Leserunde zu "The Book Eaters" von Sunyi Dean

Darfst du Menschen opfern, um das Leben deines Sohns zu retten?
Cover-Bild The Book Eaters
Produktdarstellung
(31)
  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Sunyi Dean (Autor)

The Book Eaters

Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten? Ein düsterer Fantasy-Roman

Axel Franken (Übersetzer)

Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.

In den Mooren Yorkshires lebt eine geheime Gruppe von Menschen, für die Bücher Nahrung sind, die alles verschlingen, was darin steht. Devon gehört dazu - bis ihr Sohn mit einer dunkleren Art von Hunger geboren wird: nicht nach den Geschichten in Büchern, sondern nach denen in den Köpfen der Menschen. Er ist ein 'Seelenfresser', eine 'Abart', die meist schon bei der Geburt gnadenlos getötet wird. Doch Devon schwört ihn zu retten und flieht mit ihm in die Welt der Menschen, verfolgt vom eigenen Clan und seinen schrecklichen Handlangern, den ‘Rittern’. Um zu überleben, ist sie gezwungen, schlimme Dinge zu tun. Hoffnung verspricht nur ein mysteriöser zweiter Clan. Doch die Hoffnung trügt ...

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 12.05.2025 - 01.06.2025
  2. Lesen 07.07.2025 - 27.07.2025
  3. Rezensieren 28.07.2025 - 10.08.2025

Bereits beendet

Schlagworte

Bücherfresser Clans Yorkshire Moor Seelenfresser Mutterliebe Mutter und Sohn Verlust Familie Patriarchat bedingungslose Liebe Selbstfindung Wahrheit und Fiktion Geschichtenerzählen Dracula Vampirismus Stoker Emilia Hart Fantasy Bücher

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 03.08.2025

Düster, spannend und wahnsinnig originell

4

Dieses Buch war wirklich eine Überraschung. Es ist eine unglaublich originelle und düstere Geschichte, in der es weder strahlende Helden noch hervorstechende Sympathieträger gibt. Ich muss einfach honorieren, ...

Dieses Buch war wirklich eine Überraschung. Es ist eine unglaublich originelle und düstere Geschichte, in der es weder strahlende Helden noch hervorstechende Sympathieträger gibt. Ich muss einfach honorieren, was für eine Welt die Autorin hier geschaffen hat. Es gelingt ihr unheimlich gut, gesellschaftliche Themen wie patriarchale Strukturen, Mysogynie, religiösen Fanatismus, Drogen etc. auf die von ihr geschaffenen Buch- und Gedankenesser und ihr Leben zu übertragen und Kritik zu üben.

Es ist ein Buch, das mich anfangs aufgrund der wirklich abgedrehten Idee etwas überfordert, aber sehr schnell in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss in Atem gehalten hat. Devon ist definitiv keine klassische Identifikationsfigur. Sie ist behütet und klein gehalten in Unterdrückung aufgewachsen und legt eine starke Entwicklung hin, die aber auch zahlreiche Opfer fordert. Angetrieben von Mutterliebe und dem Wunsch nach Ruhe und Freiheit begleiten wir sie durch eine Welt der Gewalt.

Die Idee der Bücheresser, deren Beschreibung mich tatsächlich teilweise gedankliche Parallelen zu KI ziehen ließ, und der Gedankenesser wurde gut durchdacht und in allen Aspekten des Lebens stimmig umgesetzt. Insbesondere die Ernährung der Gedankenessen durch das Aussaugen der Seele eines Menschen kann durchaus triggern.

Für LeserInnen, die mit geschilderter Brutalität - auch gegen Kinder - und Horrorelementen in einem Fantasysetting, das sich dicht an unserer bekannten Welt orientiert, nicht zurechtkommen, kann ich das Buch nicht empfehlen.

Für Fans von Dark Fantasy und Horror kann dies wirklich ein ganz besonderer und bis zuletzt spannender Ausflug werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 29.07.2025

Willkommen in der düsteren Welt der Buchesser

4

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Buchesserin Devon. Dazu wechseln sich Kapitel aus der Vergangenheit mit denen aus der Gegenwart ab. So lernen wir eine Devon als Kind kennen, die in der Gemeinschaft ...

