Leserunde zu "Anatomie eines Skandals" von Sarah Vaughan

Vielschichtig und hochaktuell - ein spannender Roman mit Sogfaktor
Cover-Bild Anatomie eines Skandals
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Sarah Vaughan (Autor)

Anatomie eines Skandals

Du willst deinem Ehemann glauben Sie will ihn zerstören

Ute Leibmann (Übersetzer)

Sophie ist glückliche Ehefrau des charismatischen Parlamentspolitikers James. Bis er ihr eine Affäre mit seiner Assistentin gesteht. Die ihn nun wegen Vergewaltigung verklagt. James leugnet und setzt auf die Loyalität des Premierministers, der ihm noch einen Gefallen schuldet. Staatsanwältin Kate sieht die Anklageschrift mit großem Interesse auf ihren Schreibtisch flattern. Aus Gründen, die in ihre Zeit in Oxford zurückreichen. Ein Prozess mit unerwartetem Finale stellt Loyalitäten auf den Prüfstand. Und verändert nicht nur Sophies und James‘ Leben ....

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 28.11.2018 - 18.12.2018
  2. Lesen 09.01.2019 - 29.01.2019
  3. Rezensieren 30.01.2019 - 12.02.2019

Bereits beendet

Bei unserer Spannungs-Mittwoch-Leserunde startet jeden Mittwoch eine neue Bewerbungsphase für einen Titel aus dem Krimi- oder Thrillerbereich - für alle, die Nervenkitzel lieben und immer auf der Suche nach fesselndem Lesestoff sind!

Bewerbt euch jetzt für die Leserunde zu "Anatomie eines Skandals" von Sarah Vaughan und sichert euch die Chance auf eines von 30 kostenlosen Leseexemplaren!

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 03.02.2019

Schuldig oder nicht?

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Cover: Finde ich ansprechend gestaltet, aber war für mich nur zum Teil passend zur Geschichte.

Inhalt: James ist ein angesehener Politiker, der allerdings mehr auf das Ansehen, als auf politische Ziele ...

Cover: Finde ich ansprechend gestaltet, aber war für mich nur zum Teil passend zur Geschichte.

Inhalt: James ist ein angesehener Politiker, der allerdings mehr auf das Ansehen, als auf politische Ziele aus ist. Mit einer guten Vita von tollen Privatschulen, gute Verbindungen zur Regierung und einem charmanten Auftreten, lebt einer ein angenehmes Leben in der englischen High Society.
Passend in seiner Welt ist seine hübsche Ehefrau und seine Kinder.
Ein angenehmes Leben, bis zu dem Tag an dem seine Affaire auf fliegt und alles in Wanken gerät.

Meine Meinung: Der Schreibstil hat mir gut gefallen und durch die Perspektiv- und Zeitwechsel kommt eine gewisse Spannung auf.
Allerdings finde ich, dass der Spannungsbogen durchaus früher hätte Anfangen können.
Trotzdem gibt es viele Wendungen, die zumindestens kein offensichtliches Ende vermuten lassen.

Die Charaktere haben eine gewisse Tiefe, die mit der Zeit aufgedeckt wird.
Durch die verschiedenen Erzählungen aus der Vergangenheit versteht man zum Ende besser.

Die Geschichte verknüpft den Prozess sehr schön mit der Vergangenheit und deckt nach und nach die Beweggründe der Charakter auf.

In Sophie hat James einen Ehefrau die ihren Mann bedingungslos liebt und an seine Ehre glaubt, jedoch bekommt nicht nur die Fassade risse, sondern auch das Vertrauen seiner Frau.

Am Ende bleibt die Frage von Schuld und Unschuld für den Leser offen.

Fazit: Viele Wendungen, aber ein erst spät einsetzender Spannungsbogen. Trotzdem eine gut Geschichte über Schuld, Unschuld und wie die Vergangenheit uns prägt.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Hält nicht was es verspricht

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Ein Politiker, der durch umwerfendes Aussehen sowie einer großen Portion Charm besticht und nicht nur eine Ehefrau an seiner Seite weiß, die bedingungslos an seine Liebe und Ehre glaubt sondern auch die ...

