Leserunde zu "Hinterhaus" von Lioba Werrelmann

Die dunkle Seite des Prenzlauer Bergs
Cover-Bild Hinterhaus
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(24)
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Lioba Werrelmann (Autor)

Hinterhaus

Kriminalroman

Journalistin Carolin stolpert wider Willen in einen Kriminalfall, der sie tief in die Vergangenheit Ost-Berlins führt. In einem Hinterhaus in Prenzlauer Berg findet sie die Leiche eines seit Langem vermissten Jungen. Doch kaum jemand scheint sich an ihn erinnern zu wollen. Die Hausbewohner schweigen, und die Polizei ermittelt nur halbherzig.

Eigentlich hat Carolin andere Sorgen. Ihr Freund ist weg, sie hat keine Wohnung mehr und keinen Job. Aber ehe sie sichs versieht, ist sie dem Mörder zu nahe gekommen. So wird das Hinterhaus auch für Carolin zur tödlichen Falle ...

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 03.04.2019 - 23.04.2019
  2. Lesen 08.05.2019 - 28.05.2019
  3. Rezensieren 29.05.2019 - 11.06.2019

Bereits beendet

Bewerbt euch jetzt für die Leserunde zu "Hinterhaus" von Lioba Werrelmann und sichert euch die Chance auf eines von 30 kostenlosen Leseexemplaren!

Wir freuen uns sehr, dass die Autorin die Leserunde begleitet. Unter "Fragen an Lioba Werrelmann" könnt ihr euch direkt an sie wenden.

Bei unserer Spannungs-Mittwoch-Leserunde startet jeden Mittwoch eine neue Bewerbungsphase für einen Titel aus dem Krimi- oder Thrillerbereich - für alle, die Nervenkitzel lieben und immer auf der Suche nach fesselndem Lesestoff sind!

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 01.06.2019

Spannend und ungewöhnlich der Regionalkrimi "Hinterhaus"

4

Der im Bastei Lübbe Verlag erschienene Roman "Hinterhaus" von Lioba Werrelmann ist ein Regionalkrimi, der im Stadtteil Prenzlauer Berg im Ostteil Berlins spielt.

Hier lebt die aus dem Westen stammende ...

Der im Bastei Lübbe Verlag erschienene Roman "Hinterhaus" von Lioba Werrelmann ist ein Regionalkrimi, der im Stadtteil Prenzlauer Berg im Ostteil Berlins spielt.

Hier lebt die aus dem Westen stammende Journalistin Carolin seit 16 Jahren ein previligiertes Leben an der Seite von ihrem Orthopädenfreund Jens. Als die Icherzählerin Caro eines Tages vom Yoga nach Hause kommt, stehen ihre Habseligkeiten verpackt in 7 Kisten im Hof, und ihre Wohnung ist leergeräumt und wie sich herausstellt sogar gekündigt. Ihr Freund ist ohne einen Ton einfach verschwunden und sie obdachlos. Dann verliert Caro auch noch ihren Minijob und eine Leiche wird im Haus gefunden. Der absolute Albtraum und spannend dachte ich und bin hoffnungsfroh in den Krimi gestartet.

Viele kurze Sätze durch die sich der Schreibstil der Autorin auszeichnet, haben etwas Gehetztes und treiben die Handlung voran. Leider sind die ersten Kapitel von Caro's nervösem Magen geprägt. Die Autorin führt ihre Protagonistin ständig in Situationen, in denen diese sich körperlich erleichtern muss und die Massen an Speisen, die sie zu sich nimmt ihren plötzlich Weg nach draußen suchen.Das ist eklig und nervt, genauso wie die teils derbe Sprache sicher nicht Jedem gefallen dürfte. Ich kann im Nachhinein jedenfalls nicht erkennen, was diese Szenen für die Handlung oder den Charakter bringen sollen.

Auffällig in diesem Roman ist, dass es nicht eine Figur gibt, die irgendwie normal wäre. Die Personen haben alle irgendeinen Schaden und dadurch wirkt die Handlung leider nicht mehr so authentisch. Trotzdem fand ich die Geschichte spannend und am Ende auch sehr überraschend. Auf jeden Fall ist dieser Roman ganz anders als andere Krimis, und es tun sich beim Lesen wirklich Abgründe auf. Da wohnt man jahrelang nebeneinander und keiner der Nachbarn ist so wie er nach außen hin scheint. Gruselig aber vorstellbar.

Ich vergebe 3,5 Sterne für das interessante Setting, die vielschichtigen Charaktere und die überraschende Auflösung.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Armes Berlin

3

Carolin , eine junge, mässig talentierte Journalistin, verliert zuerst den Freund und dann den Job. Im Hinterhaus am Prenzlauer Berg findet sie Unterschlupf in einer heruntergekommenen Wohnung. Dort stoesst ...

