Leserunde zu "Marthas Widerstand" von Kerry Drewery

Was wäre, wenn nur noch über Fernsehvotings über Recht gesprochen würde?

Im Zweifel gegen die Angeklagte

Stell dir eine Welt vor, in der Fernsehzuschauer darüber entscheiden, wie ein Kapitelverbrechen gesühnt wird.
Stell dir vor, dass diejenigen, die eines Mordes oder ähnlich schweren Verbrechens angeklagt sind, sieben Zellen durchlaufen – hin zu der Entscheidung.
Stell dir vor, hinter der siebten Zelle wartet das Leben oder der Tod.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 12.06.2017 - 02.07.2017
  2. Lesen 31.07.2017 - 27.08.2017
  3. Rezensieren 28.08.2017 - 11.09.2017

Bereits beendet

Cover-Bild Marthas Widerstand
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(35)
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  • Atmosphäre
  • Originalität
  • Spannung
  • Charaktere

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Kerry Drewery (Autor)

Marthas Widerstand

Sabine Bhose (Illustrator)

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?

Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht -

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 28.08.2017

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ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas ...

ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

Der Inhalt...

7 Tage bis Martha möglicherweise zum Tode verurteilt wird. 7 Tage bis das Volk gemeinsam darüber abstimmt, ob sie leben oder sterben soll. Marthas Chancen werden von Tag zu Tag geringer, denn die Umfragen zeigen deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was, wenn das genau Marthas Plan ist?

Meine Meinung...

Anfangs war ich noch vollends begeistert. Die Grundidee war grandios! Es zeigte genau den Knackpunkt unserer Gesellschaft: Egoismus, Manipulation, Mediengeilheit, Voyeurismus und nur auf sein eigenes Wohl bedacht zu sein. Wir ergötzen uns am Leid anderer Leute; schauen im Fernsehen zu wie sie sich quälen und freuen uns auch noch darüber. Hier in dem Buch ist das alles noch drastischer dargestellt: mögliche Mörder oder Vergewaltiger kommen direkt nach der Tat in den Todestrakt. Die Bevölkerung bestimmt über ihr Schicksal, über Tod auf dem elektrischen Stuhl oder Freispruch – zumindest wenn man das nötige Kleingeld hat. Das Ganze wird in einer großen TV-Show ausgeschlachtet und die Mörder genaustens unter die Lupe genommen. Beweise suchen? Fehlanzeige. Demokratie sieht jedenfalls anders aus. Den dystopischen Flair (obwohl... Dystopie? Sind wir wirklich so weit davon entfernt?) fand ich ganz große klasse – und das wichtigste: authentisch! „Was?!“, werden jetzt die Ersten rufen, „das wird es noch niemals bei uns geben!“. Wer's glaubt wird selig... (Wenn ein gelbhaariger paranoider und selbstverliebter alter Sack Präsident werden konnte, liegt auch dieses Rechtssystem hier nicht in allzu großer Ferne... Merkt euch meine Worte...)
Auch die Grundkonstellation - Leute aus den Kratzern gegen die Leute von „Oben“ - fand ich gut gewählt. Wie gesagt: Den Anfang fand ich fesselnd und absolut mitreißend. Doch mit dem Fortlauf der Geschichte häuften sich leider auch Logikfehler und Unstimmigkeiten. Außerdem verlor sich der Fokus ab Mitte der Geschichte. Das Augenmerk lag viel zu sehr auf Martha und ihre Beziehung zum (vorerst) mysteriösen jungen Mann mit der Kapuze. Zumal ich ihre Beziehung als mehr als unnötig und lieblos empfand. Warum zum Teufel kann es kein Jugendbuch mehr geben, ohne dass zwei hormongesteuerte Teenies die Welt retten wollen? Eigentlich hätte nur noch ein andere Verehrer gefehlt und schon wäre das Dreiecksgeflecht perfekt gewesen... Die Charaktere fand ich allesamt wirklich gut gezeichnet und realitätsnah. Und bis auf Marthas Freund, konnte ich auch zu allen eine Art Beziehung aufbauen; bei ihm hab ich mich allerdings vermehrt gefragt was er tat um Martha zu helfen – nichts ist wohl die Antwort darauf. Gehörte das alles zu einem größeren Plan? Würde es sich alles aufklären? Jein würde ich sagen. Damit kommen wir schon zu meinem nächsten Kritikpunkt: Das Ende. Ich war sehr zwiegespalten als ich das Buch zugeklappt habe. Einerseits waren die letzten Kapitel an Spannung kaum zu überbieten, andererseits bot das Ende kaum Überraschungen, wirkte sogar leicht überzogen und unglaubwürdig. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und muss sagen, dass wir mit unseren Spekulationen meistens recht hatten. Und bei einem Buch solchen Genres finde ich es besonders enttäuschend wenn das Ende nichts Besseres zu bieten hat als ein „Ich hab es doch gewusst!“. Ich bin der Meinung, dass hier viel Potenzial auf der Strecke geblieben ist. Die Grundidee hätte besser ausgefeilt sein müssen. Ich hätte gerne mehr Hintergrundinformationen gehabt und mehr über das System erfahren wollen; seit wann es existiert, wieso weshalb warum und vor allem die Frage, wer dahinter steckt. Als Leser wird man leider mit einem wenig überraschenden und überdramatischen offenen Ende unbefriedigt zurückgelassen.