Ein Politiker, der durch umwerfendes Aussehen sowie einer großen Portion Charm besticht und nicht nur eine Ehefrau an seiner Seite weiß, die bedingungslos an seine Liebe und Ehre glaubt sondern auch die rückhaltlose Unterstützung des Premiers hinter sich hat. Dieses Glück wird jedoch einer Probe unterworfen, als seine Affäre zu Tage kommt und er der Vergewaltigung angeklagt wird und diese Anklage von einer Prozessanwältin geführt wird, die ein sehr persönliches Interesse an den Fall hegt.

Ein Roman eingebettet in die politischen Skandale der englischen High Society klingen sehr vielversprechend und versprechen den ein oder anderen Einblick in das Leben der oberen Zehntausends Englands. Auch die Darstellung der Prozessgegebenheiten in England sind interessant und vermitteln ein sehr unterschiedliches Bild zu dem in Deutschland bekannten Rechtssystem. Wer jedoch ein mit Spannung beladenes Werk sucht, ist hier falsch - denn bereits im ersten Drittel werden die meisten Fragestellungen zumindest andeutend aufgeklärt und während der ersten Hälfte dann verifiziert. Ab dann kann das Buch lediglich durch die Perspektivwechsel der Protagonisten überzeugen, nicht jedoch an der Story selber, die recht durchschaubar ist. Der Sprachstil der Autorin ist sehr kurzweilig und sehr einfach zu lesen.
Ich persönlich hätte mir wesentlich mehr von diesem Roman versprochen, insbesondere was den Plot und die Vielschichtigkeit angeht. Die zunächst extrem vielversprechenden Rahmenbedingungen werden leider nicht erfüllt und so bleibt zum Schluss nur die gute Idee eines Buches, welches jedoch schlussendlich nicht mit den Versprechungen mithalten kann.

Veröffentlicht am 30.01.2019

kein Thriller, wenig Spannung, bleibt hinter den Erwartungen zurück

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„Aber verbringen Sie mal einige Zeit an irgendeinem Gericht – dann können Sie sehen, wie fragil das Leben ist. Wie die vertraute Welt ganz schnell in sich zusammenfallen kann, wenn man sich ein einziges ...

„Aber verbringen Sie mal einige Zeit an irgendeinem Gericht – dann können Sie sehen, wie fragil das Leben ist. Wie die vertraute Welt ganz schnell in sich zusammenfallen kann, wenn man sich ein einziges Mal für einen schicksalshaften Sekundenbruchteil nicht an das Gesetz hält.“ (Kate in Anatomie eines Skandals)

Worum geht’s?

Es ist eine der größten Schlagzeilen der Presse: James, Staatssekretär und guter Freund des Premiers, soll fremdgegangen sein, mit seiner Referentin, über längere Zeit. James Ehefrau Sophie ist geschockt. Doch weder sie noch James ahnen, dass es mit der öffentlichen Demütigung nicht getan ist. Denn kurze Zeit später ist plötzlich nicht mehr nur von einer Affäre die Rede – James soll seine Kollegin vergewaltigt haben. Die taffe Anwältin Kate möchte alles daransetzen, James wegen Vergewaltigung zu verurteilen. Eine nervenaufreibende Zeit für James, Sophie und Kate beginnt, denn neben der öffentlichen Meinung müssen sie sich auch ihrer Vergangenheit stellen…

Das Buch ist in sich geschlossen, es gibt keine Fortsetzung.

Schreibstil / Gestaltung

Auf dem Cover sieht man ausschnittsweise eine Frau, die durch etwas durchzuluschern scheint. Das Cover wirkt geheimnisvoll und so, als würde man etwas Intimes beobachten. Die Covergestaltung ist insoweit im Bezug auf das Buch ganz gut gelungen. Auch der Untertitel „Du willst deinem Ehemann glauben, sie will ihn zerstören“ passt sehr gut zum Buch.

