Leserunde zu "Berchtesgaden" von Carolin Otto
Deutschland zur Stunde Null
Berchtesgaden
Roman. Deutschland zur Stunde Null - das eindringliche Panorama einer Gesellschaft im Umbruch
Berchtesgaden im Mai 1945. Die Lieblingsstadt des Führers kapituliert, die US-Amerikaner übernehmen die Regierung. Als die 19-jährige Sophie eine Stelle beim Military Government antritt, wird sie mit der Wahrheit über die deutschen Verbrechen konfrontiert. Sie trifft dort Menschen, die den Blick auf ihre Familie verändern. Da ist ihr Chef, der jüdische Emigrant Frank Rosenzweig, der auf Nachricht überlebender Verwandter hofft, und seine Freundin, die glamouröse Kriegsreporterin Meg. Der einst zum Tode verurteilte Bürgermeister Rudolf Kriss. Und der schwarze GI Sam, in den Sophie sich verliebt. In Berchtesgaden kreuzen sich ihre Wege auf schicksalhafte Weise ...
Timing der Leserunde
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Bewerben 24.11.2025 - 14.12.2025
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Lesen 12.01.2026 - 31.01.2026
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Rezensieren 01.02.2026 - 15.02.2026
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Abschnitt 1, KW 3, Seite 1 bis 181, inkl. Kapitel 21 bis 18.01.2026
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Abschnitt 2, KW 4, Seite 182 bis 360, inkl. Kapitel 39 bis 25.01.2026
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Abschnitt 3, KW 5, Seite 361 bis Ende bis 31.01.2026
Schlagworte
Teilnehmer
Diskussion und Eindrücke zur Leserunde
Abschnitt 1, KW 3, Seite 1 bis 181, inkl. Kapitel 21
Veröffentlicht am 12.01.2026 um 09:31 Uhr
Am Anfang hatte ich etwas Mühe mit dem Einstieg, weil – auch wenn der Roman in kurze Kapitel gegliedert ist – sehr viele Personen auf einmal eingeführt werden. Das hat es mir zunächst nicht leicht gemacht, mich zu orientieren und eine emotionale Bindung aufzubauen.
Inzwischen bin ich aber deutlich besser im Buch angekommen. Besonders die Episode mit den Polen und dem Pferd sowie die Schilderungen der Frauen fand ich furchtbar und zutiefst erschütternd. Gerade weil das leider sehr realistisch wirkt – so, wie man es aus Erzählungen, Zeitzeugenberichten und auch aus anderen historischen Romanen oder Dokumentationen kennt. Berchtesgaden beschönigt hier nichts, und genau das macht die Lektüre so schwer, aber auch so eindringlich.
Stellenweise liest sich der Text fast wie ein Geschichtsbuch. Mich persönlich stört das nicht, weil man den historischen Hintergrund zwar nicht unbedingt kennen muss, er aber hilft, die Figuren und ihre Lage besser zu verstehen. Für mich ist vieles davon auch deshalb greifbar, weil die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg auch in unserer Region gewesen sind. Durch Erzählungen in der Familie und Zeitungsartikel habe ich zu dieser „Stunde Null“ ohnehin schon ein gewisses Bild im Kopf. Deshalb wirkt vieles im Roman auf mich besonders authentisch.
Ich habe den Eindruck, dass Carolin Otto hier stark aus der eigenen Familiengeschichte schöpft, auch wenn es natürlich ein Roman ist. Das verleiht dem Ganzen eine zusätzliche Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Was mir allerdings noch fehlt, ist ein klarer Spannungsbogen. Ich frage mich immer noch, wohin sich die Geschichte eigentlich entwickeln will und welches Ziel sie verfolgt. Im Moment fühlt es sich für mich mehr wie eine Abfolge von sehr eindrücklichen Momentaufnahmen an als wie eine durchgehende Erzählung. Ich bin gespannt, ob sich daraus noch eine stärkere innere Dramaturgie ergibt.
Veröffentlicht am 13.01.2026 um 09:28 Uhr
Endlich ist das Buch angekommen, und ich konnte loslesen. Zuerst einmal musste ich all die beteiligten Personen sortieren… Der Roman schildert die Zeit und Ereignisse aus einer anderen unerwarteten Perspektive. Das hat mir gut gefallen, auch wenn es dadurch nicht einfach zu lesen ist.
Die Hauptdarsteller sind Magda, Sophie, Meg, Frank, Sam und Rudolf Kriss.
