eBook Leserunde zu "Was auch immer geschieht" von Bianca Iosivoni

Sie darf ihn nicht lieben. Denn er ist ihr Stiefbruder.

In dieser Leserunde wird nur das eBook gelesen.

Wir freuen uns die erste reine eBook-Leserunde anbieten zu können. "Was auch immer geschieht" ist eine spannende Geschichte über eine Liebe, die nicht sein darf - und trotzdem so stark ist. Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 17.06.2016 - 17.07.2016
  2. Lesen 25.07.2016 - 14.08.2016
  3. Rezensieren 15.08.2016 - 28.08.2016

Bereits beendet

Cover-Bild Was auch immer geschieht
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(16)
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Figuren
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Bianca Iosivoni (Autor)

Was auch immer geschieht

Sieben Jahre ist es her, seit Callie und Keith sich zuletzt gegenüberstanden. Damals, kurz nach Callies dreizehntem Geburtstag, war ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen - einem Unfall, an dem Keith die Schuld trug. Callie konnte ihrem Stiefbruder nie verzeihen. Noch heute leidet sie unter den Erinnerungen an das schreckliche Ereignis. Doch als sie für den Highschoolabschluss ihrer kleinen Schwester in das Haus ihrer Stiefmutter zurückkehrt, begegnet sie Keith zum ersten Mal nach all den Jahren wieder. Sofort flammen ihre Wut und ihr Hass auf ihn wieder auf. Aber auch die gefährlichen Gefühle, die Keith schon damals in ihr ausgelöst hat. (ca. 400 Seiten)

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 24.01.2017

Wechselbad der Gefühle

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Callie ist auf dem Weg nach Hause, um dort den Sommer gemeinsam mit ihrer Schwester Holly und ihrer Stiefmutter Stella zu verbringen, als sie ihrem Stiefbruder auf dem Flughafen begegnet. Sieben Jahre ...

Callie ist auf dem Weg nach Hause, um dort den Sommer gemeinsam mit ihrer Schwester Holly und ihrer Stiefmutter Stella zu verbringen, als sie ihrem Stiefbruder auf dem Flughafen begegnet. Sieben Jahre hat sie ihn nicht gesehen, und sie erkennt ihn nicht. Nach dem Unfall ihres Vaters, bei dem dieser ums Leben kam, hatte die damals Dreizehnjährige Keith die Schuld zugewiesen und ihm nie verziehen, dass er die Familie ohne Erklärung verlassen hatte.

Nach wie vor leidet Callie unter dem Verlust des Vaters und straft Keith mit Ablehnung und Hass. Und doch entwickeln sich hinter der Wut und Feindseligkeit andere - verbotene - Gefühle, die so gar nicht zu denen passen wollen, die Callie sich in der Vergangenheit zugelegt zu haben glaubt. Aber kann sie sich darauf einlassen, und will sie dies überhaupt?

Wer hinsichtlich der Geschichte von Callie und Keith in "Was auch immer geschieht" mit einer ausführlichen Beziehung zwischen Stiefgeschwistern rechnet, wird möglicherweise enttäuscht sein. Denn der Konflikt der "(Stief)Geschwisterliebe" wird von Bianca Iosivoni zwar thematisiert, steht jedoch nicht im Vordergrund und spielt erst gegen Ende überhaupt eine größere Rolle.

Vielmehr beschäftigt sich die Autorin ausführlich mit der Gefühlswelt ihrer Protagonistin, und dies gelingt ihr insbesondere durch die Darstellung des Geschehens aus Callies Ich-Position heraus.

"Ich schrieb meine Gefühle aus mir heraus, brüllte sie aufs Papier, atmete sie aus und verbannte sie in diese Textzeilen." (69)

Daneben bleiben die Empfindungen der anderen Figuren zurück, wenngleich sie auf Grund der geschilderten Begebenheiten, Reaktionen und Gespräche nachvollzieh- und spürbar werden.

Insgesamt gelingt der Autorin mit ihrer Art des Schreibens, die mit bildhafter und ausgewogener Sprache die Vorgänge in Szene setzt, im Großen und Ganzen eine gute Zeichnung der Figuren.

