Leserunde zu "Breakaway" von Anabelle Stehl

Auftakt der AWAY-Reihe
Cover-Bild Breakaway
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Anabelle Stehl (Autor)

Breakaway

Nur bei dir fühle ich mich frei ...

Für Lia bricht eine Welt zusammen, als ihr eine einzige Nacht zum Verhängnis wird. Nicht nur folgen ihr seitdem die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen überall auf dem Campus - selbst ihre Freundinnen wenden sich von ihr ab. Als sie es nicht länger erträgt, packt Lia kurzerhand ihre wichtigsten Sachen und setzt sich in einen Bus nach Berlin. Sie hofft, in dem anonymen Trubel der Hauptstadt einen klaren Kopf zu bekommen und wieder zu sich selbst zu finden. Doch dann trifft sie auf Noah, der ihre Welt von einem Moment auf den anderen ein weiteres Mal auf den Kopf stellt ...

"Erfrischend, gefühlvoll und wunderschön. Anabelle Stehl holt New Adult nach Deutschland!" BIANCA IOSIVONI

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 12.10.2020 - 01.11.2020
  2. Lesen 16.11.2020 - 29.11.2020
  3. Rezensieren 30.11.2020 - 13.12.2020

Bereits beendet

Jeder Band erzählt eine in sich abgeschlossene Liebesgeschichte mit einem neuen Pärchen.

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Wenn ihr wissen möchtet, wie eine Leserunde funktioniert und auf welche Kriterien wir bei der Auswahl der Teilnehmer achten, schaut doch mal hier vorbei.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 30.11.2020

Gelungenes Setting in Deutschland, aber leider nur eine durchschnittliche Liebesgeschichte

8

Endlich mal ein New Adult Roman, der in Deutschland spielt! Wir haben so viele tolle deutschsprachige New Adult Autorinnen, die bei ihren Romanen das Ausland bevorzugen. Dabei schreiben amerikanische/kanadische/englische ...

Endlich mal ein New Adult Roman, der in Deutschland spielt! Wir haben so viele tolle deutschsprachige New Adult Autorinnen, die bei ihren Romanen das Ausland bevorzugen. Dabei schreiben amerikanische/kanadische/englische AutorInnen ja ebenfalls Bücher, die in ihren Heimatländern spielen. Nur Deutschland geht in diesem Genre leer aus. Aber hier haben wir ein Setting in Berlin und das war es auch der Grund, aus dem ich das Buch unbedingt lesen wollte, um diese Entscheidung der Autorin zu unterstützen und damit zu zeigen, dass es auch da viele interessierte Leser gibt. In der Hinsicht war ich auch absolut zufrieden mit dem Buch. Abgesehen von den Namen der Stadtteile hat es eigentlich auch kaum einen Unterschied gemacht, also lasst euch nicht abschrecken!

Es tut mir umso mehr Leid, dass mir das Buch nicht so ganz gefallen hat. Letztendlich gab es nichts, was ich daran großartig gefunden hätte und spannend fand ich es auch nicht, da man sich schon einiges zusammenreimen konnte. Klar, ein Liebesroman muss auch nicht unbedingt spannend sein, aber dann muss entweder die Liebesgeschichte überzeugen oder die Charaktere und ihre Entwicklung im Laufe des Buches. Für mich war dann das meiste aber nur Durchschnitt.

Die Anziehung zwischen Noah und Lia konnte ich einfach nicht wirklich fühlen. Es entwickelt sich zunächst eher freundschaftlich, aber auch später fühlte es sich nicht so richtig wie Verliebtsein an, sondern wie Freundschaft, und weil sie sich attraktiv finden, wird eben mehr draus. Dieses "Mehr" konnte mich aber nicht überzeugen. Was findet Noah an Lia? Klar, Noah ist offen und ehrlich, lieb und hilfsbereit, aufmerksam und unternehmungslustig, da kann man verstehen, warum man ihn gern haben muss. Aber Lia reagiert immer komisch, hat (angeblich) keine Zeit, ist abweisend und zurückhaltend. Die beiden unternehmen auch viel zusammen, aber mir fehlte der Funke.

