“ behauptet wird. Oder: Obwohl dem Leser der Unterschied zwischen Studien, die nur die Korrelation eines Ergebnisses beachten, nicht aber die Kausalität, erklärt wird, benutzt er selbst gerne einfache Bevölkerungsstudien oder Studien mit einer sehr geringen Probandenzahl, die ebenfalls lediglich Korrelationen belegen.

Dem Marketing geschuldet ist wahrscheinlich die Tatsache, dass Dr. Greger wenig von „veganer Ernährung“ spricht, sondern immer nur von „pflanzlicher“, obwohl es klar darauf hinausläuft, weshalb als 13. Zutat zu seiner Ernährungsweise auch die Vitamin-B12-Supplimentierung gehört (s.App). Kritisieren muss ich an dieser Stelle leider, dass er dadurch keine gute Anleitung für eine gesunde vegane Ernährung bietet, denn dazu gehört mehr als Vitamin B12 zu sich zu nehmen. Umgekehrt wird erstaunlicherweise der inzwischen auch bei Fleischessern mitunter vorliegende Vitamin-B12-Mangel an keiner Stelle erwähnt, obwohl der doch mit der von ihm so kritisierten industriellen Fleischproduktion zu tun hat. So angenehm es ist, dass er Fleisch oder Fisch nicht ausdrücklich verbietet, so sehr hatte ich doch irgendwann den Eindruck eine „Mogelpackung“ zu lesen.

Solcher Art „kleinerer Mängel“ gibt es dann leider doch öfter – zum Beispiel erklärt er weder ausreichend die fatale Rolle von Wurst oder den weit verbreiteten Milchprodukten, noch nachvollziehbar die Rolle guter Fette für fettlösliche Vitamine oder das richtige Trinken bei vermehrter Ballaststoffzufuhr. Er fordert, sage und schreibe, 100 g Ballaststoffe täglich als ideale Aufnahmemenge, erklärt aber nicht wirklich, warum genau diese Zahl für die Gesundheit oder zum Abnehmen entscheidend sein soll. (Zur Erklärung: nur wenige Menschen erreichen die bisher geforderten 30 g pro Tag).
Seine Argumente zu einer äußerst geringen Fettzufuhr (nur 7-10 %) beziehen sich hauptsächlich auf Studien zur (veralteten)Atkins-Diät und auf die, in den USA besonders stark verbreiteten, gesättigten Fette.
Das ist nur e i n Beispiel dafür, dass das Buch viel zu sehr an amerikanische Verhältnisse angelehnt ist, und überzeugt nicht in Gänze, ebensowenig seine Auslassungen zu „Nudeln“ und „Vollkorn“ oder die Frage, warum er nicht auch Unterschiede in Getreidearten, Anbau, Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln zum Thema macht. Eine gute vollwertige Ernährung hat viel damit zu tun, wie Dinge produziert und zubereitet werden. Dieser Aspekt kommt mir absolut zu kurz und führt zum Beispiel bei der Freisprache von konventionellem Anbau oder weißen Nudeln auch zu falschen Schlüssen.

Insgesamt fehlt es an praktischen Tipps zur Umsetzung der Ernährungsweise im Alltag, die Gewichtung von theoretischen Studien und praktischer Umsetzung ist einfach zu unausgeglichen.

Das Schlimmste ist aus meiner Sicht aber, dass ich bis zu den letzten 15 Seiten lesen musste, um richtig zu erkennen, dass mir hier nichts anderes als die „gute alte kalorienreduzierte Diät“(plus Sport) als Mittel zum Abnehmen angeboten wird, mit der alltagspraktischen Erschwernis, dass ich dazu eben im Grunde vegan essen soll, und - für mich ein absolutes no-go - dabei die pauschale Grenzwertangabe von 1200 kcal für Frauen und 1500 für Männer bekomme.
Das ist nicht neu, sondern eher veraltet. Außerdem völlig unverständlich, weil Dr. Greger sehr wohl von dem sich verlangsamenden Stoffwechsel bei kalorienarmen Diäten weiß, und noch dazu dabei von einer lebenslang beizubehaltenden Ernährungsform spricht!

