Leserunde zu "Das Erbe der Rosenthals" von Armando Lucas Correa

Zwei Mädchen. Zwei Schicksale. Eine gemeinsame Hoffnung

Ein Roman über Flucht und Hoffnung - ein besonderer Roman von eindringlicher Intensität, der lange im Gedächtnis bleibt

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Timing der Leserunde

  1. Bewerben 13.11.2017 - 03.12.2017
  2. Lesen 18.12.2017 - 07.01.2018
  3. Rezensieren 08.01.2018 - 21.01.2018

Bereits beendet

Cover-Bild Das Erbe der Rosenthals
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Armando Lucas Correa (Autor)

Das Erbe der Rosenthals

Roman

Ute Leibmann (Übersetzer)

1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe.



Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 08.01.2018

Wertvoller Roman über Flucht, Verlust und Schmerz, der die Generationen verbindet, aber auch ein bittersüßer Roman über den Kampf um das Überleben, Mut und die Hoffnung nicht aufzugeben

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Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen.
1939 erlebt das jüdische Mädchen Hannah in Berlin die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sie genießt das Privileg zur Rosenthal-Familie zu gehören, die bis ...

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen.
1939 erlebt das jüdische Mädchen Hannah in Berlin die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sie genießt das Privileg zur Rosenthal-Familie zu gehören, die bis zuletzt sehr angesehen war und der es auch an Geldmitteln nicht mangelt, sieht aber auch das Elend im Viertel der "Unreinen". Als ihr Vater Max willkürlich von den "Barbaren" gefangen genommen wird und sich nur durch die Abtretung seiner Besitztümer freikaufen kann, beschließt die Familie endgültig zu flüchten.
Im Mai 1939 gehen sie in Hamburg an Bord der St. Louis, die sie nach Kuba bringen soll, das zugesagt hat, die über 900 Passagiere aufzunehmen. Die Entscheidung wird jedoch auf ihrer 14-tägigen Reise rückgängig gemacht und Hannah und ihre Mutter Alma sind zwei von nur 30 Passagieren, die das Schiff in Havanna verlassen dürfen. Die St. Louis nimmt wieder Kurs auf Europa, was die Familie entzweit und Hannah auch von ihrem besten Freund Leo trennt.

2014 lebt die 11-jährige Anna allein mit ihrer depressiven Mutter Ida in New York. Erst als diese einen Brieg aus Kuba von der Familie ihres verstorbenen Mannes erhält, wird sie aus ihrer Lethargie gerissen, kümmert sich endlich wieder um ihre Tochter, beantwortet ihr Fragen zu ihrem Vater, die über all die Jahre offen geblieben sind. Ida nimmt sodann Kontakt zur Tante ihres Mannes auf und besucht diese zusammen mit Anna auf Kuba. Dort lernt Anna ihre Wurzeln und erfährt die tragische Familiengeschichte ihres Vaters Louis von ihrer Großtante Hannah, die als Zeitzeugin auch von der Flucht nach Kuba und dem Versuch eines Neuanfangs in einem fremden Land unter denkbar schlechten Voraussetzungen berichtet.

"Das Erbe der Rosenthals" ist die fiktionale Geschichte über zwei Mädchen in einem realen Kontext. Beide Mädchen verbindet die Liebe zu ihren Vätern, von denen sie getrennt wurden bzw. nie kennenlernen durften und die bei ihren Müttern aufgewachsen sind, die mit der Verantwortung für ihr Leben überfordert sind und sich phasenweise in Depressionen flüchten.

Das Schicksal von Hannah und ihrer Familie, die in Berlin alles zurücklässt, um in Kuba eine neues Leben zu beginnen, nur um dort einer Illusion zu erliegen, ist besonders ergreifend aus Sicht der 12-jährigen Hannah erzählt, die für ihr Alter unheimlich reif wirkt und selbst so verzweifelt ist, Selbstmordgedanken zu hegen.