Beide Protagonisten haben eine eigene Geschichte, die ihr Leben kompliziert macht. Bei Lia ist es das Gerede an ihrer Universität, das sie nicht mehr aushalten kann und wegen dem sie ohne Plan nach Berlin flüchtet. Bei Noah sind es Familienprobleme: Seine Eltern und seine Geschwister benehmen sich seltsam, es gibt Streit und Noah versteht die Welt nicht mehr. Ein bisschen Drama gibt es noch aufgrund verschiedener Geheimnisse. Einige Stellen fand ich schon sehr gefühlvoll und gelungen, aber das hat es auch nicht mehr gerettet.

Fazit
Insgesamt fand ich "Breakaway" leider nur durchschnittlich, mir fehlte die Chemie zwischen den Protagonisten, sodass mich ihre Liebesgeschichte nie mitreißen konnte und auch alles andere war typisches New-Adult-Drama. Aber ein großer Pluspunkt für das Setting in Deutschland!

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Veröffentlicht am 02.12.2020

Gelungener New Adult-Debütroman mit sympathischen Charakteren und ernstem Thema

7

Inhalt
In „Breakaway“, dem Erstlingswerk von Anabelle Stehl, geht es um Lia, die Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt Hallingen nach Berlin flieht. Denn in Hallingen folgen ihr die Blicke und das Getuschel ...

Inhalt
In „Breakaway“, dem Erstlingswerk von Anabelle Stehl, geht es um Lia, die Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt Hallingen nach Berlin flieht. Denn in Hallingen folgen ihr die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen, nachdem es in einer folgenschweren Nacht zu Ereignissen gekommen ist, die sie am liebsten einfach nur vergessen möchte. In Berlin erhofft sie sich, auf andere Gedanken zu kommen und sich selbst und ihre Kreativität beim Filmen wiederzufinden.

In Berlin angekommen, trifft sie in einem Café auf Noah, mit dem sie sich anfreundet und dem sie mit der Zeit immer näher kommt. Doch nicht nur Lia hat ihr Päckchen zu tragen, auch in Noahs Leben läuft einiges schief. Er versucht, bei den Streitigkeiten und Problemen zwischen seinem älteren Bruder und seinen Eltern zu vermitteln und gerät dabei selbst mitten hinein. In Lia scheint er einen Menschen gefunden zu haben, mit dem er das alles teilen und dem er alles anvertrauen kann. Doch ist sie genau so ehrlich zu ihm? Was ist in Hallingen wirklich passiert?

Meine Meinung
Das Cover des Buches ist wunderschön. Zum einen die zarten Farben und zum anderen die tolle Idee, das Straßennetz Berlins als „Hintergrund“ zu nutzen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist auch einfallsreich und hat Verbindung zu der Geschichte. Das finde ich immer schöner als einfach nur ein schönes Bild, das man auf jedes x-beliebige Buch drucken könnte. Dass der Buchumschlag nicht wie meist glatt ist, sondern rau, gefällt mir persönlich nicht ganz so gut. Aber das ist definitiv Geschmackssache.

Berlin ist auch ein gutes Stichwort, denn ein Punkt, der „Breakaway“ sicherlich von den meisten anderen New Adult-Romanen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er in Deutschland spielt. Ich persönlich kann mich spontan an keinen anderen NA-Roman erinnern, bei dem das der Fall war. Und zusätzlich auch noch in einer Stadt, die es tatsächlich gibt. Ich kann verstehen, warum viele Autoren ihre Geschichten in einem anderen Land (meist ja eher USA oder GB) spielen lassen und dann häufig auch an fiktiven Orten. Dennoch trägt der Handlungsort Berlin bei mir persönlich dazu bei, dass ich mich der Geschichte näher fühle, weil sie in einer Stadt spielt, die ich selbst kenne und mit der ich ein (positives) Gefühl verbinde.

Sprachlich gesehen hat mir das Buch gut gefallen. Ich mochte Anabelles Schreibstil, da er flüssig und angenehm zu lesen war, Emotionen gut aufgebaut wurden und auch die Spannung nicht zu kurz kam. Besonders positiv aufgefallen ist mir, wie detailreich Anabelle an bestimmten Stellen Situationen beschrieben hat. Eigentlich bin ich wirklich kein Fan ausführlicher Beschreibungen, aber richtig dosiert und an den passenden Stellen trägt dies dazu bei, dass man komplett in die Geschichte und Situation eintaucht und mitgerissen wird. Viel besser hätte man das nicht machen können. Dass abwechselnd aus Lias und Noahs Sicht geschrieben war, mochte ich sehr gerne, weil man so die Möglichkeit hatte, gewisse Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und die Gefühle und Gedanken der beiden besser nachvollziehen zu können.