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Buchesserin Devon. Dazu wechseln sich Kapitel aus der Vergangenheit mit denen aus der Gegenwart ab. So lernen wir eine Devon als Kind kennen, die in der Gemeinschaft der Buchesser groß wird und erst ein sorgloses Leben führt und parallel die erwachsene Devon, die mit ihrem besonderen Sohn Cai auf der Flucht ist.

Beim Lesen habe ich mich immer auf die Vergangenheitskapitel gefreut, denn ich fand es einfach super spannend mitzuverfolgen, wie Devon in ihre aktuelle Situation geraten ist und wie aus dem sorglosen Kind eine Frau wird, der klar wird, dass ihr als Frau bei den Buchessern nur großes Leid bevorsteht.

Die Welt der Buchesser ist schon faszinierend. Man erfährt nicht so wirklich, woher die Buchesser kommen, nur, dass der mysteriöse Sammler sie einst erschuf, damit sie für ihn Wissen sammeln. Buchesser sehen aus wie Menschen, haben aber ein extra Gebiss, um Bücher essen zu können, und sind stärker und unempfindlicher. Die gegessenen Bücher speichern sie quasi ab, sie lernen dadurch neue Sprachen oder erlangen die Grundlagen für neue Fähigkeiten, je nach dem, was sie gegessen haben. Und doch bleibt ihnen die Fähigkeit des Schreibens verwehrt. Eine Ausnahme bilden da die Gedankenesser. Diese kommen manchmal vor und sind hungrig auf Menschen, saugen diesen mit ihrer röhrenförmigen Zunge das Gehirn durch das Ohr aus.

Die Buchesserfamilien sind alle Patriachate und Frauen kommen immer seltener vor. Und so werden diese mehrmals verheiratet, um schnell Kinder zu bekommen, da sie nicht lange fruchtbar sind. Und hier merkt man schon: Devon muss durch die Hölle. Die Geschichte ähnelt hier ein wenig den Verhältnissen aus „Der Report der Magd“ und ich habe mich wirklich oft aufgeregt.

Unterstützt werden die Familien durch die sogenannten Ritter mit ihren Drachen, die die Hochzeiten vermitteln und die Bräute sicher geleiten. Drachen sind übrigens „dressierte“ Gedankenesser.

Ich fand diese Geschichte wirklich mega spannend. Die Entwicklung von Devons Vergangenheit war so spannend und offenbarte Stück für Stück die Grausamkeiten der Buchesser. Aber auch in der Gegenwart wurde man immer wieder überrascht, wie weit Devon für ihre Freiheit oder eher die Freiheit für ihren Sohn geht, auch wenn es über Leichen ist.

Die Grausamkeit und Brutalität in diesem Buch sollte nicht unterschätzt werden, aber es handelt sich hier ja auch um Dark Fantasy.

Die Handlung hält immer wieder Überraschungen bereit und wechselt auch mal die Perspektive weg von Devon. Dieses Buch hebt sich jedenfalls stark aus der Masse hervor, denn es ist mal etwas völlig Neues. Das Ende ist für diese Art Geschichte recht perfekt, würde aber auch Potenzial für eine Fortsetzung bieten. Da das Buch im Original von 2022 ist und dort noch nichts angekündigt ist, rechne ich da mal leider nicht mit.

Aber trotzdem ist es gut abgerundet und bietet eine wunderbar düstere Story die die Entwicklung einer Frau zeigt, die von einer kleinen Prinzessin zu einer Mutter heranwächst, die alles für ihr Kind tut und sich gegen das Patriachat der Buchesser stellt, kostest es, was es wolle.

Für mich einfach ein sehr gutes Buch, dass ich wärmstens an Dark Fantasy Fans weiterempfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 02.08.2025

Wenn Monster lieben

7

"Jeder ist für irgendjemanden ein Monster."

Ich liebe Geschichten, bei denen ich auch als Vielleserin das Gefühl habe, etwas Derartiges noch nicht gelesen zu haben. Bei den Bookeaters bin ich auf so eine ...

"Jeder ist für irgendjemanden ein Monster."

Ich liebe Geschichten, bei denen ich auch als Vielleserin das Gefühl habe, etwas Derartiges noch nicht gelesen zu haben. Bei den Bookeaters bin ich auf so eine Story gestoßen.