Der Schreibstil des Buches ist teils komplex. Es gibt viele verschachtelte Sätze und sehr ausufernde Situations- und Ortsbeschreibungen. Es kostete mich einige Konzentration, das Buch über längere Strecken zu lesen. Sprachlich würde ich das Buch als durchschnittlich anspruchsvoll bezeichnen. Es gibt parallel einen Handlungsstrang in der Gegenwart und einen Handlungsstrang in der Vergangenheit, beide Stränge werden durch Datumsangaben am Kapitelanfang differenziert. Es wird teilweise tageweise gesprungen, weshalb ich gelegentlich zurückblättern musste, da ich unsicher war, wo in der Story ich aktuell bin. Darüber hinaus wechseln regelmäßig die Erzählperspektiven, es wird aus Sicht mehrere Personen erzählt, allerdings in der dritten Person mit Ausnahme von der Anwältin Kate, diese erzählt uns in der Ich-Perspektive ihre Eindrücke. Ich habe insgesamt etwas gebraucht, in das Buch herein zu finden, da es doch einige Beteiligte und viele Sprünge gibt.

Mein Fazit

Zu dem Buch habe ich hauptsächlich aufgrund der Story gegriffen. In Zeiten von #MeToo gibt es immer wieder Anschuldigungen gegen bekannte Persönlichkeiten und hier habe ich erwartet, dass man einen Roman in den Händen hält, der sich sowohl in politischer Hinsicht als auch in persönlicher Hinsicht dem Thema widmet, wie die Grenzen verwischen können und ein derartiges Gerichtsverfahren abläuft.

Bereits der Einstieg in das Buch fiel mir unerwartet schwer. Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung von Kate, wie sie den Fall auf den Tisch erhalten hat, springt dann aber zeitlich erst einmal einige Monate zurück und stellt uns Sophie und James vor, wie die Affäre auffliegt. Es dauert relativ lange, bis wir wirklich beim Verfahren ankommen. Dies ist neben doch sehr ausufernden Sätzen zu Situationen und Orten vor allem auch dem zweiten Handlungsstrang in der Vergangenheit geschuldet. In diesem 1993-Strang wurde sehr viel Energie gelegt, ohne dass bis etwa 2/3 des Buches überhaupt klar ist, wofür der Strang gut ist. Das empfand ich als sehr schade, weil ich zeitweise fast vergessen hatte, dass es eigentlich um die Frage „Vergewaltigung oder nicht“ geht.

Das Strafverfahren gegen James wird für meinen Geschmack und meinen Anspruch sehr nebensächlich thematisiert. Eigentlich hätte es für mich der Schwerpunktsteil im Buch sein müssen, insgesamt erhält der Leser aber nur hin und wieder einige Sätze aus der Vernehmung und zudem sehr viele Gedankengänge von Kate zu dem Thema. James Perspektive erfahren wir ziemlich selten und dann wirkt er extrem unsympathisch. James Frau Sophie wird für mich auch oft zu nebensächlich behandelt, erst im letzten Drittel tritt sie etwas in den Vordergrund.

Die Autorin versucht, eine vielschichtige und spannungsvolle Geschichte zu spinnen. Bei mir hat sich dieses Gefühl aber leider nie wirklich eingestellt. Ich weiß, dass das Buch vielerorts sehr gehyped wird und als sehr suspensevoll betitelt wird. Dem kann ich mich nicht anschließen. In der Vergangenheitsgeschichte werden einige Fragen und zwei große Geheimnisse aufgeworfen, die sich in der Gegenwart entladen sollen. Tatsächlich ist es aber so, dass das eine Geheimnis für mich vorhersehbar, aber leider storyschädlich ist, während das andere Geheimnis für mich vollkommen irrelevant und uninteressant ist. Besonders das vorhersehbare Geheimnis zerstört für mich einen großen Teil der Glaubwürdigkeit der Geschichte und stellt die Vorzeichen der Frage „Schuld oder nicht“ eher auf „kann James sich retten oder nicht“.