Inhaltlich hat mir „Breakaway“ auch gut gefallen. Natürlich ist es zu einem Teil eben auch „typisch New Adult“, aber das erwartet man ja auch bei einem Buch dieses Genres. Meiner Meinung nach war es aber nicht zu viel Klischee. So fand ich Lia und Noah (und eigentlich auch die anderen Charaktere) allesamt total sympathisch, aber eben auch nicht ganz so 08/15 wie in vielen anderen Büchern. Noah z.B. war weder der klassische „Bad Boy“, noch der uncoole Nerd, sondern ein netter Kerl, der ganz gut aussieht, authentisch, liebevoll, zielstrebig und ein Familienmensch ist. Also einfach ein „ganz normaler“ Mensch. Das fand ich sehr angenehm. Auch die Nebencharaktere fand ich gut ausgewählt und bunt.

Was ich auch mochte, war das Geschäftsfeld, auf dem Noahs Familie mit ihrer Firma unterwegs ist. Das war auch mal etwas ganz anderes und mir hat die Leidenschaft, mit der Noah, Elias und ihre Eltern dabei sind, total gut gefallen.

Die Entwicklungen der Geschichte sind gut und spannend umgesetzt und ergeben insgesamt ein stimmiges und harmonisches Bild. Man bekommt mit der Zeit immer neue Puzzleteile zu den verschiedenen Rätseln, die sich ergeben. Sei es Lias Vorgeschichte, die Probleme von Noahs Bruder Elias oder auch das seltsame Verhalten von Noahs Schwester Kyra. Nach und nach erfährt man immer mehr, es bleibt jedoch bis zum Schluss spannend. Ich persönlich habe die ein oder andere Wendung bzw. die ein oder andere Situation so nicht kommen sehen.

Die hinter den Problemen der einzelnen Personen steckenden Themen sind auf jeden Fall ernste und wichtige. Anabelle hat es hier geschafft, sensible Problematiken gefühlvoll anzusprechen und weder in die eine noch in die andere Richtung zu „(ver-) urteilen“. Man konnte sehr gut, vor allem mit Lia, mitfühlen, vor allem, nachdem man wusste, was ihr widerfahren ist. Aber dennoch hat sie Lia nicht nur in die Opferrolle gesteckt, sondern ihr auch eine gewisse Stärke mitgegeben, aktiv etwas tun zu können und aus dieser Passivität herauszukommen, auch wenn sie dafür ihre Zeit braucht und einen inneren Kampf mit sich ausfechten muss, sich zu überwinden. Das finde ich eine tolle Message, denn ich glaube, bei vielen schwierigen Themen, die Menschen (psychisch) belasten, ist ein großer Punkt die gefühlte Passivität, das „Nichts tun können“. Anhand von Lia zu sehen, dass man eben (fast) immer doch etwas tun kann und aus schlimmen Geschehnissen etwas positives für sich ziehen kann, kann Betroffenen vielleicht ein wenig Hoffnung geben, mit derlei Problemen besser umgehen zu können.

Zum Schluss nochmal zu einem positiveren Thema. Da ich die ganzen Nebencharaktere auch alle so sehr mochte, hätte ich an der ein oder anderen Stelle gerne ein wenig mehr von ihnen erfahren. Aber das hätte die Geschichte insgesamt zu sehr ausufern lassen, glaube ich. Von daher freue ich mich sehr auf die weiteren Bände und hoffe, dass wir dort noch mehr über Phuong, Daniel, Oliver, Kyra und die anderen erfahren.

Mein Fazit
Alles in allem ein echt guter New Adult-Roman mit tollen Charakteren und wichtigen Themen. Insgesamt hat vielleicht ein bisschen das „gewisse Etwas“ gefehlt, das einen das Buch als etwas Besonderes lange im Gedächtnis behalten lässt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass da im Hinblick auf Band 2 einfach noch ein bisschen Luft nach oben ist.

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Eine zuckersüße Liebesgeschichte mit erstaunlich ernstem und wichtigen Hintergrund :-)

7

"𝖲𝖼𝗁𝖺𝗆 𝗌𝗍𝗂𝗋𝖻𝗍, 𝗐𝖾𝗇𝗇 𝖦𝖾𝗌𝖼𝗁𝗂𝖼𝗁𝗍𝖾𝗇 𝖾𝗋𝗓ä𝗁𝗅𝗍 𝗐𝖾𝗋𝖽𝖾𝗇."