Klar, im Nachhinein hätte man es schon ahnen können, als er, mit ebenso mir zu geringen Erklärungen, einen BMI von 20-22 als einzig gesunden und anzustrebenden fordert (,was dann praktischerweise ja auch gleich die Anzahl der Übergewichtigen per Definition nach oben schraubt), oder in seinen Tipps „zweimal täglich wiegen“ als „Abnehmbooster“ empfiehlt. Ein weiteres verhängnisvolles „nogo“, dass meiner Erfahrung nach nur zur Verbreitung von Essstörungen beiträgt.

Auch Tipps wie „Apfelessigtrinken“, überhaupt „Essig über alle Mahlzeiten“ oder die Forderung „4 Stunden in der Nacht in erhöhter Beinlage zu schlafen“ (konkret: einen Ziegelstein unter den Bettpfosten zu legen), „lila Gerstenkörner“ mit Linsen zum Frühstück u.v.m. ist entweder längst überholt oder wirkt, gelinde gesagt, befremdlich. Diese Aussagen machen die tendenziell richtigen Botschaften des Buches letztendlich zunichte.

Was ich außerdem persönlich nicht mochte, war die wirklich häufige Erwähnung, dass „Fettleibige“ sich ohnehin immer und nur „in die eigene Tasche lügen“ und immer zuviel essen, wenn man sie nicht streng kontrolliert - auch das entspricht absolut nicht meiner Erfahrung (es gibt viele Gründe für Übergewicht ) - aber selbst wenn, ist es ja wohl alleine didaktisch sehr ungeschickt die Zielgruppe des Buches mit diesen ständigen Aussagen zu verprellen. Es ist das alte Spiel: nimmt der „Fettleibige“ mit einer Diät nicht ab, muss er wohl geschummelt haben, und da wohl kaum jmd. mit 1200 kcal lebenslang zurecht kommt, kann man ihm bei Misserfolg auch immer die Schuld zuschieben - über die Schuldgefühle dicker Menschen schreiben Psychologen inzwischen auch Bücher.

Fazit: Alles in allem schafft dieses Buch -leider- für mich, trotz guter Ansätze, keine drei Sterne, weil es ausdrücklich nicht geeignet ist, der „breiten Masse“ eine pflanzenbasierte gesunde Ernährung nahe zu bringen.

Es ist kein gutes Diätbuch, es trifft pauschale Aussagen, die weder individuelle Bedürfnisse noch mögliche Unverträglichkeiten oder weitverbreitete Krankheitenberücksichtigt, es erklärt nicht alle Zusammenhänge gleich gut.
Die Aussagen des Autors könnten zur weiteren Diskriminierung dickerer Menschen beitragen, ebenso wie zur Förderung von Essstörungen und falschen Idealbildern.

Es ist einfach nicht praktikabel genug und enthält für Laien zuviele Möglichkeiten zur Falschinterpretation. Es berücksichtigt die Lebenswirklichkeit der Mehrzahl der Menschen oder Familien und auch berufsbedingte Erfordernisse in unserer Gesellschaft nicht ausreichend.

Ich habe die Absicht von Dr.Greger, endlich wissenschaftlich zu belegen, dass auch vegane Ernährung gesund praktiziert werden kann, sogar für manche Krankheiten förderlich wäre, sehr begrüßt, aber leider bleibe ich enttäuscht zurück.
Ich kann das Buch guten Gewissens nicht weiter empfehlen, in jedem Fall bedarf es des kritischen und genauen Lesens, langen Atems und, m.E. am besten einer gewissen Vorbildung.
Wenn schon, kann man Laien wohl eher zum Vorgängerbuch „How not to die“ raten, was ich allerdings nie so gründlich gelesen habe. Es bleibt zu hoffen, dass man mit einer hauptsächlich pflanzenbasierten, vollwertig gesunden Ernährung, wie er es in seinem ersten Buch beschreibt, wahrscheinlich auch abnehmen kann, ohne Kalorien zu zählen.

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Nicht überzeugend. Ausbaufähig!

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Ich bin eine Person, die eigentlich wirklich selten Sachbücher liest, weil sich mich meistens einfach nicht interessieren. Doch dieses Thema hat mich sehr angesprochen und die Leseprobe war wirklich überzeugend. ...