Das Fazit...

Es ging grandios an, nahm stetig ab um am Ende in einen unglaubwürdigen Showdown überzugehen. Schade, die Geschichte hatte großes Potenzial was nicht ganz genutzt wurde. Aber die Grundidee ist spitze! 3,5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Verurteilung als Unterhaltung?

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Mit der Behauptung sie habe Jackson Paige getötet, ließ sich Martha Honeydrew am Tatort festnehmen…
In sieben Tagen wird Martha sterben, denn sie ist im Todestrakt bereits in der ersten Zelle…
Die Fernsehzuschauer ...

Mit der Behauptung sie habe Jackson Paige getötet, ließ sich Martha Honeydrew am Tatort festnehmen…
In sieben Tagen wird Martha sterben, denn sie ist im Todestrakt bereits in der ersten Zelle…
Die Fernsehzuschauer sollen über Marthas Leben oder Sterben entscheiden…
Doch es gibt jemanden, der nicht will, dass Martha stirbt, der ganz genau weiß, wie die Urteile zustande kommen. Und der auch ganz genau weiß, wie der Wohltäter der Menschheit, Jackson Paige, wirklich war…
Und dann gibt es auch noch den einen oder anderen Helfer…. Menschen, die mit dem Rechtssystem nicht einverstanden sind….
Hat Martha Jackson Paige wirklich ermordet? Wem hat sie das Wort ‚Verschwinde‘ zugerufen? Warum kommt sie gleich in den Todestrakt? Steht denn von vornherein fest, dass sie schuldig ist? Nur weil sie es gesagt hat? Wie können Fernsehzuschauer über Leben oder ‚Tod entscheiden? Wer ist es, der Martha hilft? Der Mörder? War es – nach unserem Rechtssystem – überhaupt Mord? Was will Martha damit bewirken? Wird sie Erfolg haben? Wird sie sterben müssen? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Es ist teilweise aus Marthas Sicht geschrieben. Die Kapitel sind immer mit dem jeweiligen Namen der handelnden Person betitelt. Was die Spannung betrifft, die war gleich zu Anfang da. Ich hatte sofort den Eindruck, dass es nicht Martha war, die geschossen hatte, sondern vielleicht die Person der sie ‚Verschwinde‘ zugerufen hat. Doch warum behauptet sie dann die Täterin zu sein? In den Kapiteln, die aus Marthas Sicht geschrieben sind, lesen wir auch, wie sie bisher gelebt hat, wie sie den jungen Mann kennen gelernt hat. Wie es dann passierte, dass sie die Pistole in der Hand hielt und ob es ursprünglich überhaupt beabsichtigt war, wenn sie die Mörderin ist. Und wir erfahren dass Jackson Paige auch einige Leichen im Keller hatte. Aber wird das reichen und die Masse zum Umdenken bewegen? Das Ende hat mich etwas geschockt und ich vermute, dass es einen zweiten Teil gibt, auf den ich jetzt schon sehr gespannt bin. Das Buch war von Anfang bis zum Ende spannend und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Allerdings finde ich es nicht sehr glaubhaft, Es gibt zwar viele Dummköpfe auf dieser schönen Welt, aber dass es so weit geht, ein Rechtssystem zu erschaffen, wo alle und wirklich alle miturteilen können, selbst die, die von Recht keine Ahnung haben, kann ich mir nicht vorstellen. Außerdem sind für jeden jeden Tag mehrere Votings möglich (das ist noch der Gipfel, denn reiche Leute können so oft voten wie sie wollen, arme hingegen vermutlich nur einmal, weil sie sich ein zweites Mal nicht leisten können) Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen, zumal es eine Dystopie ist, und bei solchen ja nicht alles realistisch sein muss, denn es hat ja auch was von Fantasy. Daher bekommt das Buch von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und vier von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.

