Leserunde zu "Depression abzugeben" von Uwe Hauck

Eure Sachbuch-Wunschleserunde! Ihr habt "Depression abzugeben" in eine Leserunde gewählt und wir freuen uns, euch diesen Titel jetzt zu präsentieren.

Hier findet ihr die Abstimmung zum Buch.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 01.03.2017 - 02.04.2017
  2. Lesen 24.04.2017 - 14.05.2017
  3. Rezensieren 15.05.2017 - 28.05.2017
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Cover-Bild Depression abzugeben
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Uwe Hauck (Autor)

Depression abzugeben

Erfahrungen aus der Klapse


Seelische Erkrankungen verschleppt man oft und das kann schiefgehen. Uwe Hauck möchte über das Tabuthema Depressionen aufklären, den Betroffenen die Angst vor Psychiatrien nehmen und einen Einblick in das geben, was einem in der Klapse erwartet. Offen, schonungslos und unterhaltsam lässt er uns an seinem Therapieverlauf teilnehmen und spart nicht mit Anekdoten über Beschäftigungsmaßnahmen, wie Korbflechten, Maltherapien oder Ausdruckstänzen. Denn die Klapse ist nichts anderes als ein Krankenhaus für gebrochene Seelen, und eigentlich sind in der Klapse eher normale Menschen, die mit dem Wahnsinn da draußen nicht mehr fertig werden, so der Autor.

Ein paar Gedanken zu meinem Buch „Depression abzugeben. Erfahrungen aus der Klapse“ und darüber hinaus.

Als ich aus der Klapse schrieb, habe ich immer das berichtet, was ich tatsächlich erlebt habe. Manche Personen wurden etwas verfremdet und einige Ereignisse etwas verfälscht, um die gewünschte Anonymität der Personen zu wahren, die mich in dieser Zeit begleitet haben.

Gelernt habe ich stets am meisten aus den Gesprächen mit Mitpatienten und Therapeuten. Das wichtigste, was ich für mich mitgenommen habe, ist, dass Depression keine Charakterschwäche ist, sondern eine behandelbare Krankheit, die mehr Menschen trifft, als vielen bekannt. Etwa jeder 5. durchlebt mindestens ein Mal in seinem Leben eine depressive Episode.

Es ist schwer präventive Maßnahmen gegen eine Depression zu empfehlen. Oft liegen Ursachen in der Kindheit, die wir verdrängt haben. Und nicht selten kann eine Depression durch langanhaltenden Stress ausgelöst werden, auch durch den Verlust eines Menschen oder des Arbeitsplatzes. Und auch eine lange und schwere Krankheit kann zu einer Depression führen. Ärzte empfehlen bei ersten Symptomen viel Schlaf und Bewegung als Präventivmaßnahmen. Und sehr wichtig: Geben Sie auf sich acht und hören Sie auf Ihre Intuition, die Ihnen sagen wird, was Sie brauchen.

Als Angehöriger eines depressiven Menschen ist es wichtig, dass man einfach da ist, wenn Hilfe gebraucht wird, aber man sich nicht aufdrängt. Besteht der Verdacht einer Suizidalität sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Denn erst hier kann festgestellt werden, ob eine Depression mit der Gefahr eines Suizids besteht, oder aber nur von Traurigkeit gesprochen werden kann. Was eine Depression von einer Melancholie unterscheidet, ist zum einen die Dauer. Sollte die Traurigkeit länger als 4 Wochen andauern, könnte es sich um eine Depression handeln. Betroffene sprechen häufig von einer absoluten Gefühlsleere.

Bei mir, der ich eine sogenannte „Agitierte Depression“ habe, treten keine wirklichen Phasen völliger Motivationslosigkeit auf, in denen ich nur noch im Bett bleiben will. Im Gegenteil: Ich versuche mich mit noch mehr Aktivität von dem depressiven Schub abzulenken.

Man sagt, jeder Depressionspatient hat eine ganz eigene Depression. Das ist meiner Ansicht nach absolut richtig, weil immer sehr viele Faktoren zum Auftreten einer Depression führen.

Bei mir war es vor allem das gestörte Verhältnis zu meiner Mutter, das die Depression ausgelöst hat.

Eine Randnotiz. Das Buch „Depression abzugeben“ war nicht meine Idee. Darauf hat mich ein Literaturagent gebracht, der mir die Grundidee des Buches vorgeschlagen hat. Und im Nachhinein bin ich ihm dafür sehr dankbar und froh, dass ich seine erste E-Mail dann doch nicht für Spam gehalten habe.