Callie macht zunächst den Eindruck, mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen, sie wartet mit Charme und Humor auf. Es kristallisiert sich jedoch schnell heraus, dass sie einen wunden Punkt hat, der ihre unversöhnliche Seite zeigt. Nach dem Unfall, den sie und Keith überlebten, ihr Vater jedoch nicht, gibt sie ihrem Stiefbruder die Schuld und geht nach dem Wiedersehen sofort auf Konfrontationskurs. Entgegen all ihrer Bemühungen hat sie den Tod ihres Vaters weder verarbeitet noch überwunden und klammert sich an ihre negativen Gefühle wie Hass und Verzweiflung. Dabei entsteht manchmal der Eindruck, dass Callie sich in der Wiederholungsschleife befindet, weil sie sich immer und immer wieder mit ähnlichen Überlegungen beschäftigt, ohne vorwärts zu gelangen. Folglich tritt der Leser zeitweise gleichermaßen auf der Stelle und ist bemüht, Callie einen Schubs zu geben. Denn sie ist so in ihrem Trauma gefangen, dass sie darüber vergisst, dass auch andere einen Verlust erlitten haben.

Keith ist ein junger Mann, für den sich schnell Sympathie entwickelt lässt, obwohl er eine durchaus provozierende Art an den Tag legt, vor allem im Umgang mit Callie. Seine kleinen Bemerkungen fordern Callie heraus, bringen sie aus der Fassung und lassen sie die Beherrschung verlieren, aber verletzend sind sie nicht wirklich. Und sie setzen ein Denken und Nachdenken in Gang, das für Callie in letzter Zeit ohne Bedeutung war. Von Anfang an spricht vieles dafür, dass er nicht die Person ist, für die Callie ihn hält und das mehr hinter seinem Verhalten steckt, als der Leser zu diesem Zeitpunkt begreift. Immer mehr entpuppt sich Keith als feinfühliger junger Mann, der für Callie da ist und sie festhält, als sie ihn braucht, um ihr inneres Gleichgewicht und Ruhe zu finden. Das ist es, was ihr nach dem Unfall gefehlt hat.

Die widerstreitenden Gefühle werden begreifbar geschildert, beide spüren die gegenseitige Anziehung, sträuben sich aber dagegen. Der Zwiespalt, in dem sie sich befinden, wird deutlich. Es ist verständlich, dass es besonders für Callie beunruhigend ist, wie sich ihre negative Einstellung plötzlich verändert und anderen Empfindungen Platz machen.

Die anderen Figuren fügen sich harmonisch ins Geschehen ein. Hierbei fallen nicht nur Callies Schwester Holly mit ihrer erfrischenden Art und Stiefmutter Stella, die mit Warm- und Offenherzigkeit punktet, positiv ins Gewicht, sondern auch ihre Freunde Faye und Parker, die ihre eigene Geschichte haben. Offen bleibt, wie es beispielsweise mit ihnen weitergeht, was Spielraum für die eigene Fantasie lässt. Möglicherweise gibt es mit ihnen ein Wiedersehen.

Insgesamt schafft es die Autorin, das Wechselbad der Gefühle zwischen Callie und Keith so zu verdeutlichen, dass es eine Freude ist, sie zu begleiten, "Was auch immer geschieht".

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Buch hätte gerne noch mehr Seiten haben können!

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Kurzbeschreibung:
Sie darf ihn nicht lieben. Denn er ist ihr Stiefbruder. Sieben Jahre ist es her, seit Callie und Keith sich zuletzt gegenüberstanden. Damals, kurz nach Callies dreizehntem Geburtstag, ...

Kurzbeschreibung:
Sie darf ihn nicht lieben. Denn er ist ihr Stiefbruder. Sieben Jahre ist es her, seit Callie und Keith sich zuletzt gegenüberstanden. Damals, kurz nach Callies dreizehntem Geburtstag, war ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen - einem Unfall, an dem Keith die Schuld trug. Callie konnte ihrem Stiefbruder nie verzeihen. Noch heute leidet sie unter den Erinnerungen an das schreckliche Ereignis. Doch als sie für den Highschoolabschluss ihrer kleinen Schwester in das Haus ihrer Stiefmutter zurückkehrt, begegnet sie Keith zum ersten Mal nach all den Jahren wieder. Sofort flammen ihre Wut und ihr Hass auf ihn wieder auf. Aber auch die gefährlichen Gefühle, die Keith schon damals in ihr ausgelöst hat. (ca. 400 Seiten)

