Leserunde zu "Ein gutes Ende" von Clara Bachmann

Gegen alle Widerstände lebte sie ihren Traum
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Clara Bachmann (Autor)

Ein gutes Ende

Der steinige Weg der Hedwig Courths-Mahler. Roman

Sie steigt zur ungekrönten Königin des Liebesromans auf und Anfang des 20. Jahrhunderts ist sie die erfolgreichste Autorin Deutschlands. Wie keine andere kann Hedwig Courths-Mahler mit ihren Romanen unterhalten - und Frauen Mut machen. Brecht nennt sie eine große Realistin. Sie stammte aus ärmlichen Verhältnissen, freundete sich später mit den Theatergrößen ihrer Zeit an. Das erhoffte Happy End mit dem Kunstmaler Fritz Courths bleibt zunächst jedoch aus. Trost findet sie daraufhin im eigenen Schreiben, obwohl Familie und ihr Ehemann dies strikt ablehnten. Trotz heftiger Widerstände hielt sie fest an ihrem Traum vom Leben als Schriftstellerin und hatte dabei immer die einfachen Leute im Blick ...

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 15.09.2025 - 05.10.2025
  2. Lesen 13.10.2025 - 02.11.2025
  3. Rezensieren 03.11.2025 - 16.11.2025

Bereits beendet

Schlagworte

Female Empowerment Marriage of Convenience Hedwig Courths-Mahler Romanbiographie Königin des Liebesromans starke Frau Millionenauflage Liebesroman Sonstige Belletristik

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 05.11.2025

Über die Liebe zum Schreiben

3

Habt Ihr schon einmal von Hedwig Courths-Mahler gehört? Ich jedenfalls nicht, erst durch die Lesejury bin ich auf die Autorin aufmerksam geworden. Sie hat über 200 Romane und Novellen geschrieben und gilt ...

Habt Ihr schon einmal von Hedwig Courths-Mahler gehört? Ich jedenfalls nicht, erst durch die Lesejury bin ich auf die Autorin aufmerksam geworden. Sie hat über 200 Romane und Novellen geschrieben und gilt als die „Königin des Kitschs“.

In der Roman Biographie von Clara Bachmann geht es um das Leben und die Entwicklung der Schriftstellerin (1867-1950), die in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Eine Zeit, als die Frauen keine Stimme und Rechte hatten. Courths-Mahler erkämpft sich nach und nach Freiheiten und lebt Ihre Passion fürs Schreiben erst im geheimen und dann immer mehr und mehr öffentlich aus. Ihr Mann ist dabei keine Hilfe, aber trotz aller Widerstände, schafft sie es Ihre weg zu gehen.

Das Buch liest sich gut weg und berichtet aus dem Alltag der einfachen Menschen um die Jahrhundertwende. Die Lebensbedingungen und die Schwierigkeiten werden lebhaft und bildreich dargestellt. Ich habe das Buch gerne gelesen, lediglich eine bessere zeitliche Erkennbarkeit hätte ich mir gewünscht. Mir fehlte auch Input über die Zeit als sie den Durchbruch geschafft hat. Wir hat sich das auf Ihr Leben und Ihre Familie ausgewirkt, was hat sich verändert.
Nichtsdestotrotz habe ich Buch gerne gelesen und mir die mir fehlenden Infos an andere Stelle angelesen.

Fazit:
Ein schönes Buch, was über den Alltag und das Frauenbild um die Jahrhundertwende erzählt. Über die Liebe zum Schreiben und welche Herausforderungen es für Frauen in der Zeit gegeben hat. Etwas zu kurz für mich kam das Wirken der Autorin insgesamt für mich.

Clara Bachmann - Ein gutes Ende
Lübbe, 400 Seiten, 18,-€, ET: 30.10.2025
ISBN: 9783757701666

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Interessante Romanbiografie über die Königin des Kitschs

2

Die Romanbiografie „ein gutes Ende“ thematisiert vor allem das Leben der unehelich geborenen Hedwig Courths-Mahler, die bereits in jungen Jahren ganz genau weiß, was sie will (eine Arbeit finden, um sich ...