Darum geht's

Hals über Kopf nimmt Lia den nächsten Bus von ihrer Heimat fort. Egal welchen, egal wohin. Ihre Reise führt sie nach Berlin, der Stadt in ...

"𝖲𝖼𝗁𝖺𝗆 𝗌𝗍𝗂𝗋𝖻𝗍, 𝗐𝖾𝗇𝗇 𝖦𝖾𝗌𝖼𝗁𝗂𝖼𝗁𝗍𝖾𝗇 𝖾𝗋𝗓ä𝗁𝗅𝗍 𝗐𝖾𝗋𝖽𝖾𝗇."


Darum geht's

Hals über Kopf nimmt Lia den nächsten Bus von ihrer Heimat fort. Egal welchen, egal wohin. Ihre Reise führt sie nach Berlin, der Stadt in der sie zwischen den vielen Menschen untertauchen kann. Sie hat jedoch nicht damit gerechnet, Noah zu begegnen. Noah mit den haselnussbraunen Augen. Noah, der ihr das Gefühl gibt, frei zu sein. Doch kann sie es wirklich wagen, die Mauern zu ihrer Vergangenheit für ihn einreißen?


Meine Meinung

Handlung

Ich finde, dass die Geundhadlung wirklich gut gelungen ist. Lia und Noah treffen immer im perfekten Moment aufeinander und auch wenn ich einige Handlungen etwas... unwahrscheinlich fand und teilweise hinterfragt habe, ob es nun wirklich SO zufällig kommen kann, konnte ich mich letztendlich voll und ganz in diese zuckersüße Geschichte fallen lassen.
Ungefähr ab der Hälfte des Buches gab es einige sehr unerwartete Wendungen, die das ganze zwar sehr spannend gemacht, mich aber auch ein bisschen erschlagen haben, wenn ich ehrlich bin.


Erzählstil

Der Erzählstil der Autorin war mein absolutes Highlight! Wenn ich ihn in drei Worten beschreiben müsste, wären es wahrscheinlich ERFRISCHEND, LEICHT und GEFÜHLVOLL. Zu jeder Situation hat Anabelle die passenden Worte gefunden, sodass ich regelrecht durch die Seiten geschwebt bin!


Charaktere

Erst einmal zu Lia: Sie ist eine unglaublich starke Persönlichkeit, die totz ihrer schweren Vergangenheit nicht aufgibt und durch ihre Liebe zu Filmen war sie mir von Anfang an sympatisch.
Noah ist ein wirklich toller Protagonist, der mein Herz durch seine warme und treue Art sofort zum Flattern gebracht hat. An manchen Stellen hat er meiner Meinung nach ein wenig zu impulsiv reagiert, was teilweise etwas nervig war, aber der Geschichte auch diese Ups and Downs verliehen hat, von denen ich gerne spreche.
Kyra ist mir total ans Herz gewachsen. Ich liebe ihre offenene Art und auch wenn sie ebenfalls einige Dinge mit sich rumzuschleppen hat, kann ich es kaum erwarten, in Fadeaway mehr über sie zu erfahren.
Elias ist mein heimlicher Held der Geschichte. Die Verbindung und seine Aufopferung gegenüber seinen Geschwistern Noah und Kyra ist einfach zum Träumen und ich bin so happy, dass auch ihm ein eigenes Buch (Runaway) gewidmet ist.


Cover

Das Cover ist einfach traumhaft!! Ich liebe die beleuchtete Stadt im Hintergrund und könnte es stundenlang einfach nur anstarren! Die Schrift ist ebenfalls toll gewählt und wenn es dunkel ist und nur die Lichterketten brennen, bilde ich mir sogar ein, die Lichter der Stadt funkeln zu sehen


Gefühl

Das Gefühl ist bei dieser Geschichte auf jeden Fall nicht zu kurz gekommen. Ich konnte das Prickeln zwischen Lia und Noah regelrecht spüren und habe wirklich bis zur letzten Seite mitgefiebert, was nicht zuletzt am Schreibstil lag! Nur irgendwie hat mir hier noch das gewissen Etwas gefehlt. Ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber der letzte Funke ist bei mir noch nicht ganz so übergesprungen...