Die geniale Grundidee uralter Familien, die sich von Büchern buchstäblich ernähren und sich so deren Geschichten zu eigen machen, hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Wunderbarerweise handelt es sich dabei auch noch um Dark Fantasy, und so lauern hier tatsächlich einige Untiefen, vor denen sich Lesende, die Fans von Triggerwarnungen sind, möglicherweise in Acht nehmen sollten.

Aber die Aufschrift auf dem Cover "Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten", spricht eigentlich eine deutliche Sprache.

Devon wächst in der von Männern eisern beherrschten Welt der Buchesser auf. Als eine der wenigen weiblichen Buchesser-Nachkommen wird sie zwar als Prinzessin bezeichnet, soll aber in arrangierten Ehen den Fortbestand der Buchesser sichern. Doch ihr Sohn Cai zeigt schnell ein viel dunkleres Interesse. Denn statt Büchern verschlingt er Gedanken....

Mich hat die düstere Welt der Buchesser wirklich begeistert. Die Autorin schreibt bildhaft und tiefgründig, so dass ich mich in der Handlung wunderbar verlieren konnte. Etwas schade fand ich nur, dass das Buch auf den Trend aufspringt, die herkömmliche Verbindung von Männern und Frauen ausschließlich negativ darzustellen und andere Orientierungen ausschließlich positiv.

Das Ende war recht offen gehalten und lässt viel Raum für eine spannende Fortsetzung, die ich unbedingt lesen würde. Ohne einen nächsten Teil würden mir persönlich manche Erzählstränge etwas zu sehr in der Luft hängen bleiben. Ich bleibe gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 28.07.2025

Vielschichtiger Dark Fantasy Roman

5

The Bookeaters ist ein Dark Fantasy Roman, der parallel auf 2 Zeitebenen Devons Geschichte erzählt. Devon ist eine Buchesserin und wächst relativ unbeschwert in ihrer Familie, einem patriarchalisch organisierten ...

The Bookeaters ist ein Dark Fantasy Roman, der parallel auf 2 Zeitebenen Devons Geschichte erzählt. Devon ist eine Buchesserin und wächst relativ unbeschwert in ihrer Familie, einem patriarchalisch organisierten Clan, in einem alten Herrenhaus in den Mooren Yorkshires heran. Es gibt zwei verschiedene Arten von „Essern“ – Buchesser, die mit Hilfe ihrer Buchzähne Bücher essen, deren Inhalt sie dann in sich aufnehmen und Gedankenesser, die mittels einer langen eingerollten Zunge Gedanken aus den Köpfen ihrer „Beute“ ziehen und die immer die Gier nach neuer Nahrung beherrscht.
In der Vergangenheitsebene begleiten wir Devon durch die Kindheit und Jugend und bis zu dem Punkt, als sich ihr Leben durch die Zwänge, die die Clans vor allem auf die wenigen Frauen der Familien ausüben, komplett verändern wird und Devon anfängt, sich aufzulehnen.
In der Jetzt-Zeit ist Devon 29 Jahre alt und mit ihrem Sohn Cai, einem Gedankenesser, auf der Flucht. Sie muss furchtbare Opfer bringen und grausame Dinge tun, um ihr Kind zu schützen und sein Überleben zu sichern.
Der Roman ist wirklich düster und an vielen Stellen werden brutale und grausame Dinge geschildert. Devons Entwicklung von einer „Prinzessin“ zu einer Mutter, die alles tun würde (und tut!), um ihr Kind zu retten, hat mich absolut mitgerissen. Die Idee der „Esser“ als vampirartige Gruppe, die unbemerkt unter Menschen lebt, hat mich fasziniert. Die patriarchalisch organisierten Clans, die mit den wenigen Frauen der Familien wie mit Besitz umgehen, erinnerten mich oft an die Lage in der fiktiven Republik Gilead aus Report der Magd, auch, weil die Clans ein Problem damit haben, dass die Fruchtbarkeit gering ist und nur wenige Mädchen geboren werden.
Die beiden parallel erzählten Zeitebenen passten gut zusammen und der Erzählfluss flüssig mit ansteigendem Spannungsbogen bis hin zum dramatischen Finale. Bis auf ein paar kleine Schwächen bei dem Schluss bin ich sehr begeistert von dem Roman und empfehle ihn gerne weiter für alle, die wie ich kein Problem mit düsteren und blutrünstigen Geschichten haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 09.08.2025

Grausam und schonungslos

0

Wie oft sagen wir, dass wir ein Buch verschlungen haben, weil es so gut und spannend war? Nun ja, die Protagonisten in diesem Buch verschlingen sie wirklich: Sie essen Bücher, wodurch sie die Geschichte ...