Ich bin eine Person, die eigentlich wirklich selten Sachbücher liest, weil sich mich meistens einfach nicht interessieren. Doch dieses Thema hat mich sehr angesprochen und die Leseprobe war wirklich überzeugend. Ich finde die Idee, ein wirklich auf Fakten basierendes Diät-Buch zu schrieben toll, da ich mir nicht wieder eines dieser pseudo wissenschaftlichen Bücher gewünscht habe sondern ein reelles, wissenschaftliches Sachbuch, das auch einem Unwissendem die Grundlagen leicht verdeutlichen kann. In diesem Fall wurde ich leider eher enttäuscht.

Wie schon angesprochen finde ich die wirklich gut und sehr interessant. An der Umsetzung dieser hapert es jedoch. Toll und zu respektieren finde ich die Arbeit, so viele zahlreiche Studien aufzuarbeiten und in diese "einzudringen". Leider ist aufgefallen, dass diese das ein oder andere mal nicht wirklich neutral gewertet und in das Buch eingebracht wurden. Aber in diesem Punkt kann ich auch nicht richtig darüber urteilen, weil ich keine Wissenschaftlerin bin oder mich genauer in diesem Bereich auskenne.

Natürlich wurden die Studien in das Buch eingebracht und haben einen Mehrwert erbracht, aber durch die häufig sehr geschönte Auslegung war ich mir am Ende nicht mehr sicher, was jetzt wirklich Fakten waren, die nicht geschönt wurden. Weil geschönte Fakten bringen einem dann rein Garnichts.

Ein weiterer Dorn im Auge ist mir zudem, dass es sehr kompliziert ist. Damit meine ich in diesem Fall nicht das Thema im allgemeinen, sondern die Lösungsansätze. Es ist natürlich schön zu hören, wie die perfekte Ernährung aussieht, deren Beweis mit zahlreichen Studien unterfüttert ist doch auch hier bringt dies rein gar nichts, wenn die Lösungsansätze nicht alltagstauglich sind.

Mir fehlt das alltagstauglich des Buches aber auch die Möglichkeit jetzt einmal auf den Punkt gebracht irgendwo zusammengefasst stehen zu haben, wie ich mich jetzt ernähren soll. Da das Buch recht lang ist kann man nicht erwarten, dass ich am Ende noch alles weiß. Eine Zusammenfassung der wirklich wichtigen Dinge hätte ich sehr schön gefunden. Ich respektiere die Arbeit wirklich sehr, aber für mich war dieses Buch sehr schwer zu lesen und es hat mir nicht gefallen. (Ich weiß, dass es keine Abendlektüre ist o.ä.).

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Für ein Leben ohne Diät?

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Michael Greger ist mir schon länger ein Begriff: How not to die ist wohl sein erster in der Welt der Populärwissenschaft bekannter Titel, der gleichermaßen provokativ betitelt als auch inhaltlich befüllt ...

Michael Greger ist mir schon länger ein Begriff: How not to die ist wohl sein erster in der Welt der Populärwissenschaft bekannter Titel, der gleichermaßen provokativ betitelt als auch inhaltlich befüllt ist. Zu Letzterem kann ich nicht viel sagen, denn ich hatte das Buch schon sehr häufig in der Hand, habe interessante Auszüge gelesen und auch mein Freundes- und Bekanntenkreis hatte bislang sehr viele begeisterte Worte für dieses Buch übrig.
Nachdem ich How not to die im Februar in London wieder einmal in der Hand hatte, und aufgrund der Größe und Dicke und zu wenig Zeit bzw. einem riesigen SUB wieder zurückgelegt habe, kam mir die Leserunde bei der Lesejury zu Gregers zweitem dicken Wälzer gerade recht. How not to diet steht bereits im Titel dem ersten Band nichts nach. Wie man nicht stirbt, wie man keine Diät macht - das klingt beides grundsätzlich erstrebenswert, v.a. wenn man wie ich sehr gerne isst.