Veröffentlicht am 11.09.2017

'Auge um Auge Productions' präsentiert ...

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Inhalt:
Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die ...

Inhalt:
Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?

Idee:
Was wäre, wenn wir unser jetziges Rechtssystem infrage stellen und völlig umstrukturieren würden? Was würde passieren, wenn wir alle „demokratisch“ per Onlinevoting über Schuld oder Nicht-Schuld, Tod oder Leben eines Angeklagten abstimmen könnten?
Kerry Drewery’s Zukunftsszenario fand ich sehr interessant und erschreckend zugleich. Martha’s Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, da es in der heutigen Zeit, in der unser Leben immer mehr vom Online-Sein bestimmt wird, nicht gerade abwegig ist.

Cover:
Das Cover hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Das Mädchen sieht dem Betrachter direkt in die Augen. Der Blick ist entschlossen, was also genau zu Marthas Einstellung passt.

Schreibstil:
‚Marthas Widerstand‘ ist in verschiedenen Erzählweisen geschrieben. Martha, die Protagonistin, erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive. Der Leser ist so hautnah dabei, wie sich Martha in den einzelnen Zellen fühlt und was sie beschäftigt. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mich trotz dieser Erzählperspektive anfangs überhaupt nicht in ihre Situation versetzen konnte. Ihre Handlungen waren mir oftmals zu unüberlegt und naiv, weshalb ich nicht so recht mit ihr warm werden konnte. Erst, als es auf das Ende des Buches zu ging und Martha auch ihre Zweifel und ihre Ängste offenbarte, konnte ich mit ihr mitfiebern und mitleiden.
Eve Stanton, Marthas Psychologin während der sieben Tage, ist meiner Meinung nach der Sympathieträger der Geschichte. Sie setzt sich für Martha ein und handelt entschlossen, aber dennoch überlegt.
Die dritte Erzählperspektive, die in einer Art Drehbuchform geschrieben ist, ist die der Sendung „Death is Justice“, in der die Zuschauer jeden Abend die neusten Informationen über die Gefangenen in den Todeszellen erfahren können. Es wird alles genauestens geschildert; angefangen bei den sich zusammensetzenden Symbolen der Show oder dem ewig langen Monolog des Moderatoren, welche Nummer man für wie viel Geld wählen muss. Das war mir alles etwas zu ausführlich, weshalb ich manche Stellen teilweise nur überflogen habe.

Fazit:
Die Grundidee von ‚Marthas Widerstand‘ passte für mich, trotzdem hätte hier das Potential viel mehr ausgeschöpft werden können, weshalb ich etwas enttäuscht war.
Den Charakteren fehlte es an Tiefe und die vielen verschiedenen Erzählweisen störten den Lesefluss. Außerdem war für mich die Liebesgeschichte völlig fehl am Platz. Alles in allem ein Buch, das man lesen kann, aber man auch nichts verpasst, wenn man es nicht tut.

Veröffentlicht am 11.09.2017

Erschreckende Zukunftsvision, die zum Nachdenken anregt

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Könnt ihr euch eine Welt vorstellen, in der es keine Gerichte gibt, keine gerechten Prozesse? In der euer Leben in den Händen von euren Mitbürgen liegt, die euch mit einem einzigen Anruf für schuldig oder ...

Könnt ihr euch eine Welt vorstellen, in der es keine Gerichte gibt, keine gerechten Prozesse? In der euer Leben in den Händen von euren Mitbürgen liegt, die euch mit einem einzigen Anruf für schuldig oder unschuldig erklären können? Und das nur auf der Grundlage von Informationen, die sie aus einer Reality-TV-Show ohne jegliche Beweise beziehen?
Für Martha ist genau dies Realität. Nachdem sie den prominenten Wohltäter Jackson Paige erschossen hat, ist ihr Schicksal schon besiegelt. Denn wer würde schon eine sechzehnjährige Kriminelle aus dem Armutsviertel laufen lassen, welche die beliebteste Persönlichkeit des Landes auf dem Gewissen hat? Sieben Tage in sieben verschiedenen Zellen bleiben Martha nun noch bis zum Tag ihrer möglichen Hinrichtung. Sieben Tage, in denen einiges passieren kann.