Wie oft sagen wir, dass wir ein Buch verschlungen haben, weil es so gut und spannend war? Nun ja, die Protagonisten in diesem Buch verschlingen sie wirklich: Sie essen Bücher, wodurch sie die Geschichte währenddessen auch aufnehmen. Doch das Leben der Buchesser-Famillien ist düster: Es gibt strenge Regeln und die wenigen Frauen werden überbehütet aufgezogen und zu Schwangerschaften mit ausgewählten Familien gezwungen, um den Fortbestand der Buchesser aufrechtzuerhalten. Noch dazu gibt es einige wenige ihrer Spezies mit einer anderen Ausprägung des Hungers: die Gedankenesser. Diese ernähren sich von Menschen, weshalb sie meist kurz nach der Geburt umgebracht werden, doch eine andere Buchesser-Familie könnte wahrscheinlich Cai helfen, weshalb seine Mutter Devon auf der Suche nach ihnen ist.

In der Geschichte folgen wir nicht nur Devon und Cai auf ihrer Flucht und Suche im Heute, sondern erhalten auch immer wieder einige Kapitel aus Devons Vergangenheit. Wir erfahren, wie sie als „Prinzessin“ in ihrer Familie aufgewachsen ist, bis hin zu ihrer Hochzeit um Kinder zu gebären. Dadurch wird anschaulich geschildert, wie die unterschiedlichen Familien leben und deren Beziehungen untereinander strukturiert haben, sprich das Patriarchat ausleben.

Die Geschichte ist währenddessen sehr düster und brutal. Nicht nur herrscht Zwang und Unterdrückung bei den Buchessern, sondern auch damit einhergehend viel Grausamkeit und Gewalt. Viele Szenen haben mich schockiert und abgestoßen, wobei die Autorin diese zwar schonungslos erzählt, aber nicht zu anschaulich. Ich finde auch, dass die psychische Gewalt in dem Buch eine größere Rolle spielt, als die physische. Mich haben die Auswirkungen und die Gefühle der Protagonisten vielmehr geschockt, als der Akt der körperlichen Gewalt an sich. Viele Szenen sind einfach krass, weshalb es für diese Dark Fantasy eine Triggerwarnung gebraucht hätte. Ich finde der Untertitel „Wie viele Menschen würdest du opfern, um dein Kind zu retten?“ fasst die Geschichte um Devon und ihren Sohn sehr gut zusammen. Devon ist eine Löwin, wenn es um Cai geht und ich hab mich (trotz keiner eigenen Kinder) sehr gut in sie hineinversetzen können. Ich habe mitgefiebert und die Geschichte verschlungen (haha!). Die Autorin erzählt so fesselnd, schockierend und überraschend, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgesuchtet hätte, wenn ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen hätte.

Wegen der vielen Grausamkeiten und überraschenden, verstörenden Szenen war mir das Ende der Geschichte zu seicht. Seit dem Beenden des Buches bin ich irgendwie unzufrieden damit. Das Ende schließt eigentlich ziemlich gut Devons Geschichte ab und ist auch im Grunde hoffnungsvoll, aber mir bleiben so viele Fragen offen! Bei einigen Handlungssträngen frage ich mich, wie es da in Zukunft sein wird. Die Autorin hat vor Jahren angedeutet, dass sie gerne weitere Bücher in dem Buchesser-Universum schreiben würde und ich hoffe sehr, dass da nun wirklich noch etwas nachkommt.


Fazit:
„The Book Eaters“ ist wirklich krass! Es wird schonungslos von Gewalt, Patriarchat, Mutterliebe und psychischen Grausamkeiten erzählt. Das Buch hat mich schockiert und gefesselt gleichermaßen. Diese Geschichte ist eine passende Lektüre für Halloween oder auch einfach Dark Fantasy-Fans.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy