Leserunde zu "Never Let Me Down" von Sarina Bowen

Neuer Lesestoff von USA-Today-Bestseller-Autorin
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Sarina Bowen (Autor)

Never Let Me Down

Wiebke Pilz (Übersetzer), Nina Restemeier (Übersetzer)

When everything wrong turns right

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter begegnet die junge Rachel das erste Mal ihrem leiblichen Vater Freddy Ricks - dem größten Rockstar der Welt.Nicht nur betritt sie damit eine völlig neue Welt aus Reichtum und Freiheit, sondern Freddy erfüllt ihr auch ihren größten Traum: ein Studium am Claiborne College in Vermont. Dort verliebt sie sich in ihren Tutor Jake. Doch je näher sie sich kommen, desto deutlicher spürt Rachel, dass sie erst wirklich nach vorne blicken kann, wenn sie sich den Fragen ihrer Vergangenheit stellt, die nur ihr Vater beantworten kann ...

"Ich liebe Sarina Bowens Geschichten. Ich werde alles von ihr lesen!" COLLEEN HOOVER, SPIEGEL-Bestseller-Autorin

Der neue Roman von USA-TODAY-Bestseller-Autorin Sarina Bowen!

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 30.03.2020 - 19.04.2020
  2. Lesen 11.05.2020 - 31.05.2020
  3. Rezensieren 01.06.2020 - 14.06.2020

Bereits beendet

Schlagworte

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Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 01.06.2020

Für mich das bisher schwächste Buch der Autorin

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Da mich Sarina Bowen bereits mit ihren Reihen "The Ivy Years" und vor allem "True North" komplett von ihren Geschichten und ihrem Schreibstil überzeugen konnte, stand für mich sofort fest, dass ich auch ...

Da mich Sarina Bowen bereits mit ihren Reihen "The Ivy Years" und vor allem "True North" komplett von ihren Geschichten und ihrem Schreibstil überzeugen konnte, stand für mich sofort fest, dass ich auch den Einzelband "Never Let Me Down" von ihr lesen möchte.

Auch die Leseprobe bei der Lesejury konnte mich begeistern. Ich hing an den Seiten, wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und war emotional von Rachels Geschichte berührt. Sie verliert kurz vor ihrem 18. Geburtstag ihre Mutter an Krebs und lernt zum ersten Mal in ihrem Leben ihren leiblichen Vater kennen, der ausgerechnet ein Rockstar ist und sich nie für sie interessiert hat.

Das hört sich nach dem Start einer tollen Geschichte an. Und das erste Drittel gefiel mir auch richtig gut. Ich kam immer noch schnell durch die Seiten und der Schreibstil von Sarina Bowen lädt einfach ein ihre Geschichte innerhalb kürzester Zeit zu verschlingen. Geschrieben ist das ganze Buch aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Rachel.

Im zweiten Drittel starteten für mich die Probleme in der Geschichte. Rachel und Freddy, ihr Vater, reden einfach nicht richtig miteinander. Es ist zum Mäuse melken. Sie gehen einfach nicht in die Tiefe und so entsteht auch keine wirkliche Bindung. Generell ist das Buch geprägt davon, dass Rachel versucht Konflikten aus dem Weg zu gehen und lieber dicht macht. Wirklich schade, denn eine charakterliche Weiterentwicklung war bis zum Ende nicht richtig zu sehen.

Jake der eigentliche männliche Protagonist bleibt mir außerhalb seiner wirklich tollen Briefe an Rachel leider sehr blass. Er ist ein Nerd und sehr süß, aber tiefer ist Sarina Bowen für mich nicht gegangen. Ich hätte mir viel mehr Emotionen zwischen Rachel und Jake gewünscht, die auch spürbar bei mir ankommen.

Viele Nebencharaktere wurden eingeführt, die mal eine kleine Rolle spielen und überraschenderweise nie wieder erwähnt werden. Warum lernt man sie dann überhaupt kennen? Wichtig für die Geschichte waren sie ja dann nicht. So für mich auch Jakes Bruder. Es wird des Öfteren erwähnt und Themen werden über ihn angeschnitten, aber wir lernen ihn nie kennen. Warum kommt er dann überhaupt vor?