Marthas Widerstand hat mich vor allem wegen der gesellschaftskritischen Idee geködert. Auch heute wird unsere Wahrnehmung viel von den Medien beeinflusst, so dass diese Zukunftsvision gar nicht mal so abwegig erscheint. Dies ist einerseits erschreckend, andererseits aber auch wahnsinnig spannend, da mich die Geschichte wirklich zum Nachdenken anregen konnte.
Das Buch greift somit wichtige Themen wie Gerechtigkeit und die Beeinflussung der Menschen durch die Medien auf.

In der Welt, in der Martha lebt, gibt es keine Gerichte mehr. Keine Richter, die nach einem anständigen Prozess mit genug Beweismaterial ein gerechtes Urteil sprechen. Hier wird nach dem "Auge um Auge"-Prinzip verurteilt. Es gibt keine Gefängnisstrafen, keine Grauzonen. Nur schuldig oder unschuldig, Tod oder Leben. Marthas Welt ist bestimmt von Korruption und einem Machtungleichgewicht. Die Reichen haben die Zügel in der Hand, während die Armen kaum eine Chance bleibt.
Martha selbst gehört zur letzteren Gruppe, doch sie hat sich dafür entschlossen, nicht länger die Augen vor dieser Ungerechtigkeit zu verschließen. Sie mag zwar nur ein "unbedeutendes armes Mädchen aus den Kratzern" sein, doch sie hat einen Plan. Als Leser ahnt man immer wieder, dass Martha noch einiges in der Hinterhand hat. Doch nur nach und nach findet man mehr über Marthas Geheimnisse und damit auch über ihr Leben heraus.

Anfangs hat sich die Geschichte noch sehr gezogen. Bis auf Marthas Verhaftung passiert erstmal nicht viel. Erst später erfährt man mehr über ihren Plan. Ein paar Geheimnisse, die aufgedeckt werden, habe ich zwar bereits geahnt, trotzdem sind einige Überraschungen dabei.
Der eher schleppende Anfang hat jedoch auch einen Vorteil, denn so blieb mir genug Zeit, die Charaktere richtig kennen zulernen.
Martha wirkt am Anfang sehr taff und furchtlos, doch schnell merkt man, dass auch sie Angst vor ihrer möglichen Hinrichtung hat. Sie kann ihre starken Gefühle nur schwer in Zaum halten und reagiert oft impulsiv, dennoch habe ich sie für ihren Mut und ihren Einsatz bewundert. Martha hatte es nie leicht, doch genau deswegen sieht sie auch die Fehler im Rechtssystem und findet den Willen, etwas ändern zu wollen.
Hauptsächlich wird die Geschichte aus der Sicht von Martha geschrieben, es gibt aber auch weitere Kapitel aus der Sicht von Eve - Marthas psychologischen Betreuerin -, Isaac - Jackson Paiges Sohn - und Cicero - einem ehemaligen Richter. Dazu kommen noch weitere Kapitel, die den Ablauf der Show "Death is Justice" wiedergeben, in der Marthas Fall behandelt wird. Diese Kapitel sind ähnlich wie ein Script aufgebaut, werden also neutral und objektiv erzählt, so dass sich der Leser hier ein eigenes Bild machen konnte.
Doch gerade diese Kapitel haben die meisten Gefühle bei mir ausgelöst, denn hier wurde das ganze Maß der Ungerechtigkeit und Verblendung durch die Medien klar sichtbar. Ich habe die Moderatorin - Kristina - regelrecht verabscheut, denn sie hat alles getan, um den Zuschauern ein Spektakel zu bieten und ist auch nicht davor zurückgeschreckt, Lügen zu verbreiten oder den Leuten das Wort im Mund umzudrehen.
Andere Charaktere konnten mich dagegen wirklich noch positiv überraschen, da ich sie zuvor komplett falsch eingeschätzt hatte. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, aber dennoch betonen, dass ich die Charakerzeichnung und -entwicklung wirklich gelungen finde. Jeder Protagonist ist individuell, sogar in ihrer Ausdrucksweise unterscheiden sie sich.