Schwäbisch Hall, den 19. Januar 2017
Uwe Hauck

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 16.05.2017

Hut ab!

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Uwe Hauck beschreibt eine Lebensphase seines eigenen Lebens. Ehrlich und ohne Zensur. Manches ist so ehrlich, dass auch aus Sicht der Vergangenheit man als Nahestehender (zum Beispiel seine Frau) verschiedene ...

Uwe Hauck beschreibt eine Lebensphase seines eigenen Lebens. Ehrlich und ohne Zensur. Manches ist so ehrlich, dass auch aus Sicht der Vergangenheit man als Nahestehender (zum Beispiel seine Frau) verschiedene Situationen anzweifelt.

Nach einem, zum Glück, missglückten Selbstmordversuch und Einweisung in die geschlossen Abteilung der Psychiatrie gibt er Einblicke in die Gedankengänge die man als Betroffener hat. Nach wie vor der Todesgedanke, der zu Beginn ist oder die wachsame Frage der Betreuer und Ärzte "Wie geht es uns? - Noch Selbstmordgedanken?" nerven vom ersten Tag an. Misstrauen guckt um alle Ecken. Die Familie hat Verständnis aber auch Zweifel.

Über alle diese Erlebnisse berichtet Uwe Hauck aus seiner Sicht des Erlebten, aus Sicht Betroffener der anderen Seite und in Form der Familie, die sich nicht immer in die Situation hineinversetzen kann.

Nach der Betreuung in der geschlossenen "Klappse" wechselt er in die Tagesbetreuung. Das Programm in den Einrichtungen ist sehr ähnlich: Beschäftigung, Malen, Ergo- und Bewegungstherapie. Er muss wertgeschätzte Menschen zurück lassen aber lernt ebenso neue Patienten mit ähnlichen oder anderen Schicksalen kennen. Jeder Patient hat seine Geschichte und alle Mitbetroffenen helfen sich gegenseitig durch Verständnis, Zuhören und mitfühlen - besser als manche Therapie.

Er geht auf viele Themen speziell (Nebenwirkungen von Antidepressiva) ein, aber aus seiner Sicht. Er schreibt alles mit viel Witz und Würze. Eigentlich ist es ein Aufklärungswerk sowohl für Betroffene als auch zum Verständnis von Angehörigen.

Nach dem Abschluss der Tagesklinik lässt er sich auf "zu Hause" ein. Schwierig ohne Beschäftigung, ohne Gespräche der anderen Patienten, ohne Antrieb zu Bewegung. Der Alltag ist schwer. Er nimmt an einem befreienden Barcamp teil, bei dem er von seinen Erfahrungen aus der "Klappse" berichtet und schon positives Feedback erhält. Das war sicherlich der Ausschlag gebende Punkt die Krankheit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In der fünfwöchigen Reha will er sich nochmal erholen - aber Panik und Angst fahren mit zur Reha und besuchen ihn auch.
Nach ca. einem Jahr Krankheit und Therapie kommt der Einstieg ins Berufsleben - viel zu schnell.

Ich kann Uwe Hauck zu diesem Buch nur gratulieren, er spricht viele Punkte an die akzeptiert werden müssen von der Gesellschaft. es war ein Kampf ums eigene Ich und den hat er mit Bravur bestanden.
Super Buch. Sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 19.05.2017

Interessante Einblicke

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Uwe Hauck hat eine liebenswerte Familie – eine Frau, die ihn liebt, und drei tolle Kinder. Eigentlich könnte er ein beneidenswertes Leben führen, wenn da nicht diese Angst und Panikattacken wären. Irgendwann ...