Für mich ist die Geschichte leider einfach zu unausgereift. Auch endet sie gefühlt einfach mitten im Geschehen. Es könnte auf der nächsten Seite locker mit einem Kapitel weiter gehen, aber auf einmal ist Schluss. Mehr spürbare emotionale Tiefe und noch ein bisschen mehr die Geschichte ausarbeiten wären für das Buch nicht schlecht gewesen.

Von "Never Let Me Down" hatte ich definitiv mehr erwartet. Ich liebe ihre True North Reihe über alles und für den Einzelband habe ich natürlich dann auch auf ein Highlight gehofft. Leider blieben viele Charaktere sehr blass, wurden mal kurz angeschnitten, dann wieder vergessen und eine Entwicklung bei Rachel war kaum zu sehen. Einzig das erste Drittel und der Schreibstil konnte mich komplett von sich überzeugen. Wäre das Buch so weiter gegangen, dann hätte ich mein Highlight gehabt.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Kein schlechtes Buch, aber kein Meisterwerk!

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Nach dem Tod ihrer Mutter trifft Rachel das erste Mal ihren leiblichen Vater Freddy Ricks – den größten Rockstar der USA. Auf einmal findet sie sich in einer völlig neuen Welt wieder – voller Reichtum ...

Nach dem Tod ihrer Mutter trifft Rachel das erste Mal ihren leiblichen Vater Freddy Ricks – den größten Rockstar der USA. Auf einmal findet sie sich in einer völlig neuen Welt wieder – voller Reichtum und Freiheit. Durch ihn kann sie ihren Traum, das Studium am Claiborne College, verwirklichen. Als sie dort auf Jake trifft, ist sie verliebt, doch spürt sie mit jedem näherkommen, dass sie erst nach vorne blicken kann, wenn sie sich den Fragen ihrer Vergangenheit stellt, die nur ihr Vater beantworten kann.

Ich bin ein wahnsinniger Sarina Bowen Fan und habe bisher jedes Buch von ihr verschlungen. So war ich auch sehr gespannt, da mich der Klappentext sehr angesprochen hat, was mich hier erwartet.
Leider ist dies das erste Buch, welches mich nicht von den Socken gehauen hat.
Die Story ist keineswegs schlecht, doch blieben für mich viel zu viele Fragen offen und auch die Charaktere blieben mir zu farblos.
Der Plot versprach viel und der Start in die Geschichte fiel mir leicht. Das Kennenlernen war für mich auch realistisch, die ersten Begegnungen waren toll beschrieben. Doch als der Umzug ins Claiborne College stattfindet hat mich das Buch etwas verloren.
Rachel redet nie, stellt nie ihre Fragen, die ihr auf der Seele brennen und ich hätte sie so gerne geschüttelt. Dass man sich vielleicht das ein oder andere nicht sofort traut, wäre ok, doch alle für sie wichtigen Punkte aus der Vergangenheit wurden nie angesprochen. Man wartete auf jeder Seite darauf, dass sie endlich auf ihren Vater zugeht, aber in gewisser Weise gibt sie sich nur als brave Tochter, die nie Probleme macht und alles runterschluckt. Zu Beginn hat man noch Verständnis für ihr Verhalten, da sie sich auch erst mit der neuen Situation anfreunden muss. Doch irgendwann hat es genervt und man hätte sich einen richtigen Ausbruch von ihr gewünscht. Eine Situation gibt es im Buch, in der sie mal nicht so brav war, aber das war es auch schon.
Freddy Ricks war für mich fast greifbarer in seiner Rolle als neuer Vater. Seine Unsicherheiten, wie er sich verhalten soll, was von ihm erwartet wird, waren für mich realistisch dargestellt. Er war der Rockstar und in dieser Rolle geht er auf, doch merkt man ihm auch die Einsamkeit an, denn wahre Freunde finden sich in diesem Business schwer. Auch er redet nie, nicht mit Rachel, aber auch nicht mit seinen Eltern, bei denen auch einiges im Argen liegt.
Die Liebelei zwischen Jake und Rachel war nett, aber auch hier konnte ich die Gefühle nicht spüren und dieses Prickeln, dass ich sonst von ihren Büchern kenne, hat hier gefehlt.
Ebenso lief mir die Story zu sprunghaft ab, obwohl so viel hätte passieren können, fehlte doch wahnsinnig viel und zwischen den Kapiteln lagen teils mehrere Wochen. Man hätte hier eindeutig mindestens zwei Bücher schreiben können, denn so bin ich unbefriedigt zurückgeblieben.
Der Schreibstil war wieder super und dies hat einen auch schnell durchs Buch fliegen lassen. Doch leider konnte das den Rest nicht aufwiegen.