Magda ist in meinen Augen ziemlich naiv und auch leichtsinnig, sie träumt blauäugig von der Ehe mit Max, was ich persönlich stark anzweifle. Davon abgesehen, mag ich Max überhaupt nicht, er hält stur an seiner Ideologie fest, trotzdem flieht er und stellt sich nicht den Tatsachen. Ich frage mich, was Magda mit ihrer Familie auf der Flucht erlebt hat, es muss furchtbar gewesen sein.
Sophie hat eine Anstellung bei der US-Militärverwaltung ergattert. Die mehr als 140 Fragen fand ich extrem, das war ja schon fast ein kleines Buch. Sie hätte Max Zugehörigkeit zu der SS erwähnen müssen, hat es aber weggelassen, das konnte ich gut verstehen. Max Einstellung hat mit seiner Familie relativ wenig zu tun.
Flucht – die Stelle mit den Polen und dem Pferd fand ich furchtbar, es geht mir nicht aus dem Kopf. Menschen fliehen gemeinsam und berauben sich dabei auch noch gegenseitig. Unglaublich, aber ich war zum Glück noch nie in einer solchen Lage, so daß ich mir eigentlich kein Urteil erlauben kann.
Frank Rosenzweig ist ein sympathischer Mann. Er konnte 1933 mit seinen Eltern in die USA emigrieren. Als Verhörspezialist wird er wohl einiges aufdecken. Hoffentlich findet er eine Spur zu seinen Verwandten. Warum seine erste große Liebe Ali Gral auf einer seiner Listen steht, ist mir noch unklar, sie war doch „nur“ die Geliebte. Die beiden treffen bestimmt noch aufeinander.
Das Schicksal von Dr Rudolf Kriss hat mich sehr berührt. Ein feingeistiger Mensch, wird denunziert und soll hingerichtet werden. Aber er hatte noch einmal Glück – und soll jetzt Bürgermeister werden. Keine leichte Aufgabe in diesen Nachkriegswirren.
Als ich gelesen habe, daß die afroamerikanischen Soldaten gefährliche Aktionen ausführen dürfen, aber auf den Siegerfotos nicht zu sehen sind, wollte ich es fast nicht glauben. Der Rassismus hat den Atlantik überquert.
Das Schicksal von Meg hat mich auch nicht kaltgelassen. Mit 8 Jahren vom Freund der Familie vergewaltigt, krank, abgeschoben ins Internat, um dann zu erfahren, daß der Freund weiterhin willkommen ist. Ob ihre Beziehung zu Frank hält?
Das Knistern zwischen Sam und Sophie ist wunderbar subtil beschrieben, da bin ich schon sehr gespannt – trotz Fraternisierungsverbot wird die zarte Pflanze weiter wachsen.
Ich wusste bisher nichts von dem Wettlauf der Franzosen und Amerikaner um Berchtesgaden. So richtig geklärt ist das ja bis heute nicht. Ich kann mir das Durcheinander richtig gut vorstellen, auch die Feierei, die Plünderungen, die Rache der französischen Soldaten an den Deutschen. Zum Glück mussten die Franzosen abziehen.
Ich bin so gespannt wie es weitergeht!
Veröffentlicht am 13.01.2026 um 17:47 Uhr
Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn große Schwierigkeiten mit dem Buch hatte, was überwiegend an der Vielzahl an Personen lag, die man erst mal so nach und nach ein ordnen musste. Auch habe ich mit dem Schreibstil einige Probleme, es liest sich eher wie ein Geschichtsbuch,als ein Roman.
Die Vergewaltigung von Meg und den Umgang ihrer Familie damit, fand ich einfach und unfassbar. Dass er quasi nach kurzer Zeit wieder als Freund in die Familie aufgenommen wurde, ich vermag es nicht zu glauben.
Von allen beteiligten Personen ist mir momentan Frank am sympathischsten.
Was Sophie betrifft,ich glaube nicht dass sie bei ihrem Bewerbungsbogen bezüglich ihres Bruders Max gelogen hat, ich befürchte, das hat noch Konsequenzen für sie.
Sehr berührend fand ich das Schicksal von Rudolf Kriss,ich bin gespannt,wie seinweiterer Weg verläuft.
Sam und Sophie,die Anziehung zwischen ihnen ist
so feinfühlig beschrieben,ich hoffe ,sie finden wirklich zueinander.
