Sie steigt zur ungekrönten Königin des Liebesromans auf und Anfang des 20. Jahrhunderts ist sie die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere kann Hedwig Courths-Mahler mit ihren Romanen unterhalten - und Frauen Mut machen. Brecht nennt sie eine große Realistin. Sie stammte aus ärmlichen Verhältnissen, freundete sich später mit den Theatergrößen ihrer Zeit an. Das erhoffte Happy End mit dem Kunstmaler Fritz Courths bleibt zunächst jedoch aus. Trost findet sie daraufhin im eigenen Schreiben, obwohl Familie und ihr Ehemann dies strikt ablehnten. Trotz heftiger Widerstände hielt sie fest an ihrem Traum vom Leben als Schriftstellerin und hatte dabei immer die einfachen Leute im Blick ...
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Hedwig Courths-Mahler (1867-1950), eine der bekanntesten Schriftstellerinnen, hatte kein leichtes Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und verfolgte zielstrebig ihrem Verlangen als Schriftstellerin ...
Hedwig Courths-Mahler (1867-1950), eine der bekanntesten Schriftstellerinnen, hatte kein leichtes Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und verfolgte zielstrebig ihrem Verlangen als Schriftstellerin tätig zu sein. Sie arbeitete dafür hart und trat mit Beharrlichkeit auf, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen.
Durch den Schreibstil der Autorinnen Clara Bachmann fühlte ich mich gut in die Zeit und das Leben von Hedwig Courths-Mahler versetzt. Es las sich klar und flüssig. Ich kannte bereits einige Werke von
Hedwig Courths-Mahler, wusste aber bis daher nichts von der Person selbst. Der Roman „Ein gutes Ende“ beleuchtet nun den Lebensweg dieser bemerkenswerten Frau. Sie musste viele Rückschläge hinnehmen, verfolgte ihr Ziel und ließ dabei den Mut nie sinken.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, konnte ich sehr viel über die Königin der Liebesromane erfahren.
Hedwig Courths-Maler: von vielen unterschätzt, von vielen geliebt.
Sie war die ungekrönte Königin des Liebesromans und Anfang des 20. Jahrhunderts die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere ...
Hedwig Courths-Maler: von vielen unterschätzt, von vielen geliebt.
Sie war die ungekrönte Königin des Liebesromans und Anfang des 20. Jahrhunderts die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere konnte Hedwig-Courths-Mahler mit ihren Romanen unterhalten – und Frauen Mut machen. Das Buch beginnt im Jahr 1881 in Leipzig. Hedwig ist 14 Jahre und muss ihrer Mutter helfen. Täglich servieren sie gegen ein kleines Entgelt Mittagessen, die Gäste sind überwiegend Studenten. Doch für Hedwig steht fest, sie möchte ein anderes Leben als ihre Mutter, diese serviert nicht nur Essen, sondern geht auch mit Männern gegen ein Entgelt ins Bett. Hedwig ist fleißig, ehrgeizig und zielstrebig. Sie bewirbt sich bei der Familie Rumschöttel und erhält eine Anstellung. Ihr erster Schritt aus dem ärmlichen Milieu. Hedwigs Aufgabe besteht darin die alte Frau Rumschöttel zu unterhalten und ihr vorzulesen. Die Aufgabe des Vorlesens kommt ihr sehr entgegen, denn sie ist von Geschichten fasziniert und schreibt selbst welche.
In einem flüssigen der damaligen Zeit angepassten Schreibstil wird uns die Geschichte von Hedwig Courths-Maler erzählt. Eine gute Zeit in ihrer Kindheit hatte sie als sie bei ihren Zieheltern lebte. Abends erzählte der Ziehvater immer Geschichten oder las vor. So hat sie schon früh den Wunsch verspürt ebenfalls solche Geschichten zu erfinden und zu schreiben. Zur damaligen Zeit war es so, dass Mädchen nur 3 Jahre zur Schule gehen durften. Umso erstaunlicher ist ihr Werdegang, da sie aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammte.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen, der Charakter von Hedwig kommt gut zum Vorschein, ihre Stärke und ihr Selbstbewusstsein sind beachtlich. Sich aus dem angestammten Milieu herauszuarbeiten war eine enorme körperliche und geistige Anstrengung und dauerte viele Jahre.
Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung ...
Der jungen Hedwig Mahler liegt ihre Selbstständigkeit sehr am Herzen. Sie strebt eine Unabhängigkeit von ihrer Mutter an, hofft der Armut entfliehen zu können und findet dabei in ihrer ersten Anstellung den Weg zur Schriftstellerei. Nach und nach entstehen in ihrem Kopf und auf dem Papier immer neue Geschichten und kürzere Romane. Als sie den jungen Künstler Fritz Courths kennenlernt, hofft sie auf ein gemeinsames Leben mit einem Gleichgesinnten. Doch Fritz hält nichts von Hedwigs Liebe zur Schriftstellerei.
Wem ist sie nicht ein Begriff - Hedwig Courths-Mahler, die Königin unter den Schnulzenautorinnen der kleinen Heftromane?! - Mit diesem Vorurteil und dem öfteren Gang an ihrem Geburtshaus vorbei bin ich groß geworden. Die bekannte Autorin war mir von jeher ein Begriff, nur wusste ich nie etwas über den Menschen hinter dem bekannten Namen. Clara Bachmanns Roman „Ein gutes Ende“ hat diese Wissenslücke jedoch geschlossen. Die Autorin beschreibt in ihrem Roman die Jugendjahre und in Teilen rückblickend die Kindheit dieser großen deutschen Autorin. Eingebettet in ihre Geschichte im Osten Deutschlands zwischen Weißenfels, Leipzig und Halle findet das Leben der Hedwig Courths-Mahler statt. Genau dies beschreibt Clara Bachmann. Wir lernen die junge Hedwig kennen, reifen mit ihr und dürfen in dem Roman entdecken, wie sie ihre Liebe zur Schriftstellerei entdeckt. Anschaulich beschreibt sie die schwierige, aber doch von großer Liebe geprägte Beziehung zwischen Hedwig und Fritz. So manches Mal hätte ich die junge Hedwig geschüttelt und gefragt, ob sie diese Beziehung so wirklich will. Auch wird der Einfluss ihrer Umgebung auf Hedwig deutlich hervorgehoben. So lernt man ihre Mutter kennen und zweifelt so manches Mal an deren Mutterleben, während man im Laufe diese Ansicht des Öfteren mal überdenken kann. Auch die Freundschaften und Herrschaften prägen den Lebenslauf eindrucksvoll.
Der Spannungsbogen, ob ihrer Erfolgsaussichten ist manchmal etwas zu flach und insgesamt fehlte mir doch der Verweis zu ihrer Schreiberei, bedeutet, ich hätte gedacht, dass Textzitate oder Kurztexte ihrer Romane in der Erzählung vorkommen werden. Mir fehlte also etwas der Tiefgang.
Alles in allem ein guter Roman über eine der bedeutendste, deutsche Romanautorin, der den Mensch hinter den Geschichten beschreibt und den Weg dorthin. Wer sich für deutsche Schriftstellerei, Liebesromane und starke, weibliche Persönlichkeiten interessiert, ist hier richtig.
Der Lebensweg der Hedwig Courths-Mahler ist in der Tat ein steiniger, und ein gutes Ende nicht immer in Aussicht. Sie ist die uneheliche Tochter einer Frau, die ihren Lebensunterhalt durch diverse Liebhaber ...