Kein schlechtes Buch, doch von Sarina Bowen bin ich viel mehr gewohnt. Es bleiben zu viele Fragen offen und die Charaktere bleiben leider zu blass. Schade!

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Schöne Idee, aber unzureichend umgesetzt

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Die 17-jährige Rachel lernt nach dem Tod ihrer Mutter ihren Vater kennen. Zwar weiß sie schon lange, dass dieser der berühmte Rockstar Freddy Ricks ist, kennengelernt hat sie ihn jedoch noch nicht. Die ...

Die 17-jährige Rachel lernt nach dem Tod ihrer Mutter ihren Vater kennen. Zwar weiß sie schon lange, dass dieser der berühmte Rockstar Freddy Ricks ist, kennengelernt hat sie ihn jedoch noch nicht. Die Wochen bis zum Schulanfang an der Claiborne Preparatory Academy verbringt Rachel deshalb bei ihm, jedoch verläuft das Kennenlernen nicht so harmonisch, wie sie es sich vorgestellt hat. Ein Lichtblick in dieser Situation sind allerdings die Emails von Jake, der ihr Pate an der neuen Schule sein wird. Er klingt zwar etwas nerdig, aber das kann ja auch sehr süß sein!

Meine Meinung:
Das Cover ist wunderschön und spielt auf den Herbst in New Hampshire an, den Rachel an der Claiborne Prep erlebt. Die Farben harmonieren gut miteinander und so ergibt sich insgesamt ein einmaliges Cover.

Der Schreibstil von Sarina Bowen ist wie gewohnt locker und flüssig, nach nur wenigen Seiten habe ich gut in die Handlung hineingefunden. Das Thema Musik ist in der gesamten Handlung präsent und zieht sih wie ein roter Faden durch das Buch. Allerdings gab es schon nach wenigen Kapiteln immer wieder Zeitsprünge, die mir das Lesen erschwert haben. Es fühlte sich ständig an, als ob ein Teil der Geschichte fehlt. Das war auch einer der Gründe weshalb ich nicht so richtig mit Rachel und den anderen Charakteren warm geworden bin.

Rachel ist zu Beginn des Buchs sehr schüchtern und verunsichert, was als Leser total verständlich ist, schließlich hat sie gerade ihre Mutter verloren. Trotzdem gibt sie die Hoffnung nicht auf und freut sich darauf, in einigen Wochen die Jugendführsorge zu verlassen und auf die Claiborne Prep zu gehen.
In dieser Zeit lernt Rachel ihren Vater Freddy kennen, der sie mit nach Kalifornien nimmt. Das erste Treffen der beiden habe ich als sehr intensiv und schwierig empfunden, jedoch war die Hoffnung und das Glück von Rachel deutlich spürbar.

Danach ging es zwischen Rachel und Freddy eher bergab als bergauf. Sie leben im selben Haus, aber jeder geht seinen Interessen nach und leben aneinander vorbei. Die Emails von Rachels Paten Jake von der Claiborne Prep sind ihr Highlight in dieser Zeit. Was ich wirklich verstehen kann, denn die Nachrichten sind humorvoll, intelligent und etwas Besonderes, ich habe Jake sofort in mein Herz geschlossen.