Die Geschichte von Callie und Keith hat mich von Anfang in ihren Bann gezogen. Es werden viele Fragen aufgeworfen, somit bleibt es bis zum Schluss sehr spannend. Der Geschwisterkonflikt wird für mich etwas zu wenig thematisiert, hier hätte ihr wesentlich mehr Dramatik erwartet. Dennoch haben die beiden auch so genug Probleme, die ihren Gefühlen im Weg stehen.
Die Szenen, die bei NewAdult-Liebesromanen zu erwarten sind, zählen für mich zu den Besten die ich bisher gelesen habe. Vor allem eine tolle Abwechslung zu den Romanen die derzeit in meinem Bücherregal stehen.
Die Geschichte hätte an der ein oder anderen Stelle detaillierter sein können, auch über eine Raumreihe hätte ich mich sicherlich gefreut. Es war wirklich toll, ein Buch einer deutschen Autorin zu lesen ,„Was auch immer geschieht“ zählt zu einem meiner Sommerhighlight dieses Jahr!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ab damit ins Bücherregal…

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…um es jederzeit erneut lesen zu können!

WORUM GEHT'S?
Die Studentin Callie verbringt den Sommer mit ihrer Schwester und ihrer Stiefmutter.
Leider muss sie recht schnell feststellen, dass ihr Stiefbruder, ...

…um es jederzeit erneut lesen zu können!

WORUM GEHT'S?
Die Studentin Callie verbringt den Sommer mit ihrer Schwester und ihrer Stiefmutter.
Leider muss sie recht schnell feststellen, dass ihr Stiefbruder, den sie für den Tod ihres Vaters verantwortlich macht, ebenfalls zurückgekommen ist.

DER VERLAUF
Im Laufe des Buches erfahren wir eine Menge über Callie. Sie studiert Medizin um so ihrem verstorbenen Vater näher sein zu können. Sie würde fast alles für ihre kleine Schwester, welche die Stiefmutter als eigene Mom akzeptiert hat, tun. Nur aus Liebe zu ihrer Schwester und Respekt vor ihrer Stiefmutter bemüht sich Callie mit ihrem Stiefbruder auszukommen. Keith. Früher mochten sich die beiden und haben wie ganz normale Geschwister gezankt. Bis eine Stunde Fahrunterricht für Keith mit dem Tod von Callies Vater endete.
Callie gibt Keith die Schuld am Tod ihres Vaters. Sie ist ganz und gar nicht erpicht darauf den Sommer mit Keith zu verbringen.
Nach und nach nähern sie beide jedoch an und es wird klar, dass keiner aus der Familie bemerkt hat, dass Callie nicht nur ihren Vater vermisst, sondern auch ihren Stiefbruder. Denn Keith hatte -noch während Callie im Krankenhaus war- die Familie verlassen und war zu seinem Vater gezogen.
Es stellt sich also die Frage, ob Callie es schaffen wird den Tod ihres Vaters nebst Keiths Beteiligung zu verarbeiten und nicht länger in Gedenken an die Vergangenheit zu leben, sondern sich eine eigene Zukunft zu erschaffen.

DAS COVER
Ich finde das Cover ziemlich gelungen. Es stellt in meinen Augen eine Art Heimkehr dar (- man beachte bitte die Wolldecke!). Jedoch ist sich die Frau nicht sicher, ob sie sich erlauben darf über diese Heimkehr erfreut zu sein.

DER SCHREIBSTIL
Ich muss gestehen, dass der Start für mich etwas holprig war. Es waren zu viele Informationen auf einmal. Vor allem werden viele verschiedene Figuren wie z.B. Kindheitsfreunde kurz eingeführt, indem sie namentlich benannt werden und das war's dann erstmal. An einer Stelle musste ich wirklich zurückblättern um herauszufinden wer das denn nun schon wieder war.
Alles in allem ließ sich das Buch aber in einem weg lesen. Es hatte mich richtig in seinen Bann gezogen.
Auch wenn ich nicht weiß, ob es an meiner eigener Stimmung lag und ich daher umso empfänglicher für die Szene war, muss ich zugeben, dass ich ein paar Tränchen verdrückt habe.
Im letzten Dritten gab es wieder einen Moment, bei dem ich dachte, "Huch, hab ich was überlesen?", aber das war nur eine kleine Ausnahme.

KRITIK
Eine Sache hat mich allerdings das ganze Buch über gestört: Die Charaktere verhielten sich in meinen Augen nicht so wie sie aufgrund ihres angegebenen Alters sollten.
Callies Schwester kommt viel jünger (und naiver) 'rüber und auch Callie selbst entspricht nicht der Beschreibung. Sie verhält sich Jahre älter.