Leider ist es auch so, dass nach hinten hinaus die Geschichte ab ca. 70% nur noch dahinplätschert. Ab Enthüllung des vorhersehbaren Geheimnisses war für mich das Gerichtsverfahren ehrlich gesagt gegessen und uninteressant geworden, wobei bereits vorher durch die wenigen Einblicke gar keine eigene Meinung hinsichtlich eines möglichen Schuldspruches entwickelt werden konnte. Nach der Enthüllung verhalten sich aber auch alle Figuren plötzlich anders und komisch. Die eine schaut gutmütig über das Geheimnis hinweg und eine Person steht plötzlich als labil da. Auch danach wirkt es leider so, als würde die Autorin krampfhaft versuchen, jetzt noch Twists einzubauen. Es gibt es Urteil und unmittelbar danach versucht die Autorin, das Urteil auf andere Weise wieder zu zerstören. Da frage ich mich: Wenn sie das Ergebnis doch unbedingt haben wollte, wieso hat sie es dann nicht so gemacht? Es wirkt so einfach nur gewollt, vor allem mit den noch folgenden Enthüllungen und den Reaktionen hierauf, insbesondere von Sophie. Die letzten 100 Seiten des Buches geht es hauptsächlich um die Auswirkungen des Urteils, hier wird auch ganz krampfhaft dann versucht, dass das vorhersehbare Geheimnis noch sinnvoll eingebaut wird, was meiner Meinung nach aber fehlschlägt.

Insgesamt konnte mich das Buch stellenweise nett unterhalten, größtenteils plätscherte die Geschichte aber vor sich hin, mit wenig Spannung, wenig Raum für eigene Meinungen und vielen fehlschlagenden Twists. Dieses Buch ist für mich weder ein Thriller noch dem Genre Suspense zuzuordnen. Tendenziell wäre es wahrscheinlich als Drama mit etwas Spannung besser deklariert. Ich kann den Hype absolut nicht nachvollziehen und sehe hier einen Roman, der so viel Potenzial hatte, aber durch eine übermütige Autorin in eine ganz andere Richtung gelenkt wurde. Schade, dass hier nicht das Augenmerk aufs Verfahren gelegte wurde und eine „He said, she said“-Geschichte präsentiert wird, bei der der Leser anhand der Beweise selbst einen Eindruck zusammenbauen kann.

+++ es folgen im Weiteren mögliche Spoiler +++

Mein größter Kritikpunkt ist das Thema 1993 und Kate in der Gegenwart. Durch die Enthüllung um James und Kate wird mit sofortiger Wirkung die Geschichte um Olivia und James irrelevant, weil aus einem Vergewaltigungsverfahren eher ein Racheversuch wird. Eine Prozessanwältin, die die Anklage vertritt, ist also befangen, bringt eine Grundwut gegen den Angeklagten mit und dann endet der Handlungsstrang einfach. Ja, es wird nur für den Leser aufgelöst, wieso Kate die Anklage machen wollte, wieso sie so engagiert war, aber nicht in der Story. Nur ihre Freundin Ali, die sich das absolut absurd zusammengereimt hat, weiß davon und entscheidet sich, obwohl sie heftige Sorgen hatte, das Thema einfach sein zu lassen. Trotzdem möchte sie aber unbedingt Sophie erzählen, was ihr Mann für ein Abschaum ist. Weil Ali und Sophie sich aber eigentlich nicht kennen, muss halt zufälligerweise ein Klassentreffen her, bei dem die betrunkene Ali Sophie das nochmal entgegenschleudern muss. Und Sophie? Die fängt mit dem Wissen um ihren Mann, der offenbar bereits mindestens zweimal vergewaltigt hat, nichts an. Stattdessen lässt sich ein Geheimnis aus der Collegezeit platzen, dass James und Tom den Tod eines Studenten miterlebt haben. Ja, miterlebt, nicht verursacht. Dass dies das große Geheimnis um James und Tom war, war am Ende fast schon lachhaft und spielte keine Rolle. Für mich ist das nicht einmal ein richtiger Skandal.