Resümee

Insgesamt wirklich eine zauberhafte Geschichte im wunderschönen Berlin. Ich war zwar noch nie dort, hatte aber auf jeder Seite das Gefühl, live dabei zu sein, auch wenn mich die seeehr deutschen Namen teilweise etwas verwirrt haben (das ist aber wirklich nur Gewohnheitssache!).
Am besten umgesetzt fand ich, wie Lia sich Stück für Stück geöffnet hat und vor allem das Ende war sehr emotional und kann meiner Meinung nach auch Mädchen mit ähnlichen Problemen unheimlich viel Mut machen!

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Veröffentlicht am 01.12.2020

Für ein Debüt überzeugend

6

Es ist manchmal ganz schön verrückt, wie klein die Buchwelt sein kann. Da habe ich vor einigen Jahren den Buchblog von Anabelle Stehl entdeckt, dem ich bis heute treu geblieben bin. Und auf einmal veröffentlicht ...

Es ist manchmal ganz schön verrückt, wie klein die Buchwelt sein kann. Da habe ich vor einigen Jahren den Buchblog von Anabelle Stehl entdeckt, dem ich bis heute treu geblieben bin. Und auf einmal veröffentlicht sie selbst ein Buch und das auch noch in dem Genre, das in den letzten zwei Jahren den Großteil meiner gelesenen Bücher ausgemacht hat. Ich wusste zwar, dass sie mit vielen der deutschen Autorinnen befreundet ist, die sich schon auf dem deutschen Buchmarkt etablieren durfte, aber trotzdem rechnet man da nicht mit. Aber natürlich war es Ehrensache, dass ich ihren Debütroman „Breakaway“ lesen würde.

Die größte Erleichterung ist für mich sicherlich, dass es für das erste beendete und veröffentlichte Buch eine wirklich sehr beachtliche Leistung ist. Es hätte nämlich nichts schlimmeres geben können, als dass ich das Buch ganz schrecklich gefunden hätte. Das ist mir und ihr zum Glück erspart geblieben, aber trotzdem wird es jetzt hier auch keine Begeisterungsstürme geben, da man dem Debüt eben auch ein paar typische Debütkrankheiten anmerkt. Ich habe in der letzten Zeit vermehrt festgestellt, dass es mir unheimlich schwerfällt, mich richtig mit einer Figur zu identifizieren, wenn ihre Vergangenheit zu einem riesigen Geheimnis aufgebauscht wird, denn es wird von ihr ein essenzieller Teil einfach ausgespart. Autoren stehen immer vor der Wahl, ob sie Geheimnisse einbauen, um einen gewissen Spannungseffekt zu erzeugen. Aber ich sehe es so, dass New Adult kein Spannungsroman, geschweige denn ein Krimi sein muss, von daher würde ich immer für transparente Figuren plädieren. Bei Lia standen nun leider die Geheimnisse im Vordergrund, weswegen es mir wirklich schwer gefallen ist, eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Darunter hat auch zwangsweise die Liebesgeschichte zu Noah etwas gelitten, denn wenn sie ihrem Gegenüber nicht alles von sich gibt, wie soll da diese besondere Magie entstehen?

Bei Noah hat dagegen nahezu alles gestimmt. Er war die transparente Figur, die ich mir gewünscht habe. Er mag zwar letztlich eine ganz schreckliche Menschenkenntnis haben, aber trotzdem ist man durch seine Perspektive fleißig mit in den Fallen gelaufen und das beweist mir, dass er uns Leser mit auf eine Reise genommen hat. Da bedeutet es dann nicht, dass ich alles so sehen muss, wie er das tut, aber es ist zumindest nachvollziehbar für mich, warum er tut, was er tut. Wo er ein wenig schlecht aussah, waren sicherlich seine überzogenen Reaktionen auf gewisse Entwicklungen. Hier kommt aber gleich der zweite Knackpunkt ins Spiel. Eine NA-Roman lebt von gewissen Wendungen und dramatischen Entwicklungen, aber es ist sicherlich mit eines der größten Herausforderungen in diesem Genre, denn entweder man will zu viel und es wirkt völlig überdramatisiert oder aber man macht aus einer Mücke aus einen Elefanten und dann passt es auch nicht wirklich. Aber gewisse Elemente zu kreieren, in denen man nachvollziehen kann, warum sich für das Paar nun ein Scheidepunkt in ihrer Beziehung ergibt, das ist reine Übungssache und ich bin frohen Mutes, dass sich Anabelle da noch deutlich steigern wird.