SPECIAL
Das Buch greift die momentane Welle von Liebe-unter-Steifgeschwistern auf. Einerseits stört mich das, da man die ganze Zeit darauf wartet, dass etwas in dieser Richtung im Verlauf der Handlung geschieht. Allerdings hatte ich das beim Lesen recht schnell vergessen. Bis man mich zum Schluss quasi drauf zu schubste. Das hätte man sich meiner Meinung nach sparen können. Oder aber man hätte es (- ich meine die Reaktionen der Kleinstadt -) mehr "ausschlachten müssen".

FAZIT
Aufgrund des holprigen Startes und der Altersproblematik gebe ich dem Buch 4 von 5 Punkten.
Ich würde es jederzeit wieder lesen und hätte es sehr gerne auch als Druckbuch in meiner Bibliothek.

-THE END-
jublo

Veröffentlicht am 15.09.2016

ein wunderbarer New Adult Roman mit sympathischen Charakteren, genau dem richtigen Maß an prickelnder Erotik und einer mitreißenden Geschichte

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Inhalt
Callie hat ihrer kleinen Schwester versprochen in den Semesterferien nach Hause zu kommen um einen letzten Sommer gemeinsam mit ihrer Familie zu verbringen, bevor Holly nach ihrem Schulabschluss ...

Inhalt
Callie hat ihrer kleinen Schwester versprochen in den Semesterferien nach Hause zu kommen um einen letzten Sommer gemeinsam mit ihrer Familie zu verbringen, bevor Holly nach ihrem Schulabschluss schließlich ebenfalls das Haus verlässt. Sie hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass diese hinter ihrem Rücken auch Keith dazu eingeladen hatte. Den Stiefbruder, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat und der die Schuld am Tod ihres Vaters trägt. Den Stiefbruder, in den sie als Jugendliche verliebt war und den sie heute mehr hasst als jeden anderen Menschen auf der Welt. Den Stiefbruder, den sie eigentlich nie wieder sehen wollte und der nun die widersprüchlichsten Gefühle in ihr auslöst …


Kritik
Was auch immer geschieht ist ein wirklich gelungener New Adult Roman und garantiert nicht der letzte, den man von Bianca Iosivoni lesen wird. Er fügt sich wunderbar ins Genre ein und zeigt, dass man solche Bücher nicht mehr zwingend aus den USA importieren muss, sondern sie inzwischen auch bei deutschen Autoren findet. Es trifft sich also gut, dass im kommenden Jahr zwei weitere Werke der Autorin bei Egmont LYX erscheinen sollen.

Callie ist eine sehr sympathische Protagonistin, deren Gedanken und Reaktionen man stets sehr gut nachempfinden kann. Man kann sich gut mit ihr identifizieren, vor allem wegen ihrer Zweifel in Bezug auf ihr Studium und ihre damit verbundenen Zukunftsängste, die jeder kennt, der einmal in der gleichen Situation war. Im Gegensatz zum Rest ihrer Familie hat sie es jedoch leider nie geschafft mit der Vergangenheit abzuschließen und hat das Geschehene, inklusive aller dazugehörigen Emotionen, Jahre lang verdrängt statt sie zu verarbeiten, sodass diese durch die Begegnung mit Keith nun alle erneut auf sie einstürmen. Ihre Wut auf Keith ist durchaus nachvollziehbar, aus ihrer Sicht hat er ihr den Vater genommen, die Familie zerstört und sie dann auch noch im Stich gelassen als sie ihn am meisten gebraucht hätte, ohne je zurückzukehren - bis jetzt. Sie ist oft hin und her gerissen zwischen ihren unterschiedlichen Gefühlen für Keith, denn einerseits hält sie an ihrem Hass fest, andererseits fühlt sie sich aber sehr zu ihm hingezogen und verbringt gern Zeit mit ihm, wofür sie sich und ihren Körper manchmal sogar selbst hasst.

Keith erscheint einem zunächst noch nicht sonderlich liebenswert, doch das ändert sich im späteren Verlauf der Geschichte nach und nach sehr. Obwohl er Callie oft provoziert, mag man ihn mit der Zeit immer mehr und erliegt langsam seinem Charme. Deshalb wünscht man sich zunehmend, dass Callie ihm endlich verzeiht, was in der Vergangenheit vorgefallen ist. Er hat unter der Situation genauso gelitten wie sie und hat ihre Vergebung verdient, immerhin war er damals selbst noch ein Teenager und hat das alles nie gewollt.