Somit ist insgesamt immer wieder etwas aufgegriffen worden, was aber letztendlich verpufft ist. Kates eigene Vergewaltigung spielt keine Rolle, Alis Wissen spielt keine Rolle, Kate selbst verpufft eigentlich auch, da ihre Befangenheit nicht aufgedeckt wird und der Prozess nicht gefährdet ist, Sophies Wissen spielt keine Rolle, Toms Geheimnis hat nichts mit der Vergewaltigung zu tun – alles, was aufgegriffen wurde, spielt im Endeffekt keine Rolle.

Ich habe einfach extreme – persönliche – Probleme damit, wenn der tragende Hauptcharakter die Anklage vertritt und so vehement gegen sämtliche Prinzipien des Rechtsstaats verstößt, dem sie sich verschrieben hat und den zu achten und zu vertreten sie sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, anstatt diesen Rechtsstaat für ihren eigenen Fall um eine Entscheidung zu ersuchen. Dass diese Bombe dann aber sich als Blindgänger entwickelt, weil es eigentlich keine Rolle spielt, macht es nicht einfacher.

[Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, dass mir freundlicherweise vom Verlag überlassen wurde. Meine Meinung ist hiervon nicht beeinflusst.]

Veröffentlicht am 20.02.2019

Großer Hype und wenig dahinter

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Die Staatsanwältin Kate hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Sexualstraftäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Gerade verliert sie einen Fall, als ihr plötzlich ihr Assistent eine ganz besondere Akte ...