Es sind als noch viele Themen offen, als Rachel nach Claiborne geht. Freddy begleitet sie dorthin und such sich ein Haus, trotzdem sehen sie sich etwa einmal die Woche und ihre Beziehung wirkt noch immer gehemmt. Rachel schafft es trotz ihrer flippigen Mitbewohnerin Aurora nicht aus sich herauszukommen und mal auf den Tisch zu hauen.
Zwar ist sie am Ende über ihre Trauer hinweggekommen und versteht sich besser mit ihrem Vater Freddy, aber eine Entwicklung ihres Charakters gab es nicht.
Sie bleibt das schüchterne, verängstigte Mädchen und lässt ihn mit seinen Aktionen einfach davonkommen.
Er lässt sie ohne Erklärung einfach bei ihren Großeltern sitzen? Ist schon okay.
Er hatte keine Lust sie kennen zu lernen? Kann ja mal passieren.
Da hätte ich mir mehr Reaktionen von Rachel gewünscht. Die Beziehung zwischen Rachel und Freddy war am Ende immer noch nicht ausreichend, sondern wie beide Charaktere blass und oberflächlich.
Das liegt auch daran, dass viele offene Handlungststränge nicht zu Ende gebracht (Warum gibt es ständig Streit zwischen Freddy und seiner Mutter) oder unvollständig aufgelöst werden (Die Beziehung zwischen Rachels Mutter und Freddy).

Durch die Zeitsprünge hatte ich immer das Gefühl, einige Kapitel übersprungen zu haben. Zum Beispiel die gesamte Beziehung von Rachel und Jake. Die Beschreibungen blieben so ungenau, dass es keinen großen Unterschied zu einer normalen Freundschaft gab. Jake blieb der Goodboy und süße Nerd, aber das war es leider auch schon.

Das Thema Sex spielte im Buch auch eine wichtige Rolle. Zum einen ist da Rachels ehemaliger bester Freund Haze, der das Nein von Rachel ignoriert und sie fast vergewaltigt und die Angst davor schwanger zu werden, die Rachels Mutter ihr eingejagt hat. Beides wird nur auf wenigen Seiten Thematisiert und spielt im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Hier hätte ich mir eine bessere Auflösung gewünscht.
Das Ende hat mir gefallen, es war in sich rund und es war schön zu Lesen, dass die Musik alle zusammenbringen kann. Trotzdem hat es sich nicht wie ein Ende angefühlt, da für mich noch zu viele Punkte offen waren.

Mein Fazit:
Im Buch geht es hauptsächlich um die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Rachel und Freddy. Ungünstige Zeitsprünge und Charaktere, die sich nicht weiterentwickeln haben mir das Lesen schwer gemacht. Es wurden zu viele Handlungsstränge aufgegriffen und nicht oder unvollständig zu Ende gebracht, sodass die Handlung insgesamt oberflächlich bleibt.
Das finde ich sehr schade, denn das Buch hat wirklich gut angefangen. Das kannte ich von der Autorin Sarina Bowen bisher nicht, allerdings könnte es auch darauf zurück zu führen sein, dass es ihr erstes Young Adult Buch ist.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Leider das bisher schwächste Buch von Sarina Bowen

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Ich liebe, liebe, liebe das Cover des Buches. Ich finde die Harmonie der Farben untereinander unglaublich schön und zusammen mit der Gestaltung der Blätter finde ich es auch sehr passend für den Inhalt ...

Ich liebe, liebe, liebe das Cover des Buches. Ich finde die Harmonie der Farben untereinander unglaublich schön und zusammen mit der Gestaltung der Blätter finde ich es auch sehr passend für den Inhalt der Geschichte.

Die Geschichte an sich klingt erstmal gut: Rachel steht nach dem Tod ihrer Mutter alleine da und muss, weil sie noch nicht erwachsen ist, erst einmal ins Heim. Dann ringt sie sich dazu durch, endlich ihren leiblichen Vater zu kontaktieren: Freddy Ricks, einen der größten Rockstars der USA. Er bietet Rachel an, bei ihm zu wohnen, bis sie auf das Internat der Claiborne wechselt. Zögernd willigt sie ein und lässt ihren besten Freund Haze in ihrer Heimat Orlando zurück und zieht vorerst nach Kalifornien. Doch die Annäherung zu ihrem Vater, der mehr als 17 Jahre keine Rolle in ihrem Leben spielt, fällt ihr unglaublich schwer und als sie dann aufs Internat geht, erkennt sie, dass die Liebe zu ihrem Mitschüler Jake nur eine Chance hat, wenn sie zuerst die Probleme mit ihrem Vater löst…

Ich habe bereits alle Bücher der Ivy-Years-Reihe und die ersten Bände der True-North-Reihe von Sarina Bowen gelesen und jedes einzelne geliebt. Das lag auch an dem unglaublich gutem Schreibstil, der einen ab der ersten Seite abholt und selten wieder loslässt. Dieser gefiel mir auch in diesem Buch recht gut und man hätte die Kapitel in einem Zug durchlesen können, wenn die Geschichte einem den Spaß nicht ein wenig genommen hätte.