Als Leser weiß man außerdem schon lange vor Callie, dass nicht nur ihr Körper auf Keith reagiert, sondern auch ihr Herz längst ihm gehört, so sehr sie sich dagegen sträuben mag. Ihr gemeinsamer Deal macht die ganze Sache noch etwas interessanter, doch er war natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt, schließlich wollte Keith Callie nie einfach nur ins Bett kriegen, er empfindet nämlich viel mehr für sie.
Die Spannung zwischen den beiden ist manchmal kaum auszuhalten und man kann förmlich spüren wie es zwischen ihnen knistert. Seine zweideutigen Sprüche bringen einen mitunter sehr zum Schmunzeln und sie üben eine tolle Anziehungskraft aufeinander aus. Dabei hat Callie die gleiche Wirkung auf Keith wie umgedreht, auch wenn sie das zuerst noch nicht ahnt und daher nicht so schamlos ausnutzt wie er.

Positiv ist zudem, dass es sich bei Callies innerer Auseinandersetzung vielmehr um einen Gewissenskonflikt als um einen Geschwisterkonflikt handelt und letzter somit nicht zu sehr im Vordergrund steht oder unnötig dramatisiert wird. Sie lehnt Keith nicht ab, weil er ihr Stiefbruder ist, sondern weil er in ihren Augen die Familie zerrissen und sie ihm das nie verziehen hat. Das ist auch vollkommen verständlich, da sie gar nicht als Geschwister aufgewachsen sind. Anders als Holly waren sowohl Callie als auch Keith damals beide schon Jugendliche und haben weitaus länger getrennt gelebt als unter einem Dach. Des Weiteren sind sie natürlich nicht miteinander verwandt.

Die Handlung ist von Beginn an fesselnd, insbesondere wegen der geheimnisvollen Ereignisse in der Vergangenheit, die nach wie vor Einfluss auf die Gegenwart haben. Im Traum beginnt Callie auf einmal sich an bestimmte Details zu erinnern, fügt die Puzzleteile Stück für Stück zusammen und erfährt dank der Hilfe eines Freundes letztlich die ganze Wahrheit über den Tod ihres Vaters. Man hat zu diesem Zeitpunkt zwar schon lange geahnt, dass mehr hinter dem Unfall steckt als es bisher bekannt war, dennoch schaffte es die Autorin einen mit ihrer gelungene Auflösung zu überraschen, da die Vermutungen in eine völlig andere Richtung tendierten.

Diese Enthüllung ist ein herber Schlag für die Familie, bringt sie einander aber auch wieder näher. Was nicht heißt, dass sie sich vorher nicht nahe gestanden hätten. Callies Familie ist toll und wahrlich einzigartig - und das nicht nur wegen der eher ungewöhnlichen Konstellation. Holly ist eine nervige, aber auch liebenswerte kleine Schwester, die verantwortlich dafür ist, dass Callie und Keith sich nach all den Jahren wiedersehen. Anfangs findet man das ziemlich fies, am Ende ist man ihr dafür jedoch dankbar. Stella ist auch kein böses Stiefmonster, sondern eine liebevolle Ersatzmutter, die mitunter sehr streng, aber auch sehr verständnisvoll, sein kann und ihre drei Kinder -Callie, Holly und Keith - sehr liebt. Das gleiche empfinden sie für Stella, weshalb Callie sie beispielsweise auch darin bestärkt eine neue Beziehung einzugehen und nicht etwa von ihr erwartet für immer um ihren verstorbenen Vater bzw. Ehemann zu trauern.

Das Ende ist sehr emotional und unter Umständen muss man sogar ein Tränchen vergießen, allerdings weniger wegen der Beziehung zwischen Callie und Keith als wegen der Beziehung zwischen Callie und ihrer Stiefmutter Stella, die sich letztlich auch nur wünscht, dass ihre Kinder glücklich sind.