Uwe Hauck hat eine liebenswerte Familie – eine Frau, die ihn liebt, und drei tolle Kinder. Eigentlich könnte er ein beneidenswertes Leben führen, wenn da nicht diese Angst und Panikattacken wären. Irgendwann hält er es nicht mehr aus und versucht sich das Leben zu nehmen. Zum Glück wird er rechtzeitig gefunden und kommt in psychiatrische Behandlung. Die beginnt in der geschlossenen Abteilung, setzt sich aber sehr schnell auf der offenen Station fort. Viele Therapien werden hier angeboten, manche hilfreich, andere weniger. Auch Rückschläge muss Uwe verkraften – was für ein Glück, dass seine Familie hinter ihm steht! Und wie gut, dass er sich entschließt, seine Erfahrungen „aus der Klapse“ mit uns zu teilen, denn so bekommt man als Leser Einblicke nicht nur in den Tagesablauf in der Psychiatrie sondern auch in die Gedankenwelt eines Patienten mit gebrochener Seele. Für mich waren das sehr interessante Einblicke, die mir hoffentlich helfen, etwas gelassener mit depressiven Menschen umzugehen, denn da bin ich, wie viele andere auch, oft unsicher. Einerseits möchte man alles tun, um dem Betroffenen Verständnis entgegen zu bringen, aber wenn der Kranke sich nicht öffnen möchte, ist das schwierig. Uwe Hauck macht mit seiner offenen Art und dem Humor, den ich sehr erfrischend finde, klar, dass sich Betroffene nicht scheuen sollten, professionelle Hilfe anzunehmen – bevor es zu spät ist und man in seiner Depression versinkt.
Das Buch „Depression abzugeben“ ist flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Es ist, obwohl ein Sachbuch, spannend, auch wenn sich im Laufe der Therapien natürlich Einiges wiederholt, das liegt in der Natur der Sache. Mich hat die Offenheit des Autors sehr beeindruckt, er lässt tiefe Einblicke in seine Seele zu. Und die witzigen Einlassungen nehmen dem Buch die Schwere, das gefällt mir gut. Das Cover ist sehr schön gestaltet, dieser verlorene Mensch, der im strahlenden Sonnenschein allein unter einer Regenwolke sitzt, trifft das Thema für mein Empfinden sehr gut. Der Untertitel „Erfahrungen #aus der Klapse“ weist schon auf den teilweise witzigen Schreibstil hin. Dieses Buch ist eine gelungene Lektüre für Betroffene, deren Angehörige und alle, die sich für dieses Thema interessieren.

Veröffentlicht am 19.05.2017

Ein schonungslos offenes und ehrliches Buch!

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In dieser Autobiographie beschreibt der Autor eine sehr schwierige und emotional fordernde Zeit seines Lebens. Von seiner schwierigen Kindheit über seinen Beruf, mit dem er des Öfteren zu kämpfen hatte, ...

In dieser Autobiographie beschreibt der Autor eine sehr schwierige und emotional fordernde Zeit seines Lebens. Von seiner schwierigen Kindheit über seinen Beruf, mit dem er des Öfteren zu kämpfen hatte, bis hin zu seinem Suizidversuch, bei dem alles zusammen gekommen ist. Jahrelang geplagt von Panikattacken und seiner daraus entwickelten Depression findet er erstmals Hilfe in verschiedenen therapeutischen Einrichtungen. Der Leser begleitet ihn durch diverse Psychiatrien bis in die Reha und die Wiedereingliederung in den "normalen" Alltag. Dabei beschreibt der Autor seine Gedanken, Gefühle und Eindrücke hinsichtlich der Therapien, der anderen Leidensgenossen und des (fehlenden) Verständnisses der Menschen, die nicht davon betroffen sind. Dabei geht er ehrlich und schonungslos vor. Sein Schreibstil ist sehr humorvoll, ironisch und auch sarkastisch, da er sich und seine Mitpatienten häufig als "Bekloppte" oder "Verrückte" bezeichnet. Wie man das findet, ist wohl Geschmackssache.Ich fand es zu Beginn ganz amüsant, aber am Ende konnte ich dem nicht mehr viel abgewinnen. Obwohl es sehr interessant ist und einem als unwissenden Leser einen guten Einblick verschafft, begannen sich viele Dinge ab der Hälfte zu wiederholen. Dass die Therapieangebote sich ähneln ist verständlich, aber auch seine Gedanken und Einstellungen haben sich nur wenig geändert und es fühlte sich etwas wie in einer Endlosschleife an, da nur noch wenig Neues kam. Am interessantesten fand ich noch die Gespräche mit den anderen Betroffenen, die wirklich fantastisch waren und mich begeistern konnten. Für alle, die mal einen anderen Blickwinkel auf das häufig vorkommende Thema Depression werfen wollen, ist dieses Buch empfehlenswert.

Veröffentlicht am 19.05.2017

Authentischer Bericht

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Cover/erster Eindruck:
Das Cover ist schlicht, aber passend, auch wenn ich zunächst ein humoritisch angehauchtes Buch erwartet hatte (wegen der Covergestaltung).

Das ist es jedoch nicht.
Mir gefällt der ...

Cover/erster Eindruck:
Das Cover ist schlicht, aber passend, auch wenn ich zunächst ein humoritisch angehauchtes Buch erwartet hatte (wegen der Covergestaltung).