Damit will ich nicht sagen, dass die Geschichte an sich furchtbar war und ich mich durchquälen musste, aber ich bin von Sarina Bowen einfach mehr gewohnt, als mir das Buch geben konnte. Das lag vor allem daran, dass es einem die Charaktere auch entsprechend schwer gemacht haben. Sie reden einfach nie miteinander, weder redet Rachel mir ihrem Vater, noch mit Jake, noch mit Haze. Aber auch Freddy redet nicht mit seinen Eltern, mit Rachel oder anderen Personen in seinem Leben. Am Anfang fand ich diese Sprachlosigkeit noch nachvollziehbar. Rachel wird plötzlich mit Umständen konfrontiert, mit denen sie nicht umgehen kann. Sie verliert ihre Mutter und trifft dann auf ihren Vater, der nie physisch Teil ihres Lebens war, dessen Musik sie aber immer begleitet hat. Ich konnte gut verstehen, dass sie aus diesem Grund allen Konflikten aus dem Weg gehen will und deswegen lieber gar nichts oder nur Unwichtiges sagt, um bloß niemandem vor den Kopf zu stoßen. Im weiteren Verlauf der Story hat mich das aber irgendwann nur noch genervt, weil sich diese Sprachlosigkeit einfach wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zog und ich mir ab einem gewissen Punkt einfach gewünscht habe, dass Rachel einfach mal explodiert. Sie hätte irgendwann mal mit den Menschen in ihrem Leben reden müssen, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und so die Luft ein bisschen zu klären. Das allerdings passiert immer nur in minimalen Schritten und selbst dann bereut Rachel es immer direkt, sodass es zu keiner absoluten Aussprache kommt. Dadurch kann ich auch so gar keinen Zugang zu Rachel finden. Zu Beginn habe ich noch ein bisschen mit ihr mitgefühlt, aber dadurch dass sie auch dem Leser gegenüber verschlossen bleibt, kann man sich ihre Emotionen in etwa vorstellen, aber nie richtig mitleiden. Sie bleibt einem einfach zum großen Teil verschlossen und wirkt wie eine bloße Beobachterin in ihrer eigenen Geschichte.

Aber nicht nur sie, sondern auch alle Figuren bleiben in dem Buch extrem blass und sind vielmehr Namen, anstatt wirklich zu Charakteren zu werden. Zwar mag ich Jake als Rachels Freund durchaus, weil er der (zugegeben sehr attraktive) Nerd ist und nicht im Mittelpunkt des Campus-Geschehens stehen muss, was eine willkommene Abwechslung ist, aber man verliebt sich nicht zusammen mit Rachel in ihn, sondern er ist mir durch seine Briefe und Nachrichten deutlich näher als als reale Person. Das liegt vermutlich vor allem an den extremen Zeitsprüngen in dem Buch. Nach fast jedem Kapitel wird Zeit übersprungen, mal sind es nur ein paar Tage, mal mehrere Wochen. Aber egal wie viel Zeit wirklich vergeht, immer hat man das Gefühl, etwas Entscheidendes verpasst zu haben, vor allem in der Beziehung der Figuren untereinander. Am Anfang war das Tempo des Buches noch recht gemächlich, man lernt Rachel und erfährt mehr über ihre gegenwärtige Lebenssituation, doch spätestens als sie zu Frederick zieht, nimmt die Story ein rasendes Tempo an, dem man kaum noch folgen kann. Erst ist sie in Orlando, dann in Kalifornien und gefühlte zwei Kapitel später schon an der Claiborne. Dadurch lernt man auch immer nur Ausschnitte der Charaktere kennen und kann sich nicht zusammen mit Rachel mit ihnen anfreunden, erkennen, wer sie sind und sich in sie verlieben. Dies alles fällt als Leser weg, weil man immer nur kurze Ausschnitte in Rachels Leben mitbekommt, in denen die Beziehungen häufig schon aufgebaut sind. Man hat während des Lesens zunehmend das Gefühl, dass für ein Buch (das zudem nicht einmal besonders viele Seiten umfasst) viel zu viele Konflikte eingebaut werden wollten, die locker den Inhalt einer Trilogie hätten füllen können. So werden auch am Ende des Buches nicht alle Konflikte hinreichend geklärt und man bleibt ein wenig unbefriedigt zurück, weil man gerne bei einigen Problemen doch eine deutlichere (und teilweise auch überhaupt eine) Lösung gewünscht hätte.