Lediglich der Umstand, dass man leider nur sehr wenig über Callies interessante Freunde Parker und Faye erfährt bzw. dass das Wenige, das man über sie in Erfahrung bringen kann, z.B. ihre familiäre Situation betreffend, nicht näher ausgeführt wird, ist ein kleines Manko. Aber vielleicht hebt Bianca Iosivoni sich das auch nur für zukünftige Bücher über diese Figuren auf, wer weiß.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt an dem Buch ist der noch ausbaufähige Schreibstil der jungen Autorin, der sich mit der Zeit und den Projekten aber garantiert weiter verbessern wird, denn Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Er liest sich schon jetzt flüssig und angenehm, nach einer Weile fallen einem jedoch einige Wiederholungen in Bezug auf die Wortwahl und bestimmte Beschreibungen auf, es fehlt also etwas Abwechslung. Den Lesefluss stört es allerdings nur minimal, die Lesefreude schmälert es dagegen überhaupt nicht.

Darüber hinaus sind ihr die intimen Szenen zwischen Callie und Keith dafür umso besser gelungen - heiß, prickelnd, ansprechend beschrieben, also weder zu blumig, noch zu vulgär, und genau das richtige Maß. Sie fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und zählen definitiv zu den besten erotischen Szenen, die man in New Adult Romanen finden wird.


Fazit
Was auch immer geschieht ist ein wunderbarer New Adult Roman mit sympathischen Charakteren, genau dem richtigen Maß an prickelnder Erotik und einer mitreißenden Geschichte, die dem Stiefgeschwister-Konflikt durch die Ereignisse in der Vergangenheit weitere Aspekte hinzufügt und damit für Überraschungen sorgt. Der Schreibstil muss vielleicht noch perfektioniert werden - die Beziehung zwischen Callie und Keith dagegen nicht!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Verbotene Liebe und doch viel Gefühl

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An diesem Buch hat mich vor allem gereizt, dass es nicht nur um die Liebe zwischen Stiefgeschwistern geht, sondern die Geschichte auch noch einen tragischen Aspekt - den Unfalltod von Callies Vater - beinhaltet. ...

An diesem Buch hat mich vor allem gereizt, dass es nicht nur um die Liebe zwischen Stiefgeschwistern geht, sondern die Geschichte auch noch einen tragischen Aspekt - den Unfalltod von Callies Vater - beinhaltet. Ich war gespannt, wie es die Autorin schafft, diese beiden Aspekte und damit auch die widersprüchlichen Gefühle der Protagonistin in Einklang zu bringen, sodass es eine runde Story wird - und ich wurde positiv überrascht.

Zum einen sind die beiden Protagonisten Callie und Keith klar gezeichnet. Callie studiert Medizin und eifert ihrem Vater nach - abgeschlossen hat sie mit dessen Tod und Keiths Schuld aber noch nicht. Es wird deutlich gemacht, wie schlimm es für sie ist, in ihre alte Heimat und den Ort des Geschehens zurückzukehren, denn sie verdrängt lieber, als zu verarbeiten. Ich war mit meinen Sympathien für die Protagonistin hin- und hergerissen: Auf der einen Seite konnte ich gut nachvollziehen, dass sie immer noch trauert. Auf der anderen Seite hätte ich sie am liebsten geschüttelt, um zu sagen, das Leben geht weiter.
Keith ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen. Er sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch ein guter Mensch - der eine große Schuld trägt. Trotzdem versucht er alles, um vor allem Callie gerecht zu werden. Das hat mich beeindruckt, da sie sich ihm gegenüber nicht immer korrekt verhält.

Gut gefallen hat mir, dass das Liebe-zwischen-Stiefgeschwistern-Thema nicht überzogen wurde. So steht in der ersten Hälfte des Buches ganz klar das Gefühlschaos von Callie im Mittelpunkt. Erst später bekommt die Liebe zwischen den Beiden mehr Gewicht, was die Geschichte für mich sehr authentisch gemacht hat. Natürlich gibt es dann auch die ein oder andere Bettszene. Diese sind aber geschmackvoll und nicht übertrieben beschrieben und die vorhandene Erotik nimmt nicht die Hauptrolle ein. Das war für mich ein echter Pluspunkt, denn ich habe gern mal einen Hauch Erotik dabei, bin aber schnell gelangweilt, wenn es zu viel wird.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die 400 Seiten sind deswegen auch schneller durchgelesen, als man gucken kann :D Allerdings hatte das Buch für mich einige Längen. Manchmal ging es für mich zu oft hin und her, hier hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt und ich wurde ungeduldig, dass es weitergeht bzw. ein neuer Aspekt dazukommt.

Insgesamt hat mir die Liebesgeschichte rund um Callie und ihren Stiefbruder Keith aber sehr gut gefallen und ich vergebe 4 Sterne.