Jahrzehnte später schreibt die inzwischen 87-jährige Hannah ihren Nachfahren einen Brief und enthüllt in Gesprächen mit ihrer Großnichte Anna und deren Mutter ihre Familiengeschichte, wodurch Anna endlich mehr über ihren verstorbenen Vater und damit auch ihre eigenen deutsch-kubanischen Wurzeln erfährt.
Die Verknüpfung des Traumas der Vergangenheit mit den Unsicherheiten über das Schicksal des Vaters seit ihrer Geburt werden zu einer gemeinsamen Geschichte von Hannah und Anna, ein Gedenken an die Verstorbenen und ein Trost für die Hinterbliebenen.

"Das Erbe der Rosenthals" ist ein wertvoller Roman über Flucht, Verlust, Leid und Schmerz, der die Generationen verbindet, aber auch ein bittersüßer Roman über den Kampf um das Überleben, Mut und die Hoffnung nicht aufzugeben.

Auch wenn man schon viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg, Nationalsozialismus und Judenverfolgung gelesen hat, ist dieser Roman - in Zeiten, in denen Antisemitismus und die Angst vor Fremden wieder weit verbreitet sind und Rechtspopulisten in Europa auf dem Vormarsch sind- aktuell un dein wichtiges Dokument gegen das Vergessen.

Von der Irrfahrt der St. Louis hatte ich bisher noch nichts gehört, weshalb ich den historischen Hintergrund zu der leidvollen Familiengeschichte, die repräsentativ für die 937 deutschen Juden steht, die all ihre Hoffnungen auf die Überfahrt nach Kuba setzten, besonders interessant fand.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Tolles Thema, weniger gut erzählt. :(

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"Das Erbe der Rosenthals" von Armando Lucas Correa ist ein historischer Roman. Hauptsächlich geht es um Hannah. Diese ist ein 12-jähriges, jüdisches Mädchen, welches zur Zeit des Nationalsozialismus in ...

"Das Erbe der Rosenthals" von Armando Lucas Correa ist ein historischer Roman. Hauptsächlich geht es um Hannah. Diese ist ein 12-jähriges, jüdisches Mädchen, welches zur Zeit des Nationalsozialismus in Berlin lebt. Ihre Familie ist wohlhabend und wird von den Nazis unter Druck gesetzt, sodass ihnen eine Flucht nach Kuba als einziger Ausweg erscheint.
Parallel zu Hannah geht es um Anna, ebenfalls ein 12-jähriges Mädchen, sie lebt allerdings im Jahr 2014 in New York. Sie ist ohne ihren Vater aufgewachsen und macht sich, zusammen mit ihrer Mutter, auf die Suche nach ihren Wurzeln.

A. L. Correa greift mit seinem Roman ein Thema auf, welches mich sehr interessiert. Die Judenverfolgung ist ein Kapitel der deutschen Geschichte, welches nicht vergessen werden darf! Romane, die dieses Thema behandeln, machen die Thematik greifbarer und versetzen den Leser zurück in dieses furchtbare Zeitalter des Hasses und des Leids.
Dass auch Juden mithilfe von Schiffspassagen nach Kuba fliehen konnten, war mir bisher völlig unbekannt. Ich fand es gut, dass man hier neues lernen konnte und auch historische Fakten in Form von Bildern, Passagierlisten und Telegrammen dargestellt wurden. Auch das Nachwort, welches nochmal einige Fakten erläutert hat mir sehr gut gefallen.

Leider hat es der Autor überhaupt nicht geschafft, mich mit seiner Erzählperspektive zu fesseln. Die Geschichte wird aus Sicht von Hannah und Anna geschrieben, also aus der Ich-Perspektive 12-jähriger Mädchen. Dadurch bleibt die Erzählung zum teil oberflächlich und nicht detailliert genug. 12-jährige Mädchen können gewisse Zusammenhänge nun mal noch nicht begreifen und in Worte fassen. Dadurch hackt gerade zu Beginn der Geschichte der Erzählfluss enorm und einige Details bleiben ungeklärt. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Zukunft erfolgte für meinen Geschmack zu häufig. Kaum hatte man sich in einen Charakter hineingelesen, sprang es zum anderen Mädchen. Diese Zeitsprünge haben mich in vorherigen Romanen nicht gestört, hier waren sie einfach zu oft.
Am besten hat mir der Bericht der Schiffspassage nach Kuba gefallen. Hier gab es kaum Sprünge in der Erzählzeit und Hannah berichtet sehr detailliert und genau von der Überfahrt.