Veröffentlicht am 13.01.2026 um 17:48 Uhr
Bookworm_23 schrieb am 13.01.2026 um 09:28 Uhr
Endlich ist das Buch angekommen, und ich konnte loslesen. Zuerst einmal musste ich all die beteiligten Personen sortieren… Der Roman schildert die Zeit und Ereignisse aus einer anderen unerwarteten Perspektive. Das hat mir gut gefallen, auch wenn es dadurch nicht einfach zu lesen ist.
Die Hauptdarsteller sind Magda, Sophie, Meg, Frank, Sam und Rudolf Kriss.
Magda ist in meinen Augen ziemlich naiv und auch leichtsinnig, sie träumt blauäugig von der Ehe mit Max, was ich persönlich stark anzweifle. Davon abgesehen, mag ich Max überhaupt nicht, er hält stur an seiner Ideologie fest, trotzdem flieht er und stellt sich nicht den Tatsachen. Ich frage mich, was Magda mit ihrer Familie auf der Flucht erlebt hat, es muss furchtbar gewesen sein.
Sophie hat eine Anstellung bei der US-Militärverwaltung ergattert. Die mehr als 140 Fragen fand ich extrem, das war ja schon fast ein kleines Buch. Sie hätte Max Zugehörigkeit zu der SS erwähnen müssen, hat es aber weggelassen, das konnte ich gut verstehen. Max Einstellung hat mit seiner Familie relativ wenig zu tun.
Flucht – die Stelle mit den Polen und dem Pferd fand ich furchtbar, es geht mir nicht aus dem Kopf. Menschen fliehen gemeinsam und berauben sich dabei auch noch gegenseitig. Unglaublich, aber ich war zum Glück noch nie in einer solchen Lage, so daß ich mir eigentlich kein Urteil erlauben kann.
Frank Rosenzweig ist ein sympathischer Mann. Er konnte 1933 mit seinen Eltern in die USA emigrieren. Als Verhörspezialist wird er wohl einiges aufdecken. Hoffentlich findet er eine Spur zu seinen Verwandten. Warum seine erste große Liebe Ali Gral auf einer seiner Listen steht, ist mir noch unklar, sie war doch „nur“ die Geliebte. Die beiden treffen bestimmt noch aufeinander.
Das Schicksal von Dr Rudolf Kriss hat mich sehr berührt. Ein feingeistiger Mensch, wird denunziert und soll hingerichtet werden. Aber er hatte noch einmal Glück – und soll jetzt Bürgermeister werden. Keine leichte Aufgabe in diesen Nachkriegswirren.
Als ich gelesen habe, daß die afroamerikanischen Soldaten gefährliche Aktionen ausführen dürfen, aber auf den Siegerfotos nicht zu sehen sind, wollte ich es fast nicht glauben. Der Rassismus hat den Atlantik überquert.
Das Schicksal von Meg hat mich auch nicht kaltgelassen. Mit 8 Jahren vom Freund der Familie vergewaltigt, krank, abgeschoben ins Internat, um dann zu erfahren, daß der Freund weiterhin willkommen ist. Ob ihre Beziehung zu Frank hält?
Das Knistern zwischen Sam und Sophie ist wunderbar subtil beschrieben, da bin ich schon sehr gespannt – trotz Fraternisierungsverbot wird die zarte Pflanze weiter wachsen.
Ich wusste bisher nichts von dem Wettlauf der Franzosen und Amerikaner um Berchtesgaden. So richtig geklärt ist das ja bis heute nicht. Ich kann mir das Durcheinander richtig gut vorstellen, auch die Feierei, die Plünderungen, die Rache der französischen Soldaten an den Deutschen. Zum Glück mussten die Franzosen abziehen.
Ich bin so gespannt wie es weitergeht!
Was Magda betrifft,sie hat in Bezug auf Max die rosarote Brille auf, ich mag ihn überhaupt nicht und fürchte, sie wird sehr enttäuscht werden
Veröffentlicht am 13.01.2026 um 17:50 Uhr
Bookworm_23 schrieb am 13.01.2026 um 09:28 Uhr
Endlich ist das Buch angekommen, und ich konnte loslesen. Zuerst einmal musste ich all die beteiligten Personen sortieren… Der Roman schildert die Zeit und Ereignisse aus einer anderen unerwarteten Perspektive. Das hat mir gut gefallen, auch wenn es dadurch nicht einfach zu lesen ist.
Die Hauptdarsteller sind Magda, Sophie, Meg, Frank, Sam und Rudolf Kriss.
