Schnelle Leserunde zu "Someone New" von Laura Kneidl

Eine Liebesgeschichte, die Herzen zerreißen wird (auf gute Weise!)
Cover-Bild Someone New
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Laura Kneidl (Autor)

Someone New

Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte ...

"Ein absolutes Must-Read, das ich am liebsten in jedes Regal der Welt stellen möchte. Someone New ist romantisch, ehrlich, authentisch - und so wichtig!" Leselurch.de

Nach "Berühre mich. Nicht" und "Verliere mich. Nicht." - der neue Roman von Platz-1-Spiegel-Bestseller-Autorin Laura Kneidl

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 31.12.2018 - 20.01.2019
  2. Lesen 04.02.2019 - 10.02.2019
  3. Rezensieren 11.02.2019 - 24.02.2019

Bereits beendet

Leserunden-Special: Werdet ihr bei dieser Leserunde ausgewählt, bekommt ihr nicht nur das Buch, sondern auch eine tolle Überraschung, über die wir leider noch nichts verraten dürfen ;-)
Außerdem gibt es in dieser Leserunde eine Sonderverlosung: Unter allen Teilnehmern, die innerhalb der Rezensionsphase ihre Rezension abgegeben haben, prämieren wir die 3 schönsten Rezensionen zusätzlich mit der exklusiven, limitierten Sonderausgabe von "Someone New"!

Wir freuen uns ganz besonders, dass Autorin Laura Kneidl an der Leserunde teilnehmen und eure Fragen am 10.02. beantworten wird!

So funktioniert die Schnell-Leserunde: Bei Schnell-Leserunden wird ein Buch innerhalb kurzer Zeit an einem Stück gelesen und diskutiert. Im Falle von "Someone New" werden somit innerhalb einer Woche 534 Seiten gelesen. Der Fokus liegt in Schnell-Leserunden eher auf der abschließenden Rezension als auf einer Diskussion - was euch allerdings nicht davon abhalten soll, fleißig eure Meinungen auszutauschen!

Bewerbt euch jetzt für die schnelle Leserunde und sichert euch die Chance auf eines von 50 kostenlosen Leseexemplaren!

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 22.02.2019

Nicht wie erwartet

6

Dieses wirklich sehr schön anzusehende Buch durfte ich im Rahmen einer Schnell-Leserunde bei der Lesejury lesen. Ich habe mich bei der Menge an Bewerbungen auch richtig gefreut dabei sein zu dürfen, denn ...

Dieses wirklich sehr schön anzusehende Buch durfte ich im Rahmen einer Schnell-Leserunde bei der Lesejury lesen. Ich habe mich bei der Menge an Bewerbungen auch richtig gefreut dabei sein zu dürfen, denn die Wahrscheinlichkeit dabei ausgewählt zu werden, war wirklich sehr gering. Nach einigen Startschwierigkeiten ist Someone New auch endlich bei mir eingetroffen und dann ging es auch schon ans Lesen. :)

Zuallererst möchte ich betonen, dass dieses Cover richtig schön aussieht. In Natura sogar noch besser als ohnehin schon. Des Weiteren seht ihr auch noch einen Druck auf dem Foto, welcher alle Charaktere, die im Buch eine Rolle spielen, abbildet. Diese Idee dazu finde ich super süß und man kann es sich auch sehr schön mit ins Regal stellen. Andere haben es auch gerahmt und an die Wand gehangen. Auch das ist eine tolle Idee.

Das Buch hat in den letzten Wochen alle möglichen Buchportale und Instagram / Bookstagram beherrscht und irgendwie schien jeder das Buch schon zu besitzen und gelesen zu haben. Das hat mir das unvoreingenommene Lesen in der Leserunde tatsächlich etwas erschwert, denn man kam gar nicht drum herum diesen Hype zu sehen und zu beobachten.

Someone New handelt von vielen gesellschaftlichen Themen und auf den Umfang des Buches bezogen wirkte es auch anfangs so, als könnte dort sogar das ein oder andere Thema parallel bearbeitet werden. Leider wurde dieser Raum mehr für Marvel und Graphic Novel Erzählungen/ Abschweifungen genutzt, als sich tiefgründiger mit den eigentlich wichtigen Themen zu beschäftigen. Ich muss auch gestehen, dass ich diese Anspielungen nicht immer verstanden habe, da ich mich damit nicht auskenne. Insgesamt hat mich das ab dem zweiten Drittel des Buches immer mehr gestört. Denn für mich persönlich gehört dies nicht in den Vordergrund der Story. Daher zog sich das Buch auch unnötig in die Länge und ich musste beim Lesen viele Pausen einlegen.

Julian und Micah sind in diesem Buch die Hauptcharaktere. Man erlebt die Geschichte der beiden aus Micah's Sicht und kann somit sehr stark in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen. Ich kann verstehen, wieso die Autorin sich hier nur auf die eine Sichtweise bezieht. Wäre es anders bestünde die Gefahr Julian als unglaubwürdigen Charakter zu erleben und das täte dem Buch und den Menschen, die es lesen oder die ähnliches wie Julian erleben/ erlebt haben nicht gut.