Sehr schade fand ich, dass weder das Schicksal von Annas Vater, noch das Schicksal von Leo, Hannahs Freund, eindeutig geklärt wird. Hannah bzw. Anna stellen darüber nur Vermutungen an, eindeutig geklärt wird es aber leider nicht.

Insgesamt wirkt die gesamte Erzählung auf mich künstlich und erzwungen. Einen richtigen roten Faden konnte ich nicht erkennen, Hannahs Geschichte ist unglaublich interessant, aber die Verknüpfung zur Zukunft wirkt zu erzwungen. Auch das "Schicksal" der Rosenthals wirkt eher aus der Luft gegriffen. Ich konnte kein konkretes Familienschicksal erkennen und empfinde die Sicht der Personen als zu negativ dargestellt.

Mein Fazit:
Das Thema des historischen Romans ist wirklich gut gewählt. Leider hinkt die Erzählung an manchen Stellen und konnte mich als Leserin kaum fesseln. Von mir gibt es daher nur 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 20.01.2018

Schöner Roman über ein Familienschicksal in enger Verbindung mit gesellschaftlichen Entwicklungen

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Der Roman befasst sich mit einer schwierigen Familiengeschichte, die auch durch den Nationalsozialismus beeinflusst wurde.
Zwei Mädchen, Anna und Hannah, dieser Familie werden in unterschiedlichen Zeiten ...

Der Roman befasst sich mit einer schwierigen Familiengeschichte, die auch durch den Nationalsozialismus beeinflusst wurde.
Zwei Mädchen, Anna und Hannah, dieser Familie werden in unterschiedlichen Zeiten begleitet, wobei Hannahs Vergangenheit jener Teil der Geschichte ist, der direkt mit dem Nationalsozialismus verbunden ist. Ihre Familie ist „jüdisch“ und der Familie bleibt schlussendlich nur die Flucht aus Deutschland.
Dabei sind jene Teile des Buches, die Hannahs Vergangenheit erzählen, sowohl spannend von fiktiver Seite her, als auch erschreckend aus aktueller Sicht gesehen, denn leider erscheinen manche der beschriebenen Szenen im Kontext des Syrienkrieges und des immer noch existierenden Antisemitismus so als wären sie noch nicht vergangen.
Hannah ist Annas Großtante, Annas Geschichte dreht sich vor allem um die Geschichte ihres Vaters, über die sie schlussendlich mehr von Hannah erfährt.
Die Sprache des Romans ist schön aber einfach und verständlich, der Schreibstil lässt einen glauben, man begleitet die Mädchen direkt, sei es in Hannah in der Vergangenheit oder Anna in der Gegenwart. Dabei fühlt man immer wieder mit, rätselt und will wissen wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Großartig

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Zwei Zeitebenen - Zwei Charaktere - Eine Verbindung
Einfach grandios.
Das wäre die Story eigentlich schon ganz grob zusammen gefasst. Aber jetzt noch ein wenig detaillierter. Wie schon erwähnt spielt das ...