Magda ist in meinen Augen ziemlich naiv und auch leichtsinnig, sie träumt blauäugig von der Ehe mit Max, was ich persönlich stark anzweifle. Davon abgesehen, mag ich Max überhaupt nicht, er hält stur an seiner Ideologie fest, trotzdem flieht er und stellt sich nicht den Tatsachen. Ich frage mich, was Magda mit ihrer Familie auf der Flucht erlebt hat, es muss furchtbar gewesen sein.
Sophie hat eine Anstellung bei der US-Militärverwaltung ergattert. Die mehr als 140 Fragen fand ich extrem, das war ja schon fast ein kleines Buch. Sie hätte Max Zugehörigkeit zu der SS erwähnen müssen, hat es aber weggelassen, das konnte ich gut verstehen. Max Einstellung hat mit seiner Familie relativ wenig zu tun.
Flucht – die Stelle mit den Polen und dem Pferd fand ich furchtbar, es geht mir nicht aus dem Kopf. Menschen fliehen gemeinsam und berauben sich dabei auch noch gegenseitig. Unglaublich, aber ich war zum Glück noch nie in einer solchen Lage, so daß ich mir eigentlich kein Urteil erlauben kann.
Frank Rosenzweig ist ein sympathischer Mann. Er konnte 1933 mit seinen Eltern in die USA emigrieren. Als Verhörspezialist wird er wohl einiges aufdecken. Hoffentlich findet er eine Spur zu seinen Verwandten. Warum seine erste große Liebe Ali Gral auf einer seiner Listen steht, ist mir noch unklar, sie war doch „nur“ die Geliebte. Die beiden treffen bestimmt noch aufeinander.
Das Schicksal von Dr Rudolf Kriss hat mich sehr berührt. Ein feingeistiger Mensch, wird denunziert und soll hingerichtet werden. Aber er hatte noch einmal Glück – und soll jetzt Bürgermeister werden. Keine leichte Aufgabe in diesen Nachkriegswirren.
Als ich gelesen habe, daß die afroamerikanischen Soldaten gefährliche Aktionen ausführen dürfen, aber auf den Siegerfotos nicht zu sehen sind, wollte ich es fast nicht glauben. Der Rassismus hat den Atlantik überquert.
Das Schicksal von Meg hat mich auch nicht kaltgelassen. Mit 8 Jahren vom Freund der Familie vergewaltigt, krank, abgeschoben ins Internat, um dann zu erfahren, daß der Freund weiterhin willkommen ist. Ob ihre Beziehung zu Frank hält?
Das Knistern zwischen Sam und Sophie ist wunderbar subtil beschrieben, da bin ich schon sehr gespannt – trotz Fraternisierungsverbot wird die zarte Pflanze weiter wachsen.
Ich wusste bisher nichts von dem Wettlauf der Franzosen und Amerikaner um Berchtesgaden. So richtig geklärt ist das ja bis heute nicht. Ich kann mir das Durcheinander richtig gut vorstellen, auch die Feierei, die Plünderungen, die Rache der französischen Soldaten an den Deutschen. Zum Glück mussten die Franzosen abziehen.
Ich bin so gespannt wie es weitergeht!
Den Fragebogen fand ich auch sehr überzogen
Steff05
Mitglied seit 07.01.2024
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. Heinrich Heine
Veröffentlicht am 14.01.2026 um 08:58 Uhr
Ich glaube, ich habe mich nie mit der Übernahme des Landes nach dem Krieg beschäftigt! Und so bietet mir dieses Buch wirklich faszinierende Einblicke in diese Zeit. Was ich bereits wusste deckt sich mit dem Geschehen im Buch, aber ich stieß auch auf viel Unbekanntes. Vielleicht mögen die Charaktere erfunden sein, aber ich glaube, dass das Geschichtliche in diesem Buch durchaus stimmen könnte (ich lese mit eBook und kann daher noch nichts darüber sagen ob im Anhang diesbezüglich irgendwas erwähnt wird- auch weil ich mich nicht selbst versehentlich spoilern möchte). Die Atmosphäre ist jedenfalls erstaunlich realistisch, die Schwere des Themas trotz allem nicht allzu erdrücken, und gut zu lesen.
Was ich bisher so noch garnicht kannte war aber die Bedeutung der Buchbeschreibung für die Lektüre. Ohne sie wäre ich vermutlich bei den vielen Namen und Sichtweisen überfordert gewesen. Aber dadurch, dass die Beschreibung schon die wichtigsten Namen und Zusammenhänge nennt, konnte man sich auf diese konzentrieren und verstand dadurch den Ablauf schon deutlich besser.