Nach diesen stilistischen Mängeln möchte ich aber dennoch noch einmal hervorheben, dass es so viele Gründe gibt, warum man „Breakaway“ definitiv eine Chance geben sollte. Zunächst einmal spielt die Geschichte tatsächlich in Deutschland, dass wir das noch erleben dürfen! Weiterhin sind wirklich schöne Momente entstanden, sei es bei der Kunstausstellung, wo ein toller Bogen zu Lias Entwicklung eingeschlagen wird, der am Ende grandios aufgelöst wird, sei es die Aufdeckung von Lias Geheimnis, deren Beschreibung mich innerlich tief mitgenommen hat oder so viel mehr. All das konnte nur entstehen, weil Anabelle Stehl sich jetzt zurecht Autorin schimpfen kann und ich bin sehr glücklich, dass sie tatsächlich schreiben kann und ich mich auf jedes weitere Buch von ihr freuen werde.

Fazit: „Breakaway“ ist unterm Strich für ein Debüt bemerkenswert, denn erstmal zu beweisen, dass das Zusammengetippte auch tatsächlich ein druckwürdiges Ergebnis ist, ist schon die große Anfangshürde. Natürlich krankt das Buch noch an einigen Stellen, sei es bei der Figurenzeichnung, sei es beim Fingerspitzengefühl, wie viel Drama wo nötig ist, aber das Wichtigste ist einfach, dass es eine Geschichte ist, die einen mit auf eine Reise nimmt.

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Zitat: „Scham stirbt, wenn Geschichten erzählt werden!“

6

Breakaway von Anabelle Stehl

Lia, eine junge Studentin aus Hallingen erlebt eine Nacht, wie sie nie hätte statt finden sollen. Sie sieht keinen Ausweg mehr und packt spontan ihre Tasche um vor den Blicken ...

Breakaway von Anabelle Stehl

Lia, eine junge Studentin aus Hallingen erlebt eine Nacht, wie sie nie hätte statt finden sollen. Sie sieht keinen Ausweg mehr und packt spontan ihre Tasche um vor den Blicken und Lästereien ihrer Mitstudenten zu fliehen. Sie setzt sich kurzerhand in den nächsten Bus und landet in Berlin. Dort angekommen hofft sie in den Menschenmassen untertauchen zu können. Womit sie jedoch nicht rechnet ist Noah, dieser setzt ihr ganz schön zu. Auch andere, ihr fremde Menschen schleichen sich in ihr Leben, in ihr Herz. Jeden einzelnen belügt sie um sich selbst zu schützen.
Noah hingegen leidet nicht nur unter den Geheimnissen von Lia, sondern hat mit familiären Diskrepanzen zu kämpfen.

Annabelle Stehl ist seit 2015 unter anderem als Bloggerin unterwegs. Sie arbeitet im Online Marketing und als Autorin. Sie ist viel auf Reisen und ihre zweite Leidenschaft sind Videospiele. „Breakaway“ ist der Auftakt der „Away-Reihe“ und ihr Debüt. Dieser ist in die Kategorie zeitgenössischer Liebesroman / Erzählungen einzugliedern.