Die Romanbiografie „ein gutes Ende“ thematisiert vor allem das Leben der unehelich geborenen Hedwig Courths-Mahler, die bereits in jungen Jahren ganz genau weiß, was sie will (eine Arbeit finden, um sich selbst versorgen zu können) und vor allem was sie nicht will (wie ihre Mutter enden, die ihren Unterhalt mit Prostitution verdient und zu viel Alkohol trinkt). Sie ist ehrgeizig und will ihre Wissenslücken schließen, in dem sie viel liest und sich so weiterbildet. Dies findet sich in dem kunstvollen Buchcover mit der lesenden jungen Frau sehr passend wieder und gefällt mir sehr gut.
In ihrer ersten Anstellung im Haus der Rumschöttel arbeitet Hedwig Mahler als Pflegekraft und Unterhalterin für die alte Hausherrin und ansonsten als Dienstmädchen. Da man mit ihr sehr zufrieden ist, hat sie freien Zugang zur Literatur und der Zeitschrift „Gartenlaube“. Als Hedwig ihre selbst geschriebene Geschichte ihrer Dienstherrin vorliest, verlangt diese ein „gutes Ende“ und kein realistisches. Dies nimmt sich Hedwig zu Herzen und verarbeitet in ihren Geschichten so ihre negativen realen Erfahrungen und träumt sich selbst das harte ungerechte Leben mit „einem guten Ende“ schön. Immer wieder erfahren wir – manchmal leider etwas oberflächlich – mehr über die soziale Ungerechtigkeit und vor allem die Chancenungleichheit gegenüber den Frauen im 19. Jahrhundert.
Meine Meinung:
Das Buch liest sich dank des flüssigen Schreibstils von Clara Bachmann „wie von selbst“. Es ist ein Pageturner und ich hatte stellenweise beim Lesen das Gefühl, dass das von Hedwig Courths-Mahler in ihren Romanen herbei geschworene „gute Ende“ auch in dieser Romanbiografie mit „weichgespülten“ Formulierungen bei schweren Themen Eingang gefunden hat. Der „steinige Weg“ hätte man teilweise dramaturgischer und deutlicher ausarbeiten können.
Hedwigs Lebensgeschichte wird zwar chronologisch von 1881 bis 1906 erzählt, in welchem Jahr die Handlung gerade spielt, ist jedoch oft nicht direkt erkennbar, was mich bei einer Romanbiographie etwas gestört hat. Die einzelnen Kapiteln haben immer eine angenehme Leselänge.
Ich habe vor allem ein Nachwort vermisst, in dem die Autorin erläutert, was historisch belegt ist bzw. was ihrer Fantasie entsprungen ist. Über einen historischen Stadtplan von Leipzig hätte ich mich auch gefreut, um die Laufwege der Protagonistin nachvollziehen zu können. Des Weiteren hätte ein Epilog mit einer kurzen Beantwortung der bis zum Schluss offenen Fragen nicht geschadet.
Fazit:
Ich fand die Lebensgeschichte der Königin des Kitsches sehr interessant und vergebe aufgrund der aufgeführten kleineren Defizite noch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

noch kein Ende

2

ein gutes Ende wird uns versprochen in der Biographie von Hedwig Courts Mahler, aber zu einem Ende kommt der Roman nicht. Wir lernen die junge Hedwig in Leipzig kennen.( wobei Hedwig ihr selbst gewählter ...

ein gutes Ende wird uns versprochen in der Biographie von Hedwig Courts Mahler, aber zu einem Ende kommt der Roman nicht. Wir lernen die junge Hedwig in Leipzig kennen.( wobei Hedwig ihr selbst gewählter Name ist) Sie kommt aus einfachen Verhältnissen, wobei man sagen muss, dass eine große Zahl der Menschen damals keine besseren Verhältnisse hatten. sie geht zeitig in Stellung und erkämpft sich ein eigenes Leben, wobei es natürlich auch Rückschritte gibt. Man wünscht sich die ganze Zeit, dass sie es schafft. Das Schreiben tröstet sie und bestärkt sie in ihrem Leben, vielleicht wie eine Art Religion - von der sonst kaum die Rede ist. Leider ist der Mann in ihrem Leben nicht immer eine Hilfe, legt ihr sogar Steine in den Weg. Aber sie kämpft sich durch bis sie Erfolg mit ihrem Romanen hat. Ich halte sie nicht für überlegen oder perfekt dargestellt. Sie ist zurückhaltend und manchmal gehemmt, sie zweifelt. Aber sie gibt sich nicht zufrieden. Leider endet das Buch Mitten im Leben der Hedwig Courts Mahler und wir erfahren nicht wie sich ihre schriftstellerische Tätigkeit fortsetzt. Eine Fortsetzung wäre wünschenswert. Auch deshalb passt der Titel " ein gutes Ende" nicht ganz, da es kein Ende gibt. Kein Ende des Schreibens oder des Lebens...
Im Großen und Ganzen liest sich das Buch flüssig. Manche Handlungsstränge werden nur begonnen und bleiben wage, was wird mit dem Bruder Max und ihrer Freundin Gerda?

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Veröffentlicht am 03.11.2025

äußerste Armut

2

Clara Bachmanns Romanbiographie Ein gutes Ende widmet sich dem Leben von Hedwig Courths-Mahler – der wohl bekanntesten, zugleich aber oft unterschätzten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. ...