Die Personen um die es hier geht, finde ich super dargestellt. Sie sind eindeutig in ihrer Persönlichkeit voneinander zu unterscheiden und man baut auch rasch- auch dank der vielen Anekdoten und persönlichen Geschichten eine Bindung zu jedem einzelnen auf. Gegen Ende merkt man auch schon wie sich die einzelnen Erzählstränge langsam begegnen.
Für mich ist dieses Buch schon jetzt mehr als nur Lesevergnügen. Es entführt in eine mir fremde Zeit und macht Geschichte wirklich lebendig und greifbar.
Steff05
Mitglied seit 07.01.2024
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. Heinrich Heine
Veröffentlicht am 14.01.2026 um 09:03 Uhr
Langeweile schrieb am 13.01.2026 um 17:47 Uhr
Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn große Schwierigkeiten mit dem Buch hatte, was überwiegend an der Vielzahl an Personen lag, die man erst mal so nach und nach ein ordnen musste. Auch habe ich mit dem Schreibstil einige Probleme, es liest sich eher wie ein Geschichtsbuch,als ein Roman.
Die Vergewaltigung von Meg und den Umgang ihrer Familie damit, fand ich einfach und unfassbar. Dass er quasi nach kurzer Zeit wieder als Freund in die Familie aufgenommen wurde, ich vermag es nicht zu glauben.
Von allen beteiligten Personen ist mir momentan Frank am sympathischsten.
Was Sophie betrifft,ich glaube nicht dass sie bei ihrem Bewerbungsbogen bezüglich ihres Bruders Max gelogen hat, ich befürchte, das hat noch Konsequenzen für sie.
Sehr berührend fand ich das Schicksal von Rudolf Kriss,ich bin gespannt,wie seinweiterer Weg verläuft.
Sam und Sophie,die Anziehung zwischen ihnen ist
so feinfühlig beschrieben,ich hoffe ,sie finden wirklich zueinander.
Mir half anfangs der Klappentext sehr, da er die wichtigsten Personen eingrenzt. Den Schreibstil finde ich aber sehr toll, sehr faszinierend und ausgefuchst. Es gibt so viele kleine Ansatzpunkte, auf die im späteren Verlauf noch zurückgegriffen werden könnte und trotzdem weiß man nicht wohin soe Teise führt. Der Fragebogen wird bestimmt noch zum Problem für Sophie. Aber was ist mit Megs Vergewaltiger, bzw ihren Erfahrungen? Oder Franks Händigkeit? Usw.
Steff05
Mitglied seit 07.01.2024
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. Heinrich Heine
Veröffentlicht am 14.01.2026 um 09:11 Uhr
Bookworm_23 schrieb am 13.01.2026 um 09:28 Uhr
Endlich ist das Buch angekommen, und ich konnte loslesen. Zuerst einmal musste ich all die beteiligten Personen sortieren… Der Roman schildert die Zeit und Ereignisse aus einer anderen unerwarteten Perspektive. Das hat mir gut gefallen, auch wenn es dadurch nicht einfach zu lesen ist.
Die Hauptdarsteller sind Magda, Sophie, Meg, Frank, Sam und Rudolf Kriss.
Magda ist in meinen Augen ziemlich naiv und auch leichtsinnig, sie träumt blauäugig von der Ehe mit Max, was ich persönlich stark anzweifle. Davon abgesehen, mag ich Max überhaupt nicht, er hält stur an seiner Ideologie fest, trotzdem flieht er und stellt sich nicht den Tatsachen. Ich frage mich, was Magda mit ihrer Familie auf der Flucht erlebt hat, es muss furchtbar gewesen sein.
Sophie hat eine Anstellung bei der US-Militärverwaltung ergattert. Die mehr als 140 Fragen fand ich extrem, das war ja schon fast ein kleines Buch. Sie hätte Max Zugehörigkeit zu der SS erwähnen müssen, hat es aber weggelassen, das konnte ich gut verstehen. Max Einstellung hat mit seiner Familie relativ wenig zu tun.
Flucht – die Stelle mit den Polen und dem Pferd fand ich furchtbar, es geht mir nicht aus dem Kopf. Menschen fliehen gemeinsam und berauben sich dabei auch noch gegenseitig. Unglaublich, aber ich war zum Glück noch nie in einer solchen Lage, so daß ich mir eigentlich kein Urteil erlauben kann.