Zwei Zeitebenen - Zwei Charaktere - Eine Verbindung
Einfach grandios.
Das wäre die Story eigentlich schon ganz grob zusammen gefasst. Aber jetzt noch ein wenig detaillierter. Wie schon erwähnt spielt das Buch auf zwei Zeitebenen. Einmal 1939 und zum anderen 2014. Die zwei Charaktere sind Hannah und Anna. Hannah ist 13 lebt in Berlin (1939) und ist Jüdin, dadurch hat sie es natürlich nicht einfach. Zu ihrem mehr oder weniger "Glück" sind ihre Eltern relativ wohlhabend und sie schaffen es auf ein Schiff welches von Deutschland nach Kuba fährt. Mehr möchte ich aber auch garnicht verraten...
Aber nun noch zu Anna, diese lebt 2014 und ist in etwa so alt wie Hanna. Nun stellt sie eine familiäre Verbindung zu dieser her und will ihren Wurzeln auf den Grund gehen.
Dies war das erste Buch des Autors und omg was hat er hiermit geschaffen. Er hat sich eine wahre Begebenheit zu Grunde genommen und hierraus einen Roman geschaffen, der mich kommplett begeistern konnte. Ich mochte die Protagonisten (beide). Die Verknüpfungen und Zeitsprünge. Allgemein hatte das Buch eine so tolle Struktur und konnte mich von vorne bis hinten überzeugen. Lest es! Absolute Empfehlung!
Noch mal etwas genauer: Der Schreibstil war großartig und ich habe mitgefiebert. Es gibt nicht viel Bücher/Autoren, welche mich zum weinen bringen, aber dieser Autor hat es geschafft. Das Ende war für mich einfach perfekt.
Ich kann jetzt auch nicht mehr sagen, als euch eine Ausdrückliche Leseempfehlung auszusprechen, falls euch das Thema in irgendeiner Weise interessiert.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Ein sehr Emotionales und Stimmungsvolles Buch

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Titel: Das Erbe der Rosenthals
Autor:Amando Lucas Correa
Verlag:Lübbe
Seiten:432
ISBN: 978-3-7857-2602-0
Erschienen am 21.12.2017



Der Einstieg in dieses Buch ist mir nicht ganz so leicht gefallen, ...

Titel: Das Erbe der Rosenthals
Autor:Amando Lucas Correa
Verlag:Lübbe
Seiten:432
ISBN: 978-3-7857-2602-0
Erschienen am 21.12.2017



Der Einstieg in dieses Buch ist mir nicht ganz so leicht gefallen, die Protagonistin wird Anfangs immer von Kapitel zu Kapitel gewechselt. Grundsätzlich ist es kein Problem, da man hier aber immer wieder in der Zeit Springt und mit man es mit zwei sehr ähnlichen Protagonisten zu tun hat, ist es doch etwas schwieriger.
Zur Mitte hin wird es aber einfacher und es wird nicht ständig gewechselt, man kann sich ganz in die wirklich Emotionale Geschichte fallen lassen. Man hat während des lesens, immer das Gefühl man könnte erahnen was passieren wird, doch kommt es oftmals einfach anders.

Was ich oben als negativen Aspekt eingebaut habe, muss ich jetzt aber Positiv bewerten, denn beide Geschichten Harmonieren wirklich großartig gemeinsam. Ich muss allerdings sagen, die Vergangenheit hat mich wirklich mehr angesprochen, auch wenn es irgendwo mit der Zunkunft alles Verknüpft ist. Es war einfach unglaublich faszinierend, dennoch aber auch erschreckend, denn es war früher ja tatsächlich so. Sich dort hineinzuversetzen ist wirklich unglaublich Emotional und fast schon erdrückend.
Die Ilustrationen im Buch, machen es irgenwo nochmal realer.

Es war super Interessan mit Anna und Hannah auf die Reise zu gehen.
Hannah die auf der Flucht aus Berlin auf das Shiff St.Louis gelangt und man Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Hoffnungslosigkeit und Freundschaft mitemfpindet und Leidet.

Anna die mit ihrer Mutter aufwächst und den sehnlichsten Wunsch hat die Geschichte ihres verstorbenen Vaters zu erforschen. Dabei setzen sich immer wieder Puzzleteile zusammen, die beide Geschichten irgendwo zusammenführen.


Der Schreibstil war sehr angenehm undman konnte es wirklich flüssig lesen, abgesehen von den oben genannten Punkten.


Bewertung:
Es gibt einen kleinen Punktabzug, für den Anfang des Buches. Ansonsten war es wirklich ein ganz tolles Buch, mit ganz tollen Protagonisten und großen Gefühlen.