Clara Bachmanns Romanbiographie Ein gutes Ende widmet sich dem Leben von Hedwig Courths-Mahler – der wohl bekanntesten, zugleich aber oft unterschätzten deutschen Bestsellerautorin des frühen 20. Jahrhunderts. Mit sicherem Gespür für historische Atmosphäre und gesellschaftliche Spannungen erzählt das Autorinnenduo von einem Leben, das zwischen Entbehrung, Ehrgeiz und einer unerschütterlichen Sehnsucht nach Selbstbestimmung oszilliert.
Schon die ersten Kapitel fesseln durch ihre schonungslose Darstellung der Armut, in die Hedwig hineingeboren wird. Das Elend ihrer Kindheit – geprägt durch enge Wohnverhältnisse, harte körperliche Arbeit und die allgegenwärtige Scham des sozialen Abstiegs – ist nicht bloß Kulisse, sondern formt den Charakter der späteren Schriftstellerin. Der Text leuchtet die Dramatik dieser Herkunft eindringlich aus: das Mädchen, das früh Verantwortung übernehmen muss, das seine Familie mitträgt und sich in einer Welt behauptet, die Frauen kaum Handlungsspielräume lässt. Hier ist Clara Bachmanns Sprache besonders stark: bildhaft, atmosphärisch dicht, von einem Sinn für leise Tragik getragen. Man hört das Knarren der Dielen, riecht den Kohlenstaub, spürt die Grenzen der Klassengesellschaft.
Das Schreiben erscheint Hedwig bald als Ventil – ein stilles, aber kraftvolles Mittel, dem engen Lebenskreis zu entfliehen. Bachmann zeichnet diese Entwicklung feinfühlig nach, als inneren Emanzipationsprozess, der zugleich von Verboten und Widerständen umstellt ist. Dass der Ehemann ihr Talent geringschätzt und ihre Texte als „Frauenkram“ abwertet, markiert einen tiefen Schmerzpunkt der Erzählung. Hier gelingt der Romanbiographie ein aufrichtiges feministisches Moment, ohne in didaktische Gesten zu verfallen.
Doch gerade weil der Roman die Anfänge so eindrucksvoll vor Augen führt, bleibt am Ende ein merkliches Ungleichgewicht: Die Zeit ihres literarischen Erfolges, ihr Aufstieg zur populären Autorin, wird kaum noch beleuchtet. Nach der kraftvollen Schilderung der frühen Lebensjahre bricht die Biographie fast abrupt ab – als hätte das „gute Ende“ des Buchtitels keinen Ort in Hedwigs eigenem Leben gefunden. Man sehnt sich nach einem Blick in die Jahre, in denen die einstige Dienstmagd Millionen Leserinnen erreichte und zum literarischen Phänomen wurde. Gerade diese Phase hätte Raum geboten, das Spannungsverhältnis zwischen Erfolg, Anerkennung und literarischer Reduktion auf das „Triviale“ auszuloten.
Trotz dieses Mangels überzeugt Ein gutes Ende durch seine emotionale und sprachliche Kraft. Der Roman lässt ein Stück Literatur- und Frauengeschichte lebendig werden – nicht in musealer Ehrfurcht, sondern in erzählerischer Nähe. Bachmann gelingt es, Hedwig Courths-Mahler aus der Verklärung ihrer späteren Romane herauszulösen und sie als widersprüchliche, leidende, kämpfende Frau zu zeigen.
So ist Ein gutes Ende ein zutiefst berührender Text über den Anfang eines Lebens, das von Armut und Zurückweisung geprägt war – aber auch über den unbeirrbaren Willen, aus der Enge heraus in die Freiheit des eigenen Wortes zu treten. Das „gute Ende“ bleibt aus – vielleicht, weil es in diesem Leben nie ganz zu haben war. Und vielleicht ist es gerade diese Leerstelle, die den Roman so eindrucksvoll nachhallen lässt.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine schöne Romanbiografie

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„Ein gutes Ende“ von Clara Bachmann ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler.
Die Romanbiografie gibt einen guten Einblick in Hedwig Courths-Malers Leben voller Höhen und ...

„Ein gutes Ende“ von Clara Bachmann ist eine Romanbiografie über die Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler.
Die Romanbiografie gibt einen guten Einblick in Hedwig Courths-Malers Leben voller Höhen und Tiefen und die damaligen Lebensumstände. Trotz schwieriger Umstände geht sie ihren Weg und findet zum Schreiben. Das Buch bezieht sich insbesondere auch auf die erste Lebenshälfte von Hedwig Courths-Maler und wir erfahren näheres über ihre Familie, ihre beruflichen Tätigkeiten, die Beziehung zu ihrem Mann etc.
Eine schöne Romanbiografie, die ich wirklich interessant und spannend zu lesen fand. Der Schreibstil passt zur damaligen Zeit, atmosphärisch und bildhaft beschrieben und angenehm zu lesen. Mich persönlich hätten auch noch die weiteren Lebensjahre von Hedwig Courths-Maler interessiert.

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