Das ist es jedoch nicht.
Mir gefällt der ehrliche Blick des Autoren und seine Schreibweise ist gut zu lesen. Er beschönigt nichts, lässt sich während des Schreibens aber auch nicht zu sehr von der Melancholie mitreißen.

Inhalt:
Es geht um Uwe Hauck, den Autoren selbst. Er beschreibt hier seinen (ständigen) Kampf mit seiner Krankheit, der Depression.Depressive Menschen müssen meist ein Leben lang mit dieser oft unterschätzten Krankheit kämpfen. Dieses Buch beschreibt nüchtern, was in einem Menschen vorgehen kann, der nach einem Suizidversuch die passende Diagnose bekommt und sich dieser stellt.

Hauck hat Familie und wird von dieser bei dem Prozess unterstützt.
Ich bewundere die Frau von Hauck, es gibt nur selten Menschen die stark genug sind auf so jemanden zuzugehn, ihn zu lieben und ihm so zu helfen wie es notwendig ist, ohne dabei selbst kaputt zu gehen.

Das Buch hat mich jedenfalls (auch emotional) gepackt , der Autor schreibt sehr offen über seine Erlebnisse und ich finde es sehr interessant, die Gedanken eines anderen Menschen quasi miterleben zu können.
Auch die Schilderungen über seine Mitpatienten bieten Einblicke.

Fazit :
Das Buch ist definitiv ein etwas intensiverer Lesestoff gewesen, aber die Lekütre lohnt sich allemal und ich denke, dass ich dieses Buch ab und zu aus meinem Regal ziehen werde.Für Menschen die sich für Depressionen oder auch nur Therapien/Anstalten interessieren, eine gute Lektüre, für Angehörige oder selbst Leidende ebenfalls.
Es hat jedoch eher den Anspruch eines Berichtes mit autobiographischem Einschlag, als den eines wissenschaftlichen Werkes (sollte allerdings klar sein).

Veröffentlicht am 19.05.2017

#ausderklapse

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Inhalt:
Seelische Erkrankungen verschleppt man oft und das kann schiefgehen. Uwe Hauck möchte über das Tabuthema Depressionen aufklären, den Betroffenen die Angst vor Psychiatrien nehmen und einen Einblick ...

Inhalt:
Seelische Erkrankungen verschleppt man oft und das kann schiefgehen. Uwe Hauck möchte über das Tabuthema Depressionen aufklären, den Betroffenen die Angst vor Psychiatrien nehmen und einen Einblick in das geben, was einem in der Klapse erwartet. Offen, schonungslos und unterhaltsam lässt er uns an seinem Therapieverlauf teilnehmen und spart nicht mit Anekdoten über Beschäftigungsmaßnahmen, wie Korbflechten, Maltherapien oder Ausdruckstänzen. Denn die Klapse ist nichts anderes als ein Krankenhaus für gebrochene Seelen, und eigentlich sind in der Klapse eher normale Menschen, die mit dem Wahnsinn da draußen nicht mehr fertig werden, so der Autor.

Meinung:
Wie bewertet man ein Buch, das den Alltag und die Therapien eines Depressiven Menschen beschreibt? Diese Frage habe ich mir wirklich lange gestellt und bin immer noch der Meinung, dass es sehr schwierig ist, dieses Buch zu bewerten. Trotzdem werde ich es versuchen und ich werde mich dann doch recht kurz fassen.

Wie sich schon erahnen lässt, berichtet Uwe Hauck ungefiltert und mit dem nötigen Humor von seiner Erkrankung, seinem Selbstmordversuch und seiner anschließenden Therapie. Herr Hauck schreibt, „wie ihm der Schnabel gewachsen ist“ und vermittelt dem Leser so das Gefühl uneingeschränkt an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben zu dürfen. Ich fand es sehr interessant an seinen Gedankengängen und Gefühlen teilhaben zu dürfen. In der Mitte des Buches berichtet er dann von seinen Therapien und auch dies fand ich zum Teil sehr interessant, zum anderen Teil oftmals auch erschreckend, dass man nach bestimmten Schemen Therapiert wird und nicht so, wie man es eigentlich nötig hätte. Was mir jedoch am besten gefallen hat, waren seine Tweets. Über #ausderklapse Twitterte Herr Hauck seine Erlebnisse und ließ dort schon die „Außenwelt“ an seinem Alltag in der Klapse teilhaben.

Unterm Strich ein wirklich tolles Buch, dass sowohl Betroffenen, als auch Angehörigen von Betroffenen die Augen öffnen kann.