Der Aufbau des Buches ist gut strukturiert und nimmt auch den inhaltlich unerfahrenen Leser an die Hand. Erst einmal stellt Greger Probleme bei der Ernährung dar, wobei er dabei auf offensichtliche Aspekte eingeht, wie etwa Fast Food, aber insgesamt einen spannenden historischen Abriss macht, der belegt, wie wir überhaupt hierhin gekommen sind. Im nächsten Schritt erklärt Greger seinen Standpunkt zu gesunder Ernährung, und hier wird es spannend: Mit einfachen Worten und unter Zuhilfenahme zahlreicher Studien zeigt er grundlegende Zusammenhänge zwischen unserem Körper und Ernährung auf. Dabei geht er auf die offensichtlichen Probleme wie Zucker und Salz ein, räumt aber auch mit anderen Mythen auf und rüttelt am Ruf vieler selbstverständlicher und gar nicht so sehr als ungesund angesehenen Lebensmitteln. Auch hier hat Greger für jedes Unterkapitel zahlreiche Studien auf Lager.
Im Weiteren geht es um das optimale Abnehmprogramm und Abnehm-Booster und Greger charakterisiert nochmals verschiedene Mechanismen, die alle grundsätzlich relevant zum Abnehmen sind, aber zunächst unabhängig zueinander stehen, etwa Fettverbrenner, Appetitunterdrücker, Intervallfasten u.v.m.

Insgesamt folgt Michael Greger einem problemlösungsorientierten Raster. Aber ist es das wirklich?

Grundsätzlich gefällt mir populärwissenschaftliche Literatur, denn sie ermöglicht jedem Leser einen möglichst validen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und dem daraus resultierenden Wissen. Dazu benötigt man jedoch einiges an Fingerspitzengefühl, denn gerade Populärwissenschaft darf nicht pauschalisieren oder meinungsbildend sein - und genau hier liegt Gregers Schwachpunkt. Zwar finde ich seinen Schreibstil grundsätzlich geeignet, Leser wachzurütteln und zu motivieren. Dabei schreibt Greger jedoch sehr einseitig und überwiegend polarisierend. Zwar stützt er sich auf zahlreiche Studien, die seine Thesen untermauern, jedoch fehlt mir insgesamt die Gegenperspektive, die zwingend nötig ist, um Gregers Argumente einzuordnen. Und gerade hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte finde ich es zwingend notwendig, die Kehrseite der Medaille kennenzulernen.

Dennoch hatte ich das ein oder andere Aha-Erlebnis und habe sehr viel über Ernährung, Verdauung und Verarbeitung gelernt. Besonders hilfreich fand ich hierbei den QR-Code am Ende des Buches, über den man alle von Greger verwendeten Paper abrufen und somit selbst nachlesen bzw. überprüfen kann, was Greger behauptet.

Zurück zum Titel des Buches: Sehr konsequent hält sich Greger daran, bloß nicht zu Diäten zu verleiten, sodass man am Ende der Lektüre zwar zahlreiche Dos und Don'ts kennt, aber keine Anleitung zur Diät bekommt, obwohl man sich insgeheim doch den ein oder anderen Tipp erhofft hätte - und dies ja auch im Untertitel des Buches versprochen wird. So bleibt dem Leser am Ende nur zu überlegen, was man in Sachen Ernährung grundsätzlich tun und lassen kann. Klingt auch erst einmal nett, denn jeder Körper ist anders, weswegen es DIE Diät sicherlich nicht gibt. Problematisch finde ich es jedoch, den Leser quasi mit dem geöffneten Fass alleine zu lassen, denn nicht jeder Leser kann Gregers Argumentationslinien für sich einordnen und reflektieren. So könnten die Abnehm-Booster dazu verleiten, sich was nettes rauszusuchen, was dann aber möglicherweise nicht funktioniert oder - schlimmer noch - zu einer einseitigen Ernährung führt. So sehr Greger seine Leserinnen und Leser zu Beginn also noch an die Hand genommen hat, desto stärker lässt er sie am Ende im Regen stehen. Somit ist das Buch spannend für alle, die sich für Ernährung interessieren und das immerhin 752 Seiten starke Werk gerne auch mal als Nachschlagewerke nutzen möchten. Insgesamt besteht jedoch die Gefahr, dass Leserinnen und Leser ohne Vorwissen keinen Mehrwert finden und zu falschen Schlüssen geleitet werden können.