Lia (Emilia) ist eine junge Studentin, die bis vor kurzem ihrer Leidenschaft dem Filmen nach gegangen ist. Durch eine falsche Entscheidung steht ihr Leben nun Kopf. Sie macht das, was alle gejagten tun, sie flieht vor ihrem Leben. Bis zu besagtem Vorfall war sie eine lebensfrohe, lockere, spontane, extrovertierte junge Frau. Nun leidet sie, zieht sich zurück, hat Angst falsche Entscheidungen zu treffen und baut um sich ein Lügengerüst, welches mit der Zeit gefährlich wackelt und droht einzustürzen. Hierbei reißt sie nicht nur sich mit in die Tiefe. Lia ist wirklich sympathisch, raubt einem mit ihrer unehrlichen, unentschlossenen Art jedoch gern mal den letzten Nerv.
Noah ist der mittlere Sohn der Familie Seger. Seine Geschwister sind Elias und Kyra.
Er begegnet Lia in einem Kaffee. Sie weckt durch ihre unscheinbare Art sein Interesse. Noah stellt einen lebensfrohen Charakter da, wären da nicht die Streitigkeiten mit seiner Familie. Regulär hätte er im Ausland sein sollen, doch aufgrund der aktuellen Umstände bricht er sein Praxissemester ab und kommt früher Heim, da für ihn die Familie oberste Priorität hat. Als Jugendlicher hatte er mit Wutausbrüchen zu kämpfen. Um dies unter Kontrolle zu halten, geht er zum Boxen.
Die Nebendarsteller in diesem Buch sind gut gewählt. Es gibt Daniel, den besten Freund von Noah, Phuong, eine lebensoffene Jurastudentin, die nebenbei kellnert, Elias und Kyra, die beiden Geschwister von Noah, Alexander, der mysteriöse junge Mann aus Lias Vergangenheit, Familie Rothe, eine Unternehmerfamilie die auch hier ihre Rolle spielt, Miss Garcia, die nette Oma von Daniel und einen herrlichen Barkeeper. Jede einzelne Partei erfüllt seinen Zweck in der Story.

In „Breakaway“ gibt es zwei Szenen die sich mir eingebrannt haben. Diese werde ich immer mit diesem Roman verbinden. Da ich kein Freund davon bin Inhalte so zu Spoilern das ihr keine Lust mehr habt das Buch zu lesen gehe ich hier nicht weiter darauf ein, nur so viel: in einem der Szenen findet Lia ihre Lebensfreude und Energie wieder, es ist richtig schön zu lesen wie sie aufblüht und endlich ihr altes „Ich“ wieder findet. In einer anderen Szene brechen all ihre Dämme und sie findet ein Ventil um alles herauszulassen. Sie kämpft und fällt... Noah steht ihr in diesem doch sehr intimen Moment zur Seite.
Es gibt viele Diskrepanzen und heikle Momente, aber auch welche in denen man schmunzelt. Etwas das in diesem Buch eine Rolle spielt ist „die Macht der Medien/Mobbing“. Ich finde das diese Thematik von Anabelle wirklich sehr gut beschrieben wird.

Dank des Schreibstils kann man der Story von Noah und Lia sehr gut folgen. Es wird abwechselnd aus deren Sichten erzählt, sodass man immer direkt dabei ist. Man denkt und fühlt mit ihnen.

Von Anfang an weiß man das etwas Schlimmes passiert ist. Dies baut sich von Kapitel zu Kapitel auf. Währenddessen kommen weitere Geheimnisse und Ungereimtheiten hinzu. Erst nach etwa ¾ des Romans werden die ersten Rätsel gelüftet. Bis dahin gibt es viel Freundschaft, eine immer stärker werdende Bindung zwischen Lia und Noah, Familiendramen und Geschwisterliebe. Für mich hat es sich leider sehr in die Länge gezogen, was ein wenig schade ist. Die Streitereien zwischen Lia und Noah sind wirklich extrem und in meinen Augen recht überspitz dargestellt. Es wirkt für mich nicht sonderlich glaubwürdig und hat mir dadurch zwischenzeitlich den Lesespaß genommen.
Die Momente unter den Geschwistern waren wirklich klasse beschrieben und auch die Freundschaften untereinander waren richtig toll. Es war schön zu sehen, wie das Band zwischen allen immer fester wurde und sie trotz aller Schwierigkeiten versucht haben ihren Weg zu finden.

Fazit:
„Breakaway“ ist eine tolle New Adult Liebesromanze, mit deutschem Setting (dies finde ich wirklich erfrischend). Die Geschichte um Lia bewegt einen. Es ist furchtbar wozu Mitmenschen fähig sind und welche Macht die Medien haben (auf positive, wie negative Weise). Die Story finde ich gut, aber leider manchmal etwas in die Länge gezogen. Der Roman beinhaltet lebhafte, tiefe Szenen, im Gegenzug jedoch auch welche die nicht so richtig rüber kommen, bzw. bei denen man das Buch gern zuschlagen würde weil es in dem Moment irgendwie unpassend ist. Gerne wäre ich ab und an in den Roman gesprungen um die Protagonisten zu schütteln.
Irgendwie ist der Funke nicht ganz rüber gesprungen...

Breakaway bekommt von mir 3,5 Sterne!

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