Am Ende passiert dann alles Schlag auf Schlag und es folgen noch so einige Überraschungen. Auch wenn der Anfang noch recht langatmig war, wird es am Ende nochmal richtig spannend. Ich bin gespannt, wie die Autorin die Geschichte vorsetzt, das relativ offene Ende lässt ihr jedenfalls viel Handlungsspielraum.

Veröffentlicht am 11.09.2017

Story Top, Sprache Flop

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Meine Meinung:

Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an das Buch. Die Inhaltsangabe hörte sich schon so gut an, dass ich wirklich gespannt war.

Es war mir gleich klar, dass es ein anderes Buch wird, als ...

Meine Meinung:

Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an das Buch. Die Inhaltsangabe hörte sich schon so gut an, dass ich wirklich gespannt war.

Es war mir gleich klar, dass es ein anderes Buch wird, als das was man derzeit in jedem zweiten Buch liest. Ich hätte vermutet, dass es ein wenig an „Die Tribute von Panem“ erinnern könnte, dass war aber vorwiegend nicht der Fall (eventuell am Anfang), da es einfach ganz anders aufgebaut ist.

Die Geschichte finde ich erst mal mega. Ganz tolle Ideen, so wie ich sie noch nie zuvor, geschweige denn in einem Jugendbuch gelesen habe. Man hätte für meinen Geschmack aber mehr aus dem Buch herausholen können. Die Geschichte bliebt für meinen Geschmack stets recht oberflächlich, sogar als es auf das Finale zuging. Das größte Problem, welches diese Einschätzung verursacht hat, ist denke ich der Schreibstil.

Den Schreibstil finde ich schlecht. Ich kann es, wenn ich ehrlich bleiben soll nicht anders sagen. Stellenweise passt er mal ganz gut, zum Beispiel, wenn die Fernsehshow einsetzt. Da passt dieser nüchterne und stockende Schreibstil. Aber gerade bei den Protagonisten fällt mir der Schreibstil negativ auf. Sicherlich werden einige rechtfertigend einwenden, dass Martha ein unnahbarer Charakter sein sollte, der durch diese nüchterne und sachliche vielleicht auch unfreundliche Art ihr Schutzschild aufrecht erhalten wollte. Aber mir hat es einfach nicht gefallen. Die Sätze waren sogar für ein Jugendbuch übermäßig simpel. Noch dazu kommt die Übersetzung, wobei ich nicht weiß, wie schlimm diese Stellen im Original geklungen haben müssen. Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll, aber es gibt Figuren, die streckenweise gar kein Hochdeutsch sprechen. Ob es sich dabei um einen Dialekt halten soll weiß ich nicht genau, aber es klingt eher wie jemand der nicht gut Deutsch spricht und noch dazu einer bildungsfremden Schicht angehört. So eine Art etwas zu übersetzen ist mir bisher noch nicht untergekommen. Und das stört mich.

Martha ist als Charakter am Anfang leider gar nicht greifbar. Sie hat sich nicht öffnen können und ist sehr geheimnisvoll. Man weiß nicht wie man sie einschätzen soll. Wirkliche Empathie konnte ich mit ihr nicht empfinden, weil sie mir nicht so wirklich sympathisch war. Ich habe sie aber auch nicht nicht gemocht. Innerhalb des Buches durchlebt sie aber eine steile Entwicklung.

Auch die verschiedenen Sichtweisen sind hier sehr weise gewählt. Das hat der Geschichte wirklich gut getan. Speziell finde ich auch den Wechsel bezüglich Marthas Sichtweise und der Sichtweise auf Martha durch eine andere Person bzw. Erzähler. Das hat mir gut gefallen.

Spannung kam durchgehend auf, was einfach an dem System liegt. Man weiß nicht so recht wie alles in den Zellen funktioniert und ist immer wieder aufs neue Überrascht über die Entwicklungen.

Ich mochte dieses Buch insgesamt gesehen. Abgesehen vom Schreibstil hat mich nichts gestört. Auch Marthas Art hat seine Daseinsberechtigung. Aber die Idee des Buches finde ich so lobenswert, weil sie spannend und mitreißend ist. Deswegen ziehe ich auch nur einen Stern ab, weil ich es durchaus als lesenswert empfinde.