Alles in allem ist der Schreibstil des Buches wieder einmal herausragend gut, sodass die Seiten nur so dahinfliegen, allerdings wirkt die Geschichte viel mehr wie ein nicht vollkommen ausgereifter Entwurf, der es nicht schafft, dass man mit den Figuren nicht so wirklich warm wird und der am Ende vieles unbeantwortet oder zumindest nur oberflächlich abgehandelt lässt.

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Veröffentlicht am 01.06.2020

Fesselnder Schreibstil, aber insgesamt nicht wirklich überzeugend

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Als Rachels Mutter stirbt, lernt sie zum ersten Mal ihren Vater kennen und dieser ist niemand geringeres Als Freddy Ricks, der größte Rockstar der Welt. Daraufhin ändert sich ihre komplette Welt. Sie zieht ...

Als Rachels Mutter stirbt, lernt sie zum ersten Mal ihren Vater kennen und dieser ist niemand geringeres Als Freddy Ricks, der größte Rockstar der Welt. Daraufhin ändert sich ihre komplette Welt. Sie zieht nicht nur von Florida weg, sondern bekommt auch die Chance auf ihre Wunschschule zu gehen: Claiborne College. Schon bevor sie dort ankommt, lernt sie Jake kennen und die beiden verstehen sich von Beginn an..

Rachel mochte ich zu Beginn eigentlich recht gerne, denn sie ist freundlich, liebevoll und hat einen tollen Humor. Sie ist sehr intelligent, ehrgeizig in schulischen Angelegenheiten und liebt die Musik, was vor allem auch mit ihrem Vater zusammen hängt. Denn obwohl sie ihn nie getroffen hat, hat sie alle möglichen Informationen über ihn gesammelt. Außerdem taten mir ihre Umstände nach dem Tod ihrer Mutter unglaublich leid. Leider muss ich aber zugeben, dass ich nie so ganz eine Bindung zu ihr aufbauen konnte. Vor allem hat es mich gestört, dass sie immer ihr "braves Mädchen"-Image aufrecht erhalten wollte und somit jeder Konfrontation aus dem Weg gegangen ist, obwohl es manchmal einfach nötig gewesen wäre.
Jake kommt ursprünglich aus Massachusetts und geht auch auf das Claiborne College. Er interessiert sich sehr für die Astronomie und tut alles dafür, um seinen Traum von einem Studium in diesem Bereich zu verwirklichen. Genau wie Rachel hat Jake ebenfalls einen tollen Humor und wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Nerd. Im Grunde genommen tut er dies aber nur, weil er nicht in die Fußstapfen von seinem älteren Bruder treten möchte. Trotzdem mochte ich Jake unglaublich gerne, denn er ist total liebevoll und kümmert sich rührend um seine Freunde.
Die Beziehung zwischen Rachel und Jake stand aber eigentlich gar nicht so sehr im Fokus und teilweise konnte ich deswegen gar nicht so sehr nachvollziehen, was die beiden aneinander finden. Die Chemie hat auf jeden Fall von Beginn an gestimmt, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass sich alles recht schnell entwickelt hat.