Frank Rosenzweig ist ein sympathischer Mann. Er konnte 1933 mit seinen Eltern in die USA emigrieren. Als Verhörspezialist wird er wohl einiges aufdecken. Hoffentlich findet er eine Spur zu seinen Verwandten. Warum seine erste große Liebe Ali Gral auf einer seiner Listen steht, ist mir noch unklar, sie war doch „nur“ die Geliebte. Die beiden treffen bestimmt noch aufeinander.
Das Schicksal von Dr Rudolf Kriss hat mich sehr berührt. Ein feingeistiger Mensch, wird denunziert und soll hingerichtet werden. Aber er hatte noch einmal Glück – und soll jetzt Bürgermeister werden. Keine leichte Aufgabe in diesen Nachkriegswirren.
Als ich gelesen habe, daß die afroamerikanischen Soldaten gefährliche Aktionen ausführen dürfen, aber auf den Siegerfotos nicht zu sehen sind, wollte ich es fast nicht glauben. Der Rassismus hat den Atlantik überquert.
Das Schicksal von Meg hat mich auch nicht kaltgelassen. Mit 8 Jahren vom Freund der Familie vergewaltigt, krank, abgeschoben ins Internat, um dann zu erfahren, daß der Freund weiterhin willkommen ist. Ob ihre Beziehung zu Frank hält?
Das Knistern zwischen Sam und Sophie ist wunderbar subtil beschrieben, da bin ich schon sehr gespannt – trotz Fraternisierungsverbot wird die zarte Pflanze weiter wachsen.
Ich wusste bisher nichts von dem Wettlauf der Franzosen und Amerikaner um Berchtesgaden. So richtig geklärt ist das ja bis heute nicht. Ich kann mir das Durcheinander richtig gut vorstellen, auch die Feierei, die Plünderungen, die Rache der französischen Soldaten an den Deutschen. Zum Glück mussten die Franzosen abziehen.
Ich bin so gespannt wie es weitergeht!
Ich glaube die Geschichte braucht auch jemanden wie Max um glaubwürdig zu sein und vermute, dass er auch weiterhin noch irgendwie eine Rolle zu spielen hat. Vielleicht wird er gefasst und so zur Gefahr für Sophie (sie hat ja in dieser Hinsicht ja gelogen) oder sie muss sich dadurch mit ihren Ansichten auseinandersetzen, oder so.
Mir gefallen aber auch die verschiedenen Blickwinkel auch enorm gut. Allesamt sind sie voller kleiner und großer Anekdoten und wichtiger Momente für die jeweilige Person, was jede einzelne von ihnen sehr plastisch werden lässt.
Die Geschichte aller und wie ihre Leben zueinander finden, finde ich bereits jetzt schon sehr interessant- trotz der vielen, wahrscheinlich nötigen Hintergrundinformationen und der geschichtlichen Schwere. Ich komme kaum von dieser Lektüre los!
Steff05
Mitglied seit 07.01.2024
Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. Heinrich Heine
Veröffentlicht am 14.01.2026 um 09:15 Uhr
Langeweile schrieb am 13.01.2026 um 17:48 Uhr
Was Magda betrifft,sie hat in Bezug auf Max die rosarote Brille auf, ich mag ihn überhaupt nicht und fürchte, sie wird sehr enttäuscht werden
Vielleicht braucht sie momentan noch diese rosarote Brille um nicht zu zerbrechen. Vielleicht schützt sie ihr innerstes damit vor der Wahrheit. Die Flucht ging auch an ihr sicher nicht spurlos vorbei. Ja, sie wirkt unbedarft und naiv, aber in eine Schublade möchte ich sie noch nicht stecken. Irgendeine Aufgabe wird sie für die Handlung sicher noch haben. Und bestimmt steht die in Verbindung zu Max.
Veröffentlicht am 14.01.2026 um 09:15 Uhr
Langeweile schrieb am 13.01.2026 um 17:48 Uhr
Was Magda betrifft,sie hat in Bezug auf Max die rosarote Brille auf, ich mag ihn überhaupt nicht und fürchte, sie wird sehr enttäuscht werden
Falls Max jemals wieder auftaucht. Vielleicht wird er auch gleich "verhaftet". Doch ich befürchte, er kann sich irgendwie reinwaschen. Er scheint immer auf seinen eigen Vorteil bedacht zu sein.