Julian mochte ich als Charakter sehr gern und ich fand ihn aufgrund seiner verschlossenen und geheimnisvollen Art insgesamt sehr spannend. Gepunktet hat er bei mir schon mit seinem kleinen süßen Kater. ;) Auch so mag ich seine eher zurückhaltende Art und Weise. Jedoch empfand ich die Enthüllung seines Geheimnisses gegenüber Micah als viel zu sehr vor die Füße geklatscht. Frei nach dem Motto: "Ja, also so ist das. Punkt." Und dass, obwohl regelmäßig versucht wurde das Geheimnis als so gravierend darzustellen und er in passenderen Momenten nie mit der Sprache rausrücken wollte. Die Szene passte für mich daher gar nicht und auch die Sequenzen danach waren für mich nicht tiefgründig genug. Hier hätte die Autorin für mein Empfinden mit mehr Feingefühl herangehen sollen. Ich möchte auf gar keinen Fall als intolerant erscheinen, aber nach so einer Enthüllung sollte jedem Menschen, egal wie tolerant er oder sie ist, ein bisschen mehr Zeit zur eigenen Verarbeitung eingeräumt werden, da das Thema unweigerlich Fragen aufwirft. Es geht schließlich nicht um etwas Lapidares, wie den Kauf einer neuen Zahnbürste oder einer Waschmaschine.

Mit Micah hatte ich so arg meine Probleme. Sie will immer alles alleine und unabhängig schaffen und wird insgeheim doch von ihren Eltern gelenkt und finanziert. Gleichzeitig ist sie jemand, der mich aufgrund ihrer Einstellung immer wieder dazu gebracht hat die Augen zu verdrehen und den Kopf zu schütteln. Ein Beispiel dafür ist ihr ständiges Rumnörgeln bzgl. ihres Studiums. Ja, sie studiert Jura, weil es ihre Eltern so wollen. Ja, sie kann das Studium überhaupt nicht ausstehen, da es langweilig ist und sie lieber in die Kunstrichtung gehen möchte. Ein weiteres ja dafür, dass sie sich jeden Tag fragt, wieso sie überhaupt aufsteht, um zu den Vorlesungen und Seminaren zu gehen, wenn sie doch eh nur Bahnhof versteht und am Ende durchfallen wird. Ich verstehe total, dass Micah das alles als Qual ansieht aber es zwei Mal zu erwähnen würde doch reichen, damit auch der letzte Leser des Buches es verstanden hat.
Was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte ist das Verhalten ihres Bruders. Die beiden sind Zwillinge, beste Freunde und "nur“, weil die Eltern mit ihm brechen, blockt er auch seine Schwester komplett ab? Mit der Begründung sie ist immer noch die Tochter ihrer Eltern... Damit komme ich nicht klar. Denn in diesem Punkt lässt er sich genauso fallen, wie ihn seine Eltern fallen gelassen haben. Das Aufeinander treffen von Julian, Micah und Adrian war auch so völlig surreal, als wäre nie irgendwas gewesen. Aber gut, vielleicht sehe ich das auch nur als viel zu kritisch an.

Insgesamt habe ich das Buch mit gemischten Gefühlen beendet. Es wirkt zu sehr gewollt und ist viel zu vollgestopft mit gesellschaftlichen Themen, die viel mehr Raum brauchen, als ihnen hier zugesprochen wurde. Daher kann ich auch den Hype um dieses Buch nicht unterstützen. Denn in diesem Fall wäre weniger viel mehr und es würde nicht so an eine Art Klischeebingo erinnern.

Normalerweise genieße ich den Schreibstil und die Geschichten der Autorin sehr beim Lesen, aber hier hat mich mittendrin immer wieder die Lust verlassen überhaupt weiterzulesen. Das lag mal an den Comic-Anekdoten, mal an Micah und mal einfach auch an dem Hin und Her zwischen den beiden Mitbewohnern von Julian, die wohl im zweiten Band, welcher 2020 erscheint, ihre Geschichte bekommen. Obwohl sie in diesem Buch bereits so viel Spielraum hatten, dass ich mich zwischenzeitlich wirklich fragte, ob nicht doch die beiden die Hauptcharaktere des Buches sind.

Veröffentlicht am 12.02.2019

Ein wichtiges Buch

6

Aufgrund des großen Hypes und meiner Begeisterung für Laura Kneidls ersten beiden New Adult-Romane, hatte ich hohe Erwartungen an Someone New.
Zunächst einmal kann ich positiv anmerken, dass sich das Buch ...