Die Staatsanwältin Kate hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Sexualstraftäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Gerade verliert sie einen Fall, als ihr plötzlich ihr Assistent eine ganz besondere Akte auf den Tisch legt.
Sophie Whitehouse führt ein privilegiertes und offensichtlich sorgenfreies Leben. Als Frau des charismatischen Staatssekretärs James Whitehouse haben sich alle ihre Hoffnungen und Ziele im Leben erfüllt. Als er ihr eine Affäre mit seiner Praktikantin gesteht und die Zeitungen titeln „ Freund des Premierministers trifft sich zum Techtelmechtel in den Korridoren der Macht.“ steht ihre Ehe plötzlich im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Als wäre dies nicht schon schwer genug für die erfolgsverwöhnte Oxford-Absolventin und Mutter zweier Kinder, wird James von seiner Praktikantin Olivia der Vergewaltigung bezichtigt. Sophies Vertrauen in ihren Mann bekommt Risse und die Staatsanwältin Kate scheint ein beträchtliches Interesse an einer Verurteilung von James Whitehouse zu haben. Gibt es eine Verbindung zwischen Kate und James? Hat Sophie jahrelang ihre Augen vor dem wahren Charakter ihres Mannes verschlossen?
Der Roman lebt von Perspektivenwechsel zwischen Kate, Sophie und James und verwirrt mit Zeitsprüngen zwischen den einzelnen Kapiteln bzw. Abschnitten. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Bisweilen sind die Beschreibungen der handelnden Personen etwas langatmig geraten. Gerade Kates Gefühlswelt wird sehr ausschweifend beschrieben, ebenso die Zerrissenheit Sophies. Spannend dagegen sind vor allem die Gepflogenheiten bei Gericht und die zentrale Frage, ob James sich schuldig gemacht hat oder ein Opfer ist. Jedoch verkommt die Gerichtsverhandlung recht schnell zu einem kleinen Nebenschauplatz und spiel schon bald keine zentrale Rolle mehr. Gerade da hatte ich mir mehr erhofft, denn das Thema „Vergewaltigung oder nicht“ ist durch das Aufkommen der „#METOO-Bewegung“ so aktuell wie nie. Doch die Nebenschauplätze wie James Verhalten in seiner Studentenzeit und Sophies Bemühungen, James als Ehemann zu gewinnen, neben viel mehr Raum ein. Am Ende führen einige Handlungsstränge bzw. Überlegungen ins Leere, wie z.B. Sophies Verdacht, dass sie Kate von früher kennen würde. Auch Kates Bemühungen um James‘ Verurteilung wurden nur lieblos und nicht sehr ernsthaft verfolgt. Ihre Rachegelüste sind zwar vorhanden, doch sie macht nicht wirklich etwas daraus. Hier schließt sich irgendwie nicht der Kreis. Mir kommt es so vor, als hätte die Autorin nicht den Bogen zum Anfang der Geschichte bekommen. Zudem passt der Untertitel nicht, denn Olivia kommt so gut wie gar nicht im Roman vor. Dabei soll sie doch diejenige sein, die ihn zerstören will, oder!? Natürlich könnte es sich dabei auch um die Staatsanwältin Kate handeln. Doch deren Versuche, als Super-Staatsanwältin sind ja mehr als mager. Ich dachte wunder was, wie sie sich ins Zeug legt und vielleicht noch ein Ass im Ärmel hat … aber nichts! Sie wütet innerlich, aber ihre einzige Konsequenz ist, dass sie die Zuständigkeit bei Gericht wechselt und nun keine Sexualstraftaten mehr verfolgt. Warum? Sophie ist letztlich zu blind, um Kate wirklich zu erkennen und schiebt den Gedanken schnell wieder beiseite. Olivia ist zwar der Auslöser für die Anklage gegen James Whitehouse, doch sie kommt gar nicht richtig zu Wort. Da ist so viel Potential verschenkt worden, dass es fast schon weh tut. Dabei hätten nur ein paar Änderungen bei den Charakteren vorgenommen werden müssen, um die Geschichte richtig spannend zu machen. James Whitehouse hatte nie ernsthaft um seine Reputation fürchten müssen, denn dazu war die Anklage zu schwach und er ein zu gefestigter und von sich überzeugter Charakter. Letztlich hat die Autorin aus vielen guten Ideen kein gutes Gesamtbild erschaffen können. Die handelnden Personen, allen voran Kate, finde ich stellenweise dermaßen unglaubwürdig, dass ich mir schwer tat, mich mit ihnen in irgendeiner Weise zu identifizieren oder Sympathie für sie zu empfinden. Das große Geheimnis, das James mit Tom, dem Premierminister und seinem Kumpel aus der Zeit in Oxford verbindet, wurde so oft thematisiert und erzeugte erhebliche Spannung. Leider war die Auflösung dann so enttäuschend, dass ich mich gefragt habe, warum Sarah Vaughan so wenig daraus gemacht hat. Letztlich hatte es keine Auswirkungen auf den Prozess oder gar das Leben der Protagonisten. Nach dem großen Hype um das Buch und die Autorin hatte ich mir ein besonderes Lesevergnügen erhofft.

Veröffentlicht am 12.02.2019

Viel Aufruhr um so gut wie Nichts

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Cover:
Gefällt mir auf den ersten Blick gut. Ich sehe darin eine Frau, die hinter einem Vorhang vorbeischaut und auf der Suche nach der Wahrheit ist. Leider finde ich das Cover nach dem Lesen immer noch ...

Cover:
Gefällt mir auf den ersten Blick gut. Ich sehe darin eine Frau, die hinter einem Vorhang vorbeischaut und auf der Suche nach der Wahrheit ist. Leider finde ich das Cover nach dem Lesen immer noch ansprechend aber als ich den Inhalt des Buches kannte, fande ich es nicht mehr so passend.

Titel:
Der Titel alleine "Anatomie eines Skandals" finde ich sehr gut. Allerdings gilt auch hier wieder das Gleiche wie bereits beim Cover. Alleine betrachtet finde ich den Titel cool, leider passt diese nicht wirklich zum Buch und von der "Anatomie" war kaum etwas beim Lesen zu spüren.

Klappentext:
Sophie ist glückliche Ehefrau des charismatischen Parlamentspolitikers James. Bis er ihr eine Affäre mit seiner Assistentin gesteht. Die ihn nun wegen Vergewaltigung verklagt. James leugnet und setzt auf die Loyalität des Premierministers, der ihm noch einen Gefallen schuldet. Staatsanwältin Kate sieht die Anklageschrift mit großem Interesse auf ihren Schreibtisch flattern. Aus Gründen, die in ihre Zeit in Oxford zurückreichen. Ein Prozess mit unerwartetem Finale stellt Loyalitäten auf den Prüfstand. Und verändert nicht nur Sophies und James‘ Leben ....