Der Lebensweg der Hedwig Courths-Mahler ist in der Tat ein steiniger, und ein gutes Ende nicht immer in Aussicht. Sie ist die uneheliche Tochter einer Frau, die ihren Lebensunterhalt durch diverse Liebhaber finanzieren lässt. Dabei ist häufig kein Platz und keine Zeit für Hedwig und ihre beiden Brüder. Früh ist sie auf sich gestellt und will auf keinen Fall den gleichen Weg einschlagen wie ihre Mutter. Sie sucht um Anstellung in Haushalten oder als Verkäuferin. Doch die Zeiten sind hart, und immer wieder muss sie fürchten, dass der Ruf ihrer Mutter ihre Anstellung gefährdet. Nebenbei – oft nachts - schreibt sie an Geschichten über das Glück der kleinen Leute. In ihnen verwirklicht sie ihre eigenen Träume nach einem besseren Leben. Daneben spielen die schönen Künste und auch die Künstler eine nicht unbedeutende Rolle in ihrem Leben. Sie liebt die Bühne und heiratet einen Kunstmaler, pflegt Kontakte in die Künstlerwelt und in die höheren Gesellschaftsschichten. Im alltäglichen Leben muss sie pragmatisch sein, Geld herbeischaffen und zusammenhalten, ihre Kinder versorgen, den Haushalt führen. In ihren Geschichten darf sie träumen, doch nutzt sie auch hier jede sich bietende Chance, ihrem Traum, eine Schriftstellerin zu werden, näher zu kommen. Kein Schicksalsschlag wie Krankheit, Verlust und Geldnot kann sie davon abhalten. Immer wieder fängt sie mit ihrer Familie neu an, geht dahin, wo sich ihre Aufstiegschancen bieten.
Clara Bachmann hat ein sehr lebendiges und gut lesbares Buch über das spannende, bewegte Leben der Hedwig Courths-Mahler geschrieben, das man gerne liest und deren Lebensweg man gerne verfolgt. Es gelingt ihr gut, sich den Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt von Hedwig einfühlen zu lassen, und schildert auch ihre Lebensumstände sehr anschaulich und lebendig. Wir begegnen einer Vielzahl interessanter Figuren, die den Lebensweg der Protagonistin kreuzen.
Wovon ich mir mehr erwünscht hätte, wäre ein tieferer Einblick in die Lebenswelt der Schriftstellerin gewesen. Diese kommt ein wenig kurz. Häufig wird nur erwähnt, wie schwierig die Umstände und wie wenig die Zeit zum Schreiben sind, nur selten ist die Rede von den Inhalten ihrer Geschichten oder der Publikationswege und der Reaktion des Publikums. Und bevor es so richtig losgeht mit der Schriftstellerkarriere endet das Buch mit dem bevorstehenden Umzug der Familie nach Berlin. Hier ist mir nicht ganz klar, ob es eine Fortsetzung geben soll. Anders lässt sich eigentlich das abrupte Ende nicht verstehen. Zwar steht hier ein gutes Ende in Aussicht, aber der Lebensweg der Courths-Mahler ist hier noch nicht zu Ende.
Ich liebe Bücher, in denen Frauen sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzen, und genau das tut Hedwig Courths-Mahler in "Ein gutes Ende". Clara Bachmann erzählt ihre Geschichte so lebendig, dass ...
Ich liebe Bücher, in denen Frauen sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzen, und genau das tut Hedwig Courths-Mahler in "Ein gutes Ende". Clara Bachmann erzählt ihre Geschichte so lebendig, dass ich sofort in diese vergangene Welt eintauchte. Hedwig wächst in Armut auf, kämpft sich mit Fleiß und Mut nach oben und findet im Schreiben ihre Freiheit. Besonders berührt hat mich, wie sie trotz aller Widerstände ihren eigenen Weg geht und sich nicht entmutigen lässt. Der Stil ist angenehm flüssig, die Beschreibungen sind so bildhaft, dass ich den Alltag um 1900 richtig vor mir sah. Das Buch liest sich leicht, bleibt aber tiefgründig und zeigt, wie viel Kraft in Selbstbestimmung steckt. Nur über ihren späteren Erfolg hätte ich gern mehr erfahren. Trotzdem hat mich diese Geschichte sehr inspiriert und lange nach dem Lesen beschäftigt. Eine wunderbare Hommage an eine starke Frau, die sich ihr gutes Ende selbst erschrieben hat. ★★★★☆