Jakes Worte sind wie ein Edelstein, den ich mit der Hand umklammere. Ich kann ihn nicht wirklich hochhalten und im Licht betrachten, solange ich nicht allein bin. (Seite 339)

Dafür lag der Fokus aber eher auf Vater-Tochter-Beziehung, denn man lernt Frederick und seine Lebensumstände gemeinsam mit Rachel kennen. Freddy Ricks ist einer der bekanntesten Rockstars der Welt und außerdem Rachels Vater. Allerdings hat er sich in den ersten 18 Jahren ihres Lebens nie groß um sie geschert und lieber sein Leben gelebt. Seine Entwicklung fand ich daher teilweise sehr unglaubwürdig, denn auf einmal möchte er unbedingt an ihrem Leben teilnehmen und tut alles dafür. Teilweise gab es in dieser Hinsicht auch richtig emotionale Szenen, aber die meiste Zeit verlief es eher schleppend.

Unsere Beziehung ist wie ein Experiment, das schiefgelaufen ist. Vielleicht werden mein Vater und ich uns nie richtig hören können, denn von unserem Anfang wurde so viel abgeschnitten und weggeworfen. (Seite 263)

Nebencharaktere gibt es in diesem Buch auch einige. Zuerst lernt man Haze, Rachels bester Freund aus Florida, kennen. Zu Beginn war er mir noch recht sympathisch, denn er würde alles für Rachel tun. Doch dann wurde sein Verhalten immer komischer und leider hat sich dann auch ziemlich schnell sein wahres Gesicht gezeigt. Am Claiborne College lernt Rachel dann ihre Mitbewohnerin Aurora kennen, die ursprünglich aus Spanien kommt. Sie mochte ich total gerne, auch wenn ich einige ihrer Aussagen etwas komisch fand. Auch Freddys Bandkollegen und sein Management waren mir eigentlich recht sympathisch, auch wenn man nicht viel von ihnen erfährt. Hier ist mir aber vor allem sein bester Freund Ernie in Erinnerung geblieben. Und dann gibt es da noch Norah, Freddys neue Freundin. Sie konnte ich zu Beginn nicht ganz einschätzen, aber eigentlich ist sie total nett und möchte nur das beste für Freddy und Rachel.

Der Schreibstil von Sarina Bowen lässt sich gewohnt flüssig lesen und ist dabei sehr fesselnd, sodass ich teilweise nur so durch die Seiten geflogen bin. Dabei konnte mich die Autorin vor allem durch die richtige Mischung aus emotionalen, aber auch humorvollen und fast schon romantischen Szenen überzeugen. Dabei wird die gesamte Geschichte aus Rachels Sicht erzählt, wodurch man einen sehr guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhalten hat. Hin und wieder hätte ich aber auch gerne Mal in Jakes oder sogar Freddys Gedankenwelt geschaut, denn so hätte man einige Aspekte bestimmt besser verstehen können.
Allerdings gab es auch noch weitere Kritikpunkte, denn meiner Meinung hat sich die gesamte Geschichte einfach viel zu schnell entwickelt. Es gab sehr viele Zeitsprünge, wodurch einige Szenen nicht nur etwas abgehackt gewirkt haben sondern auch der Lesefluss gestört wurde. Vor allem aber hatte ich dadurch das Gefühl, dass einige Entwicklungen vollkommen an mir vorbei gegangen sind und man letztendlich nur Teilstücke von Rachels Geschichte, die teilweise nicht so richtig zusammen passen wollten, mitbekommen hat. Meiner Meinung nach hat die Autorin versucht zu viele Aspekte in dieser Geschichte zu verarbeiten, wodurch zwar einige wichtige Themen oberflächlich angesprochen wurden aber eben nie so richtig gelöst wurden. Das Ende bildet für mich nämlich leider auch keinen runden Abschluss, denn es blieben noch einige Fragen offen.

"Aber Märchen gehen immer gut aus, Rachel, das kann ich dir garantieren." (Seite 165)

Das Cover finde ich durch die Farbgebung wunderschön und meiner Meinung nach passt es auch super zu der beschriebenen Umgebung von Claiborne.

Insgesamt konnte mich Never Let Me Down leider nicht so wirklich überzeugen und ich habe lange überlegt, wie ich es am besten bewerte. Der Schreibstil von Sarina Bowen hat mich zwar total gefesselt, aber insgesamt gingen mir einfach sämtliche Entwicklungen zu schnell, obwohl es auch viele schöne Momente gab. Außerdem konnte ich nicht wirklich eine Bindung zu den Charakteren aufbauen, weswegen ich 3/5 Sternen vergebe.

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