Carolin , eine junge, mässig talentierte Journalistin, verliert zuerst den Freund und dann den Job. Im Hinterhaus am Prenzlauer Berg findet sie Unterschlupf in einer heruntergekommenen Wohnung. Dort stoesst sie auf die Leiche eines kleinen Jungen, der seit langer Zeit vermisst wird. Caro, psychisch angeschlagen und obdachlos, wird in den Fall stärker hineingezogen, als ihr lieb ist und gerät selbst in Gefahr.
Hört sich nach einem spannenden Berliner Krimi an. Die Autorin hat jedenfalls eine Menge Fantasie, obwohl mir, ehrlich gesagt, an vielen Stellen weniger mehr wäre. Die Ereignisse überschlagen sich, vieles ist verwirrend und wirkt unglaubhaft oder unlogisch, ebenso wie die Figuren, die dermaßen schräg und überzeichnet sind, dass ich keine Lust verspürte, mich in sie hineinzuversetzen. Dabei steckt viel Potential in der Geschichte. Die Autorin kann schreiben, kann gute Bilder zeichnen, versteht es, Spannung zu erzeugen.
Trotzdem hat mir der Roman nicht gefallen und ich würde ihn auch nicht weiter empfehlen.
Schwerpunkt meiner Kritik ist der lässige Umgang mit dem sexuellem Mißbrauch von Kindern. Zum Beispiel sieht Caro in einer Szene, wie ein ca. 13 jähriges Mädchen von Gunther, dem Lebensgefährten ihrer besten Freundin Henry missbraucht wird. Sie holt weder die Polizei noch schreitet sie ein. Bei einem Gespräch mit Henry sagt diese, die Mädchen würden es alle freiwillig tun. Auch sie selber war als Kind missbraucht worden und hatte als Erwachsene mit einem minderjährigen Jungen sexuellen Kontakt. Das alles bleibt unreflektiert so stehen. Für mich ein absolutes NoGo.
Ein weiterer Punkt, warum mir das Buch nicht gefallen hat, waren die häufigen Schilderungen über Caros Ausscheidungen: „Kacken“, „Kotzen“ und „Pinkeln“, gerne detailliert geschildert. Auch die derbe Sexszene, in der Caro ihren Ex-Freund vernichten will gefällt mir weder in der Beschreibung der Handlung noch in deren Konsequenz. Auch das ist eine Straftat, die einfach so hingenommen wird.
Insgesamt viel Vulgäres, Ekelerregendes, Verwirrendes, aber auch Spannendes mit guten Vergleichen und Bildern. Mein Lieblingszitat: „Etwas ist in meiner Seele zerbrochen in jenen Tagen, und etwas anderes ist entstanden, etwas Hartes, Kaltes.“
Schade, dass die Autorin ihre Schreibqualitäten nicht anders umgesetzt hat.




Veröffentlicht am 29.05.2019

Auf der Schnauze

3

landet Caro jäh und unvorhergesehen - bisher lebte sie ein privilegiertes Jet-Set-Leben an der Seite ihres Freundes, des attraktiven Orthopäden Jens, in einer schicken Wohnung in Prenzlauer Berg. Aus der ...

landet Caro jäh und unvorhergesehen - bisher lebte sie ein privilegiertes Jet-Set-Leben an der Seite ihres Freundes, des attraktiven Orthopäden Jens, in einer schicken Wohnung in Prenzlauer Berg. Aus der sieht sie sich nun unversehens hinauskatapultiert. Statt dass sie das Weite sucht, zieht Mandy, eine Nachbarin, die sie bisher nur vom Sehen kannte, zu sich herein und nimmt sich ihrer an.

So lernt Caro das Hinterhaus kennen, wo allerdings ein ganz anderer Wind weht als vorne. Von Schickimicki keine Spur! Im Gegenteil, noch nicht einmal ein Bad gibt es hier. Und ihre restlichen Nachbarn lernt Caro nun auch so langsam, aber sicher von einer ganz, ganz anderen Seite kennen. Und nicht nur das: ihr Minijob als gefeierte Radiosprecherin geht ebenso den Bach runter wie vorher schon Beziehung und Wohnung. Auf der anderen Seite kümmern sich Menschen um sie, von denen sie es nicht im Traum gedacht hätte.

Die Vielfalt der Vergangenheit und Gegenwart von Prenzlauer Berg: in diesem Regionalkrimi erhält man mehr als nur einen kleinen Happen davon und genau das hat mir ganz außerordentlich gefallen. Weniger allerdings die Fäkalsprache und -thematik wie auch einige weitere recht derbe Szenen, in denen es ausgesprochen deutlich zur Sache ging. So etwas muss ich in einem Krimi nicht habe und auch dieser hätte mir "ohne" noch um einiges besser gefallen.

Wenngleich - der Charme der vergangenen, teilweise noch bestehenden Welt im Berliner Osten, die teilweise grausam, teilweise aber auch berührerend ist und war, hat mich so richtig gepackt. Ich würde mich also über einen weiteren Prenzlauer-Berg-Krimi der Autorin Lioba Werrelmann freuen, wenn auch nicht unbedingt Caro im Fokus stehen muss. Aber es gibt auch noch andere, vielversprechende Figuren im Krimi, die sich durchaus nicht nur für Nebenrollen eignen. Ein ungewöhnlicher Krimi also in ansprechendem Setting, aber leider mit ein paar extremen - für mich zu extremen - Szenen und Worten.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Sehr düstere Atmosphäre

2

INHALT:
Carolin ist Journalistin und gerade von ihrem Freund verlassen worden. Nun steht die vor den Trümmern ihres Lebens und weiss nicht wohin. Obdachlos mit ein paar Kisten trifft sie auf Mandy, die ...

INHALT:
Carolin ist Journalistin und gerade von ihrem Freund verlassen worden. Nun steht die vor den Trümmern ihres Lebens und weiss nicht wohin. Obdachlos mit ein paar Kisten trifft sie auf Mandy, die im Hinterhaus wohnt. Mandy nimmt sich ihrer an und Carolin zieht bei ihr ein. Dann findet Carolin im Kabuff des Hauses eine Jungenleiche. Es stellt sich heraus, dass es Mandys Bruder ist, der schon seit 20 Jahren vermisst wird. Und nun beginnt die Suche nach Erklärungen und nach dem Mörder.
MEINE MEINUNG:
Das Buch hat mich gleich nach lesen des Klappentextes interessiert. Die Thematik eines alten DDR Mordes klingt unheimlich spannend und hochinteressant.
Ich bin auch sehr gut in das Buch gestartet. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und durch die kurzen Kapitel kommt man sehr schnell voran und die Spannung wird aufgebaut.
Die Sprache wird von ordinären und fäkalen Begriffen dominiert. Dies hat mir nicht so gut gefallen, passt aber natürchlich sehr gut zum Thema und hat diese doch sehr düstere Atmosphäre noch unterstützt. Man spürte beim Lesen förmlich das Dunkle, das Feuchte und das Düstere.
Auch bei der Wahl der Charaktere hat die Autorin dieses Atmosphäre wieder aufgenommen. Sie waren teilweise nicht symphatisch und ich konnte sie schlecht einordnen. Immer wieder musste ich meine Meinung über sie wieder überdenken und es entstand ein Kopfkino. Aber, wie auch bei der Sprache, passte dies alles wunderbar due Geschichte hinein und unterstütze diese.
Die Spannung hielt sich vom Anfang bis zum Ende des Buch auf einem hohen Niveau.
Bis zum Ende rätselte ich mit und konnte aber den Täter nicht entarnen. Den Ausgang fand ich daher überraschend sehr spannend gelöst.
FAZIT:
Sehr atmosphärisch, sehr düster und bis zum Schluß spannend.

Veröffentlicht am 03.06.2019

Hier ist noch ein bisschen Luft nach oben ...

2

Die Leseprobe dieses Kriminalromans las sich spannend, so dass ich mich – hungrig nach ein wenig Mord und Totschlag – sofort auf ein Exemplar für eine Leserunde bewarb. Ich hatte Glück und nur wenige Tage ...

Die Leseprobe dieses Kriminalromans las sich spannend, so dass ich mich – hungrig nach ein wenig Mord und Totschlag – sofort auf ein Exemplar für eine Leserunde bewarb. Ich hatte Glück und nur wenige Tage später durfte ich in ein neues Abenteuer starten. Ich kam gut rein in die Geschichte, wenn ich auch irgendwie ständig am Kopfschütteln war, nicht nur über unsere schräge Protagonistin, sondern auch über alle Charaktere in ihrer unmittelbaren Umgebung. Die erste Leiche ließ nicht lange auf sich warten, und ab da war die Chaotik im Leben der etwas naiven Caro vorprogrammiert. Das Buch las sich aber dennoch sehr flüssig und hat auch stellenweise richtig Spaß gemacht. Die Aufklärung war gut gelöst und kam für mich echt überraschend. Gestört habe ich mich aber ziemlich an der teilweise extremen Ausdrucksweise, aber das ist ja Geschmacksache. Ich denke, auch als Autorin muss man sich ja erstmal an ein Publikum rantasten, ich wäre für eine Fortsetzung offen.