Meine Meinung:
Die ersten Seiten ziehen einen richtig in seinen Bann. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Mir gefällt die Erzählweise der Autorin anfangs noch sehr gut. Mit der Zeit wird sich allerdings in Details verzettelt und es wird zu viel Randinformation erzählt.

Kate ist eine erfolgreiche Staatsanwältin, die immer versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen und ihre Arbeit mit vollem Herzblut lebt. Als ihr der Fall von James zwischen die Finger kommt, brechen alte Wunden auf. Auch wenn es anfangs nicht gleich erwähnt wird, merkt der Leser, dass Kate eine Verbindung zu James hat bzw. ihn aus ihrer Vergangenheit kannte.
Bis ans Licht kommt, wie die Vergangenheit zwischen Kate und James aussah, kann sich der Leser einige Theorien selber schmieden. Der Spannungsbogen wird hier aber nicht übermäßig gespannt und der Leser findet auch alleine die richtige Lösung und ist mit seinen Gedanken durch die Hinweise auf dem Buch auf der richtigen Spur. Hier wäre es spannender, wenn dies nicht so wäre...
Nach der Offenbarung dieses Erlebnissen aus der Vergangenheit, wird gleich der nächste Hype um ein Geheimnis aus der Vergangenheit in den Raum gestellt. In der Gesichte wird immer wieder auf dieses "geheime Geschehen" aus der Vergangenheit verwiesen und ich malte mir schon die schlimmsten Sachen aus, die hier passiert sein konnten. Als das Geheimnis letztendlich geklärt wird, war der Inhalt sehr ernüchternd. Ich dachte beim Lesen an viel tragischere Dinge und war dann wirklich enttäuscht, was das tatsächliche Geheimnis war. Hier wird, meiner Meinung nach, viel zu viel Augenmerk auf ein nicht wichtiges Detail gelegt. Man erwartet sich ein Geheimnis mit schweren Folgen, die Wahrheit sieht leider anders aus.

Kurzzusammenfassung Charaktere:
Die Gesichte wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt: Kate (Staatsanwältin), James (Parlamentspolitiker) und Sophie (Ehefrau von James).
Kate wurde bereits weiter oben beschrieben.
James ist ein arrogantes Ego, der glaubt, mehr zu sein, als er tatsächlich ist. Er lebt, als würde die Welt ihm alleine gehören und als wäre er immer noch am Collage und kann sich alles erlauben. Er ist total von sich selbst überzeugt und nimmt sich, was er braucht, ohne Rücksicht auf Verluste. James hat in der Vergangenheit Kate vergewaltigt und auch seine spätere Affäre Olivia sexuell missbraucht. In seinen Augen handelt es sich dabei jedoch nicht um Vergewaltigungen und er hat sich nur das geholt, was er brauchte. Er ist sich keiner Schuld bewusst.
Wie seine Ehefrau Sophie es mit diesem Mann aushält, ist für mich unbegreiflich. Sie hat sich als junge Frau so sehr in diesen Mann verliebt, dass sie ihm jeden Fehler verzeiht. Für sie ist er ein wundervoller Ehemann, der sich liebevoll um seine Kinder und auch sie kümmert. Im Laufe der Geschichte beginnt sie allerdings immer mehr über sein Verhalten nachzudenken und merkt, dass es den Mann, in den sie sich verliebt hat, eigentlich gar nicht gibt....

Fazit:
Viel Hype um so gut wie Nichts. Das Buch hat viele gute Ansätze, leider verzettelt sich die Autorin jedoch in Randinformationen. Die Spannung kommt immer nur kurz auf und das Ergebnis ist dann ernüchternd. Zusammengefasst hält das Buch, für mich, leider nicht was es verspricht und ich hätte mir mehr erwartet.