Aufgrund des großen Hypes und meiner Begeisterung für Laura Kneidls ersten beiden New Adult-Romane, hatte ich hohe Erwartungen an Someone New.
Zunächst einmal kann ich positiv anmerken, dass sich das Buch dank Laura Kneidls flüssigem Schreibstil gut liest. Die Seiten verfliegen beim Lesen nur und sie hat eine einmalige Atmosphäre geschaffen, in der man sich wohl fühlt und als Leser gerne zurückkehrt. Das Buch besteht aus vielen lebendigen Szenen, die dafür sorgen, dass man sich gut unterhalten fühlt.
Die Charaktere werden alle gut vorstellbar beschrieben und sind mir sympatisch. Micah ist sehr selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen, wodurch sie etwas ganz eigenes erhält. Manchmal wirkt sie in Bezug auf Julian etwas zu ungeduldig, aber aufgrund ihrer erfrischenden Art, habe ich gerne aus ihrer Sicht gelesen. Etwas, das mir an ihr besonders gut gefällt, ist, dass ihre Familie ihr so wichtig ist und sie zu Beginn der Geschichte das Ziel verfolgt, ihre Eltern und ihren Bruder wieder zusammenzubringen. Das ist neu für mich gewesen, da die meisten reichen Mädchen aus New Adult-Geschichten sich zu Beginn des Studiums für den endgültigen Bruch entscheiden und nicht so hoffnungsvoll wie Micah gestimmt sind. In dieser Denkweise zeigt sie viel Reife für mich und sie macht das Buch auch realistischer, weil man trotz solcher Probleme nicht einfach damit aufhört, seine Eltern zu lieben. Als Hauptperson empfinde ich sie somit als sehr gut ausgearbeitet, da man ein rundes Bild von ihr erhält. Außerdem gefällt mir die Idee, dass sie ein so großer Comic-Fan ist und man ihr das auch immer wieder anmerkt. Die Bezüge zu anderen Comics, Serien und Filmen empfand ich zwar als zu viel, weil das das Lesen irgendwann anstrengend macht, wenn man die erwähnten Dinge nicht kennt, aber rundet Micah als Charakter dennoch gut ab.
Julian habe ich schnell ins Herz geschlossen. Man erfährt zu Beginn der Geschichte zwar nicht viel über ihn, aber merkt dennoch, dass er ein gutes Herz besitzt. Er wirkt sehr sensibel und ich finde es authentisch geschildert, wie er langsam immer offener wird. Auch muss ich positiv anmerken, dass er trotz seiner schwierigen Vergangenheit sich nicht zu einem Bad Boy entwickelt, obwohl seine anfangs undurchdringliche Art darauf hindeuten hätte können.
Etwas, das mir besonders gut gefällt ist, dass sich die Liebesgeschichte zwischen ihm und Micah langsam entwickelt. Erst entsteht eine Freundschaft und erst nach einiger Zeit wird daraus mehr, wodurch die Entwicklung glaubwürdig dargestellt wird. Manchmal hätte ich mir mehr Funken zwischen ihnen gewünscht, so wie sie bei ihrer ersten Begegnung zu spüren waren, aber bis zum Ende hin stimmt die Chemie zwischen ihnen und sie präsentieren eine Beziehung, bei der vor allem zum Schluss die Gefühle stimmen.
In den ersten 400 Seiten findet sich nicht viel Spannung, weil hauptsächlich nur Micahs Alltag beschrieben wird, wodurch sich die Handlung sehr zieht. Als Leser habe ich das jedoch nicht als Problem empfunden, weil durch Laura Kneidls lockeren Schreibstil und die lebhaften Charaktere dennoch Dynamik herrscht. Somit langweilt man sich hier trotz des kaum vorhandenen Spannungsaufbaus nicht. Die letzten 100 Seiten stecken dafür voller Spannung und großer Gefühle, so, dass man während dem Lesen dieser das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Die Nebencharaktere sind mir auch sympatisch und ich finde es toll, dass Laura Kneidl deren Hobbys mit aktuellen Themen verknüpft. Auri und Cassie sind zum Beispiel in der Cosplay-Szene unterwegs und Aliza führt einen erfolgreichen Koch- und Backblog. Das macht die Geschichte und die Charaktere nahbarer.
Man merkt beim Lesen schnell, dass Laura Kneidl ein diverses Buch schreiben wollte. Das finde ich in erster Linie gut, weil es meiner Meinung nach mehr Diversität in Büchern geben sollte.
Allerdings muss ich zugeben, dass es auf mich in Verbindung mit den "Problemen" und der präsentierten Intoleranz anderer zu aufgezwungen wirkt und die Nebencharaktere - mit Ausnahme von Aliza, zu sehr durch ihren Hintergrund definiert werden. In anderen diversen Büchern, die ich gelesen habe, wirkt die Atmosphäre natürlicher und die Diversität "normaler", weshalb mir das bei Someone New im Vergleich zu diesen aufgefallen ist. Auch in Bezug auf persönliche Erfahrungen, weil ich selbst ein buntes Umfeld habe, aber das ist eine subjektive Wahrnehmung und empfindet jeder Leser anders.
Micahs beste Freundin Lilly wird zum Beispiel die ganze Zeit als Teen-Mom dargestellt, aber ich habe nicht das Gefühl etwas über richtige Charaktereigenschaften von ihr zu erfahren. Bei Micahs Bruder Adrian geht es, bis darauf, dass er Architektur studieren möchte, immer nur um seine Sexualität. In Bezug auf Cassie und Auri habe ich die Szene, in der Cassie Auris Hautfarbe als Grund dafür nennt, dass sie noch keine Beziehung führen, als überspitzt dargestellt empfunden. Ich bin der Ansicht, dass es ihr egal sein könnte, was andere davon denken, wenn sie ihn wirklich liebt, womit ihre Argumentation nicht ganz Sinn für mich ergibt und mich mit einem mulmigen Gefühl zurück gelassen hat. Die Szene wirkt auf mich aufgezwungen und ich denke, dass sie Personen in Auris Situation nicht das richtige Gefühl vermittelt und sich etwas mit der eigentlichen Botschaft der Geschichte widerspricht.
Wie gesagt finde ich es zwar gut, dass viele wichtige Themen angesprochen werden, aber aufgrund der Menge erhalten die einzelnen meiner Meinung nach leider nicht die Tiefgründigkeit, die sie verdient hätten. Hier wäre es meiner Meinung nach sinnvoller gewesen, diese auf mehrere Bücher zu verteilen, um ihnen gerecht zu werden oder sie nicht mit angeblichen Problemen zu verknüpfen. Beispielsweise wird in Bezug darauf auch die Situation mit Micahs Bruder Adrian zu einfach gelöst, obwohl man viel daraus hätte machen können. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass es der Autorin nur darum ging möglichst viele Gruppen zu vertreten. Das allein reicht für mich jedoch nicht aus, weil ich der Meinung bin, dass man diesen Gruppen auch gerecht werden muss, wenn man sie einbringt.
Auch finde ich es schade, dass die ganze Elterngeneration als intolerant beschrieben wird und es so wirkt, als ob nur Micah und ihre Freunde tolerant wären und das restliche Umfeld nicht. Natürlich ist mir bewusst, dass es leider nach wie vor viele intolerante Menschen gibt und ich finde es gut, dass Laura Kneidl mit Someone New dagegen spricht und zeigt, dass wir mehr Akzeptanz und Toleranz brauchen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass sich die Gesellschaft in einem Wandel befindet und viele Eltern ihre Kinder unterstützen. Genauso wie die meisten jungen Menschen offen sind. Hier hätte ich es als glaubwürdiger und realistischer empfunden, wenn man ein Elternpaar als unterstützend dargestellt hätte und ein paar Freunde aus Julians Vergangenheit erhalten geblieben wären.
Julians Geheimnis erfährt man erst gegen Ende des Buchs und es wird sicher viele überraschen, weil das Thema in der Literatur bisher kaum behandelt wurde. Ich finde es unglaublich toll, dass sich Laura Kneidl dafür entschieden hat über sein Thema zu schreiben und dadurch Menschen in seiner Situation eine Stimme gibt. Seine Ängste und Gefühle werden authentisch geschildert und ich habe mit ihm mitgefühlt, weil Laura Kneidl sein Geständnis so emotional und nachvollziehbar schildert. Man merkt in Bezug darauf auch, dass sich die Autorin mit dem Thema auseinandergesetzt und viel recherchiert hat. Das Buch wird sicher vielen Menschen in Bezug darauf die Augen öffnen. Es zeigt nämlich, dass wir alle nur Menschen sind und das ist eine wichtige Botschaft, die von mehr Personen gehört werden sollte.
Für mich kam die Hauptthematik dann aber leider etwas zu kurz. Nachdem Micah von Julians Geheimnis erfährt, wird das relativ schnell abgehandelt und auch Micah verarbeitet das zu schnell. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn Julians Thema mehr im Fokus gestanden hätte und man sich mehr Zeit dafür genommen hätte. Ich persönlich hätte es einfach interessant gefunden, mehr darüber zu erfahren, weil das Thema sehr weit geht. Dennoch finde ich es schön, dass Micah so offen reagiert, weil das die Botschaft der Geschichte verdeutlicht.
Alles in allem, hat mir Someone New somit gut gefallen und ich finde, dass es ein wichtiges Buch ist, das von vielen gelesen werden sollte. Ich finde es toll, dass sich Laura Kneidl dafür entschieden hat über das Thema zu schreiben. Ihr Schreibstil ist wie bereits erwähnt super und die Charaktere sind mir sympatisch und halten die Geschichte lebendig. Außerdem trägt das Buch eine wichtige Botschaft und zeigt, wie wichtig Akzeptanz und Toleranz in der Gesellschaft sind. Someone New hebt sich auf jeden Fall von anderen Büchern des Genres ab. Es gibt für mich nur kleinere Schwächen bei der Umsetzung und ich hätte mir vor allem gewünscht, dass das Hauptthema mehr im Fokus steht. Aus diesem Grund kommt Someone New für mich trotz der wichtigen Themen leider nicht an Berühre mich. Nicht heran.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das von vielen gelesen werden sollte und sich aufgrund der Thematik auch von anderen Büchern des Genres abhebt. Nur in der Umsetzung gibt es meiner Meinung nach kleinere Schwächen.

Veröffentlicht am 11.02.2019

Wichtige Thematik, zu wenig Spannung

5

Zitat:
Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber bei dir nicht. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Meinung:
Das ist mein erstes Buch von Laura Kneidl. ...

Zitat:
Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber bei dir nicht. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Meinung:
Das ist mein erstes Buch von Laura Kneidl. Ich habe mich sofort in das wunderhübsche Cover verliebt und nach der Leseprobe war ich Feuer und Flamme zu erfahren, warum das Buch so dermaßen gehypt wird.

Vorab: Ich kann mich dem Hype nicht anschließen. Das Thema ist (fast) neu, man liest nicht oft darüber, es sei denn, man sucht speziell danach. Ich muss aber sagen, dass Julian auch mein Bruder sein könnte (ich grüße dich! ? ) und ich daher mit der Thematik seit Jahren in Berührung bin (mehr dazu weiter unten unter „Spoiler“).

Das Buch umfasst gut 540 Seiten. Obwohl ich zeitig mit dem Lesen anfing, um die Rezi zum „Stichtag“ rauszuhauen, habe ich mich sehr schwer getan, dass Buch auszulesen. Ihr fragt euch warum? Nun ja, auf den ersten 300 Seiten ist nichts großartiges passiert. Klar, Micah erzählt und erzählt und erzählt… Aber die Handlung wurde nicht vorangetrieben. Es kam so viele Themen zur Sprache, dass ich mir nicht sicher war, auf was das Buch jetzt speziell abzielen soll („Es ist so wichtig, das Buch zu lesen!“). Es kamen so viele Nebenprotas auf die Leinwand, die alle einer Minderheit angehören, dass ich nicht wusste, um was es überhaupt geht.

Generell muss ich sagen, dass ich es schöner gefunden hätte, wenn das Buch spannender und nicht so in die Länge gezogen worden wäre. Auch wenn der Schreibstil wirklich angenehm und flüssig zu lesen ist, wäre hier weniger mehr gewesen. Ich hätte gerne auch aus Julians Sicht gelesen, denn das wäre spannender gewesen.
Micah mochte ich teilweise überhaupt nicht. Sie ist wohlbehütet aufgewachsen, mit zu viel Geld, zu wenig Sorgen. Durch ihre reichen Eltern wurde sie ziemlich verhätschelt und weiß gar nicht, was so in der Welt vor sich geht. Obwohl sie von Geheimnissen nicht viel hält und Julian ständig dazu drängt, sich zu öffnen, ist auch sie nicht unbedingt die Person ohne Geheimnisse. Über ihren verschwundenen Bruder spricht sie mit niemanden außer Lilly. Das fand ich sehr widersprüchlich. Auch die ständigen Anspielungen zu Superhelden und Serien – da muss ich leider passen, ich hab vielleicht die Hälfte davon kapiert.

Auch dass Julian eigentlich den Menschen aus dem Weg geht, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Denn was Micah angeht, hat er ziemlich schnell die Nähe gesucht: Er hat immer öfter ohne Probleme, ohne Windungen Zeit mit ihr verbracht, und lediglich beim ersten (und evtl. zweiten) Aufeinandertreffen im Wohnkomplex, hat er ihr zu verstehen gegeben, dass es besser ist, wenn sich die beiden aus dem Weg gehen. Hat nicht so geklappt ? Da suggeriert der Klappentext etwas anderes. Julian ist ab der ersten Seite geheimnisvoll und war der ausschlaggebende Grund, dass ich das Buch beendet habe. Durch die Narben und den Kontaktabbruch der Eltern hatte ich so meine Ahnung und dass ich richtig lag, wurde aber viel zu spät aufgelöst. Das fand ich auch sehr schade, genauso wie die Tatsache, dass das Thema nicht tiefer behandelt wurde. Denn kaum war raus, was es mit dem Geheimnis auf sich hat, da war das Buch auch schon wieder um.

Ich finde das Buch nicht schlecht, dafür ist die Thematik (zumindest für mich!) zu wichtig. Allerdings hat es auch einige Schwächen, weswegen ich dem Buch 3 von 5 Sternen gebe.

SPOILER SPOILER SPOILER:
Wie oben schon erwähnt, bin ich mit der Thematik vertraut. Ich bin mit zwei Brüdern aufgewachsen und mein kleinster Bruder ist ebenfalls transident (dieses Wort hätte ich mir auch gerne im Buch gewünscht). Seit einigen Jahren lebt sie als Frau (Personenstandsänderung ist durch, daher auch gleich das „sie“) und ich kann Julians Geheimnistuerei vollkommen verstehen. Julian hat aber, im Gegensatz zu vielen anderen, den großen Vorteil, dass man es ihm nicht ansieht und er eigentlich deshalb seinem Umfeld schon nicht erklären müsste, dass er transident ist. Die Realität sieht ja häufig leider anders aus, da man es vielen (auch meiner Schwester) ansieht und die Blicke einfach ständig zu ertragen sind. Meiner Schwester geht es psychisch wirklich schlecht, weil sie – egal wo sie hingeht – ständig doof angeglotzt und angesprochen wird. Bei uns „auf dem Dorf“ ist das richtig schlimm und ich würde mir wünschen, dass die Menschen respektvoller und toleranter wären. Ich denke aber, dass ich das nicht mehr erleben werde… So, genug ausgekotzt!
SPOILER-ENDE

Ich bedanke mich noch ganz herzlich bei der Lesejury und dem LYX-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars für die schnelle Leserunde auf Lesejury. Außerdem vielen Dank auch für das Print, welches einen Ehrenplatz erhält. Es gefällt mir wahnsinnig gut!

Veröffentlicht am 24.02.2019

Wichtige Thematik mit viel Liebe zum Detail

2

Das erste Mal, dass sie nicht weiß wo ihr Zwillingsbruder ist, da die eigenen Eltern ihn verstoßen haben.
Das erste Semester an der Uni, die nicht Yale wurde.
Die erste eigene Wohnung, da sie es nicht ...

Das erste Mal, dass sie nicht weiß wo ihr Zwillingsbruder ist, da die eigenen Eltern ihn verstoßen haben.
Das erste Semester an der Uni, die nicht Yale wurde.
Die erste eigene Wohnung, da sie es nicht mehr bei ihren reichen Eltern ausgehalten hat.
Das erste Aufeinandertreffen mit ihren neuen Nachbarn und es stellt sich heraus, dass der Kellner, der wegen ihr seinen Job bei einer Feier ihrer Eltern verloren hat, nebenan wohnt.
Die erste Begegnung mit ihm nach dieser Feier, sie will sich bei ihm entschuldigen und er weist sie ab, da er aufgrund eines Geheimnisses niemanden an sich heranlässt.
Und dieses Geheimnis könnte für sie alles verändern...

So hatte sich Micah ihren Studienbeginn ganz sicher nicht vorgestellt.

I know what it takes to move on
I know how it feels to lie
All I want to do is trade this life for something new
Holding on to what I haven't got

- Wating for the End, Linkin Park

Mit Someone New hat Laura Kneidl ein wunderbares Buch mit aktuellem Bezug und einer wichtigen Botschaft geschaffen. Trotz der dicke des Buches fliegt man aufgrund ihrer lockeren Worte, die ganze Welten in Windeseile erschaffen können und diese in angemessener Weise ausschmücken, nur förmlich durch die Seiten.
Ich habe bereits andere Bücher von ihr aus verschiedenen Genre gelesen und auch hier fiel ihr frischer Schreibstil sofort wieder auf.
Als zusätzliches Extra hat die Autorin auch zu diesem Buch wieder eine Playlist erstellt, die die Zeit mit dem Buch für jeden versüßen wird.

Auch bei der Covergestaltung hat sich der Lyx-Verlag selbst übertroffen und nach dem Beenden des Buches werdet ihr dieses hoffentlich auch nochmals in einem anderen Licht sehen.
Ich bin froh, dass dieses tolle Buch nun neben Berühre mich. Nicht und Verliere mich. Nicht einen Platz im Regal gefunden hat.

Laura Kneidl hat in Someone New eine starke Hauptprotagonistin geschaffen. Micah ist anders als andere Hauptcharaktere in New Adult Romanen. Sie ist selbstständig, rennt nicht vor ihrer Vergangenheit weg und kann auch mal die Führung übernehmen. Auch ist ihr völlig egal, dass manche sie als Nerd bezeichnen würde, da sie Graphic Novels liebt und am liebsten jeden nach seinen liebsten Superhelden fragt.
Da ich selbst Manga, Anime und die Marvelfilme liebe, musste ich mehrmals beim Lesen schmunzeln, wenn Laura Kneidl wieder Bezüge zu Filmen, Comics oder Serien eingebracht hat.

Auch Julian, der geheimnisvolle Nachbar von Micah, ist nicht der übliche Bad Boy, den man in so vielen Büchern dieses Genre finden kann. Auch wenn die Geschichte nur aus Sicht von Micah erzählt wird, was von der Autorin auch bewusst so gewählt wurde, lernt man auch Julians Beweggründe und Gefühle kennen.

Sitting in an empty room trying to forget the past
This was never meant to last
I wish it wasn't so

- Wating for the End, Linkin Park

Und nicht nur diese beiden Charaktere werden einem näher gebracht. Laura Kneidl hat in diesem Buch gleich mehrere liebenswerte Nebencharaktere erschaffen, die nicht nur kurze unbedeutende Auftritte in diesem Buch haben. Es mag vielleicht für den ein oder anderen etwas übertrieben sein, dass jeder dieser Charaktere seine eigenen Probleme hat, aber mein Freundeskreis ist auch bunt gemischt und trägt nicht jeder sein eigenes Päckchen Probleme mit sich herum?

Da dieses Buch der Start einer Reihe ist, werden wir von diesen Nebencharakteren in den anderen beiden Bändern mehr erfahren.
Im zweiten Band wird es um Cassie und Auri, die Mitbewohner von Julian, von deren Problem wir im ersten Band schon das ein oder andere erfahren durften.

Aufgrund dieser gut aufgearbeiteten Charaktere verliert dieses Buch nie an Spannung, auch wenn es seine Länge haben kann. Man lernt den Alltag von Micah kennen, fiebert mit ihr mit, wenn es um ihre Probleme mit der Uni und der Suche nach ihrem Bruder geht und selbstverständlich wartet man darauf, dass sie und Julian zusammenfinden.
Und glücklicherweise ist das Ganze ziemlich realistisch geschrieben und man kann die Geschehnisse nachvollziehen. Man steht nicht als Leser da und ist überrascht, dass sich zwei Fremde sofort Hals über Kopf verlieben und sich dann wundern, wieso ihnen nur Steine in den Weg gelegt werden.
Nach dem nicht vorhersehbaren Plottwist nimmt die Geschichte dann noch richtig an Fahrt auf und man möchte gar nicht das Ende des Buches erreichen.

Ich möchte nicht spoilern und behalte daher das Geheimnis von Julian für mich, aber Laura Kneidl hat hier ein wichtiges, zeitgemäßes Thema angesprochen, was viel häufiger thematisiert werden müsste. Man merkt dem Buch an, dass sie sich viel Zeit mit der Recherche hierfür genommen hat und sie beachtet dabei, dass man es selbst nicht so gut beschreiben kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Dies finde ich sehr beeindruckend.

Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere von mir denken.
Wen sie in mir sehen.
Aber nicht bei dir.
Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

- Julian

Laura Kneidl hat mit Someone New ein besonderes Buch mit ganz besonderen Charakteren und vielen wichtigen zeitgemäßen Themen erschaffen. Man lernt, dass jeder Mensch auch nur ein Mensch ist und es kein richtig oder falsch gibt. Jeder soll dafür geliebt werden, was er ist und die Ansichten von anderen sind dabei egal.
Genau deswegen habe ich dieses Buch geliebt. Für diese Botschaften, die die Autorin einen zwischen den Zeilen mitgibt.
Der einzige kleine Kritikpunkt ist dabei die Ansicht aller Eltern, da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass auch Eltern Meinungen ändern können, aber dies schmälert nicht die Bedeutung des Buches.

Von daher mein Rat an euch: Wenn ihr ein paar nette Stunden mit einem tollen Buch, einen facettenreichen Schreibstil, lebenswerten Charakteren, mit denen man nur mitfiebern kann und viel Selbstliebe erleben wollt, dann greift zu diesem Buch und freut euch mit mir schon auf Band 2!

Veröffentlicht am 20.02.2019

Der "richtige Weg" ist nicht immer der "glückliche Weg"

3

"Someone New" ist ein Roman voller Mut, Ausstrahlung und Akzeptanz!-Doch leider hat für mich die Geschichte nicht immer harmoniert.

Vorwort

Seid "Berühre mich. Nicht" gehöre ich zu den größten Fans von ...

"Someone New" ist ein Roman voller Mut, Ausstrahlung und Akzeptanz!-Doch leider hat für mich die Geschichte nicht immer harmoniert.

Vorwort



Seid "Berühre mich. Nicht" gehöre ich zu den größten Fans von Laura Kneidl! Mit Wörtern, wie "packend, echt und unbeschreiblich schön" habe ich diese Reihe gefeiert, verflucht und geliebt. Diese Reihe hat mir so viel gegeben, etwas was nur sehr wenige Bücher können. Umso schwerer fällt es mir heute diese Rezension zu schreiben, da "Someone New" besonders im Bereich Social Media gerade zu heftigen Diskussionen und Ausbrüchen führt.

Deshalb möchte ich hier auch nochmal auf folgendes aufmerksam machen: JEDER hat das Recht auf seine persönliche & ehrliche Meinung! Ich finde es super, dass dieses Buch einige so verehren, wie ich das bei anderen Büchern von Laura mache. Doch es ist auch vollkommen okay, anderer Meinung zu sein. Es wäre doch absolut langweilig, wenn wir alle derselben Meinung wären und somit kein Austausch stattfinden könnte, oder? Also bevor einige meinen etwas verteidigen zu müssen, würde ich diejenigen bitten lieber ihre "Energie" positiv für das Buch nach Außen zu transportieren.
Schließlich geht es in der Geschichte genau darum: Toleranz und Akzeptanz (Aussage der Autorin selbst)!

"Ich war nicht nur das Mädchen, das er beschrieb, sondern auch die Frau, die er noch nicht kannte."-Micah

Start der Rezension



Beginnen wir mit einer meiner Lieblingspunkte: Dem Cover! Der Lyx Verlag ist schlicht gesagt einfach genial. Die Cover sprechen mich einfach immer an und auch mit dem von "Someone New" haben sie absolut ins Schwarze bzw. wohl eher ins rosa-blau-weiße getroffen
Die Farben harmonieren fantastisch miteinander. Was ich an den Covern zu Lauras Büchern auch bewundere ist, dass sie bisher immer die Charaktere widerspiegelten.
Auch diesmal ist das rückblickend gesehen wunderbar gelungen. Definitiv ein Buch, welches man von Außen gerne im Regal bewundert!

Ein weiterer Punkt wodurch ich, obwohl ich dem Hype nicht folge, gut durch das Buch gekommen bin ist der Schreibstil. Dieser ist, wie gewohnt locker, flüssig & mitreißend. Laura hat diese Leichtigkeit, die ich auch schon in anderen Rezis erwähnt habe.
Dadurch bin ich durch die Geschichte nur so geflogen. Es ist wie eine Sucht Lauras Wörter in sich aufzusaugen!

"Ich wollte nicht nur die glänzende Seite seiner Medaille sehen, sondern auch die rostige. Ich wollte die Spuren sehen, die das Leben darauf hinterlassen hatte."-Micah

Nun kommen wir zur Handlung. Bei dieser kamen für mich das erste Mal einige Schwächen auf. Ich hatte manchmal das Gefühl den roten Faden verloren zu haben und dadurch war es mir schlussendlich zu bunt. Ich fand das die Handlung ungewohnt flach gehalten wurde. Dies ließ mich anfangs auf eine bombastische Wendung hoffen. Doch die kam nicht.

Mein größtes Problem war, dass ich Julians Geheimnis schon vor der ersten Hälfte des Buches herausgefunden habe. Vor dem Lesen hätte ich auf ein ganz anderes Thema gesetzt, aber es gab ein, zwei Hinweise, welche mich sofort auf das neue Thema gebracht haben. Ohne zu spoilern kann ich nur schreiben, dass ich das Hauptthema auch als absolut wichtig empfinde! Laura beweist in "Someone New" sehr viel Mut, da alle Themen aus dem Buch, welche sind über die zu wenig gesprochen bzw. geschrieben werden. Sei es in der Form eines Buches, eines Films oder in der Realität. Dafür Chapeau!

Trotzdem habe ich es persönlich als negativ empfunden, dass "so viele" Themen angerissen worden sind. Ich hätte mir zwei, drei Punkte weniger gewünscht und dafür die anderen alle im Scheinwerferlicht!

Die Charaktere waren meistens sympathisch & authentisch. Besonders Micah ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ihre Ausstrahlung und ihr Sinn für Zusammenhalt machen sie für mich zu einem sehr wichtigen Charakter!!! Sie lernt das reine Perfektion nicht möglich ist, sondern es darauf ankommt mit sich selbst im Reinen zu sein. Sie lernt, dass der "richtige Weg" nicht immer gleichzeitig der "glückliche Weg" sein muss!

Am meisten identifizieren konnte ich mich mit Lilly. Trotz Situationen, welche ihr Verachtung und Misstrauen einbrachten hat sie nie aufgehört für das zu kämpfen was IHR wichtig ist. Lilly hätte für mich noch viel, viel mehr Aufmerksamkeit bekommen müssen. Sie strahlt für mich eine Vorbildfunktion aus, nachdem einige von uns leben sollten!

Auri & Cassie brachten mich oft zum schmunzeln. Sie sind spannend, liebevoll verkorkst und verbergen noch einiges. Auf die Beiden freue ich mich 2020 in "Someone Else".

Julian war ein sehr verschlossener Charakter. Er ist das genaue Gegenteil von Micah. Seine Verschlossenheit mochte ich in erster Linie am Meisten. Es gibt Menschen die gehen offen in die Welt hinaus und es gibt andere die sich mit der Zeit, wie eine Blüte öffnen. Es war mir auf der anderen Seite jedoch zu blass. Ich hätte ihn im Laufe der Geschichte gerne noch besser kennengelernt. Es fehlte mir an Tiefe.

Auch wenn es für mich etwas schwächer war empfinde ich es als wichtig, dass "Someone New" existiert. Es verbergen sich Zitate und Weisheiten, die mir zum Abschluss etwas mitgeben konnten. Ich bin der festen Überzeugung das war das Ziel von Laura Kneidl. Eine von diesen Botschaften nach Außen zu tragen.-Den das ist der richtige und glückliche Weg!

"Weil Kunst uns fühlen lässt. Du kannst sie nicht ohne Herz erschaffen, und du kannst sie auch nicht ohne Herz betrachten. Sie wird immer etwas in dir auslösen, wenn du dir Zeit dafür nimmst."-Micah