Für mich war es ein sehr anstrengendes Buch, da es nicht dazu animiert, es in einem durchzulesen, sondern eher ein Nachschlagewerk darstellt, als das ich es auch zukünftig nutzen möchte. Zudem hat mir die Zeit gefehlt, mich mit den Primärquellen auseinanderzusetzen, was ich persönlich sehr schade fand, da durchaus Ungereimtheiten aufkamen, denen ich gerne nachgegangenen wäre. Somit habe ich zwar durchaus einiges Neues erfahren, der erhoffte und häufig suggerierte Aha-Effekt ist in meinem Fall jedoch leider ausgeblieben.

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Durchaus informativ, leider mit einigen Schwächen

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Dieses Buch soll kein Diätbuch, sondern ein Ernährungsbuch sein und einem näherbringen, welche Lebensmittel und welche Art der Ernährung für den menschlichen Körper und um abzunehmen am besten und gesündesten ...

Dieses Buch soll kein Diätbuch, sondern ein Ernährungsbuch sein und einem näherbringen, welche Lebensmittel und welche Art der Ernährung für den menschlichen Körper und um abzunehmen am besten und gesündesten ist.

Dabei stellt der Autor sehr hohe Anforderungen an sich selbst und sein Team. Er sagt von sich selbst, dass er und sein Team stets bemüht waren bei Studien die Primärquellen heranzuziehen. Insgesamt versucht er so gut wie alle Behauptungen auf wissenschaftliche Studien zu stützen. Das fand ich sehr gut. Man hat ja heutzutage doch zunehmend das Gefühl, dass jeder etwas anderes sagt, wenn es um Ernährung geht. Durch die wissenschaftliche Herangehensweise in diesem Buch kann man so viel besser beurteilen, wem und welchen Behauptungen man Glauben schenken möchte. Dabei werden auch immer auf die Prozesse im Körper und die Auswirkungen verschiedener Lebensmittel auf den Körper dargestellt. Insgesamt finden sich in diesem Buch sehr viele gute Tipps, wie man sich gesünder ernähren kann und so auch seine generelle Gesundheit erheblich verbessern kann. Ich fand dieses Buch also sehr informativ.

Allerdings habe ich auch einige Kritikpunkte. Zum einen wird man mit Informationen regelrecht zugeschüttet. Teilweise wiederholen sich manche Informationen auch. Zwar finde ich das grundsätzlich aufgrund der Länge des Buches (ca. 750 Seiten) gut, wenn frühere Aspekte noch einmal wiederholt werden, falls man diese nicht mehr im Kopf hat, jedoch war mir das hier doch etwas zu häufig. Ich denke außerdem, dass man die gleiche Menge an Informationen auch deutlich kürzer hätte vermitteln können. Wo ich die sehr detaillierte wissenschaftliche Arbeitsweise und die vielen Studien anfangs noch sehr informativ fand, hat dies mit der Zeit aber dazu geführt, dass ich trotz humorvollem Schreibstil immer schleppender durch das Buch kam und mich regelrecht durchquälen musste. Gleichzeitig sind bei mir einige Fragen unbeantwortet geblieben. Manche Kapitel hätten also in meinen Augen deutlich kürzer ausfallen können, ohne an Informationen einzubüßen, während andere Kapitel für mich einfach viel zu knapp ausgefallen sind, was ich sehr schade fand. Außerdem halte ich viele Empfehlungen für schlichtweg nicht praktikabel.

Insgesamt also ein informatives Buch mit durchaus sinnvollen und guten Ernährungstipps, das mich aber insgesamt doch leider eher enttäuscht hat. Nichtsdestotrotz enthält das Buch aber auch einige sinnvolle und leichter umsetzbare Punkte, die ich in Zukunft im Rahmen meiner Ernährung umsetzen möchte.

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Veröffentlicht am 10.05.2020

Adressat für mich eher Ernährungsberater als Laien, die eine Anleitung für einen gesunden Gewichtsverlust suchen

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Das Buch verspricht laut Titel keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung, um sein Traumgewicht zu halten bzw. zu erreichen. Als Grundlage sollen wissenschaftliche Studien dienen.
Für mich war dieser ...

Das Buch verspricht laut Titel keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung, um sein Traumgewicht zu halten bzw. zu erreichen. Als Grundlage sollen wissenschaftliche Studien dienen.
Für mich war dieser Ansatz der ausschlaggebende Punkt, um das Buch zu lesen. Ich mag wissenschaftliche Ansätze und glaube an den Grundsatz der Ernährungsumstellung, anstelle von Diäten.
Leider bin ich nun nachdem ich das Buch gelesen habe in einem Zwiespalt. Ich habe einiges beim Lesen gelernt, allerdings hält das Buch in meinen Augen nicht das was es verspricht.
In meinen Augen ist das Buch geeignet für Menschen, die sich generell mit der Ernährung, der Wirkungsweise bestimmter Ernährungsbestandteile, wie zum Beispiel Ballaststoffe, oder auch der gesellschaftlichen Entwicklung von Ernährung auseinandersetzen möchten. Vor allem der Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Industrie und der dadurch bewusst in Kauf genommenen Schäden für die Gesundheit der Bevölkerung werden sehr verständlich und ausführlich ausgearbeitet. Da der Autor Amerikaner ist, geht es zwar vermehrt um die amerikanische Ernährung und das amerikanische Gesundheitssystem, allerdings lassen sich mittlerweile gut in einigen Teilen Parallelen zum deutschen System aufstellen.
Bei der angestrebten Ernährungsumstellung von Dr. Greger fällt auf, dass er vermehrt darauf hinweist was nicht gegessen werden soll. In Kurzform: Wenig Fleisch, wenig Salz, wenig Zucker, dafür viele Ballaststoffe, viel Obst und Gemüse und wenig industriell verarbeiteter „Mist“.
Für mich persönlich waren die Darstellungen der Studien im Gesamten recht extrem und einseitig. Obwohl am Ende eine ballaststoffreiche, vollwertige Ernährung empfohlen wird, wird nicht ganz klar wie diese tatsächlich aussehen soll. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies keine vegane Ernährung sei, allerdings scheinen in Studien die tierischen Lebensmittel immer schlechte Auswirkungen zu haben.
Außerdem werden einige Abnehm-Booster (meist Gewürze) vorgestellt, die regelmäßig zum Essen gegessen werden sollen. Diese allerdings dauerhaft in die Ernährung zu integrieren fällt schwer bzw. erscheint mir kaum möglich. Noch dazu geht diese Empfehlung in meinen Augen dann doch wieder stark in die Richtung einer Diät.

Fazit:
Für mich beinhaltet das Buch einiges Wissenswertes, allerdings ist der Adressat eher ein Ernährungsberater bzw. Ernährungswissenschaftler. Der Leser, der auf der Suche nach einer Anleitung für eine gut durchführbare Ernährungsumstellung ist, wird durch die Länge des Buches und die durchaus regelmäßigen Wiederholungen bzw. extremen Studienbezügen eher demotiviert. Die Umsetzung der Ratschläge erfordert eine extreme weitere Einarbeitung in die Ernährungsgrundlagen und durch die Abnehm-Booster geht es eher wieder Richtung Diät. Für einen Laien, selbst wenn er willig ist seine Ernährung zu ändern, ist dieses Buch keine geeignete Anleitung, um sein Ziel einfach verständlich und motiviert zu erreichen. Dafür fehlt mir persönlich eine nachvollziehbare Anleitung was für den Autor eine pflanzenbasierte, vollwertige Ernährung ausmacht. Zum Beispiel welchen Anteil die tierischen Lebensmittel ausmachen dürfen. In diesem Punkt bleibt mir der Autor einfach zu ungenau. Durch diese fehlende Anleitung und in Verbindung mit den natürlichen Boostern, die einfach zu sich genommen werden sollen, bleibt das klassische Gefühl einer Diät mit vielen Verboten und zusätzlichen Mitteln zum Abnehmen - zwar in natürlicher Form anstelle von Tabletten, allerdings auch weiterhin nicht in die Mahlzeiten integriert.

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